Konflikte ansprechen und schlichten – Zu Besuch in der Mediatoren-Ausbildung

Streit zwischen Schülern kommt nicht selten vor. Kleine Neckereien oder Auseinandersetztungen zwischen Personen gibt es an jeder Schule. Selten, aber manchmal, kommt es aber auch vor, dass aus einer Diskussion ein großer Streit wird, in dem es zu Gewalt kommt.

Dabei geht man nicht immer nur mit Fäusten aufeinander los, sondern bewirft sich gegenseitig mit Schimpfwörtern. Einen Konflikt, bei dem man sich verbal angreift, gibt es auf dem Schulgelände dann doch häufiger als einen, in dem physische, also körperliche Gewalt, angewendet wird. Um diesen Streit oder Konflikt schnell zu „beseitigen“, sodass er nicht ausartet, gibt es Mediatoren.

An unserer Schule werden Achtklässler zwei Jahre lang ausgebildet, um Schülern zu helfen, wieder „ordentlich“ miteinander zu reden und mögliche Konflikte zu lösen. In solch einer Ausbildung lernt man, wie man mit diesen Streitigkeiten und den Personen umgeht; zusätzlich erfahren die auzubildenden Mediatoren viele Informationen über Hintergründe des Konfliktbegriffs.

Ich durfte bei einem der Treffen dabei sein, und so das aus:

Zu Begrinn durfte ich bei einem Gemeinschaftsspiel mitmachen. Wir stellten uns in einem engen Kreis zusammen, schlossen die Augen und griffen nach zwei Händen. Dann mussten wir versuchen, uns wieder in einen Kreis aufzulösen, ohn, dass noch irgendjemand verknotet war. Nach ein paar Minuten hatten wir es alle geschafft. Das Spiel nannte sich „Der Gordische Knoten“ und wird häufig in Klassen gespielt. Dies zeigt die Teamarbeit zwischen den Schülern und lässt Vertrauen aufbauen.

Als kleine Einführung in das Stundenthema wurde uns von zwei Schülern ein Konflikt vorgespielt, in dem sie sich stritten, weil ein Schüler auf den Stift eines anderen gestiegen war. Sie diskutierten laut, ohne auf den anderen einzugehen. Danach sollten sich alle eine Lösung für ein friedlicheres Kommunizieren überlegen. Im Rest der Stunde ging es um die  Du-Botschaft und die Ich-Botschaft.

-Beispiel für Du-Botschaft (wenig effektiv: erzeugt Blockadehaltung beim Gegenüber und das Gefühl der Schuld): Du bist gemein, wenn du mich anschreist, weil du immer schlecht gelaunt bist. Hör auf damit, deinen Frust immer an mir auszulassen.

-Beispiel für Ich-Botschaft (recht effektiv: Kränkung oder Problem aus eigener Sicht beschreiben; erzeugt keinen Vorwurf, sondern „berichtet“ grundsätzlich von der eigenen Seelenlage) : Ich bin sauer, wenn du den Kuchen ohne mich isst, weil er für uns beide war. Ich möchte, dass du dich bei mir entschuldigst und mir das nächste Mal etwas übrig lässt.

Die Achtklässler arbeiteten mit großem Interesse mit und füllten ein Arbeitsblatt mit verschieden Situationen zur Ich-Botschaft aus.

Bis sie das erste Mal zwischen zwei oder mehreren Schülern schlichten, werden die angehenden Mediatoren noch eine Menge lernen, um ihr Wissen gekonnt in Konfliktsituationen anwenden zu können. Mediatoren an der Schule helfen nicht nur Schülern in einem Konflikt direkt, sondern auch den schlichtenden Jugendlichen selbst. Sie lernen dabei, wie man mit den verschiedensten Streit- und Diskussionssituationen umgeht und lernen verantwortlich, mit fremden Personen umzugehen. Der Vorteil dabei ist, dass sich die Mediatoren leichter in die Lage der anderen Jugendlichen versetzten können, was bei Lehrern z. B. wegen des Altersunterschiedes manchmal nicht so leicht ist.

Umfrage zur Handynutzung in Seligenthal: Schüler vs. Lehrer

Handys auf dem Schulgelände? Google im Unterricht? Chatten in der Pause? Oft wollen wir uns in der Schule mit unseren Handys beschäftigen. Wie Schüler und Lehrer dazu stehen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

In Seligenthal gibt es ein Verbot, welches besagt, dass die Handynutzung und die Nutzung anderer digitalen Medien auf dem gesamten Schulgelände untersagt ist. Ausnahmefälle gibt es nur im Unterricht, wenn der Lehrer oder die Lehrerin es erlauben; in der Bibliothek ist es seit kurzem gestattet, das Handy als Recherchemedium zu benutzen. Da das Handy mittlerweile bei fast jedem Schüler ab zehn Jahren schon zum Alltag zählt, sind einige auch gegen das Verbot und hätten gerne die Erlaubnis, sich im Schulgebäude mit den Smartphones zu beschäftigen. Ich habe ein paar Lehrer und Schüler gefragt, was sie von der bestehenden Handyregelung an der Schule halten und ob sie für eine Erlaubnis oder das weitere Verbot der digitalen Geräte sind.

Zuerst habe ich ein paar Schüler und Schülerinnen aus der achten Jahrgangsstufe zu diesem Thema um ihre Meinung gebeten.  Nadine W. (13 Jahre) besitzt, wie alle in ihrer Klasse, ein Smartphone. Nadine ist für die Nutzung digitaler Geräte an unserem Gymnasium und verwendet sie privat hauptsächlich zum Chatten, zur Unterhaltung und nimmt sie auch häufiger für Hausaufgaben und zum Lernen her.  In der Schule hat sie aber nur ihr Handy dabei. Trotz aller Befürwortung digitaler Geräte merkt Nadine kritisch an, dass sie eine Ablenkung für viele Schüler sein könnten und daher wohl auch im Unterricht einige nicht mehr gut aufpassen würden. Während des Unterrichts sollte das Handy wirklich nur für Recherchen genutzt werden.

Zum Chatten, zur Unterhaltung, für Recherchen, zum Lernen und für Hausaufgaben nutzt Nele M. (13 Jahre) ihr Handy. Sie ist ebenfalls dafür, dass man das Handy im Unterricht nutzen dürfen sollte. Sie hat ihr Smartphone auch immer dabei, das sie ausgeschaltet immer in ihrer Schultasche mit sich herumträgt. Manchmal gab es schon Fälle, in denen sie ihr Handy benutzen durfte oder gerne benutzt hätte, und betont, dass es sehr hilfreich wäre, mal schnell etwas im Internet zu recherchieren. Genauso wie Nadine W. (13 Jahre) denkt sie aber auch, dass die Erlaubnis der Handynutzung im schulischen Alltag Ablenkung und Unachtsamkeit mit sich bringen würde. Tablets in der Schule würden aber vielleicht auch Ordnung in die „Zettelwirtschaft“ bringen und Bücher müssten nicht immer mitgenommen werden, wenn sie gleich auf den Geräten digital vorhanden wären.

Ein weiter Mitschüler aus der achten Klassenstufe ist nur für die Erlaubnis der Smartphones auf dem Schulgelände, wenn sie für Unterrichtszwecke genutzt werden. Er hat sein Handy auch in der Schule dabei und nutzt es natürlich gerne, wenn die Klasse im Unterricht damit recherchieren darf. Verwendet wird es auch für Hausaufgaben, zum Lernen und zur Unterhaltung, aber in der Pause in der Schule sei es nicht wirklich nötig, seinen Freunden lustige Videos von YouTube oder Bilder aus den sozialen Netzwerken zu zeigen, meint er. Der Gebrauch im Unterricht, um Fakten im Internet zu suchen, wäre aber eine gute Idee, um gleich nachzuschauen, wenn man etwas nicht genau weiß. Deswegen müsste man die Handynutzung einschränken. Für ihn wäre eine Lockerung der Handyvereinbarung mit Ablenkung und weniger Konzentration im schulischen Zusammenhang verbunden, im sozialen vor allem damit, dass man weniger miteinander kommunizieren würde.

Was die Folgen anbelangt, haben die meisten Schüler ähnliche Befürchtungen, aber in Sachen „Nutzen für die Schule“ unterscheiden sich die Meinungen kaum. Obwohl die Jugend scheinbar heutzutage nicht mehr ohne Handys auskommen möchte, denkt sie, dass die Erlaubnis der Handynutzung in der Schule nicht nur positiv wäre, sondern auch eine Ablenkung im Unterricht darstellen könnte, wenn man die Regelungen lockert.

Ähnlich sehen das die Lehrer!

Herr Mantel, ein Deutsch- und Sozialkundelehrer am Gymnasium Seligenthal, ist nicht prinzipiell gegen eine Erlaubnis der Handynutzung an der Schule. Auch er ist der Meinung, dass die digitalen Geräte im Unterricht für Referate und Recherchen ein gutes Hilfsmittel wären. Er selber besitzt auch alle gebräuchlichen Geräte wie Smartphone, Laptop oder Computer. Nicht nur in den Taschen der Schüler, sondern auch in denen vieler Lehrer, hätte das Smartphone seinen Platz gefunden. Handys überall und zu jeder Zeit auf dem Schulgelände? Dazu sagt Herr Mantel aber dann auch nein. Denn die Kommunikationskultur würde sich verschlechtern und viele Schüler würden sich in den Pausen nur noch mit ihrem Handy beschäftigen und im Internet surfen. Für Unterrichtszwecke wäre es aber trotzdem eine gute Idee.

Ich habe auch Frau Dr. Mathes um ihre Meinung gebeten und sie ist gegen die Erlaubnis der Handynutzung auf dem Schulgelände. Auch wenn sie alle gängigen Geräte zu Hause hat (I-Pad, Laptop, Computer und Smartphone), würden die digitalen Geräte in der Schule zu Ablenkung führen und darüber hinaus dazu, dass die Schüler weniger im Unterricht aufpassen würden. Die Folgen könnten schlechte Noten sein und die Schüler würden sich erst recht mit den Handys beschäftigen. Zu Hause könnten sie gerne in Maßen mit ihren Smartphones, Tablets und Computern im Internet surfen, aber auf dem Schulgelände haben diese Geräte nicht wirklich etwas zu suchen.

Die Meinungen der Schüler und Lehrer liegen gar nicht so weit auseinander. Was das Verbot von Handys in den Pausen anbelangt, sind sich alle einig. Die „echte“, zwischenmenschliche Kommunikation, bei der man auch die Gestik und die Mimik des Gegenübers sehen und seine Reaktion ausdeuten kann, ist sehr wichtig für das soziale Miteinander. Auch wenn wir uns gerne mit unseren Handys beschäftigen, ist es gut,  dass sie nur für Unterrichtszwecke genutzt werden und die Geräte in den Pausen echte Freunde nicht verdrängen!

Begeisterung pur: Ausflug der Musiker in die Münchner Philharmonie

Zu einem bezaubernden Konzert für Klavier und Orchester von Sergej Rachmaninow (Nr. 4 in g-Moll op. 40) ging es am 19.10.2017 um 19:00 Uhr für die Schüler des Gymnasiums Seligenthal und des Hans-Carossa-Gymnasiums nach München.

Hautnah über der Bühne konnten die Schüler das Konzert in vollen Zügen genießen. Anschließend ging es, nach einer Pause, mit einem kräftigen „Tatatata-Tatatata“ aus einem der berühmtesten Meisterwerke von Ludwig van Beethoven weiter: die 5. Symphonie (c-Moll op. 64). Fast jeder kennt sie! Beethoven brachte diese Glanzleistung hervor – und das, obwohl er schon taub war!

Beethovens 5. Symphonie in einer Fassung der Wiener Philharmoniker

Unter der Leitung des Dirigenten Valery Gergiev spielten die Münchner Philharmoniker zur Höchstform auf und faszinierten so das junge Publikum. Die Begeisterung der Jugendlichen zeigt, dass die klassische Musik einen wohlverdienten Platz neben der Rock- und Popmusik hat.

Lesen bringt weiter

Viele Leute denken, dass sie einfach nur lesen KÖNNEN MÜSSEN, und würden nicht einmal daran denken, ein Buch in die Hand zu nehmen. Sie lesen nur etwas, wenn sie irgendwo zufällig eine Textzeile sehen oder eine Notwendigkeit, eine Art Zwang, dahinter vermuten.

Dabei ist lesen sehr wichtig und kann einen auch nach der Schulzeit weiterbringen. Es muss nicht immer ein Sachbuch sein, auch ein spannender Roman ist lehrreich, sofern man nicht nur überwiegend sog. Trivialliteratur liest, sondern auch gewisse Ansprüche an das Buch bzw. sich selbst hat.

Inwiefern bringt mich lesen weiter?

  1. Lesen erweitert deinen Wortschatz. Wenn man längere Zeit über viel liest, merkt man, dass man sich gewählter und damit präziser ausdrückt – auch im Schriftlichen. Das kann sehr hilfreich sein, z. B. in der Schule, wenn man eigene Texte produzieren soll. Außerhalb der Schule hilft es einem beispielsweise im Vorstellungsgespräch etc.
  2. Es verbessert deine Empathie, denn wenn du z. B. irgendeine Geschichte liest, versetzt du dich in die Figuren und Personen hinein. Empathie bedeutet, dass man Situationen und dahinterstehende Absichten oder Beweggründe von Menschen besser nachvollziehen kann.  Dass man sich gut in andere hineinversetzen kann, kann im Sozialleben unheimlich wichtig sein, um Konflikte konstruktiv und nachhaltig zu lösen.
  3. Du kannst aus Fehlern anderer lernen. Nicht nur, dass in vielen Geschichten „gute“ Werte vermittelt werden;  in der Regel gibt es in diesen Geschichten auch Handlungsanweisungen und Hilfestellungen, durch die Konflikte und Probleme gelöst werden. Auch das kann man sich für das eigene Leben nutzbar machen.
  4. Du eignest dir (unbewusst) neues Wissen an. Dieses Wissen kann man je nach Buch mal mehr, mal weniger im Alltag brauchen. Trotzdem arbeitet dein Gehirn und man trainiert es sozusagen. Etwas zu wissen, sich also auszukennen, macht Freude, gerade auch dann, wenn man mitreden kann. Damit steigst du in der Gunst deiner Mitmenschen vor allem deshalb, als die anderen schnell merken, dass das, was du zu sagen hast, nicht nur „heiße Luft“ ist, sondern „Hand und Fuß“ hat.

Man sollte sich als Ziel setzen, jeden Tag mindestens 20 Seiten zu lesen, denn es ist eine lohnende Gewohnheit .

Wir haben über das Lesen geschrieben, weil wir der festen Ansicht sind, dass es einen nicht nur in der Kindheit und Jugend weiterbringt. Viele Menschen unterschätzen das Lesen einfach und wir hoffen, dass die LESER dieses Beitrages häufig(er) nach einem Buch statt nach der Fernbedienung greifen. Wir selbst lesen sehr viel und gerne und wünschen euch, dass auch ihr die Freude daran behaltet oder sie entdeckt!

 

Skilager der 7. Klassen: Teil 1

Große Aufregung herrscht am 15.02.2016 auf der Grieserwiese, auf der sich inzwischen (8.30 Uhr) alle Schüler der 7. Klassen, die verantwortlichen Lehrer, und… leider noch nicht die Busse versammelt haben. Um ca. 9.00 Uhr ist es endlich so weit. Die Busse sind da, das gesamte Gepäck wird sicher verstaut, alle ha­ben einen Platz und so können die Busse jetzt losfahren.

Um ca. 11.00 Uhr kommen die beiden Busse am Skicamp Inzell an. Nachdem das Gepäck ausgeladen wurde, machen wir uns auf Hütten-Suche. Nach der Einführung des Skicampleiters und dem darauf folgenden Mit­tagessen haben wir ein paar Stunden Zeit zum Auszupacken. In einem Seminar über Lawinengefahr außer­halb der Pisten erhalten wir außer der Gefahrenaufklärung auch eine Unterweisung im Umgang mit den Hilfsgeräten (z. B. zur Abmessung der steilen Hänge, die Free-Rider oftmals auf sich nehmen). Während un­sere Schule sich schon einigermaßen eingelebt hat, kommen die Schüler und Lehrer eines Frankfurter Gymnasiums an. Nach den darauffolgenden freien Stunden gibt es um 18.00 Uhr Abendessen. Danach kön­nen wir bis zur Nachtruhe (22.00 Uhr) zwischen verschiedenen Aktivitäten wählen: Tischtennisspielen in der Tischtennishalle, Fußball in der Sporthalle oder einfach in der eigenen Hütte (selbst mitgebrachte) Spiele spielen oder in der einen Stunde „Handyzeit“ unsere Eltern anrufen.

Am nächsten Tag versammelt sich das ganze Camp schon zu früher Stunde (7.30 Uhr) zum Frühstück im Speisesaal, schließlich haben wir heute viel vor: Die Langläufer treffen sich um 9.00 Uhr und fahren dann mit dem Bus zum vorgesehenen Langlaufgebiet, das an einem See liegt. Wir werden Klassenweise (Klasse a+c,b,d) aufgeteilt. Um ca. 14.30 Uhr kommen wir wieder im Camp an. Die Skifahrer brechen um 8.30 Uhr zum Skigebiet „Winkelmoosalm“ auf, wo sich die Anfänger in zwei Gruppen und die Fortgeschrittenen in drei Gruppen, je nach Leistung, aufteilen.  Wir bleiben bis ca. 14.30 Uhr auf der Piste und sind somit um 15.30 wieder im Camp, in dem die Langläufer auch schon angekommen sind.

Nun haben wir alle bis zum Abendessen frei. Nach dem Abendessen machen wir uns für den Spieleabend „Spiele ohne Grenzen“ in der Turnhalle bereit, bei dem 12 verschiedene Stationen aufgebaut sind – und alle Hütten, auch die des Frankfurter Gymnasiums, gegeneinander spielen. Um ca. 21.30 Uhr sind alle Stationen einmal gemacht und nach dem Aufräumen verschwinden alle in ihren Hütten, um sich bis 22.00 Uhr „bett­fertig“ zu machen.

Skilager der 7. Klassen: Teil 2

Am Mittwoch heißt es: Skifahren für die Skifahrer und Langlaufen für die Wintersportler. Nach dem Früh­stück und dem Packen des Lunchpaketes steigen alle in den jeweiligen Bus und machen sich auf den Weg – die Skifahrer zum Skigebiet Winklmoosalm – Steinplatte und die Wintersportler zu der “ Drei-Seen-Loipe“.

Als wir dann nach unseren Aktivitäten wieder müde im Sportcamp ankommen, haben wir einen „Freien Abend“. Manche von uns treffen sich in der Tischtennishalle, um gemeinsam Tischtennis zu spielen, die an­deren finden sich in den Hütten ein, in denen sie gemeinsam Halli-Galli oder andere Spiele spielen oder auch einfach nur „ratschen“ und sich über die Erlebnisse des ereignisreichen Tages austauschen. Um 18.00 Uhr gibt es Abendessen, danach haben wir noch bis 21.30 Uhr Freizeit, dann, um 22.00 Uhr, heißt es erneut: Nachtruhe.

Am Donnerstag gehen die Skifahrer wieder Skifahren, die Wintersportler sind zuerst wandern, dann Schlitt­schuhfahren. Nach dem Frühstück und dem Packen des Lunchpaketes für die Skifahrer, die Wintersportler erhalten ein Mittagessen vor Ort, heißt es ein letztes Mal: rein in die Busse, raus auf die Piste!

Am Donnerstagabend, nach dem Abendessen, findet die Siegerehrung des „Spiel ohne Grenzen“ statt. Die beste „seligenthaler“ Platzierung ist dabei ein sehr guter zweiter Platz. Danach beginnen bereits einige mit dem Packen der Koffer.

Am Freitag müsen wir dann endgültig die Koffer packen. Nach einen ausgiebigen Frühstück stehen die Hüt­tenkontrollen an – großes Lob an alle von den Lehrern, es gibt nichts zu bemängeln. Als die Busse, die uns heimbringen sollen, dann ankommen, laden wir unser Gepäck ein und nehmen im Bus Platz. Um ca.13.00 erreichen wir glücklich (mit Muskelkater, mehrstündigem Schlafdefizit und viel zu erzählen im Gepäck) unser Ziel, die Grieserwiese.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage! – Nur ein Schild am Eingang?

Am Haupteingang unserer Schule hängt ein großes Schild. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ steht darauf. Doch was bedeutet das eigentlich? Und ist es nicht einfach nur ein weiteres Blechschild von vielen? Nein! Ganz und gar nicht!

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„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist eine Initiative, die 1988 von belgischen SchülerInnen und JugendarbeiterInnen ins Leben gerufen worden ist. Jetzt, 28 Jahre später, sind insgesamt 1.600 Schulen aus Belgien, Österreich, Spanien und Deutschland Teil der Initiative und setzten sich damit für einen fairen und guten Umgang miteinander ein.

Auch unsere Schule ist seit 2012 eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Hier in Seligenthal setzt sich die Unicef-Schülergruppe für das Projekt ein.

 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist kein Zertifikat und keine Auszeichnung, viel mehr ist es ein Vertrag, mit dem sich die SchülerInnen, LehrerInnen und alle anderen „Angehörigen“ einer Schule DAUERHAFT dazu verpflichten, in Zukunft keine Art der Diskriminierung an der Schule zuzulassen, und einzuschreiten, falls jemand Opfer von Diskriminierung wird.

Um eine „Courage-Schule“ zu werden, müssen mindestens 70% aller an der Schule, das heißt alle, die dort lernen, lehren oder arbeiten, eine Vereinbarung im Sinne eines verbindlichen Vertrages unterzeichnen.

Die Verpflichtung bzw. der Vertrag beinhaltet folgende Punkte:

1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird,   nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.

3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Neben diesen Punkten verpflichtet sich eine Schule außerdem dazu, Projekte und Infoveranstaltung zum Thema Rassismus und Diskriminierung anzubieten und so die Schüler darüber aufzuklären.

Denn die Worte Rassismus und Diskrimierung werden ständig von allen möglichen Personen in den Mund genommen und gerade in unserer Zeit, in der es viele Flüchtlinge in Deutschland gibt, ist Rassismus (leider noch immer) ein Thema.

Doch was ist Rassismus eigentlich und wie unterscheidet er sich von der Diskrimierung?

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Diskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrung bestimmter Eigenschaften, beispielweise der Hautfarbe oder Behinderungen, ausgegrenzt oder nicht gleichwertig behandelt werden.

Rassismus geht dagegen noch einen Schritt weiter. Er „unterteilt“ die Menschen in verschieden „Rassen“ und lehrt, dass die eine „Rasse“ mehr wert ist als eine andere, und damit Menschen unterschiedlicher Herkunft, wegen eines anderen Glaubens oder einer anderen Weltsicht einen „minderen Wert“ haben. Der Rassismus der Nationalsozialisten ging so weit, dass Menschen einer aus ihrer Sicht „minderwertigen oder „unterlegenen“ Rasse nicht die gleichen Rechte haben (durften) wie Menschen, die zu  einer „überlegenen Rasse“, zu der sich die Nazis zählten, gehörten. Der Hass der Nazis (v.a. gegen Juden und Sinti und Roma) steigerte sich ins Unermessliche, forderte Millionen Menschenleben und stürzte die halbe Welt in Tod und Elend. Somit ist der Rassismus eine sehr heftige Form der Dikriminierung und kann nie gedachte Ausmaße annehmen. Besonders gefährlich wird Rassismus dann, wenn er geduldet wird. Rechtsradikale und Rassisten versuchen noch immer, Stimmung gegen andere Menschen oder Menschengruppen zu machen.

Auch heute noch gibt es also Ausgrenzung, Hass und rassistische Hetze in aller Welt. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ richtet sich gegen jede Form (nicht nur rassistischer) Ungerechtigkeiten an Schulen und leistet somit einen Beitrag für eine friedliche und bunte Gesellschaft – eben ohne Hass und Ausgrenzung.

Das Schild am Eingang zu unserer Schule ist nicht einfach nur ein weiteres Blechschild von vielen. Mit eurer Unterschrift UND der Entscheidung, auf unsere Schule zu gehen, verpflichtet ihr euch, dauerhaft gegen Rassismus einzutreten und zu einem guten Schulklima beizutragen.

Aber nicht nur IN der Schule müssen wir aufeinander schauen – auch AUßERHALB gilt die Verpflichtung. Die Initiative „Schule ohne Rassimus“ kann nur funktionieren, wenn alle mithelfen. Und diese Hilfe und Bereitschaft darf nicht aufhören, sobald man die Schule verlässt!