Exklusiv: Projektvorstellung der Klassen 9d und 10c – Teil II

Die Klassen 9d und 10c nahmen im Rahmen ihres SpG-Unterrichts am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Gruppen teil. Herausgekommen sind insgesamt 10 tolle Produkte, u.a. Podcasts, zu ganz unterschiedlichen und brandaktuellen Themen. Wie gewohnt, findet ihr alle gängigen Beiträge auf unserem Blog auch in dieser Woche wieder, allerdings immer unter dem jeweiligen Wettbewerbsbeitrag, den wir eine Zeit lang ganz oben halten werden, damit er niemandem entgeht. Viel Spaß beim Anschauen und Anhören und herzlichen Dank an die beiden Klassen!

Weiter geht es diese Woche mit einem Podcast der Klasse 10c zum Thema „Entdemokratisierung Ungarns?“:

EXKLUSIV: Projektvorstellung der Klassen 9d und 10c – Teil I

Die Klassen 9d und 10c nahmen im Rahmen ihres SpG-Unterrichts am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Gruppen teil. Herausgekommen sind insgesamt 10 tolle Produkte, u.a. Podcasts, zu ganz unterschiedlichen und brandaktuellen Themen. Wie gewohnt, findet ihr alle gängigen Beiträge auf unserem Blog auch in dieser Woche wieder, allerdings immer unter dem jeweiligen Wettbewerbsbeitrag, den wir eine Zeit lang ganz oben halten werden, damit er niemandem entgeht. Viel Spaß beim Anschauen und Anhören und herzlichen Dank an die beiden Klassen!

Los geht es diese Woche mit einer illustrierten Info-Zeitung der Klasse 9d zum Thema „Cannabis-Legalisierung?“:

Unterwegs mit „Save the Beach Maldives“

Hallo, liebe Leserinnen und Leser, ich bin Alleyah Böttcher. Ihr kennt mich noch nicht, aber das wird jetzt mein erster Beitrag sein, also seid gespannt! 😉

Ich komme zur Hälfte von den Malediven, einem Land, das viele von euch vielleicht mit Urlaub und Paradies verbinden, doch in diesem Bericht wird es vor allem um eine der zahllosen Herausforderungen, die an diesen Inselstaat gestellt sind, gehen. Ich war in den Sommerferien dort und habe für euch ein Interview mit der Organisation Save the Beach Maldives (STB) gemacht.

Sicherlich werden viele von euch fragen, was diese Organisation nun eigentlich ist. Übersetzt lautet ihr Name „Rettet den Strand der Malediven“. Sie setzt sich für den Schutz der Umwelt ein, insbesondere die den Meeres und der Strände. Gegründet wurde diese NGO (Non Governmental Organisation) im Jahr 2007 von Hassan Ahmad (Beybe) und Thanzeela Naeem (Thanzy).

Der Geburtsort dieses Vereines ist die Insel Villingili (Villimalé), ein Eiland, das 1,5 km von der überbevölkerten Hauptstadt Malé (siehe Bild oben) entfernt liegt, und auch zu ihm gehört. Die Geschichte der Organisation begann, als Beybe mit 11 Jahren nach Villimalé zog. Die Insel war zuvor ein Resort, jedoch hatte sie sich zu einer Siedlungsinsel gewandelt, kurz bevor er mit seiner Familie dort hingezogen war. Damals war die Insel schon sehr umweltfreundlich, so ist es bis heute auch geblieben. Es dürfen z. B. nur elektrische Motorräder diese Insel befahren und es gibt eine Begrenzung der Anzahl von Fahrzeugen. Zudem existiert ein Gesetz, das besagt, dass nur die nötigsten Dieselverkehrsmittel erlaubt sind wie Krankenwagen, Polizeiautos oder Feuerwehrfahrzeuge. Der weiße Strand, der sich ringsum erstreckt, war von einer wunderschön türkisen Lagune umgeben, es war sozusagen eine jungfräuliche Insel.

Auf einmal fing der Staat an, einen Fährhafen anzulegen, dabei zerstörten die Veranwortlichen teilweise den Strand, und Beybe konnte nicht einfach zuschauen und nichts unternehmen. Bevor man einen Hafen bauen will, muss man eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen, auch genannt EIA (Aus dem Englischen: Environmental Impact Assessment), um den Schaden, der bei den Arbeiten entsteht, zu reduzieren. Tatsächlich wurde eine derartige Überprüfung vorgenommen , aber man hielt sich nicht an Vorgaben, der ganze Konzept war anders. Als Beybe dies herausgefunden hat, versuchte er, das Vorhaben aufzuhalten. Die Verantwortlichen sagten nur, er sei noch klein und solle warten, bis er erwachsen sei. Dazu kam noch, dass die Bewohner über ihn verärgert waren, denn sie dachten, der Hafen wäre etwas Gutes für sie, und dass Beybe diese Entwicklung nur unnötig stoppen wollte. Nachdem der Bau abgeschlossen war, machte der Staat deutlich, dass es ein paar Fähren von Malé vorübergehend geben würde – man behielt sie aber dauerhaft. Vermutlich beherbergt der Hafen weniger als 15 eigener Boote, der Rest besteht ausschließlich aus Wassertransportmitteln anderer Inseln.

Beybe und seine Freunde nannten ihre Organisation zur Zeit der Gründung Save the Beach Villingili. Nach einiger Zeit stellten sie aber fest, dass nicht nur ihre Insel, sondern vielmehr die ganzen Malediven von den o.g. Problemen betroffen waren – und nicht nur dort allein: Auf der ganzen Welt verschwinden natürliche Strände oder werden zugemüllt.

Wie vorher schon erwähnt, gehört Villingili zu Malé. Zusammen mit Hulhumalé, ergeben diese drei Inseln die Hauptstadt der Malediven, was man Greater Malé Area zu nennen pflegt. In diesem Bereich hat Villimalé den einzigen nicht künstlichen Strand, der Staat aber droht und ist gerade dabei, einen großen Teil der Küstenvegetation am Ostrand von Villingili abzuholzen, um ihn zu einer Reparaturwerft für Glasfaser und als Hafen für kleine Schiffe umzuwandeln. Beybe, Thanzy und viele andere Einwohner sind absolut dagegen und finden, man sollte den Einwohnern der Hauptstadt ihren letzten natürlichen Strand nicht wegnehmen.

In diesem Video erhaltet ihr einen kleinen Eindruck von der Arbeit der Organisation „Save the Beach Maldives“

Einmal pro Woche, manchmal aber auch öfter, organisiert Save the Beach Maldives einen sog. Beach Cleanups, im Rahmen dessen man am Strand sorgfältig den Müll aufsammelt – da können Freiwillige immer gerne mithelfen, hin und wieder gibt es auch einige Events. Auf dem Video oben sieht man Beybe und viele weitere, während er zusammen mit anderen Aktivisten auf einer Sandbank aufräumt. STB hat die ersten 40 öffentlichen Mülleimer auf Villimalé aufgestellt, leider schwimmt aber trotzdem unglaublich viel Abfall im Meer und liegt am Strand herum, wodurch Umwelt sehr großen Schaden nimmt.

Auf den Malediven gehört es zum Alltag, Fisch zu fangen, ihn vorbereiten und zu konsumieren. Wenn aber Fische und weitere Meerestiere den Müll fressen, der im Ozean schwimmt, ist es nicht nur für deren Gesundheit schlecht, sondern es wirkt sich auch auf den Menschen aus. Die Bewohner essen meist mindestens einmal pro Tag eine Mahlzeit, die Fisch enthält, und sollte dieser Fisch von dem Abfall vergiftet sein, besteht die Gefahr, dass sich der Mensch ebenfalls vergiftet. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, die Umwelt zu schützen. Zum Teil liegt dies auch in unserer Verantwortung, denn der Müll, der sich auf ihren Stränden wiederfindet, stammt nicht nur aus dem Inselstaat, sondern kommt meist aus weit oder weniger weit entfernten Ländern wie z. B. Singapur. Mancher Abfall stammt aber sogar aus Deutschland, das knapp 8000 km Luftlinie entfernt liegt. Betrachtet man die Meeresströmung, ist es ziemlich sicher, dass der Müll häufig einen viel weiteren Weg zurückgelegt hat, als man eigentlich meinen könnte. Laut Beybe fand man auch in Deutschland maledivischen Abfall, dieser wurde danach eine kurze Zeit lang zur Mahnung ausgestellt.

Hier sieht man einen der Strände in Villingili, kurz vor einem Beach Cleanup

Infolge des Klimawandels sterben unzählige, riesige Mengen an Korallen und Korallenriffen, die wegen der steigenden Temperaturen des Meeres ausbleichen. Save The Beach Maldives beschäftigt sich damit und hat ein Projekt gestartet. Worüber es in dieser Operation genau geht und viele weitere Dinge zum Thema „Korallen“, erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel.

Kundgebung „5 vor 12“ in München: Infos und Eindrücke

Vielleicht habt ihr im Vorfeld schon etwas von der Kundgebung „5 vor 12“ am 07.12.2022 in München am Königsplatz gehört. Auch unser Gymnasium war mit einer Abordnung, bestehend aus unserer Schulleiterin Frau Weger, Lehrkräften und über 30 Schülerinnen und Schülern aus den Klassenstufen 8-10 dabei. Wir berichten exklusiv für euch über die Hintergründe der Veranstaltung, die von Tausenden besucht wurde, und erklären, warum sie auch für jeden von euch von Bedeutung ist.

Im Kern ging es bei der Veranstaltung darum, auf ein Problem aufmerksam zu machen, das uns alle angeht. Während öffentliche und kommunale Schulen vom Staat finanziell „versorgt“ werden, müssen Schulen in freier Trägerschaft sehr viel Geld selbst aufbringen. Dieses Ungleichgewicht geht z. B. schon bei Schulbüchern los, die zwar staatlich bezuschusst werden, allerdings nicht in der nötigen Höhe, um die Kosten decken zu können. Auch die steigenden Energiekosten gehen aktuell (noch) zu Lasten der freien Schulen. Dass das nicht so bleiben darf und sich dringend etwas ändern muss, ohne dass das Schulgeld für alle erhöht wird, war das Anliegen der Veranstalter. Wir konnten nicht nur als private Schule dabei sein, sondern v.a. auch mit unserer Anwesenheit ein Zeichen setzen, dass auch wir von den o.g. Problemen betroffen sind und auf eine Verbesserung der Lage hoffen.

Neben musikalischen Einlagen, die für gute Stimmung sorgten und die Kälte etwas verscheuchten, erschienen auch Landtagsabgeordnete auf der großen Bühne. Sie machten deutlich, dass unser Anliegen verstanden und ernstgenommen wird. Das wünschen wir uns sehr, da wir Schüler an freien Schulen den gleichen Stellenwert verdienen wie solche, die öffentliche oder kommunale Schulen besuchen.

Mit dem Titel „5 vor 12“ sollte deutlich gemacht werden, dass es höchste Zeit ist, um etwas an der derzeitigen Situation zu ändern. Die nachfolgenden Videos liefern euch noch weitere kurze Eindrücke von der Kundgebung, auf der man auch einmal hautnah erleben konnte, was „politische Mitwirkung“ und „gesellschaftliche Teilhabe“ in der Praxis konkret bedeuten.

Zu musikalischen Einlagen konnte man sich bewegen und so die Kälte etwas verscheuchen.
Auf das Problem der steigenden Energiekosten für freie Schulen wurde besonders aufmerksam gemacht!

Schule und Gesellschaft nach der Corona-Welle

Ich glaube Corona ist ein großes und immer noch sehr aktuelles Thema, über das gerade in Deutschland und der ganzen Welt geredet wird. Ich meine, ich spreche doch für die meisten, wenn ich sage, dass Corona sehr viel verändert hat. Es gab auch unzählige Menschen, die Corona leider nicht so gut oder gar nicht überstanden haben und sogar ums Leben gekommen sind. Wir können froh sein, dass es uns nicht so ergangen ist.

Corona ist nun eine Krankheit, die sich sehr leicht und schnell verbreitet. Während der Corona-Welle gab es, wie ihr sicher alle wisst, leider über Monate hinweg Homeschooling. Manche sahen dies als Vorteil, andere wiederum als Nachteil. Es gab für eine gewisse Zeit eine Ausgangssperre ab 21:00 Uhr. Wenn man dann noch draußen war, konnte man mit sehr hohen Strafen rechnen. In Läden musste man erstmals eine OP-Maske tragen, dann wurde Corona schlimmer und die Bevölkerung sollte, oder besser gesagt durfte, nur noch mit einer FFP2-Maske raus. Was aber auch etwas traurig ist, war, dass sogar Kleinkinder ab 6 Jahren schon eine Maske tragen mussten, wenn zum Glück auch nur eine OP-Maske.

Als die Schule wieder anfing, mussten wir Schüler und Lehrer ALLE eine Maske tragen. Manche Lehrer tragen immer noch Masken zum Schutz aller. Die Schüler mussten jeden 2. Tag einen Corona-Schnelltest machen, aber dazu werde ich jetzt nicht ins Detail gehen. Wir können froh sein, dass die Corona-Regeln so gelockert wurden. Trotzdem kann man nie wirklich sicher genug sein. Es sollte allen klar sein, dass Corona (Covid-19) eine Krankheit ist, wahrscheinlich noch länger Teil unseres Lebens sein wird. Aber solange wir gut genug aufpassen, sollte uns nichts passieren. Ich habe einige Leute zur momentanen Situation gefragt, die Ergebnisse waren:

  • Ich freue mich, dass wieder Normalität in den Schulen herrscht
  • Verabschiedungen/Begrüßungen per Hand sind nur noch selten zu sehen
  • Man muss keinen Abstand mehr halten
  • Man kann andere mehr verstehen, weil man keine Masken mehr tragen MUSS

Ich bin deren Meinung, denn ich habe die Normalität vermisst, die hier vor Corona geherrscht hat.

Klinik-Clowns bedanken sich bei Seligenthaler Schülerinnen und Schülern

Die große Unterstützung der Aktion ‚Kinder laufen für Kinder‘ im Frühjahr durch die Kinder und Jugendlichen aller Seligenthaler Schulen machte eine stattliche Spende von 5500,- € für die Klinik-Clowns möglich.
Die Schülerinnen und Schüler waren nicht nur sportlich aktiv, sondern halfen auch tatkräftig bei der Organisation und Durchführung mit. Neben den Klinik-Clowns werden auch weiter Landshuter Einrichtungen unterstützt, die sich um Kinder kümmern. Eine Wiederholung des Events, bei dem mehrere Landshuter Schulen und Sportvereine kooperieren, ist für den Mai 2023 bereits fest eingeplant.

Alltagsheld durch Zivilcourage

Oft gibt es im Alltag Situationen, in denen jeder ein Alltagsheld sein kann, wenn beispielsweise eine Frau auf dem Volksfest belästigt wird. Aber obwohl es häufig mehrere Zeugen gibt, die helfen können, kommt niemand zur Hilfe. Warum aber wird nicht eingegriffen? Experten wie Psychologin Veronika Brandstätter oder Fachzeitschriften sind dieser Frage nachgegangen und haben Interessantes herausgefunden.

„Zivilcourage ist, wenn man sich für jemanden einsetzt, der von Dritten bedroht wird. Man zeigt Mut, indem man seine eigene Überzeugung vertritt auf die Gefahr hin, dass man verletzt werden könnte“, erklärt die Psychologin Veronika Brandstätter.  Jedoch stößt man auf Hindernisse, wenn es zu einer Notsituation kommt.

Wenn man wie im oben beschriebenen Beispiel Zeuge einer Notsituation werden würde, haben die meisten Angst, dass dies nur ein Streit zwischen einem Pärchen oder nur ein Spaß ist und dass man deswegen ausgelacht wird, weil man „überreagiert“ hat.

Frau Brandstätter meint, dass sie taugliche Alltagshelden daran erkennt, wenn diese spüren, ob die Würde des Menschen verletzt werde oder ob sie genug Selbstvertrauen haben, um soziale Verantwortung zu übernehmen. Selbst Kinder können über so ein Selbstbewusstsein verfügen, sagt die Fachfrau für Psychologie.

Die Expertin ist der Meinung, dass man selbst ein Alltagsheld sein kann, wenn man sich im Freundeskreis gegen rassistische Bemerkungen einsetzt.

Eine Fachzeitschrift die sich auf Psychologie und Hirnforschung spezialisiert hat, hat im Jahr 2012 eine Umfrage zu Erfahrungen mit Gewalt in der Öffentlichkeit durchgeführt. Von den 1000 Befragten wurden mehr Männer in der Öffentlichkeit angegriffen als Frauen. In konkreten Situationen wurden 18% mehr Frauen nicht geholfen als den Männern.

Den Meisten wurde jedoch durch verbales Einschreiten geholfen. Im Gegensatz dazu wurde den wenigsten mit einem Anruf bei der Polizei Hilfe geleistet.

Viele wollen wissen, wie man sich in solch einer Situation als Zeuge richtig verhält. Mit diesem Thema hat sich die Expertenzeitschrift ebenfalls beschäftigt. Zivilcourage beginnt, wenn man die Situation bemerkt und dies als Notfall eingestuft hat. Wenn man sich verantwortlich fühlt sollte man sein Handlungswissen aktivieren und eingreifen. Aber was ist das Handlungswissen eigentlich? Dieses Wissen kann in bestimmen Zivilcourage – Trainings erlernt werden und man verfügt danach über das nötige Know-How.

Zivilcourage ist in unserer heutigen Gesellschaft besonders deshalb wichtig, weil so vor allem die Gemeinschaft unter den Menschen gefördert wird. Aber Achtung: In Situationen, in denen gerade körperliche Gewalt schon sichtbar wird oder womöglich kurz davor ist, „auszubrechen“, sollte man lieber Hilfe holen und laut auf die Situation aufmerksam machen, damit man sich nicht unnötig selbst gefährdet und womöglich die Täter nicht noch weiter reizt.

Im nachfolgenden Video erfahrt ihr noch mehr über Zivilcourage und wie man sie in den eigenen Alltag integrieren kann.

Reihe „Nachhaltig leben“: Müll – ein globales Problem

Die Klasse 9b hat im Rahmen ihres SoG-Unterrichts ein Projekt auf die Beine gestellt. Es umfasst fachliche Artikel rund um den Themenbereich „Nachhaltig leben“. Artikel dazu erscheinen hier regelmäßig auf der Schülerzeitungsseite. Viel Spaß beim Lesen!

Müll – ein globales Problem

ein Artikel von Leonie Glatz, 9b

Überall sieht man zurzeit Einwegmasken herumliegen, ob auf der Straße, in kleinen Tümpeln, in Bäumen, überall, aber oft nicht in Mülleimern, wo sie eigentlich hingehören. Laut einer Schätzung fielen durch die aktuelle Corona-Lage zudem bis zu 8,4 Millionen Tonnen mehr Plastikmüll an. Aufgrund der Lockdowns kam es demnach auch zu viel mehr Haushaltsabfall, jedoch lag die Abfallmenge der Deutschen bereits vor der Pandemie mit 609 Kilogramm je Einwohner deutlich über dem EU-Durchschnitt, welcher 502 Kilogramm je Einwohner beträgt. Damit ist klar, dass die Deutschen ein Müllproblem haben, doch nicht nur Deutschland ist davon betroffen.                                                                          

Vor allem Industrieländer wie Europa und Nordamerika produzieren die größten Mengen Abfall, welcher oftmals ins Ausland verkauft wird. Der größte Abnehmer des deutschen Mülls ist Malaysia, dort nutzen sie unseren Plastikmüll, um neue Dinge herzustellen und diese weiterzuverkaufen. Jedoch stellten Umweltschützer fest, dass unser Müll oftmals nicht in neuen Produkten landet,was daran liegt, dass der Müll nicht richtig sortiert wurde, weswegen es ab dem 1. Januar nicht mehr erlaubt ist, unsortierten Müll weiterzuverkaufen. Doch was passiert mit dem übrigen Müll?

Oft wird er auf Deponien gelagert, diese setzen aber Methan, ein Treibhausgas, frei und können in den Boden und unser Grundwasser gelangen. Diese Treibhausgase verhindern die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche und das sorgt dafür, dass auf unserem Planeten 15°C statt eisiger Weltraumkälte herrschen. Jedoch führt der zusätzliche Ausstoß dieser Gase, die durch menschliche Aktivitäten erzeugt werden, zu einer Aufheizung des Klimas – die Folge ist der Klimawandel.

Eine andere Art, Müll schnell verschwinden zu lassen, ist die Müllverbrennung. Laut einer Studie von „Greenpeace“ gelangen durch die Schlote der Müllverbrennungsanalgen giftige Stoffe wie Treibhausgase und krebserzeugende Dioxine in die Atmosphäre. Diese schlechte Abfallwirtschaft wirkt sich auf unsere Ökosysteme und den Klimawandel aus. Oftmals gelangt Müll auch ins Meer, wo auch sogenannte Müllstrudel – das sind gigantische Müllinseln, die vor allem aus Plastik bestehen – im Ozean herumtreiben. Ein Teil des Mülles wird mit Abwässern über Flüsse ins Meer gespült, von Müllkippen an der Küste ins Wasser geweht oder von Badegästen achtlos am Strand liegen gelassen.

Ca. 3/4 des Mülls besteht aus Plastik, das sind ca. 4,8-12,7 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr. Die Zersetzung von Plastik kann von bis zu mehreren hundert bis zu tausenden Jahren dauern. Die Mikroplastikpartikel gelangen zudem auch in den Körper der Meerestiere und somit auch durch den Verzehr von Meerestieren in den menschlichen Organismus. Die daraus resultierenden Folgen sind bis jetzt jedoch noch nicht erforscht. Diese kleinen Partikel verstecken sich aber nicht nur in den Lebewesen, sondern auch z. B. in Kosmetikprodukten. Die Plastikteile können aber auch durch eine Verwechslung mit Nahrung von Tieren aufgenommen werden, die daran ersticken können. Sie erleiden außerdem dadurch tödliche Verstopfungen oder verhungern, da ihr Bauch mit Plastik gefüllt ist. Immer mehr Eissturmvögel, ca. 93 Prozent, werden mit Plastikteilen im Magen aufgefunden. Wenn es so weitergeht, schätzt man, dass bis 2050 jeder Meeresvogel Plastikteile im Magen haben wird. Oft verwechseln Meeressäuger und Fische Plastiktüten mit Nahrung oder verfangen sich in dem Müll und sterben qualvoll. Auch viele herrenlose Fischernetze, auch Geisternetze genannt, schwimmen im Meer herum und sind daher eine Gefahr für Meerestiere und schaden auch der Riffstruktur. Oft werden Sperrmüll, Bauschutt, Gartenabfälle, etc. illegalerweise im Wald entsorgt, da dadurch keine Gebühren anfallen. Die Folgen der Verschmutzung sind eine Zerquetschung der unter dem Abfall liegenden Pflanzen, wodurch keine neuen Pflanzen mehr entstehen können. Bio-Abfälle führen zudem zu einer Überdüngung der Pflanzen und können ins Grundwasser eindringen, dadurch entstehen Schadstoffe, die wir wieder aufnehmen. Außerdem stellt der Müll eine große Gefahr für die Waldtiere da, die darin hängen bleiben, ersticken, oder sich verletzen können. Auch unkontrollierte Verbrennungen setzen viele Schadstoffe frei und das Feuer kann schnell außer Kontrolle geraten.

Wie man sieht, bereitet uns der Müll eine Vielzahl an unterschiedlichen Problemen, deshalb sollte jeder auf seinen Konsum achten!

Quellen:

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article121373995/Die-Erde-steht-vor-ihrer-voelligen-Vermuellung.html

https://www.eea.europa.eu/de/signale/signale-2014/artikel/abfall-ein-problem-oder-eine-ressource

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/muell/muellentsorgung/index.html

https://www.wwf.de/themen-projekte/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-   plastikmuell#:~:text=Drei%20Viertel%20des%20M%C3%BClls%20im,Jahr%20zehntausende%20Tiere%20das%20Leben.

https://praxistipps.chip.de/muell-im-wald-das-sind-die-folgen_128055

https://www.spektrum.de/news/umweltverschmutzung-millionen-tonnen-muell-durch-corona/1946527

https://www.rnz.de/klaro_artikel,-muell-zu-verkaufen-_arid,607405.html

https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/opinions_layman/mercury-in-cfl/de/quecksilber-energiesparlampen/glossar/tuv/treibhausgas.htm

Lexikonartikel: Die Osterinsel

Sicherlich habt ihr schon mal von der Osterinsel, seinen berühmten Statuen und seiner außergewöhnlichen Abgeschiedenheit gehört. Doch wie sieht die Geschichte der Insel mit Ihren Ureinwohnern aus, die bis heute mit Ihren Moai-Statuen Forscher verblüffen?

Hier noch ein paar Fakten zur Osterinsel vorab:

  • Gehört politisch zu Chile
  • Liegt im Südosten des Pazifik
  • 7750 Menschen leben dort (2017)
  • Höchster Berg: Der Mount Terevaka mit 507m
  • Die Fläche beträgt 163,6 km²
  • Der größte Ort ist Hanga Roa

Zur Geschichte:

Generell sind die ersten Bewohner der Osterinsel schwierig zu bestimmen, aber man sagt, dass ca. 500 n. Chr. erste Siedler aus Polynesien auf die Insel kamen – die Rapanui. Sie ließen sich an der Küste nieder und lebten den Ahnenkult. Es entwickelte sich eine strenge stratifizierte Gesellschaft (Unterteilung in Schichten) mit strengen religiösen Geboten und 10 Stämmen, die unabhängig voneinander waren und die mit verschiedenen Teilen der Insel assoziiert waren, obwohl es keine definierte Grenzen gab. In jedem der Dörfer repräsentierte eine Kultstätte mit Moai-Statuen die Macht eines solchen Stammes.

Die Moai-Statuen

Es bevölkern knapp 900 solcher Statuen die Insel. Dabei gibt es drei Konstruktionstypen: klein, kompakt oder hoch mit feiner Ausgestaltung. Sie bestehen aus Vulkangestein von einem der drei Vulkane auf der Insel: Man hat sie vom Stein in der fertigen Form abgetrennt und dann den Hang hinabgleiten lassen. Bis heute kann man noch unfertige Statuen besichtigen. Theorien besagen, dass die Moai-Statuen Schutzmächte oder Geister der Ahnen darstellen sollen. Sie wachen über die Bewohner eines Dorfes oder Clans. Doch irgendwann übertrieben es die Clanchefs mit Ihren Figuren und eine katastrophale Entwicklung begann.

Die große Wende

Gegen 1350 entstanden kriegerische Konflikte und die einzelnen Stämme stürzten sogar gegenseitig ihre Statuen um. Doch wie kam es zu dazu?

Da für den Transport der Moai Wald abgeholzt werden musste und sie immer mehr abholzten, waren sie buchstäblich auf der Insel gefangen, weil sie kein Holz mehr (z. B für Boote) hatten. Als Folge des Nahrungsmangels gingen die Inselbewohner zum Kannibalismus über, d. h sie aßen Menschenfleisch, aber nicht aus religiösen oder rituellen Gründen, sondern weil es ihnen auch schmeckte. Mit dieser Veränderung wurde dann der Vogelmannkult mit ihrem Vogelgott Make Make eingeführt. Um ihn zu ehren, fand ein Wettbewerb statt, im Rahmen dessen man knapp 2 km zu einer Insel namens Mata Nui über den Ozean schwimmen und dabei ein von einer Seeschwalbe gelegtes Ei entwenden musste, um es dann unversehrt wieder zurück zur Insel zu bringen. Dabei schickte jeder Clan ein Vertreter. Nicht wenige Rapanui sterben bei diesem Wettkampf. Das Clanoberhaupt des Siegers wurde für ein Jahr zum Vogelmann erklärt, der auch der heilige Schiedsrichter bei Konflikten zwischen den Clans war. Auch hatte der Stamm dann die Verfügungsgewalt über die knappen Lebensmittel inne. Der Vogelmannkult war somit eine einfallsreiche Erfindung, kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden und diese auf die Ebene eines spielerischen Wettkampfes zu bringen.

Lange Zeit gab es auf der Insel wohl keine besonderen Vorkommnisse, als sie dann 1722 am Ostersonntag von einem Niederländer entdeckt wurde und sie zur Osterinsel wurde. Zwar gab es davor einen Piraten, der zuvor bereits die Osterinsel entdeckte, doch er landete nicht darauf.

Die katastrophale Entwicklung

Peruanische Menschenhändler verschleppten 1862 ca. 1400 Einheimische nach Peru, um sie dort auf Zuckerrohrplantagen und Minen arbeiten zu lassen. Nach Protesten durften die Überlebenden zurückkehren, mit dem Effekt, dass sie Krankheiten wie Pocken auf die Insel brachten. Gegen 1880 waren dann nur 111 Rapanui am Leben. Acht Jahre später hat sich Chile im Krieg gegen Peru und Bolivien durchgesetzt und die Insel annektiert. Doch nach kurzer Zeit verpachtete Chile die Osterinsel an eine britische Wollgesellschaft, die bis 1953 blieb. Als Folge verödete der Boden, die Steine der archäologischen Stätten wurden zum Bau von Zäunen verwendet.

Aktuell hat die Osterinsel eine eigene Verwaltung und seit 1990 herrscht dort auch eine Demokratie. Die Situation hat sich in den letzten 30 Jahren stark verbessert und die Menschen leben alle in Frieden. Vor allem bei den Chilenen ist die Osterinsel sehr beliebt und Jahr für Jahr kommen immer mehr Touristen auf die Insel.

Reihe „Nachhaltig leben“:

Die Klasse 9b hat im Rahmen ihres SoG-Unterrichts ein Projekt auf die Beine gestellt. Es umfasst fachliche Artikel rund um den Themenbereich „Nachhaltig leben“. Artikel dazu erscheinen hier regelmäßig auf der Schülerzeitungsseite. Viel Spaß beim Lesen!

Die wirtschaftliche Entwicklung der BRD in den letzten 50 Jahren

ein Artikel von Gabriel Fuchs, 9b

Als wirtschaftliche Entwicklung eines Landes wird die langfristige Vermehrung der realen Produktionsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft verstanden. Der Wachstumsbegriff bezieht sich also auf ein Potential, nicht auf dessen Verwirklichung.

Nach den 50er und 60er Jahren, in denen es ein sehr ein schnelles Wirtschaftswachstum gab, ist zu Beginn der 70er Jahre wieder eine Verlangsamung von diesem Wirtschaftswachstum zu erkennen. In Deutschland gibt es seit den 1970er Jahren ein sehr unstetes Wachstum, das von einigen Auf- und Abstiegen geprägt ist.

Die deutsche Wiedervereinigung in den Jahren 1989 und 1990 hatte natürlich Folgen. Zum einen hatten einige ostdeutsche Firmen keine Chance gegen westdeutsche Firmen. Hinzu kommt die Währungsunion vom 1. Juli 1990, welche der ostdeutschen Wirtschaft kaum Überlebenschancen gab. Der sogenannte „Aufbau Ost“ sowie der ostdeutsche Konsum wurden durch Transfer aus dem Westen finanziert und zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung hatte sich die ostdeutsche Wirtschaft erholt und ist auf einigen Gebieten konkurrenzfähig geworden. Wegen dieses Transfers haben sich die Pro-Kopf-Einkommen im Osten Deutschlands dem Niveau von Westdeutschland angenähert.

Ähnlich wichtig wie der Lebenswandel in der alten Bundesrepublik und der im Osten Deutschlands, ist der Strukturwandel. Die seit den 1950er-Jahren zunächst gleichbleibende Bedeutung des primären Sektors, was die Gewinnung von Rohstoffen in Deutschland meint, wandelt sich dahingehend, dass der Anteil der Landwirtschaft in den 50er Jahren bei den Erwerbstätigen bei 25% lag, heutzutage jedoch nur noch einen Anteil von unter 2% hat. Dennoch wächst die Landwirtschaft seit den 1950er Jahren schneller als die Industrie.

Der Sieger des Strukturwandels war eindeutig der Dienstleistungssektor oder auch tertiärer Sektor genannt, mit einem Anteil von 73% Beschäftigten im Jahr 2009. Zum Beispiel betrug der Anteil der Beschäftigten im Jahr 1950 nur 32,5%.

Auch die Entwicklungen im Arbeitsmarkt, welche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hatten, hat sich grundlegend gewandelt. Während im Jahr 1950 die Arbeitslosigkeit 11% betrug, waren es im Jahr 1962 nur noch 3%. Doch ab Mitte der 70er Jahre gibt es einen ständigen und unvermeidlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Außerdem gab es auch einige Tiefpunkte in der deutschen Wirtschaft. Zum Beispiel in den Jahren 1975, 1982 oder 2003. Ein sehr gravierender Einbruch vollzog sich im Jahr 2009, als das reale Bruttoinlandsprodukt, welches den Wert aller Güter und Dienstleistungen in einem Land angibt und bei dem Ursachen, wie zum Beispiel Inflation, berücksichtigt werden, um 5% schrumpfte. Verantwortlich dafür war eine globale Finanzkrise.

Aber auch aktuell hat die Corona-Pandemie einen großen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft und so gab es schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 einen Einbruch des realen Bruttoinlandproduktes von knapp 10%. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die allgemeine Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr von der jeweiligen Situation abhängig war und sich immer wieder ändern kann.

Quellen:

Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland | bpb

Coronavirus beherrscht die deutsche Wirtschaft – Wirtschaftsdienst

Nominales und reales BIP: Bruttoinlandsprodukt · [mit Video] (studyflix.de)

Wirtschaftswachstum – Wirtschaftliche Entwicklung seit 1800 – Definitionen (uni-muenster.de)

Bruttoinlandsprodukt (BIP) – Statistisches Bundesamt (destatis.de)