Aus dem Gefühlsleben: Jouska, Adronitis und Liberosis

Jouska. Die von euch, die finnisch können, werden jetzt wahrscheinlich vermuten, dass ich vorhabe, über Jahreszeiten zu schreiben. Genau genommen über eine ganz bestimmte. Das Wort Jouska bedeutet übersetzt nämlich „Der Frühling“.

Ich habe aber weder vor über Jahreszeiten zu schreiben noch über den Frühling selbst. Jouska bedeutet auch noch etwas anderes, was rein gar nichts mit Jahreszeiten zu tun hat: Jouska ist ein Gefühl, das jeder von uns kennt. Wahrscheinlich würden viele nicht zugeben, dass sie es auch kennen, bevor ich ihnen sage, dass es ganz normal ist. Jouska ist das Gefühl, wenn wir immer wieder ein und dasselbe Gespräch in unserem Kopf abspielen lassen. Das kann ein gutes Argument sein, eine Diskussion, etc. Es spielt sich ein komplettes Gespräch in unserem Kopf ab. Ich persönliches finde es sehr beruhigend, dass dieses Gefühl normal ist.

(Bin ich immer noch die einzige, die Gespräche plant, die ich in Wahrheit niemals führen werde???)

Ein anderes Gefühl, von dem ich bis vor kurzem auch nicht wusste, dass es existiert, ist „Adronitis“:

Kennt ihr das: Ihr lernt neue Leute kennen und ihr findet sie … ganz nett. Ihr unterhaltet euch über bedeutungslosen Kram wie den Stundenplan oder das Wetter. Es nervt aber tierisch, dass man diese Kennenlernphase nicht einfach überspringen kann und gleich über alles reden kann! Und genau DAS ist Adronitis. Der „Ärger“ oder besser gesagt die „Unlust“ darüber, wie lange es braucht, eine Freundschaft aufzubauen.

Wie ist diese Person? Was hat sie für Hobbys? Kann ich ihr vertrauen? Kann ich das nicht alles sofort wissen??? Adronitis.

Das letzte Gefühl, das ich hier noch erklären werde, ist Liberosis.

Jeder hat etwas, das ihn beschäftigt oder ihm sogar Sorgen bereitet. Und Liberosis ist der Wunsch, dass man sich um diese Angelegenheiten oder Sorgen einfach nicht mehr kümmern muss. Es ist die Sehnsucht, dass einem alles egal ist. Nach dem Motto: Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!

Es gibt noch mehr Gefühle, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass sie einen Namen haben. Doch ich bin sehr froh, dass es anscheinend normal ist, Gespräche mit einer Person in seinen Gedanken zu führen, von der Small-Talk-Phase genervt zu sein oder dass einem einfach mal alle Sorgen egal sein wollen.

Ich werde noch einmal über Gefühle schreiben, über die keiner spricht, aber die mit Sicherheit jeder kennt!

Nachdem ich einschlief, legte ich mich hin.

Nachdem ich einschlief,

legte ich mich hin.

Ich schloss ab und ging in mein Zimmer.

„Ach, ein schöner Tag war das mal wieder!“

Ich spülte mir mit Wasser den Mund aus

und putzte mir dann die Zähne.

Ich schminkte mich ab,

sah in den Spiegel und dachte:

„Für so eine Schminke muss man sich doch schämen!“

Ich ging wieder heim,

verabschiedete mich von meiner besten Freundin: „Bis bald!“

Nachdem ich zwei Hosen gekauft hatte und sie ein Shirt,

probierten wir es an.

Die Kleider fielen uns direkt ins Blickfeld.

Wir dachten, wir könnten mal wieder shoppen gehen.

Ich traf mich heute mit meiner besten Freundin.

Und nachdem ich aufstand,

wachte ich auf.

Und wenn du dieses Gedicht (komischerweise 😉 ) nicht verstanden hast, dann empfehle ich dir, es rückwärts zu lesen.

Wenn du das getan hast, wünsche ich dir ganz schöne und erholsame Sommerferien.

Jasmin Kainz 🙂

Lyrisches zum Nachdenken: Der Schutzengel

Auf dem Weg zum Bus,

kein Wunder, dass ich wieder laufen muss.

Wie so oft hatte ich verschlafen,

kein Frühstück gegessen,

einen Großteil meiner Bücher vergessen.

Die Umwelt, die Straßen, die Menschen nahm ich eigentlich gar nicht wahr.

Ich hoffte nur zu sehr, dass ich noch pünktlich war.

Ich war viel zu verpeilt,

musste mich beeilen.

Ich lief an allem einfach vorbei.

Bei der Haltestelle sah ich auf.

Und da sah ich Augen.

Leuchtend wie ein Stern,

Blau wie das Meer

und so unendlich tief wie der Himmel.

Sie verschwanden aus meinem Sichtfeld.

Der Blickkontakt hatte nur wenige Sekunden gezählt.

Dann kam der Schulbus,

in den ich einsteigen musste.

Die Tage vergingen,

die Wochen verstrichen,

die Augen hatte ich schon ganz vergessen.

Um daran zu denken, war ich viel zu beschäftigt.

Ich war gerade auf dem Weg zu Chemie

(und in diesem Fach war ich wirklich kein Genie!),

als ich mitten unter den Schülern wieder diese Augen sah.

Sie starrten mich an.

Ich starrte zurück.

Gefangen in einem Blick.

Ich konnte nicht vorwärts und nicht zurück.

Den Mund halb geöffnet.

Ich stand da, wie ein Brett.

Ich fühlte mich seltsam wohl in dem Blick.

Er hatte etwas Schönes … etwas Himmlisches

„Den habe ich schon mal gesehen!“, rief mein Verstand.

„Wer bist du?“, schrie mein Herz.

Ich kam wieder zu mir.

Ich muss zu Chemie!

Wie lange stand ich schon hier???

Die Augen waren so schnell verschwunden, wie sie gekommen waren.

Doch puh, ich hatte Glück!

Als ich (mal wieder etwas zu spät) den Raum betrat,

sah ich keinen Lehrer, der schon auf seinem Stuhl saß.

Zum Glück war diese Stunde nicht allzu wichtig,

konzentrieren konnte ich mich sowieso nicht.

Ich fragt mich nur: „Wer hatte so einen derartigen Blick?“

 

Ein paar Tage später fuhr ich Rad.

Ich wollte es ausnutzen, es war ein schöner Tag.

Ganz gemütlich fuhr ich dahin,

wusste noch gar nicht genau, wohin,

dachte so vor mich hin

und vergaß bei einer roten Ampel die Bremse zu ziehen.

Ich wollte schreien, als ich sah,

dass ich fast direkt vor einen Lastkraftwagen gefahren war,

der mit 60 kmh unterwegs war.

Doch er stand.

Kein Grund zum Schreien.

Wie ist das möglich, ich war vollkommen unbeschädigt.

Der Laster war doch so schnell gefahren

und ich war direkt vor ihm gestanden.

Ich sprach es nicht aus,

ich glaubte es ja selber kaum:

Mir war eben ein Wunder passiert.

Und dann blickte ich hinter mich.

Und da sah ich ihn.

Mit himmelblauen Augen

und wolkenweißer Haut.

Ich lächelte nur und sagte:

„Ich weiß, wer du bist.“

Lyrisches zum Nachdenken: Prometheus

„Gestatten, Prometheus, Sohn des Iapetos, „Diener“ des Zeus.

Doch ich empfinde nur wenig Stolz.

Wie du hier liest, bin ich ein Gott.

Hat dich vielleicht geschockt.

Ich meine … ein Gott.

 

„Göttervater“ Zeus, „Euer Hochwohlgeboren“,

was hab ich hier nur verloren?

Unsterblich, bis in alle Ewigkeit.

Ich erschaffe ein Geschöpf, das meiner gleicht.

 

Aus Ton schaff ich den Menschen.

Will ihm verschiedene Künste schenken.

Ein sterbliches Wesen

und doch dank mir recht belesen.

 

Zeus, du kannst mir nicht befehlen, dich zu ehren.

Du bist einem Menschen ähnlicher, als du denkst.

Mit Gefühlen und Emotionen.

Gibs zu, ohne deinen Olymp wärst du verloren.

 

Das Feuer nahmst du meinen Menschen,

neidisch warst du, als ich es wieder herstellen konnte.

Und fähig bist du zu Qual.

Ein Adler und ein Felsen waren für mich die Wahl.

Doch meine Geschöpfe habe ich nicht aufgegeben.

 

Gott nennst du dich.

Schämst du dich nicht?

Ein Gott, der Seinesgleichen foltert und quält,

gehört verschmäht.

 

Meine Menschen, lasst euch von Neidern und Besserwissern nichts sagen.

Es gibt euch nicht umsonst. Nicht umsonst erschuf ich ein starkes Geschöpf.

Ein Wesen mit Leben.

Etwas, was ein Gott nicht kennt.

Eigentlich genau wie ich.

Lyrisches zum Nachdenken: Der Mensch in 3 Elementen

Aus Feuer das Herz,

Die Augen aus Wasser

und der Charakter aus Erde.

Drei bekannte Elemente,

die wir auch finden im Menschen.

 

Das Herz, so mächtig wie Feuer,

durchbricht sämtliches Gemäuer.

Feuer ist Kraft,

Feuer ist stark.

Aus Feuer das Herz.

Doch Feuer ist Schmerz.

Sei zornig, hab Angst oder Panik,

so verbrennst du dich am eigenen Herz.

Das Feuer bricht aus.

Aus dem ganzen Herzen heraus.

Was einst eine Flamme war,

ist nun ein Brand.

Doch verbinde es nicht nur mit Gefahr.

Vergiss nicht, wäre das Feuer nicht da, würdest du nicht mehr leben.

Das Feuer, so warm.

Gib jemandem etwas ab.

Nur einen Funken oder eine Flamme.

Das Feuer ist starkes Verlangen, Energie,

die in dir hochsprüht.

wofür brennt dein Herz?

Was liebst du?

Lass es nicht verblassen.

Man malt Herzen nicht umsonst rot.

 

Die Augen wie Wasser.

So durchscheinend und klar,

wie ein See an einem sonnigen Tag.

Sei traurig, sei wütend, enttäuscht,

das Wasser dir aus den Augen läuft.

Die Tränen. Wie ein kleiner Wasserfall laufen sie dir übers Gesicht

und somit das ganze Gestein zerbricht.

Tränen zeigen wahre Emotionen,

mit ihnen kannst du in deinen Augen nichts mehr verbergen,

denn Wasser ist tief.

„Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte?“ Stimmt.

Ein ehrlicher Blick kann tiefer gehen als 1000 Worte.

Er muss nur klar und durchscheinend sein.

Denn dann kannst du den Grund sehen.

Wie in einem See.

 

Das Element Erde für den Charakter.

Jeder Teil der Erde ist sonderbar,

jeden Charakter gibt es nur einmal.

Sei ruhig, wie eine Brise Wind.

Sei immer fröhlich und lustig wie eine bunte Blumenwiese.

Sei rätselhaft, wie ein Haufen aus Gestein.

Doch präge dir ein:

Lebe dein Sein,

lass es nicht welken,

denn sonst wirst du merken:

Du bist nicht du selbst,

sondern eine überzüchtete Blume.

 

Dieser Spruch passt hier gut dazu:

Einst sagte jemand zu mir:

„Liebe ja nicht, du könntest verletzt werden!“

Ich sagte nur:

„Lebe ja nicht, du könntest sterben.“

Ein Spruch sagt mehr als 1000 Worte

Ich habe 1000 Sprüche gelesen,

die verschiedenen Bedeutungen gesehen.

Interpretiert und gerätselt und versucht zu erklären.

Mittlerweile kenne ich die Sprüche in- und auswendig.

Und jedes mal wieder fällt mir auf:

Wer die tiefere Bedeutung eines Spruches sieht und versteht, wird stärker.

Nehmen wir als Beispiel einen Motivationsspruch:

„Ich tue es, weil ich es kann.

Ich kann es, weil ich es will.

Ich will es, weil du sagtest, ich könnte es nicht.“

Ein einfacher Spruch, ein langer Satz? Nee! Da steckt mehr dahinter!

Überleg dir, was der Kern dieses Spruches ist. Was will er sagen?

Sieh genau hin. Was fühlst du?

………………

Dieser Spruch ist dazu da, um dein Selbstvertrauen zu stärken.

Er will, dass du Mut beweist. Er will, dass du jedem zeigst, was in dir steckt.

Er will, dass du motivierter, zielstrebiger, selbstbewusster und mutiger wirst.

Das ist der Kern dieses Spruches. Denk an diesen Spruch, wenn zu dir jemand sagt, „dass du das sowieso nicht schaffst.“

Glaub mir, so viel Ehrgeiz hast du noch nie verspürt.

 

Den Spruch „Setze keine Fragezeichen, wo das Schicksal längst einen Punkt gesetzt hat.“, kann man leicht unterschätzen.

Man könnte denken: „Ein Satz, nicht mehr.“ Oh nee! In diesen Spruch lässt sich einiges hineininterpretieren!

1. Hinterfrage deine Vergangenheit nicht. Was geschehen ist, ist geschehen.

2. Lass los und sei offen für Neues! Denn nur wer loslässt, hat die Hände frei.

3. Es ist Zeit einen neuen Weg zu gehen und den Alten zu verlassen. Hab keine Angst.

Denk an diesen Spruch, wenn sich etwas für dich Unangenehmes ereignet hat. Vergiss nicht: Schau nach vorne!

Man könnte noch viel hineininterpretieren.

Vielleicht ist es bei jedem Menschen anders, was er darunter versteht.

Doch eines hab ich mit der Zeit herausgefunden:

Wer Sprüche und die tiefe Bedeutung von Worten versteht,

der sieht die Welt mit anderen Augen.

Nämlich so, wie du sie interpretierst.

Damit will ich nicht sagen, dass du realitätsblind bist.

Ich will damit sagen, dass du klar und deutlich siehst,

was deiner Meinung nach in unserer Welt in Ordnung ist und was nicht.

Wer Sprüche versteht, dem ist nichts Menschliches mehr fremd,

denn Sprüche erklären alles.

Wie formuliert es der Spruch?

Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind,

sondern wie wir sind.

Weise Worte, weise Worte.

Corona kreativ: Gutenachtgeschichten für Kinder Teil 1

 

Liebes Schülerzeitungsteam, liebe Blog-Leser!

Mein Name ist Isolde Gronewald und ich besuche die Klasse 5a des Gymnasiums. Während der Coronazeit habe ich ein Heft mit Gutenachtgeschichten für meine kleine Schwester Svana (4) zusammengestellt. Die Geschichten habe ich erfunden und selbst geschrieben. Es sind bisher sieben Geschichten, also eine für jeden Abend der Woche.
Die Autorin links (Isolde) mit ihrer kleinen Schwester Svana
Anmerkung der Redaktion:
Wir sagen herzlichen Dank für die Bereitstellung. Damit die Vorfreude jede Woche für eure kleinen Geschwister (oder Verwandte und Freunde, vielleicht auch für euch selbst?) möglichst groß ist, gibt es nicht alle Geschichten auf einmal, sondern jede Woche eine neue! Wir beginnen mit Teil 1 (Download als .pdf):

Lyrisches zum Nachdenken: Ein „Liebesgedicht“ im Stil des 18. Jahrhunderts

Am Fenster ich stand.

Verloren, wie ein einsames Körnchen Sand.

Beraubt um meinen Verstand.

Beraubt vom eigenen Herz:

 

Zu Abend, da traf ich ihn,

als fast die Sonne nicht mehr schien.

Die Augen, blau wie Saphir,

die Lippen, rot wie Rubin

und selbst das Haar eine Pracht.

Schwarz wie die Nacht.

 

Er versprach mir alles zu geben,

ja selbst sein eigenes Leben.

Mir nichts zu verwehren,

er würde mich immerzu ehren.

Mein Verstand arbeitete nicht mehr.

Es gab nur noch mein Herz.

Ich hatte mich verliebt.

 

Er verlangte nicht viel.

Nur einen Kuss.

Der Gedanke daran war mir ein Genuss.

Mit allen Sorgen und Ängsten war Schluss.

Ich dachte an nichts.

Es gab nur das Hier.

Bis ich berührte seine Lippen.

 

Und dann war mir, als wäre ich erwacht,

von einem Traum, den ich hatte in der Nacht.

Die Augen waren nicht Saphir-

Sie waren Eis.

Die Lippen waren nicht Rubin-

Sie waren scharlachrot wie Blut.

Die Haare waren nicht schwarz wie die Nacht-

Sie waren schwarz wie der Tod.

Ich hatte den Teufel geküsst.

 

Leibhaftig stand er vor mir,

visierte mich mit seinem Blick.

Alles war ein Missgeschick.

Ich hatte ihn nicht aus Liebe geküsst.

Er wollte mich verletzt sehen,

mir mein Herz gebrochen zurückgeben.

 

Liebe, etwas, was der Teufel nicht kennt.

Wovon er hatte noch nie eine Spur gemerkt.

Liebe, irgendwo im Herzen eingesperrt,

bei ihm so leer, so fern.

Dieses Gefühl, ihm so unbekannt.

Sonst würde er nicht Teufel genannt.

 

Dann tat ich etwas, was sonst keiner getan hätte.

Ich sah ihm tief in die Augen, versuchte das Herz zu entdecken.

Ich dachte an die Momente, in denen ich Liebe empfunden hatte.

Dachte so stark, dass mein Herz schneller schlug,

erlebte sie noch einmal,

mit dem Unterschied, dass ich ihn in dieser Welt sah.

Und dann küsste ich ihn erneut.

 

Erschrocken wich er zurück.

So etwas kannte er nicht.

Dann löste er sich auf, Stück für Stück.

Dann war der Herzensdieb fort.

Alles was blieb war die Erinnerung.

 

Und nun steh ich hier und sage dir:

Sei vorsichtig mit der Liebe.

Lass dir dein Herz nicht klauen von Dieben.

Liebe kann den Hass besiegen,

wie du hast in diesem Gedicht gelesen.