Auflösung von letzter Woche: die blinden Passagiere (das sind Menschen, die unerlaubt auf einem Schiff mitfahren)
Zwei Wanderer sammeln Brennholz für ein Lagerfeuer. Einer von beiden ist eher faul, der andere fleißig. Nach 20 Minuten haben beide zusammen 24 Äste gesammelt und auf zwei unterschiedliche Haufen gelegt. Der faule Wanderer hat nur halb so viele Äste wie der fleißige zusammengetragen. Wie viele Äste hat jeder der beiden Wanderer gesammelt?
Ein Geschichtslehrer, der zusammen mit zwei Komplizen mitten in der Nacht teure Gemälde des Künstlers Mario Luigi aus dem Gymnasium Seligenthal stiehlt? Zwei Schüler, die sich in Frau Saxls Unterstufenbücherei verstecken, ihn so auf frischer Tat ertappen, mit dem Fahrrad verfolgen und die Polizei informieren, sodass diese ihn verhaften kann?
Wer bei diesen Fragen bereits ins Grübeln geraten ist und sich den Kopf darüber zerbricht, welchem Lehrer eine derartige Dreistigkeit zuzutrauen ist, der kann an dieser Stelle beruhigt werden: Bei dem Verbrecher handelt es sich nicht etwa um ein Mitglied der Fachschaft Geschichte, sondern eine fiktive Figur aus der Geschichte „Gemälderaub in Seligenthal“, die von Marie-Sophie Küster, mittlerweile Q12, vor nun mehr drei Jahren im Rahmen eines Schreibwettbewerbes verfasst und in einer Zeitschrift für DaZ-Lerner veröffentlicht wurde – Anlass genug für die Brückenklassenschüler, um sich mit dem Text etwas näher zu beschäftigen:
Nach der ersten gemeinsamen Lektüre folgte zunächst die Klärung neuer, (noch) unbekannter Wörter, die gemeinsam in die Vokabelhefte übertragen und in die jeweilige Muttersprache übersetzt wurden, um sie gut lernen zu können. Im Anschluss daran begaben sich die Brückenklassenschüler erst einmal gewissermaßen auf die Spur der literarischen Figur mit kriminellen Zügen, nicht jedoch, um wie diese Bilder unrechtmäßig zu entfernen, sondern um nachzuforschen, wie viele Gemälde in unserem Schulhaus überhaupt zu finden sind.
Nach Abschluss dieser Recherche bereiteten sich die Schüler auf einen Nachmittag mit der „Autorin“ Marie-Sophie Küster vor: Jedes Mitglied der Brückenklasse fertigte zunächst eine Zusammenfassung der Geschichte auf Deutsch an, um diese im Anschluss in seine Muttersprache zu übersetzen, wodurch Texte in insgesamt 13 verschiedenen Sprachen bzw. dialektalen Prägungen einer Sprache entstanden.
Nachdem Marie-Sophie den Originaltext vorgetragen hatte, durfte jeder Brückenklassenschüler seine eigene Version in seiner Muttersprache vorlesen – ein eindrucksvoller Beleg für die bunte Sprachenvielfalt an unserer Schule!
Im Anschluss an diese „Leserunde“ entspann sich eine interessante Diskussion über die Unterschiede und Ähnlichkeiten der von den Schülern beherrschten Sprachen, die von Kroatisch, Bulgarisch, Rumänisch, Russisch bis hin zu Arabisch oder gar Philippinisch reichen. Da die „Gastautorin“ auch noch Slowakisch spricht, konnte sie ebenfalls einen Beitrag zum Gespräch leisten.
Die Übersetzungen der Brückenklassenschüler sind darüber hinaus im Brückenklassenzimmer ausgestellt und dürfen selbstverständlich jederzeit gerne besichtigt werden.
Heute wird es majestätisch. Wir ehren den letzten wahren Märchenkönig, König Ludwig II. von Bayern. Die passende Musik für die königlichen Träumereien kam von Richard Wagner. Also: Pferde vor die Kutsche spannen und los geht's!