Kommentar: Corona-Auswirkung auf die erste Schulwoche

ein Gastbeitrag von Helena Fischer und Sarah Donius, Klasse 6c

Corona! Für uns alle ist das eine schwere Zeit. Viele lassen sich, trotz Reisewarnungen, nicht abhalten und fahren in den Urlaub. Dadurch sind die Infektionszahlen stark angestiegen, wodurch wir in den Schulen Maske tragen müssen. Und das ist für uns alle sehr gewöhnungsbedürftig.

Besonders für die Abiturienten und die Fünftklässler. Die Abiturienten müssen unter diesen Umständen extrem viel lernen! Mit Maske! Und die Schüler in den „Fünften“ können sich kaum untereinander anfreunden! Wie soll das auch gehen mit 1,5 Metern Abstand! Wir alle haben diesen Wunsch: Endlich wieder normale Schule! Wir können diesen Wunsch zwar nicht sofort erfüllen, aber wir alle können dazu beitragen, dass sich der Virus nicht weiter ausbreitet. Deshalb beachtet bitte die Corona-Regeln.

Wir wünschen euch allen ein schönes Schuljahr und den fünften Klassen, trotz der Umstände, einen tollen Start.

Das Leben im Mittelalter -Teil 6: Die Landshuter Hochzeit von 1475 und der Erbfolgekrieg 1504/1505

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Um 1475 war Landshut die Hauptstadt des blühenden Herzogtums Bayern-Landshut. Herzog Ludwig der Reiche machte seinem Namen alle Ehre, indem er für seinen Sohn Herzog Georg eine prunkvolle Hochzeit mit der Königstochter Hedwig aus Polen ausrichtete.

von Johannes Eller und David Wejnar

Herzog Georg der Reiche von Bayern wurde am 15. August 1455 geboren und war folglich zum Zeitpunkt der Hochzeit 20 Jahre alt. Seine Mutter war Amalie, die Kurfürstentochter von Sachsen. Herzog Georg wuchs in Burghausen auf und wirkte bereits mit 13 Jahren bei Regierungsgeschäften in Landshut mit. Seine Gemahlin Herzogin Hedwig von Polen war bei der Hochzeit erst 18 Jahre alt. Sie wurde am 21. September 1457 als Tochter des mächtigen Polenkönigs Kasimir IV. und seiner Gemahlin Elisabeth geboren. Diese war die Tochter des Herzogs von Österreich bzw. des Königs Albrecht II. Hedwig nannte sich selbst ein Leben lang „geborene Königin von Polen und Herzogin von Nieder- und Oberbayern“.

Bereits 1473 zeigte der mächtige Polenkönig Kasimir IV Interesse an einer Verbindung mit Landshut. Es folgten langwierige Verhandlungen durch Gesandte. Da Herzog Ludwig und die Mutter der Braut, Königin Elisabeth, Vetter und Base waren, waren auch Herzog Georg und Herzogin Hedwig verwandt, so dass eine päpstliche Genehmigung für die Hochzeit eingeholt werden musste. Erst Ende Dezember 1474 fand die Verlobung statt. Angeführt vom Pfalzgraf Otto bewegte sich der Brautzug über Berlin nach Wittenberg, wo eine Delegation aus Landshut die Braut mit einwöchiger Verspätung in Empfang nahm. Da der Bräutigam aus Angst vor der Pest in Landshut geblieben war, kehrt der Polenkönig pikiert in die Heimat zurück. Wegen der Pest in Regensburg musste auch noch ein Umweg über Nürnberg in Kauf genommen werden, so dass die Braut erst nach zwei Monaten in Moosburg eintraf.

Zwischenzeitlich fanden in Landshut viele Vorbereitungen statt. Boten verteilten Einladungen an die Verwandtschaft und auch den Kaiser. Herzogliche Einkäufer besorgten wertvolle Geschenke für besondere Gäste, wie z. B. goldene Becher, Anstecknadeln, Ringe, Broschen, Ketten und Vieles mehr. In Venedig wurden Samt- und Seidenstoffe für die festlichen Gewänder der edlen Gäste gekauft, an diese verschickt oder in den zusätzlich eingerichteten Nähstuben auf der Burg Trausnitz verarbeitet. Auch die Diener wurden in den Hoffarben des Herzogs in weiß, braun und grau eingekleidet. Der Herzog bekam eine neue Turnierrüstung und mitten in der Altstadt wurden Tribünen für die Zuschauer der Turniere errichtet. Außerdem wurden viele Vorräte angelegt: Schmalz, Obst, Fische, Schlachttiere, Wein, Holz, Gewürze, Wachs etc. Es wurden für die ca. 10000 Gäste Herbergen und zusätzliche Wachen organisiert. Für die Pferde konnte man im Herzogkasten gegen Bezugsscheine Futter holen. Der Erzbischof aus Salzburg wurde gebeten, den Festgottesdienst abzuhalten. Am Vorabend der Hochzeit, genauer am Montag, den 13. November 1475, fand bereits ein erstes Turnier statt.

Vom 15. bis 18. November überreichten die Gäste ihre Geschenke an die Brautleute, es gab einen Kirchenzug, das Hochzeitsmahl, ein „Rennen“ (Turnier) in der Altstadt und den Tanz im Rathaus. Eine Woche war Speis und Trank frei für alle Gäste und auch sämtliche Bürger Landshuts.

Nach der Hochzeit lebte Hedwig wie ihre Vorgängerinnen auf der Burg in Burghausen. Dort gebar sie angeblich 5 Kinder, von denen nur zwei Mädchen am Leben blieben. Sie starb am 18. Februar 1502 und wurde sie im Zisterzienserkloster Raitenhaslbach bestattet. Herzog Georg starb am 1. Dezember 1503 auf einer Reise zu einem Kuraufenthalt in Ingolstadt. Er wurde im Zisterzienserinnenkloster Seligenthal beerdigt. Vor seinem Tod bestimmte Georg seine jüngere Tochter Elisabeth und deren künftigen Gatten (Pfalzgraf Ruprecht) zu den Erben von Bayern – Landshut, da Herzog Georg und Herzogin Hedwig selbst keine männlichen Nachfahren hatten.

Um die Folgen dieser Entscheidung zu verstehen, muss man folgende politische Situation kennen: Es gab in Bayern zu dieser Zeit König Maximilian I. und unter ihm verschiedene Herzöge mit Teilherzogtümern: zum Beispiel die Linie Bayern – Landshut mit Herzog Georg und die Linie Bayern – München mit Herzog Albrecht IV. Ein Teilungsvertrag besagt, dass die Linie Bayern–Landshut und Bayern–München sich gegenseitig beerben sollen. Außerdem hatte laut Reichsrecht die männliche Erbfolge grundsätzlich Vorrecht. Mit seiner Entscheidung für seine Tochter als Erbin verstieß Herzog Georg gegen beide geltende Rechte.

Zum Ausbruch des Landshuter Erfolgekrieges kam es während der Versammlung der Regenten in Landshut am 17. April 1504. Dort wurde ein Schreiben überreicht, doch noch bevor diese das Schreiben überhaupt gelesen hatten, kam er zur Unterwerfung der Landshuter Altstadt und der Neustadt. Ab da gab es Kämpfe in allen übrigen Landesteilen (Teisbach, Dingolfing, Öttingen, …).

Am 23. April 1504 verkündete König Maximilian I. von Bayern im Rathaus von Augsburg, dass das Gebiet von Ruprecht und seinen Anhängern an die Linie Bayern–München (mit Herzog Albrecht und Herzog Wolfgang) übergeht. Monatelang versuchten die Gegner sich gegenseitig mit Plünderungen zu schwächen, gingen aber einer Entscheidungsschlacht sorgsam aus dem Weg. Monatelang zogen die Heere in einem Ermüdungs- und Abnutzungskrieg in Niederbayern und den Grenzgebieten Oberbayerns hin und her. Im Sommer 1504 starb Ruprecht und kurze Zeit später auch seine Frau Elisabeth an der weißen Ruhr. Am 12. September 1504 verloren Ruprechts Söhne Ottheinrich und Philipp mit ihrem Heer die einzige Feldschlacht des Krieges. Nach König Maximilians Sieg über Kufstein im Oktober 1504 gab es Friedensverhandlungen, denen am 5. Februar 1505 der endgültige Waffenstillstand folgte. Am 30. Juli 1505 kam es zum Friedensvertrag, dem Kölner Schiedsspruch, durch den die Gebiete neu geordnet wurden.

Abschließend lässt sich feststellen, dass Herzog Ludwig von Bayern–Landshut bei der Landshuter Hochzeit seinen Reichtum zur Schau stellen konnte. Ebenso erhoffte er sich durch die Verbindung zu Polen eine Machtausweitung und einen politischen Vorteil. Ohne männliche Erben sah sich Herzog Georg aus Machtgier gezwungen, sich über geltende Rechte (Teilungsvertrag und Reichsrecht) hinwegzusetzen und nahm sogar einen Krieg in Kauf. Schlussendlich schrumpften so die Besitztümer von Bayern Landshut.    

Das Leben im Mittelalter – Teil 5: Die Stadtgründung Landshuts

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die Stadt wurde 1204 von Ludwig dem Kelheimer gegründet. Den Namen bekam er erst nach seinem Tod, weil er in Kelheim umgebracht wurde.

von Peter Hiebl und Timo Kofler

Seine Eltern waren Herzog Otto I. und Agnes. Diese erhielten ihr Lehen, das Herzogtum Bayern, von König Friedrich Barbarossa. Vorher hatte er es dem welfischen Fürsten Heinrich dem Löwen weggenommen. Als „welfisch“ bezeichnetet man Angehörige eines deutschen Fürstengeschlechts.

Für Ludwig den Kelheimer war das Isartal der perfekte Ort für eine Stadtgründung, weil mit der Isar ein Transport- und Reiseweg von München in Richtung Osten – also unter anderem nach Passau und Wien – vorhanden war.

Die Isar, hier mit Isarpromenade in Landshut, ist nicht nur beschaulich, sondern war früher v.a. ein wichtiger Handelsweg.

Ein zweiter Grund war, dass dort in der Nähe, etwas flussabwärts in Altheim, der wichtige Handelsweg von Salzburg nach Regensburg verlief und den Fluss kreuzte. Bischof Konrad von Regensburg hatte dort in Altheim an der Brücke schon eine hölzerne Burg, die Straßburg. Von dieser Burg aus überwachte er sämtliche Brückenüberquerungen, denn die Handelsleute mussten Zölle für ihr Waren entrichten. Ludwig der Kelheimer war als Konkurrent des Bischofs ebenfalls an Einnahmen aus Brückenzöllen interessiert.

Ein dritter Grund für die Stadtgründung war, dass das Isartal sehr fruchtbar war. Bauern konnten reiche Ernten erzielen und die flachen Böden gut bewirtschaften. Städte wurden damals vorwiegend bei Burgen, auf fruchtbarem Land, bei Handelswegen oder in der Nähe von Bischofssitzen gegründet.

Ludwig der Kelheimer errichtete also auf der Anhöhe über der kleinen Siedlung eine Burg, die Burg Trausnitz. Er verlieh der Ansiedlung die Stadtrechte und förderte und finanzierte umfangreiche Baumaßnahmen an Stadt und Burg.

Die Burg Trausnitz: eines unserer Wahrzeichen in Landshut!

Landshut wurde in einer Zeitphase gebaut, die man „Urbanisierung“ nennt. Während dieser Zeit wurden in ganz Europa mehr als 2000 Städte gegründet. Im Mittelalter wuchsen viele Städte rasch an, da viele Handwerker kamen, um die Häuser zu bauen.

Bevor es aber zur Stadtgründung kam, musste Ludwig I. zunächst Krieg gegen Erzbischof Konrad III. von Regensburg führen, der das Gebiet um Landshut besaß. Der Krieg dauerte von 1186 bis 1204. Der Regensburger Bischof hatte einen starken und gleichgesinnten Kriegsverbündeten, den Erzbischof Eberhard I. von Salzburg. Nach langjährigen erbitterten Kämpfen gewann Ludwig I. schließlich den Krieg 1204 gegen die beiden verbündeten Bischöfe.

Nach dem Krieg heiratete Ludwig der Kelheimer die Witwe seines früheren Erzfeindes, Ludmilla von Bogen. Die beiden bekamen einen Sohn namens Otto, den späteren Herzog Otto II. von Bayern.

Ludwig der Kelheimer starb 1231, seine Witwe Ludmilla gründete daraufhin das Kloster Seligenthal, wo sich die Grabstädte des Stadtgründers befindet.

Volleyballturnier der Wettkampfklasse 1 gegen die Realschule Vilsbiburg

Am Freitag, den 10. 01.2020, fanden sich um Punkt 08:00 Uhr morgens sieben aufgeregte Seligenthaler Mädchen in der Turnhalle ein, die meisten, um ihren ersten Volleyball-Wettkampf in der Wettkampfklasse 1 auszutragen. Voller Vorfreude schlüpften sie hastig in ihre Trikots mit der Aufschrift „Zähne zeigen“. Diese Aufschrift wurde allerdings nicht gewählt, um die Gegner einzuschüchtern oder die eigene Mannschaft zu motivieren alles zu geben, sondern weil die Trikots von einer Zahnarztpraxis gesponsert worden waren.

ein Gastbeitrag von Lara Babl, Klasse 8a

Da die Volleyballspieler der Realschule Vilsbiburg voraussichtlich um 9:30 Uhr eintreffen sollten, machten sich die Seligenthaler flugs daran, sowohl die Stangen als auch das Volleyballnetz sowie den Kasten, der sich als Erhöhung für den Schiedsrichter eignet, aufzubauen. Nach mehreren Versuchen war auch das Spielfeld, welches 7×14 Meter betrug, mit Klebestreifen markiert. Anschließend war es Zeit für die Mädchen, sich aufzuwärmen.

Endlich traf die Mannschaft aus Vilsbiburg mit ihren roten Trikots und schwarzen Hosen ein. Nachdem sie sich ebenfalls aufgewärmt hatte, konnte das Spiel beginnen. Inzwischen hatten sich auch einige Zuschauer, sowohl am Rand des Feldes, als auch hinter den Scheiben der erhöhten Fenster, versammelt. Herr Freudenstein erklomm sein Podest, das ihm als Schiedsrichter zustand. Die Vilsbiburger hatten sich für den ersten Aufschlag bereit erklärt, und dennoch machten die Seligenthaler den ersten Punkt. Nach kurzer Zeit hatten die Vilsbiburger 20 Punkte längst erreicht, während die Seligenthaler erst zwei Punkte ergattert hatten. Vielleicht lag das an dem Vorführeffekt oder an der Aufregung, denn anschließend wurden die Ballwechsel immer länger, was die Zuschauer mit großem Applaus begleiteten, und so schwand die Befürchtung, dass die Schüler schon nach 2 statt 4 Stunden zurück in den Unterricht mussten. Am Ende des ersten Satzes gewannen die Vilsbiburger dann doch mit 25 zu 8.

Bereits am Anfang des zweiten Satzes glichen sich die Gegner mit 9 zu 9 Punkten und dieser Gleichstand setzte sich auch noch im weiteren Verlauf des Spieles fort, doch am Ende trumpften die Vilsbiburger mit zwei Punkten über den Seligenthalern auf.

Fest entschlossen, wenigstens den dritten Satz mit der bis dahin gesammelten Erfahrungen zu gewinnen, gingen die Seligenthaler auf den Platz und nach einem spannenden Spiel, in dem wieder lange Zeit Gleichstand herrschte, siegten sie sogar mit 25 zu 21.

Glücklich, wenigstens ein Spiel gegen die erfahrenen Spieler der Realschule Vilsbiburg, bei denen einige bei den „Roten Raben“ trainieren, gewonnen zu haben, forderten die Seligenthaler Schüler die Vilsbiburger dazu auf, sich noch Zeit für ein kleines Freundschaftsspiel zu nehmen.  Anschließend mussten die Schüler der Realschule Vilsbiburg ihre Sachen packen, um in ihre Schule zurückzufahren, während die Seligenthaler den Schultag ausgelassen mit ein paar Ballwechseln auf dem Feld ausklingen ließen. Dabei  entpuppte sich der Schiedsrichter Herr Freudenstein als erfahrener Volleyballspieler, der größten Einsatz zeigte und ein paar Sprünge und Sprinte gerne in Kauf nahm, um den Ball mit höchster Präzision auf  den Boden des gegnerischen Feldes zu befördern.

Trotz der Niederlage an diesem Tag verließen die Seligenthaler Schülerinnen mit einem fröhlichen Lächeln den Ort des Wettkamps.

Das Leben im Mittelalter – Teil 4: Die Pest

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Dance Of Death, Danse Macabre, Dance, Death, Skeleton

Die Pest, auch der Schwarze Tod genannt, ist eine Seuche, die besonders im Mittelalter, im 14.Jahrhundert, wütete. Sie rottete innerhalb von 6 Jahren ein Drittel der europäischen Bevölkerung aus, was ca. 25 Millionen Menschen waren. Da die Pest hochansteckend war und die Leute nicht wussten, wie sie sich davor schützen konnten, hatte die Krankheit leichtes Spiel.

von Helene Kopp und Antonia Landeck

1. Warum heißt die Pest „Schwarzer Tod“?

Die Bezeichnung der mittelalterlichen Pest, „Schwarzer Tod“, bürgerte sich erst im 17. Jahrhundert ein. Man nannte/nennt sie so, weil sich bei den Betroffenen der Rachen, die Zunge und Beulen (sogenannte „Pestbeulen“), die sich besonders im Hals- und Achselbereich bildeten, schwarz färbten.

2. Die Ausbreitung in Europa/Deutschland

Die Pest kam von Asien nach Europa durch Schiffhandel. Als Erstes trat sie in Ägypten auf und breitete sich von da aus sehr schnell im Mittelmeerraum aus, bis sie letztendlich 1349 in Deutschland das erste Mal im württembergischen Donaukreis auftrat. Im selben Jahr überkam Ellwangen im Jagstkreis und Köln die Seuche. In Landshut gab es die ersten Pesttoten zwischen 1349 und 1350.

3. Wie reagierten die Menschen auf die Seuche?

Sie bauten Pesthäuser, in die sie Pestkranke oder Personen, die Symptome der Pest hatten, einlieferten, um sie so zu isolieren, damit sie keine gesunden Leute anstecken konnten. Die Menschen verbrannten die Häuser der Pesttoten. Sie nutzen auch eine besondere Leichenentsorgung, indem sie Massengräber außerhalb der Stadt gruben und dort die in Stoff gewickelten Leichen legten. Sie führten außerdem Gesundheitspässe und Hygienemaßnahmen ein. Apotheker brauten zudem Tränke aus verschiedenen Kräutern zusammen.

Insgesamt brachten diese Maßnahmen alle nichts, da sie nicht konsequent genug eingehalten wurden und die Leute auch nicht genau wussten, wovor sie sich genau schützen mussten, da man zu wenig über die Seuche wusste.

4. Die Sage der Rosen- und Grasgasse in Landshut

Die Pest wütete in Landshut sehr stark. In zwei Gassen lebten bald keine Menschen mehr; nur wenige hatten sich daraus flüchten können, die restlichen waren der Pest zum Opfer gefallen. Um diese kümmerte sich jedoch niemand, aus Angst vor Ansteckung – und dadurch roch es aus den beiden Totengassen stark nach Verwesung. Die beiden Gassen wurden daraufhin zugemauert.

Nach vielen Jahren riss man die Gassen wieder auf, um sie zu reinigen und wieder benutzen zu können. Es heißt, dass in der einen Gasse wilde Rosen blühten und in der anderen üppiges Gras wuchs. Die Gassen heißen deshalb bis heute Rosen- bzw. Grasgasse.

5. Die Pest heute

Heutzutage gilt die Pest als nahezu ausgemerzt, aber es treten trotzdem noch vereinzelt Fälle auf, wie zum Beispiel 2017 in Madagaskar, wo die Pest ca. 30 Tote forderte. Forscher gehen davon aus, dass es jährlich immer noch bis zu 100 Pesttote gibt.

Im nachfolgenden Clip findet ihr noch weitere Eindrücke zur Pest in Europa und ihre Ausbreitung.

Das Leben im Mittelalter – Teil 3: Schule im Mittelalter

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

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Bestimmt habt ihr euch irgendwann gefragt, wie es früher in der Schule war. Durften alle Kinder in die Schule gehen? Musste man auch so früh aufstehen? Musste man auch so eine schwere Schultasche mitschleppen? Waren die Lehrer auch schon damals streng? All eure Fragen versuchen wir im Artikel „Schule im Mittelalter“ zu beantworten.

                                         von Anastasia Steck und Alicja Kaczmarzyk

1. Schüler

Während des gesamten Mittelalters und darüber hinaus stellte ein Schulbesuch ein Privileg dar. In die Schule ging nur die kleine, höhergestellte Oberschicht, in der Regel nur der männliche Teil der Bevölkerung. Da man Schulgeld zahlen musste, gingen die Kinder von Armen nicht in die Schule und blieben darum Analphabeten. Die Kinder besuchten die Schule, ähnlich wie heute, ab dem 7. Lebensjahr.

2. Lehrer

Jungen wurden von einem Lehrer unterrichtet und Mädchen von einer Lehrerin. Die Lehrer waren ganz verschieden, je nach Schule: In Pfarrschulen unterrichteten Pfarrer, in Winkelschulen Händler und Handwerker, an öffentlichen Schulen gab es Privatlehrer, die vom Adel angestellt worden waren.

3. Fächer

Das Einfachste, was unterrichtet wurde, war der Elementarunterricht. Hier lernten die Schüler lesen, schreiben, singen und Latein. Die Menschen, die eine höhere Bildung haben wollten, mussten sich mit Trivium und Quatrium beschäftigen. Das Trivium bestand aus Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Das Quatrium bestand aus Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. Das Trivium und Quatrium bildeten zusammen die ,,Sieben freien Künste”.

4. Schulen

Karl der Große nahm sich vor, dass in seinem Reich die Kinder zur Schule gehen sollten. Er forderte also alle Klöster und Kirchen auf, Schulen einzurichten. Der Unterricht begann um 05:00 Uhr morgens – er dauerte nur einige Monate im Jahr. Es gab verschiedene Schulen wie Domschulen, Pfarrschulen oder Winkelschulen. Mädchen konnten aber nur Wissen erwerben, wenn sie Nonnen wurden. Damals waren die Menschen der Meinung, dass Mädchen keine Schule besuchen müssten, sondern sich um den Haushalt kümmern sollten. Die Mädchen hatten daher sehr wenige Ausbildungsmöglichkeiten. Eine der wenigen Möglichkeiten stand Mädchen in Frauenklöstern offen. Im Spätmittelalter gab es teilweise auch städtische Schulen, in denen Mädchen unterrichtet wurden. Auch in den Winkelschulen war es ihnen teilweise möglich, am Unterricht teilzunehmen.

5. Schulsachen

Die Schüler hatten keine Bücher, da sie mit der Hand geschrieben und sehr teuer waren. Dafür besaßen sie einen Lederbeutel, in dem sie eine kleine Holztafel mit einer Wachsplatte hatten.

6. Gehorsam und Religion

Die Kinder sollten nicht nur lesen und schreiben können, sondern auch Gehorsam, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit erlernen. Die Lehrer standen auf dem sogenannten Podest und hielten eine Rute oder einen Stock in der Hand. Oft schlug der Lehrer die Kinder auch, um sie zum Gehorsam und zum Lernen zu zwingen. Vor dem Unterricht beteten die Kinder mit ihrem Lehrer und gingen oft zum Gottesdienst.

Wir denken, dass wir uns nicht über die Schule beschweren müssen, sondern uns lieber auf die Schule freuen sollten! Wir haben die Möglichkeit zur schulischen Bildung, Jungs wie auch Mädchen dürfen zur Schule gehen, wir werden nicht geschlagen und haben so schöne Schulsachen!

Das Leben im Mittelalter – Teil 2: Burgen

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die längste Burg der Welt findet man laut Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde in Burghausen. Auf über einem Kilometer Länge thront sie über dem Ort Burghausen. Der ist gar nicht so weit von Landshut, weshalb ein kurzer Abstecher immer möglich sein dürfte. Im obigen Bild seht ihr natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der Burg zu Burghausen. Weiter unten gibt es ein Video, in dem die komplette Anlage zu sehen ist.

von Zoe Wimmer und Franziska Schweiberger

Burgen wurden meist zum Schutz gebaut. Aber manche Burgherren errichteten ihre Burg, damit sie durch sie ihre Macht zeigen konnten. In unserem folgenden Artikel werdet ihr sehen, dass Burgen interessanter sind, als ihr vielleicht denkt.

Verschiedene Arten von Burgen

Keine Burg war wie die andere, denn alle waren anderen Bedingungen ausgesetzt. Es gab z. B. Burgen auf Gipfeln, auf Inseln, in Felsen, am Wasser, in Hängen oder in Tälern. Im Folgenden werden wir euch verschiedene Burgen vorstellen:

Die Felsenburg Predjamski Grad in Slowenien

Sie wurde im 12.Jahrhundert erbaut und liegt auf halber Höhe in einer 123 Meter hohen Felswand. Die Burg war nur über einen schmalen Felsgrat an einem 60 Meter tiefen Abgrund erreichbar. Auch führte ein knapp 40 Meter langer Geheimgang von der Burg auf den Felsgipfel.

Bodiam Castle in England

Die Burg wurde im Jahre 1385 von Sir Edward Dalyngrigge erbaut. Bodiam Castle diente nicht nur zum Schutz seiner Bewohner, sondern auch als einladendes Zuhause. Die Bauweise der Burg fasziniert Menschen auch heute noch. Obwohl der Burggraben wunderschön aussah, funktionierte er als Abwassersystem für etwa 30 verschiedene Toiletten, die in der gesamten Burg zu finden waren. Deshalb roch der Burggraben auch streng.

Die Burg Trausnitz in Landshut

Im Jahre 1204 errichtete Herzog Ludwig der I. die Burg Landshut. Ab dem Jahre 1536 wurde sie Burg Trausnitz (Traus nitz = Trau` dich nicht) genannt. Sie war im späten Mittelalter Residenz der niederbayerischen Linie der Wittelsbacher. Die ältesten Teile der Burg stammen von 1204-1240, wie z. B. die Ringmauer, der Bergfried, die Kapelle und das Doppelturmtor.

Ab dem 15. Jahrhundert erfolgte unter den reichen Herzögen ein bedeutender Umbau und eine Erweiterung der Anlage. Von 1516 bis 1545 ließ Ludwig der X. die Burg innen prachtvoll ausbauen und die Stadtresidenz errichten. Eine zweite Blütezeit erlebte die Burg Trausnitz unter Wilhelm V., der von 1568 – 1579 während seiner Zeit als Erbprinz viele bedeutende Musiker oder Künstler an seinen Hof holte.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) verstärkte man die Außenbefestigung der Burg. Landshut und damit auch die Burg Trausnitz wurden am 22. Juli 1634 von den Schweden belagert. Im Ostteil der Burganlage wurde in die Burgmauer ein Loch in die Burgmauer geschossen, wodurch sich die Schweden Zugang zur Burg verschafften. An dieser Stelle ist heute noch ein Tor, das aufgrund dieses Ereignisses „Schwedentor“ heißt. Ab dem 17. Jahrhundert verlor die Burg Trausnitz an Bedeutung.

Allgemeines: der Burgbau

Zahlreiche Schritte waren notwendig, bis eine Burg vollständig errichtet war:

  1. Finden des besten Standortes
  2. Einholen einer Genehmigung beim Lehensherrn einholen (Könige und Landesherren genehmigten den Bau nur Vasallen, denen sie trauten und die einen guten Grund dafür vorzubringen hatten)
  3. Indienstnahme eines Baumeisters, der für die Planung und Beaufsichtigung der Bauarbeiten zuständig war
  4. Vereinbarung der Goldsumme
  5. Besprechung zwischen Bauherrn und Baumeister über das Aussehen der Burg; Vorbild war meist eine Burg, die der Bauherr gesehen und die ihm besonders gut gefallen hatte
  6. Vereinbarung der Anzahl der Räume und der Gebäude rund um den Burghof
  7. Berechnung der Baumaterialien und Anzahl der Arbeitskräfte
  8. Abdeckung des Grundrisses mit Stäben und Richtschnüren
  9. Fällung von Bäumen und Herausbrechen von Felsblöcken im Steinbruch; das wurde meist von Bauern gemacht
  10. Bau der Burg über meist viele Jahre hinweg
  11. Vollendung der Burg

FAZIT

Im Mittelalter gab es viele verschiedene Arten von Burgen. Sie wurden an den unterschiedlichsten Orten gebaut. Der Bau einer Burg erforderte viel Geld, Arbeiter, Anstrengung und vor allem Zeit.

Übrigens: Nicht nur die längste Burg der Welt (siehe Video unten), sondern auch die höchste Burgendichte Europas gibt es hier bei uns in Deutschland, und zwar am Mittelrhein!