Lyrisches zum Nachdenken: Wer bin ich?

Sicher kennt ihr das Spiel „Wer bin ich?“

Bin ich groß, bin ich klein, bin ich dünn, bin ich dick …

Heute machen wir`s andersrum.

Ich gebe dir Tipps, wer bist du.

Mal schaun, on du’s erraten tust:

Ich kam, als du die Welt betratst,

doch war noch nicht wirklich da.

Ich kannte dich nicht,

du wusstest noch gar nicht, dass es mich gibt.

Mit der Zeit kam ich dir näher,

mich wirklich kennenlernen tust du jedoch erst später.

Doch als ich dich dann sah,

wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte.

Mal schauen, was ich aus dir mache.

Ich bin immer für dich da,

auch wenn du mich nicht wirklich sehen kannst.

Ich bin die Person, die dich am besten kennt.

Ich bin die Person, die dich in bestimmte Situationen bringt, oder sich dir in den Weg stellt.

Ich kenne deine Gefühle, deine Ängste, deine Träume,

sogar deine Gedanken sind mir nicht fremd.

Verändern kann ich mich natürlich auch.

Mal will ich im Rampenlicht stehen mit viel Applaus,

wann anders will ich mich in eine Ecke kauern und einfach nur in die Ferne schauen.

Und dich … zieh‘ ich natürlich mit.

Na, weißt du wer ich bin?

Ich denke nicht.

Ich sag es dir:

Ich bin ICH.

Lyrisches zum Nachdenken: Der Rosenjunge

Mit ihrem leichten Käppchen

und dem dünnen Jäckchen,

ihren Glücksbringer immer in ihrem Täschchen,

etwas, das sie von ihren Eltern besaß

und deshalb nie vergaß,

machte sie sich auf den Weg.

An Geschäften und Häusern vorbei,

in die Schule hinein.

Sie war sehr fleißig,

doch hatte sie keine Eltern, die ihr halfen dabei.

Denn sie kam aus dem Kinderheim.

Seit sieben Jahren, seit sie lebte, wohnte sie hier

und manchmal fühlte sie sich einsam an,

ständig allein in einem Zimmer zu sein.

Sie dachte sich oft, die Angestellten hätten nie

wirklich Zeit für ein Kind allein.

Sie setzte sich in ihre Bank,

holte ihre Stifte und Bücher heraus.

Wie jeden Tag.

Auch er verlief ohne Anstrengung, ohne Chaos.

Bei Schulschluss ging sie hinaus.

Die Kinderheimerzieherin wartete schon darauf.

Irgendwie sah sie schon wieder gestresst aus.

Die Erzieherin machte sich schon auf den Weg zur Bushaltestelle.

Die Kleine verabschiedete sich noch von ihren Freundinnen auf die Schnelle.

Da merkte sie es wieder.

Neben ihr stand eigentlich eine völlig fremde Frau. Ihre Erzieherin.

Während sie warteten, hatten sie sich kein einziges Mal angeschaut.

Sie waren sich zu fremd,

nie hatten sie einander wirklich kennengelernt.

Sie fuhren nur gemeinsam „Heim“.

Aber eigentlich konnte sie das doch allein.

Sie war zwar erst sieben,

aber was konnte ihr im Bus schon passieren?

Sie war heute auch allein zur Schule gegangen,

vielleicht war es den Erziehern gar nicht aufgefallen.

Jetzt telefonierte die Erzieherin.

Sie ging auf und ab.

Es war ein ernstes Gespräch,

das konnte sie an der Mimik sehen.

Sie entfernte sich immer mehr von ihr.

Plötzlich spürte sie ein Zupfen an ihrem Ärmel.

Sie drehte sich um

und erblickte einen Jungen.

Sie schaute ihn an,

in der Erwartung, er würde zum Reden anfang`.

Doch er stand schüchtern da.

Und da entdeckte sie die Rose in seiner Hand.

Sie sah wieder ihn an,

dann fing er endlich zu Sprechen an:

„Ich finde dich hübsch

und die ist für dich, nur ein Geschenk, das dir zeigt,

wie sehr ich dich mag.“

Lyrisches zum Nachdenken: Nur ein Mädchen

Ich bin doch nur ein Mädchen

mit entsetzlich großen Zielen.

Das alles hergeben würde, um es zu kriegen,

dessen Charakter sich erstmal musste formen und biegen,

um herauszukriegen, was es wirklich will.

Ich bin doch nur ein Mädchen

mit meinen schönsten Träumen.

Kann sie jemand deuten?

Ein Mädchen, das alles hinterfragt, was du sagst.

Das hier und da ein Zweifel plagt

und hofft, dass Gott die Lösung kann verraten.

Ich bin doch nur ein Mädchen,

nur ein Mensch,

den nur wenige Leute wirklich kennen.

Ein Mensch mit meinen Stärken und Schwächen,

mit meinen Vorlieben und Abneigungen,

mit meinem Humor und meinen Ängsten.

Ein Mensch, den du nicht kennst,

wenn du nicht genau hinsiehst.

Eigentlich genau wie du.

Lyrisches zum Nachdenken: Das Mädchen, das nach Glück suchte

Ich kannte mal ein Mädchen,

es wünschte sich Glück

und war darum ständig verträumt,

kein Wunder also, wenn sie es versäumt.

Sie lebte in ihrer eigenen Welt,

denn dort hatte sie viel Erfolg und eine Menge Geld.

Das große Glück also, wie das Mädchen dachte,

doch was sie nicht wagte, war es aufzuwachen.

Das Glück ist ein riesiges Stück,

das dachte sie.

Und so lag sie da,

Tag für Tag,

bis ihr Traum vom Glück irgendwann zu groß war.

Da kam eine Fee in ihr Zimmer,

sie merkte, dass die Träume des Mädchens vom Glück wurden

immer größer und schlimmer.

„Wach auf, wach auf,

geh hinaus!

Du verschwendest nur Zeit.

Zeit zum Treffen, Zeit für Gemeinsamkeit.“

Das Mädchen hörte nicht drauf

und malte sich weiter seine Träume aus.

Nach Schulschluss am nächsten Tag an der Bushaltestelle

sah es bei ein paar Mädchen einen Hauch Feenstaub.

Die Fee flog herbei.

„Merkst du nicht,

wie allein du bist?

Dass sich keiner mehr für dich interessiert?

Du lebst nicht nur in deiner Welt.

Hast keinen Erfolg und kein Vermögen an Geld!“

Und da war es auf einmal wach.

Und es fühlte sich allein auf diesem Platz.

Sie kannte diese Leute nicht,

sie gehörten nicht zu ihrer Welt,

sie gehörten zu der echten Welt.

Sie rannte in eine einsame Straße,

wo sie keiner sah,

ließ sich schniefend fallen auf eine Bank.

Was hatte sie nur für einen Fehler gemacht?

Den Kopf in den Knien,

weinend und schniefend,

verletzt und zerbrochen.

Was hatte sie in dieser Welt schon verloren?

Doch auf einmal war sie nicht mehr allein,

sie blickte auf und sah in fremde Augen hinein.

Fremd, aber warm.

Mitfühlend und klar.

Die Person legte ihre Hand auf ihre.

Und dann hatte das Mädchen es endlich kapiert.

Sie hatte verstanden, was Glück war.

Sie lächelte scheu, ganz zart

und bemerkte dann, dass auf der Person Feenglanz lag.

Eyecatcher – Ein digitales Handbuch zur Filmanalyse

Filme schauen kann jeder, sie analysieren allerdings nicht. Damit man weiß, wo man anfangen muss und welche Techniken zum Einsatz kommen, hat sich vor wenigen Jahren das P-Seminar „Film“ die Mühe gemacht, einen Leitfaden zur Filmanalyse anzufertigen. Dieser enthält nicht nur die wichtigsten Begriffe, sondern liefert euch auch die wichtigsten Infos, damit ihr ab sofort Filme mit anderen Augen schauen und ggf. Manipulationen schneller durchschauen könnt.

Den Filmguide findet ihr unter nachfolgendem Link zum kostenlosen Herunterladen: Eyecatcher_Filmguide_P-Seminar_Film_Seligenthal

Wer die neu gewonnen Erkenntnisse auch gleich (oder nebenbei) zum Einsatz bringen möchte, dem sei der mit dem niederbayerischen P-Seminarpreis ausgezeichnete Film „Herbstgeflüster“ ans Herz gelegt. Er entstand unter der Leitung unserer stellvertretenden Schulleiterin, Frau Studiendirektorin Maria Fischer. Neben dem Film findet ihr unten auch gleich noch den Bericht über die Verleihung. 

Viel Freude beim Lesen und Schauen wünscht euch

Euer Team der Schülerzeitung

 

Das Leben im Mittelalter – Teil 2: Burgen

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die längste Burg der Welt findet man laut Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde in Burghausen. Auf über einem Kilometer Länge thront sie über dem Ort Burghausen. Der ist gar nicht so weit von Landshut, weshalb ein kurzer Abstecher immer möglich sein dürfte. Im obigen Bild seht ihr natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der Burg zu Burghausen. Weiter unten gibt es ein Video, in dem die komplette Anlage zu sehen ist.

von Zoe Wimmer und Franziska Schweiberger

Burgen wurden meist zum Schutz gebaut. Aber manche Burgherren errichteten ihre Burg, damit sie durch sie ihre Macht zeigen konnten. In unserem folgenden Artikel werdet ihr sehen, dass Burgen interessanter sind, als ihr vielleicht denkt.

Verschiedene Arten von Burgen

Keine Burg war wie die andere, denn alle waren anderen Bedingungen ausgesetzt. Es gab z. B. Burgen auf Gipfeln, auf Inseln, in Felsen, am Wasser, in Hängen oder in Tälern. Im Folgenden werden wir euch verschiedene Burgen vorstellen:

Die Felsenburg Predjamski Grad in Slowenien

Sie wurde im 12.Jahrhundert erbaut und liegt auf halber Höhe in einer 123 Meter hohen Felswand. Die Burg war nur über einen schmalen Felsgrat an einem 60 Meter tiefen Abgrund erreichbar. Auch führte ein knapp 40 Meter langer Geheimgang von der Burg auf den Felsgipfel.

Bodiam Castle in England

Die Burg wurde im Jahre 1385 von Sir Edward Dalyngrigge erbaut. Bodiam Castle diente nicht nur zum Schutz seiner Bewohner, sondern auch als einladendes Zuhause. Die Bauweise der Burg fasziniert Menschen auch heute noch. Obwohl der Burggraben wunderschön aussah, funktionierte er als Abwassersystem für etwa 30 verschiedene Toiletten, die in der gesamten Burg zu finden waren. Deshalb roch der Burggraben auch streng.

Die Burg Trausnitz in Landshut

Im Jahre 1204 errichtete Herzog Ludwig der I. die Burg Landshut. Ab dem Jahre 1536 wurde sie Burg Trausnitz (Traus nitz = Trau` dich nicht) genannt. Sie war im späten Mittelalter Residenz der niederbayerischen Linie der Wittelsbacher. Die ältesten Teile der Burg stammen von 1204-1240, wie z. B. die Ringmauer, der Bergfried, die Kapelle und das Doppelturmtor.

Ab dem 15. Jahrhundert erfolgte unter den reichen Herzögen ein bedeutender Umbau und eine Erweiterung der Anlage. Von 1516 bis 1545 ließ Ludwig der X. die Burg innen prachtvoll ausbauen und die Stadtresidenz errichten. Eine zweite Blütezeit erlebte die Burg Trausnitz unter Wilhelm V., der von 1568 – 1579 während seiner Zeit als Erbprinz viele bedeutende Musiker oder Künstler an seinen Hof holte.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) verstärkte man die Außenbefestigung der Burg. Landshut und damit auch die Burg Trausnitz wurden am 22. Juli 1634 von den Schweden belagert. Im Ostteil der Burganlage wurde in die Burgmauer ein Loch in die Burgmauer geschossen, wodurch sich die Schweden Zugang zur Burg verschafften. An dieser Stelle ist heute noch ein Tor, das aufgrund dieses Ereignisses „Schwedentor“ heißt. Ab dem 17. Jahrhundert verlor die Burg Trausnitz an Bedeutung.

Allgemeines: der Burgbau

Zahlreiche Schritte waren notwendig, bis eine Burg vollständig errichtet war:

  1. Finden des besten Standortes
  2. Einholen einer Genehmigung beim Lehensherrn einholen (Könige und Landesherren genehmigten den Bau nur Vasallen, denen sie trauten und die einen guten Grund dafür vorzubringen hatten)
  3. Indienstnahme eines Baumeisters, der für die Planung und Beaufsichtigung der Bauarbeiten zuständig war
  4. Vereinbarung der Goldsumme
  5. Besprechung zwischen Bauherrn und Baumeister über das Aussehen der Burg; Vorbild war meist eine Burg, die der Bauherr gesehen und die ihm besonders gut gefallen hatte
  6. Vereinbarung der Anzahl der Räume und der Gebäude rund um den Burghof
  7. Berechnung der Baumaterialien und Anzahl der Arbeitskräfte
  8. Abdeckung des Grundrisses mit Stäben und Richtschnüren
  9. Fällung von Bäumen und Herausbrechen von Felsblöcken im Steinbruch; das wurde meist von Bauern gemacht
  10. Bau der Burg über meist viele Jahre hinweg
  11. Vollendung der Burg

FAZIT

Im Mittelalter gab es viele verschiedene Arten von Burgen. Sie wurden an den unterschiedlichsten Orten gebaut. Der Bau einer Burg erforderte viel Geld, Arbeiter, Anstrengung und vor allem Zeit.

Übrigens: Nicht nur die längste Burg der Welt (siehe Video unten), sondern auch die höchste Burgendichte Europas gibt es hier bei uns in Deutschland, und zwar am Mittelrhein!

Lyrisches zum Nachdenken: Ist es eine Lüge, wenn ich schweige?

Kann man Schweigen als Lüge bezeichnen,

wenn du weder Wahrheit noch Lüge tust zeigen?

Ist es eine Lüge, wenn ich schweige,

mich mit etwas, das meiner Meinung nach keiner wissen soll,

davonschleiche?

Oder ist es feige?

Ist es feige, wenn ich für meinen eigenen Schutz schweige?

Aber wenn ich niemandem die Wahrheit zeige,

muss ich mit dem Druck der Stille leiden.

Ist es eine Lüge, wenn ich schweige?

Ja. Denn wenn du tust schweigen,

dann tust du etwas verheimlichen.

Schweigen kann dein Herz zerreißen.

Ist es dein persönliches Geheimnis,

so muss es keiner wissen,

doch deine Freunde erwarten von dir,

dass du tust nichts verheimlichen.

Wenn du schweigst,

tust du mit einem Fuß auf die Wahrheit steigen.

Damit sie keiner sieht.

Doch Schweigen kann so einiges zerstören,

schweigen kann Vertrauen lösen,

für schweigen kannst du büßen.

Eines Tages wirst du nämlich die Wahrheit verraten müssen.

……………..

Und? Immer noch froh, dass du geschwiegen hast?

Das Leben im Mittelalter – Teil 1: die „Hexen“ Agnes Bernauer und Veronika Zerritsch

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die „Hexen“ Agnes Bernauer und Veronika Zerritsch

von Veronika Hofer und Julia Spierer

Was sind eigentlich Hexen? Hexen waren nach dem Volksglauben nicht nur Frauen, die Medikamente aus Kräutern herstellten, lesen und schreiben konnten. Ihnen wurde vielmehr vorgeworfen, dass sie einen Pakt mit dem Teufel hatten.

40.000 bis 60.000 Menschen wurden schätzungsweise in ganz Deutschland als Hexen verbrannt. Eine davon war Agnes Bernauer. Sie wurde am 19. Januar 1411 in Augsburg als Baderstochter geboren (ein Bader war im Mittelalter der Besitzer einer Badestube). Agnes wurde von vielen Leuten nicht „Agnes“, sondern „Anna“, „Angela“ oder sogar „Engel von Augsburg“ genannt, weil sie so schön war.

Sie lernte 1428 bei einem Turnier den Herzogssohn Albrecht I. von Bayern-München kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und er nahm sie als seine Geliebte mit an den Münchner Hof. Im Jahr 1432 oder 1433 heirateten sie heimlich. Noch vor der Hochzeit bekamen sie zusammen ein Kind, Sybilla.

Agnes, Albrecht und Sybilla zogen darauf in die Blutenburg (München Obermenzing), wo sie ihre Heirat öffentlich machen wollten. Albrechts Vater Herzog Ernst III. war mit ihrer aber Ehe nicht einverstanden, da deren Tochter Sybilla nicht erbberechtigt war, denn ihre Eltern kamen aus unterschiedlichen Ständen. Herzog Ernst III. wollte, dass Albrecht eine Herzogstochter heiratete. Albrechts Onkel Heinrich und er planten deshalb, wie sie Agnes umbringen konnten.

Heinrich ging mit Albrecht jagen, damit Agnes alleine zuhause war. Albrechts Vater ging zu ihr und ließ sie verhaften. Er wollte, dass sie sich von Albrecht scheiden lässt. Wenn sie sich weigern sollte, würde er sie wegen Liebes- und Schadenszaubers anklagen und Agnes als Hexe verurteilen. Und dies tat er auch: Agnes Bernauer wurde am 12. Oktober 1435 von der Äußeren Straubinger Brücke in die Donau geworfen. Erst konnte sie nah ans Ufer schwimmen, um sich zu retten, doch als ein Mann das sah, wickelte er ihr eine lange Stange ins Haar und ertränkte sie.

Als Albrecht das bemerkte, wurde er sehr wütend und wollte Krieg mit seinem Vater. Aber man konnte ihn doch davon abhalten. Zu Ehren von Agnes finden alle vier Jahre die Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing statt. Es gibt auch eine Agnes-Bernauer-Torte.

Auf Schloss Blutenburg steht heute eine Bronze-Stele, die an die Liebe zwischen Herzog Albrecht und Agnes Bernauer erinnert.

Veronika Zerritsch wurde als letzte Hexe in Bayern verbrannt. Sie wurde 1740 geboren und am 2. Januar 1741 in der Sankt-Jodok-Kirche in Landshut getauft. Veronika verlor ihren leiblichen Vater schon sehr früh, er starb 1749. Doch ihre Mutter heiratete ein Jahr darauf schon wieder einen neuen Mann. Sie starb kurz nach ihrer Hochzeit und ihr Stiefvater verjagte Veronika, als sie erst 12 Jahre alt war.

Sie bettelte in Landshut, Freising und Mühldorf am Inn, um zu überleben. Nach einiger Zeit gelangte sie zu Verwandten aus Straubing und Veronika durfte zunächst bei ihnen leben. Diese schickten sie aber im Oktober 1753 ins Landshuter Heilig-Geist-Spital. Ein Jahr später riss sie von dort aus und durfte bei einer Frau Leutnant als Kindermagd leben und arbeiten.

Diese erwischte sie aber dabei, wie sie mit einem Messer an einer Wiege eines Kindes stand. Der Bürgermeister brachte sie daraufhin sofort zurück ins Spital. Veronika bat um Heilung von Besessenheit und gestand dem Bürgermeister, dass sie Hostienfrevel begangen hatte (Hostienfrevel ist, wenn man Hostien zerschneidet, um die Marter Jesu Christi bei der Kreuzigung zum Hohn nachzuvollziehen).

Im März 1755 wurde Veronika verhaftet und eingesperrt. Bei ihrer Befragung gestand sie einen Pakt mit dem Teufel und, dass sie um 3:00 Uhr nachts durch das Aufsagen eines Zauberspruches ein Gewitter verursacht hatte. Sie wurde dann mit 15 Jahren am 2. April 1756 als Hexe verbrannt. Die Hintergründe ihres Geständnisses liegen im Dunkeln, höchstwahrscheinlich geschah es aber – wie die meisten Bezeugungen – unter schlimmer Folter.

Übrigens: Im Band der Comic-Reihe „Landshuter Stadtgeschichte“ wird das Schicksal von Veronika Zerritsch in einem eigenen Kapitel aufgegriffen. Nähere Informationen findet ihr unter nachfolgendem Link: http://www.landshut.de/portal/kultur/aktuelle-kulturnachrichten/stadtcomic.html