Fridays for Future in Landshut – Ein Interview

Fridays for Future in Landshut – Ein Interview mit Anschana Schröfl, 10b

Was hat dich motiviert bei FFF mitzumachen und dich zu engagieren? 

Umwelt- und Klimaschutz war für mich schon länger ein Thema. Aufgerüttelt wurde ich vor allem dadurch, dass ziemlich einprägsame Bilder und Videos im Internet kursierten. Also begann ich mich beim LBV (Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V.) zu engagieren, auch bei ein paar Aktionen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) war ich dabei. Auf FFF (Fridays for Future) wurde ich aufmerksam, als ich erstmals mitbekam, dass Demonstrationen und verschiedene Aktionen auch außerhalb der Schulzeit stattfinden und wollte die Bewegung dann näher kennenlernen. Und ich bin absolut nicht enttäuscht worden.

Was sind die weiteren Pläne von FFF in Landshut? 

Natürlich weiter streiken und so viele Menschen wie möglich, darunter auch Lokalpolitiker, auf die Klimakrise aufmerksam machen. Am 29.11 findet die nächste Großdemo statt.

Am 20.09 waren gerade mal 600 Leute da, weniger als 1% der Bevölkerung von Landshut.

Und trotzdem sind das gute Zahlen für eine Stadt wie Landshut und die bisher größte FFF-Demo, was ein riesiger Erfolg ist. Es war wirklich überwältigend, wie viele gekommen sind.

Ist das nicht zum Schreien, weil es entmutigt? 

Natürlich fühlt man sich manchmal hilflos, weil ein Teil der Bevölkerung auch sehr ignorant sein kann oder sich zu passiv verhält. Klimaschutz ist in unserer Gesellschaft sowieso schon ein großes Thema und es wird lebhaft darüber diskutiert. Da stellt sich natürlich die Frage, warum teilweise von Einzelnen und der Politik zu langsam oder nur halbherzig gehandelt wird und wurde. Andererseits ist schon so viel erreicht worden. Zum einen von den Organisatoren von FFF Landshut, zum anderen aber auch von der Bewegung allgemein. Es ist wirklich ungewöhnlich und eine große Leistung von allen, dass eine Schülerbewegung so aktiv ist und so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Sind bei FFF nur Gymnasiasten dabei? Wie sieht es mit Mittel-, Real- und Berufsschülern aus?

Es sind tatsächlich etwas mehr Gymnasiasten dabei, aber natürlich sind auch Schüler*innen anderer Schularten mit von Partie. Danach wird untereinander nicht unterschieden. Berufsschüler*innen haben es meistens schwerer zu streiken und sind deshalb in den Ferien öfter vertreten. Übrigens sind auch Erwachsene, z.B. Eltern oder Lehrer willkommen.

Was ist deine Meinung dazu, dass Frau Weger, die Schuldirektorin vom Gymnasium Seligenthal, den Wandertag unter dem Motto „klimaneutral“ gestellt hat (nur höchstens Benutzung von öffentlichem Nahverkehr, Klimaworkshop und „Freigang“ zur FFF-Demo)?

Ich habe mich richtig gefreut, da ich nicht damit gerechnet hätte, am Großstreik zum 20.09. teilnehmen zu können und nun doch dazu gekommen bin. Auch habe ich nicht mitbekommen, dass jemandem der Tag deshalb weniger Spaß gemacht hat als ein normaler Wandertag. Dadurch wurden wir auch alle nochmal sensibilisiert und konnten uns mit dem Thema auseinandersetzen, wenn wir wollten. So habe ich beispielsweise eine sehr interessante Diskussion mit Sandro Ebner über die Marktwirtschaft geführt.

Wie ist deiner Meinung nach „Umweltschutz“ bei Jugendlichen ein Thema? 

Immer öfter bekomme ich Gespräche rund um das Thema mit und das freut mich natürlich. Auch auf Instagram wird vermehrt darüber gepostet. Anscheinend machen sich mehr Jugendliche ernsthaft Gedanken und wissen besser über die Konsequenzen ihrer Handlungen Bescheid. Viele entscheiden sich dann viel bewusster: Mir fällt auf, dass ich mehr junge Fahrradfahrer oder nachhaltige Einkäufe sehe. Zusätzlich haben sich viele dazu entschieden, vegetarisch zu leben oder Fleisch bewusster zu konsumieren.

Umweltschule Seligenthal: Was läuft schon gut? Was könnte besser laufen? 

Vor allem den Trinkwasserbrunnen finde ich eine tolle Idee. Auch trennen wir den Müll in den Klassenzimmer und laufen gelassene Wasserhähne habe ich noch nie erlebt. Neuerungen in unserer Mensa sind aber notwendig. Es ist hier noch zu wenig auf kompostierbare Stoffe gesetzt worden, z. B. sind Drinks, Salate und Joghurts noch unnötigerweise in Plastik eingepackt. Auch manchen Schülern und Lehrern ist dies aufgefallen, habe ich mitbekommen. Generell sind die Heftumschläge, welche aus gefärbtem Plastik bestehen, auch ein Problem. Hier könnten die Lehrer noch mehr Schüler aufmerksam machen. Seligenthal ist ein Vorzeigeprojekt und sollte daher die Umsetzung an den genannten Punkten vorantreiben. Es ist aber auch überhaupt nicht so, dass die Schule ihren Namen ohne Grund trägt. Immerhin hat sie einige Produkte in der Mensa gegen Maisstärke ausgetauscht, es sind aber einfach noch zu wenig.

Welche Hoffnung treibt dich an? 

Die Hoffnung für uns alle auf ein Leben, das nicht auf Kosten der Umwelt oder auf dem Rücken von anderen Menschen geführt werden muss, und das trotz der Überbevölkerung und trotz einer Wirtschaft, die auf Wachstum ausgelegt ist. Die Hoffnung, dass wir nicht mehr den Lebensraum von uns selbst und von Abermillionen Tieren zerstören!

Was möchtest du den Leserinnen und Leser abschließend mitgeben/an das Herz legen? 

Bleibt immer kritisch, was scheinbar klimafreundliche Produkte und Erfindungen angeht, und macht euch im Zweifel lieber selbst ein Bild. Und bitte, wenn ihr euch dazu entscheiden wollt, etwas für die Umwelt zu tun, macht es aus eurer eigenen Überzeugung und nicht, weil es gerade im Trend liegt. Wenn es um Klimaschutz geht, kann man im Kleinen anfangen und findet immer wieder etwas, was man verbessern kann.

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Anschana Schröfl und Sandro Ebner sind Schüler der Klasse 10b in Seligenthal, die sich besonders engagiert bei den Workshops zur „Schöpfungsverantwortung/Klimakrise“ am klimaneutralen Wandertag am 20.9.2019 beteiligt haben und sich weiterhin für dieses Thema stark einsetzen. Dieses Interview führte Herr Krippner.

Vertonung der Landshuter Stolpersteine: Teil 1

An einem verregneten Dienstagnachmittag im November 2016 machte sich eine kleine Gruppe von Q11 Schülern des Gymnasiums Seligenthal daran, die Stolpersteine der Stadt Landshut zu erkunden und mehr über die Biographien der hier wohnhaften Juden zu erfahren, die während Hitlers Schreckensherrschaft in Landshut ausgegrenzt, gedemütigt, in den Tod getrieben oder in den Tod deportiert wurden. Gerade hatte man gemeinsam die Arbeit im P-Seminar „Audioguides zu den Landshuter Stolpersteinen“ begonnen und jeder war gespannt, was ein ausgewiesener Experte über das Thema zu sagen haben würde und wo man – ganz getreu der Idee des Künstlers Gunter Demnig – über die Schicksale der Menschen stolpern würde.

Im April 2017 verlieh die Stiftung Zuhören, im Rahmen ihres bundesweiten Wettbewerbs tat:funk, dem P -Seminar des Gymnasiums Seligenthal den „Sonderpreis der Jury“.

EINLEITUNG:

Ort: Seligenthaler Straße 60
Autoren: Sarah Lichtmannecker, Daniel Römer
Sprecher: Sarah Lichtmannecker (Sprecher 1), Daniel Römer (Sprecher 2)
Interviewpartner: Passanten in Landshut

Der Beitrag soll neugierig machen, wichtige Fragen aufwerfen und zum Weiterhören anregen. Passanten werden zu den Stolpersteinen befragt und das Schicksal der Ansbachers exemplarisch für das Leben der Landshuter Juden angeschnitten. Umrahmt wird das Intro von selbst eingespielter Musik, die in verschiedenen Variationen auch die anderen Audiobeiträge durchziehen wird.

Pieper Magazin exklusiv: Volksentscheide bundesweit?

Sehr geehrte Leser des Piepermagazins,

in diesem Leserbrief greife ich das durchaus umstrittene Thema der bundesweiten Volksentscheide auf, um das eigenständige Denken so vieler Leser wie möglich anzuregen. Auf dieses Thema kam ich durch ein Plakat mit der Aufschrift „Jetzt ist die Zeit. Volksentscheid. Bundesweit.“

Meine Person steht diesem Vorschlag sehr positiv gegenüber, denn ich als Schüler des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums besitze zu dieser Thematik eine stark fundierte Meinung, die ich nun schildern werde.

Der erste Punkt besteht darin, dass die Politikverdrossenheit in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wie v. A. an den Beteiligungen an den Bundestagswahlen ersichtlich ist. Diesem kritischen Prozedere könnten bundesweite Volksentscheide entgegenwirken, weil die Möglichkeit, wirklich aktiv an konkreten Entscheidungsprozessen teilzunehmen und nicht lediglich Repräsentanten zu wählen, denen man für vier Jahr vollstes Vertrauen schenken muss, auch die Bereitschaft der Menschen sich in politischen Themen weiterzubilden erhöhen würde.

Ein weiterer signifikanter Aspekt, der wahrscheinlich sogar Wichtigste, ist, dass der Bundestag immer wieder Entscheidungen gegen die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung getroffen hat. Zwei bekannte Beispiele hierfür sind zum einen der Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan ab 2001 sowie die Einführung der umstrittenen Sozialreform Agenda 2010. So etwas kann geschehen, weil man einem Abgeordneten bzw. einer Partei seine Stimme am Wahltag gibt. Es ist aber schlicht und einfach nicht möglich, dass zwei Menschen über vier Jahre hinweg bei allen Themen die gleichen Ansichten besitzen. Somit kann man in der indirekten Demokratie nicht mit Gewissheit behaupten, dass die eigene Meinung immer so einfließt in politische Diskurse, wie man es persönlich gern hätte. Das wäre lediglich in einer direkten Demokratie mit bundesweiten Volksentscheiden möglich.

Zum Schluss möchte ich noch kurz das beliebte Argument der Gegner beleuchten, dass der Otto-Normalverbraucher sich nicht mit komplexen politischen Themen auseinandersetzen kann. Das wäre jedoch für einen Volksentscheid wichtig. Denn aktuell traut man den Menschen hier sogar zu, dass sie eine neue Verfassung, eines der grundlegendsten Organe der Demokratie, per Volksentscheid verabschieden dürfen, oder auch eben nicht. Wenn man einem Menschen das Bestimmen über die wahrscheinlich umfassendste und komplexeste Sammlung an Grundrechten und –pflichten überlässt, dann kann man ihm auch so gut wie jede andere politische Entscheidung zutrauen.

Hoffentlich konnte ich hiermit einige Menschen zum Nachdenken anregen.

Matthew König, 10b

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Lexikonarktikel: Der Nahostkonflikt

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Immer wieder hören wir in den Nachrichten von Problemen zwischen Palästina und Israel und verlieren den Überblick über die vielen schlimmen Ereignisse wie Attentate und Bombenanschläge. Wir sehen Bilder von Krieg und Zerstörung, doch warum haben diese beiden Länder überhaupt Streit und wo liegt der Ursprung ihrer Feindschaft?

Um den Ursprung des Konflikts zu erfassen, muss man weit in der Geschichte zurückreisen, nämlich in das Jahr 70 n. Chr. Damals brach ein Krieg zwischen Römern und Juden aus, bei dem viele Juden ihr Leben ließen. Als die Römer schließlich siegten, versklavten sie das besiegte Volk und vertrieben es aus Rom. Außerdem zerstörten die  Sieger den religiösen Mittelpunkt der Juden, den heiligen Tempel, von dem heute nur noch die Klagemauer vorhanden ist. Seit der Vertreibung durch die Römer haben die Juden kein eigenes Land mehr, in dem sie als ein Volk hätten leben können. Sie sind nun zerstreut in viele verschiedene Länder der Welt und v.a. über den europäischen Kontinent. Das Phänomen der Vertreibung nennt man Diaspora und diese wiederholte sich in der Geschichte mehrmals. Die Juden hatten es in keinem der Länder, in die sie flohen, leicht. So führte u.a. der für andere Völker fremde jüdische Glaube zu Konflikten – auch im Mittelalter. Dort wurde z. B. eine Trennung von Juden und Christen gefordert. Erste Ghettos (abgetrennte Wohngebiete nur für Juden) wurden eingerichtet.

Als die Pest ausbrach, schob man die Schuld – freilich völlig zu Unrecht – auf die Juden, schließlich brauchte man einen Sündenbock. Und abermals kam es zu judenfeindlichen Ausschreitungen. Dass man hierbei die Schuld auf die Juden schob, lag auch an der Eifersucht. Denn Juden waren oftmals gut gebildete, intelligente Geschäftsleute, so zogen sie sich oft den Neid der meist ärmlichen Bevölkerung auf sich. In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass die Juden im Mittelalter in der Regel nicht dem Zinsverbot unterlagen, d.h. sie durften erwerbsmäßig – im Gegensatz zu Christen – Geld verleihen und konnten sich demenstprechend auch Reichtum und Wohlstand erwirtschaften.

Glaubenskonfltike und Eifersucht waren oftmals der Grund für die Diskriminierung, doch als der Antisemitismus am Ende des 19 .Jahrhunderts ungeahnte Ausmaße annahm, wurde der Judenhass immer größer  – und enstprechend in breiten Gesellschaftsschichten salonfähig. Antisemistismus bezeichnet den seit über 2000 Jahren bestehenden Judenhass, der mit der Zeit auch rassisch begründet wurde und immer wieder zur Bekämpfung der Juden aufrief oder in ihr mündete. Selbst wenn ein Jude z. B. zum Christentum konvertierte, war er nicht „gleichwertig“, da er schließlich „in das Judentum hineingeboren“ wurde. Hitlers Antisemitismus setzte sich letztlich im letzten Jahrhundert die Bekämpfung, gar Ausrottung der Juden zum Ziel, und wurde maßgeblicher Teil des Parteiprogramms der NSDAP (Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands). Dieser Wahn gipfelte schließlich im Holocaust, der systematischen Vernichtung von Millionen von Juden. Es ist eines der schrecklichsten Verbrechen, das jemals auf der Welt geschah.

Nach all diesen grauenhaften Ereignissen wollten viele Juden verständlicherweise nicht mehr in Deutschland leben. Auch in anderen Ländern wollten die Juden keine staatenlose Minderheit mehr sein, aus Angst, dass noch einmal etwas derartig Schlimmes geschehen könnte. Sie wünschten sich einen eigenen Staat zurück, in dem Land, in dem sie früher lebten, Palästina.

Palästina war zu dieser Zeit, nach dem Zweiten Weltkrieg, übrigens noch eine britische Kolonie, deren Regierung ebenfalls von Großbritannien verwaltet wurde. Diese gestattete es den hunderttausenden Juden, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat suchten, zu immigrieren. Allerdings hatten sich dort schon längst Araber, jetzt Palästinenser, aus umliegenden Ländern angesiedelt und das Land zu ihrem Zuhause gemacht. Demenstprechend war es nicht unumstritten, als die Vereinten Nationen (UN) Palästina, auf der einen Seite für die immigrierten Juden und auf der anderen Seite für die arabischen Einwohner, in zwei Hälften teilte.

Als die Briten am 14. Mai 1948 ihre Herrschaft über das neu geteilte Land aufgaben, hatten die Juden zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen eigenen Staat: Israel. Doch schon bald griffen u.a. die Palästinenser Israel an. Israel schaffte es zwar, auf Grund seiner großen Motivaton, die neue Heimat zu verteidigen, und wegen der Verfügbarkeit moderner Waffen, diesen Krieg zu gewinnen. Doch der Friede währte nicht lange. Da Israel die vereinbarte Linie, die Grenze zwischen den beiden Ländern, überschritten hatte, folgten zahlreiche weitere Kriege. Der Konflikt dauert bis heute. Israel behielt stets die Oberhand und schaffte es sogar, sein Territoritum zu vergrößern. Auch eine Sperranlage zum Schutz vor den Angriffen der Palästinenser wurde errichtet, Grenzüberschreitungen und territoriale Ausdehnungen bergen in diesen Tagen verstärktes Konfliktpotential. Eine Mauer nahm und nimmt den Palästinensern weitere Teile ihres Gebietes. So kommt es auch immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen und Terroranschlägen, deren Beendigung derzeit nicht in Sicht ist.

Religionen aus aller Welt: der Buddhismus

Der Buddhismus ist eine Religion, genau wie das Christentum, der Islam oder das Judentum. Allerdings gibt es wesentliche Unterschiede, wie zum Beispiel dass das Christentum oder Judentum eine Glaubensreligion ist, während wir, wenn wir vom Hinduismus oder eben vom Buddhismus, von einer Erfahrungsreligion sprechen. Auch gibt es im Buddhismus keinen richtigen Gott, wie etwa im Christentum, und es existiert auch kein Paradies nach dem Tod. Nein, im Buddhismus gibt es nach dem Tod nur „Nichts“. Es ist nur nicht dieses „Nichts“, was wir eher als traurige Leere bezeichnen würden, würden wir nicht an den „Himmel“ glauben. Doch dazu später noch mehr!

Die Geschichte des Buddhismus

Der Buddhismus ist die Lehre von Siddharta Gautama, einem Hindu, der vor etwa 2500 Jahren lebte. Siddahrta soll als reicher Fürstensohn bis zu seinem 29. Lebensjahr ein  Leben in unglaublichem Luxus geführt haben. Doch als er mehrmals auf Spaziergängen die Unzufriedenheit der Armen und Schwachen wie auch der Reichen und Verwöhnten Menschen erkennt, macht ihn das sehr nachdenklich und er beschließt etwas gegen die Unzufriedenheit der Menschen zu tun. In der Meditation fand er nach buddhistischem Glauben einen Weg, sich von allem Leid zu befreien. Er führte ein bescheidenes Leben, bescherte seinen Mitmenschen nur Freude und Gutes und betrachtete alle Menschen und Dinge, ohne sie in irgendeiner Form zu bewerten. Das führte ihn zur wahren Erkenntnis aller Dinge. Damit war er der Buddha. Buddha heißt „der Erleuchtete“.

Was predigte Buddah seinen Anhängern?

Was Buddha seinen Zuhörern erzählt, klingt für viele Europäer bis heute seltsam. Denn einige Dinge, die im Christentum oder im Islam selbstverständlich sind, fehlen: Es gibt kein Paradies. Ja, es gibt nicht einmal einen allmächtigen Gott! Dafür spielt in Buddhas Lehre das Leiden eine große Rolle: alles Leben ist Leiden, lehrt er – denn es besteht aus Krankheit, Unglück und Schmerz. Buddhisten glauben außerdem an das Leben nach dem Tod, auch wenn es kein Paradies gibt. Ist das Leiden eines Buddhisten also für immer und unausweichlich? Nein, es gibt natürlich Methoden, sein Schicksal zu verbessern, z. B. indem man sich an folgende Regeln hält.

Stilisierte Buddha-Figur

Die fünf sittlichen Geboten eines jeden Buddhisten sind:

  1. Töte keine Lebewesen, weder Menschen, Tiere noch Pflanzen.
  2. Nimm nicht, was dir nicht zusteht, also stiehl nicht.
  3. Sei nicht unkeusch.
  4. Sprich nicht die Unwahrheit, verletze andere nicht durch Worte und führe keine sinnlosen Gespräche.
  5. Nimm keine berauschenden Mittel wie Alkohol oder Drogen, damit Geist und Verstand klar sind.

Wenn sich ein Buddhist an diese Gebote hält, stehen die Chancen für ihn gut, dass er im nächsten Leben beispielsweise nicht als Kamel, sondern als reicher Fürst wiedergeboren wird. Doch gibt es auch einen Weg, diesem ewigen Leiden (der Wiedergeburt) für immer auszuweichen?

Ja, da gibt es tatsächlich etwas und zwar den sogenannten „Edlen achtfachen Pfad der Erkenntnis“. Wenn es einem Buddhisten gelingt, sich an alle im edlen achtfachen Pfad der Erkenntnis verfassten Lebensregeln, neben den fünf sittlichen Geboten eines jeden Buddhisten, zu halten, wird er nach buddhistischem Glauben von seinem ewigen Leid befreit und erleuchtet, also ein Buddha. Er darf nun nach seinem Leben in der Mitte von Armut und Luxus, wie es Siddharta Gautama predigte, ins sogenannte Nirvana. Sein Geist muss deshalb nicht wieder auf die Erde zurückkehren. Während viele Christen auf ein Leben nach dem Tod im Himmel  hoffen, ist es für einen Buddhisten am besten nach dem Tod ins Nichts (Nirvana) zu kommen und erlöst, gleichzeitig erleuchtet, zu sein.

Dies sind die Regeln des Achtfachen Pfades der Erkenntnis:

  1. Bemühe dich um Weisheit und verhalte dich immer richtig.
  2. Sei gelassen und friedfertig.
  3. Lüge niemals.
  4. Tue keinem Lebewesen Böses und stiehl nicht.
  5. Schade niemandem und zerstöre nicht die Natur.
  6. Gib dir Mühe und erfülle deine Pflichten, auch in der Religion.
  7. Sei achtsam, denke und handle stets besonnen.
  8. Konzentriere dich, denke nach und meditiere.

Wie wird man Buddhist?

Es ist nicht möglich durch Taufe oder Salbung Buddhist zu werden. Es gibt nur eine wichtige Voraussetzung, nähmlich die grundlegenden buddhistischen Überzeugungen zu verstehen. Das soll helfen, sich zu entscheiden, ob der Buddhismus die richtige Religion für einen ist. Dann kann man den Buddhismus praktizieren und an jahrhundertealten Traditionen teilnehmen.

Thailändische Buddhisten beim rituellen Gebet

Buddhistische Tempel

Der buddhistische Tempel ist ein Ort, der die so genannten Drei Schätze, das heißt Buddha, Dahrma und Sangha, vereint. Buddhistische Tempel unterscheiden sich baulich nach Region und umfassen einen Gebäudekomplex einschließlich Gelände. Im Zentrum befindet sich ein Heiligtum (Stupa oder Kultblid des Buddah). Tempel dienen häufig als Kloster buddhistischer Mönche.

Buddhistische Symbole

Im Folgenden habe ich für euch einige der wichtigsten buddhistischen Symbole aufgelistet und sie kurz beschrieben.

Das Yin und Yang: Dieses setzt sich aus zwei Begriffen der chinesischen Philosophie, insbesondere des Daoismus zusammen. Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung und wird als Chinas eigene und authentische  Religion angesehen. Die beiden Begriffe stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien. Ein weit verbreitetes Symbol des Prinzips ist das Taijitu, in dem das weiße Yang (hell, hart, heiß, männlich, aktiv, Bewegung) und das schwarze Yin (dunkel, weich, kalt, weiblich, passiv, Ruhe) gegenüberstehend dargestellt werden.

Der Sonnenschirm: Er kann Schutz vor Regen und Sonne, aber auch vor Leiden und bösen Kräften bieten.

Die zwei goldenen Fische: Sie sind neben Glück, Reichtum, Mut und Furchtlosigkeit auch ein Symbol für die beiden Flüsse Ganges und Yamuna.

Die Lotusblüte: Sie soll die gesamte Natur der Menschheit repräsentieren und wurde in vielen Lehren des Buddhismus verwendet.

  • Eine weiße Lotusblüte steht für mentale und spirituelle  Reinheit.
  • Eine pinke Lotusblüte steht für den traditionellen Buddah, während purpur für die Mystik steht.
  • Die rote Lotusblüte steht für Liebe und Mitgefühl.
  • Die blaue Lotusblüte steht für Weisheit.

Der Lotus repräsentiert dabei, wie wir unser Leiden überwinden, Klarheit, Schönheit und die Erleuchtung erreichen.

Das Banner des Sieges: der Dämon Mara stellt im Buddhismus Stolz, Lust und Leidenschaft dar. Das „Banner des Sieges“ repräsentiert, wie Buddha den Dämon besiegte – und soll daran erinnern, dass wir unseren Stolz und unsere Leidenschaft überwinden müssen, um erleuchtet zu werden.

Die Vase: Sie steht im Buddhismus für übermäßigen Reichtum, Wohlstand und Gesundheit, da man eine Vase mit den unterschiedlichsten Dinge befüllen kann, die mit der Erleuchtung einhergehen können.

Das Dharma Rad: Das Dharma Rad besitzt acht Speichen, welche den achtfachen Pfad der Erkenntnis repräsentieren. Dieses Sysmbol wird dabei oft verwendet, um Buddah selbst darzustellen und ist dabei zu einem nahezu universellen Symbol des Buddhismus geworden.

Der ewige Knoten: Er stellt dar, dass alles im Leben miteinander verbunden ist. Er kann aber auch Religion, Weisheit, Mitgefühl und Fragen symbolisieren, die zusammen eine Einheit schließen.

Die weiße Muschel: Die weiße Muschelschale bedeutet im Buddhismus den erfreulichen Klang die Lehre der Dharma. Wenn sie diese Lehre hören, so repräsentiert die weiße Muschel das Erwachen der Schüler und kann auch so viel wie das Erwachen der Menschen aus der Unwissenheit bedeuten.

Europa(wahl) aktuell: Die Zeitumstellung – weg damit?

Nervt es euch auch, wenn ihr beispielsweise im Radio hört, dass ihr mit eueren Eltern bald wieder alle Uhren im ganzen Haus umstellen müsst oder ihr nun wieder – wolltet ihr euren gewohnten Rythmus behalten – theoretisch ein halbes Jahr lang eine Stunde früher ins Bett und somit ebenfalls eine Stunde früher aufstehen müsst? Wenn dies der Fall ist, dann sollte euch die Nachricht, dass das Europäische Parlament die Zeitumstellung abschaffen möchte, sicherlich freuen.

Mit einer absoluten Mehrheit haben die Parlamentarier im Europaparlament schon für diese Abschaffung (Ziel: 2022) gestimmt, nun steht nur noch zur Debatte, ob die Winterzeit das ganze Jahr über gelten soll – oder eben die Sommerzeit.

Europa hat sehr wohl etwas mit uns allen zu tun, nicht nur, wenn es um die Zeitumstellung geht. Hier, im Europaparlament in Straßburg, sitzen die von den den europäischen Bürgerinnen und Bürgern gewählten Vertreter (Repräsentanten) und treffen Entscheidungen, die alle Europäer betreffen.

Vom 23.05. – 26.05.2019 findet die Europawahl statt!

Winterzeit würde bedeuten, dass man die Uhren am letzten Sonntag des Monats Oktober zurückstellt, also von 3:00 auf 2:00 Uhr. So wäre es morgens schon hell, allerdings abends schneller dunkel. Sommerzeit bedeutet das Gegenteil: man stellt folglich die Uhren am letzten Sonntag des Monats März wieder eine Stunde, von 2:00 auf 3:00 Uhr, vor. Somit ist es in der Früh noch dunkel, dafür aber am Abend länger hell.

Laut einer Umfrage der Krankenkasse, bei der über 10000 Menschen online ihre Stimme abgegeben haben, ist den Deutschen die Winterzeit mehrheitlich lieber. So stimmten 68 Prozent der Teilnehmer für die dauerhafte Winterzeit und nur 32 Prozent für die Beibehaltung der Sommerzeit. Das befürworten auch viele Experten, da die Winterzeit eher dem biologischen Tagesrhythmus entspricht. Doch die Deutschen müssen ihre Entscheidung mit umliegenden Ländern abstimmen, damit kein sogenannter Lückenteppich entsteht, der z. B. ein schlimmes Chaos beim Flugverkehr zur Folge hätte, da es in Österreich 5:00 Uhr, in Deutschland 6:00 Uhr, in der Schweiz 5:00 Uhr wäre. Das Verkehrsministerium hat zur Vermeidung des Lückenteppichs ein Koordinierungsprogramm vorgeschlagen. Dabei sollen Vertreter der europäischen Mitgliedsstaaten untereinander eine möglichst einheitliche Lösung für das Problem finden.

Müdigkeit: für viele ein Problem im Zuge der Zeitumstellung

Allgemein ist die Zeitumstellung  natürlich eine Umstellung auch für den Körper, beispielsweise wenn man von einem Tag auf den anderen plötzlich eine ganze Stunde weniger schlafen kann. Meine persönlichen Erfahrungen damit sind z. B. Müdigkeit oder Unkonzentriertheit. Dabei ist der Sinn der Zeitumstellung schon seit der Einführung umstritten. So konnte man beispielsweise nachweisen, dass man trotz der Vorteile der Winterzeit, also dass es am Morgen schon eher hell ist, kaum Energie spart und auch noch zusätzlich mehr heizt, wodurch der Energieverbrauch  merklich ansteigt.

Meiner Meinung nach wird es höchste Zeit, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird und deswegen hoffe ich, dass die Abgeordneten effektiv und kompromissbereit eine Lösung für die Frage nach der Sommer- bzw. Winterzeit finden und diese möglichst schon 2022 in Kraft treten wird.

Das Kriegerdenkmal in Landshut – was steckt hinter der auffälligen Statue?

Acht Meter hoch, drei Meter breit und mitten in der Landshuter Neustadt: wem würde es nicht auffallen? Seit 1928 steht das Kriegerdenkmal dort, damals hat ein bekannter Bildhauer namens Wilhelm Lechner die Statue für einen Wettbewerb kreiert und mit seiner Idee gewonnen. Seit so langer Zeit steht das Kriegerdenkmal nun schon an diesem Platz, doch seine eigentliche Aussage ist in Vergessenheit geraten. Wer weiß heute noch, welche politischen Botschaften, außer dem Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, dahinter stecken?

Das nachfolgende Bild zeigt das Kriegerdenkmal, welches übrigens vor kurzem erst restauriert wurde. Die Statue soll einen Baum, aus dem drei Figuren herauswachsen und eine, die oben auf ihm sitzt, darstellen. Der Baum „wächst“ auf einem treppenartigen Sockel, an dem eine weitere Person liegend eingraviert wurde. Inschriften wurden dort ebenfalls eingemeißelt und beziehen sich auf die Figuren.

„Die deutsche Eiche“ hat Kerben und alle Blätter sind abgefallen, was auf ihren leblosen Zustand hinweist. Der Baum ist tot und zerstört, wie das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg.

Der Mann, der ganz unten aus dem Denkmal hervorragt, hält das Landshuter Wappen in Händen und sieht noch ziemlich jungenhaft aus. Er soll die jüngere Generation / die Söhne repräsentieren, die weiterhin bereit sein sollen, für ihr Land zu kämpfen, um es gegen andere zu verteidigen. Diese These belegt auch die Inschrift :

„DEN KÜNFTIGEN ZUR PFLICHT, DASS SIE DAS SCHILD DER HEIMAT IN EHREN TRAGEN WIE IHRE VÄTER.“

Die nächste Person ist eine Frau. Als Witwe hält sie eine Urne in den Händen, in der sich vermutlich die Asche ihres Mannes, der im Krieg gestorben ist, befindet. Ihr Blick ist auf den Boden gerichtet und zeugt von großer Trauer. So hat Wilhelm Lechner ihr den folgenden Text gewidmet:

„DEN TRAUERNDEN ZUM TROST: DER TEUREN ASCHE WIRD NIMMERMEHR VERGESSEN WERDEN“

Weiter oben ragt die nächste Figur aus dem Baum hervor. Der Mann ist gefesselt und trägt lediglich einen Umhang, wodurch sein nackter, abgemagerter Oberkörper zum Vorschein kommt. Er steht stellvertretend für die vielen Kriegsgefangenen, die während des blutrünstigen Kriegs leiden mussten.

„DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG: SPRENGT DIE KETTEN UND SEID FREI WIE SIE’S GEWOLLT“

Dieses Zitat bezieht sich indirekt auf den Versailler Vertrag. Das Abkommen beendete formal den Ersten Weltkrieg, doch dafür musste Deutschland einiges leisten. Erstens fühlten sich die Deutschen durch den Vertrag gedemütigt, da ihnen alleine die Schuld am Krieg gegeben wurde, wobei erwähnt werden muss, dass viele Länder damals nicht minder kriegerisch gesinnt waren und viele nur auf eine Gelegenheit gewartet hatten, dass ein anderes Land ihnen einen Grund zur kriegerischen Auseinandersetzung lieferte. Zweitens  hat das Ergebnis der Pariser Friedenskonferenzen Deutschland nach damaliger Anschauing „in Ketten gelegt“, wie die Figur, die aus der Statue herauswächst. Jener Vertrag besagt nämlich, dass die Deutschen viele wirtschaftlich wichtige Gebiete an die Alliierten abtreten mussten und auch noch Reparationen zu zahlen hatten, z. B. im Rahmen von Rohstofflieferungen an die Siegermächte. Diese empfundene ungerechte Behandlung, als große „Schmach“ oder auch „Schanddiktat von Versaille“ bezeichnet, machte viele Bürger sehr wütend und ließ den Wunsch nach einer Auflösung des Vertrags entstehen sowie die Wut auf die „Gegner“ neu entfachen. Jene Wut nutzte Hitler letztlich schamlos aus und machte die o.g. Forderungen zu einem seiner wichtigsten Wahlversprechen, was ihm zu großer Aufmerksamkeit und vielen Befürwortern verhalf.  Klar war den Leuten schon damals, dass die Revision des Versiller Vertrags nicht auf friedlichem Wege vonstatten gehen würde. Und viele wollten auch keine friedliche Lösung.

Die Person, die oben auf dem Baum sitzt (siehe Bild ganz unten), hat mehrere Pfeile in der Brust und ihre Hände sind in Ketten gelegt. Hättet ihr gedacht, dass diese Figur den Stadtheiligen Landshuts, Sebastian, darstellen soll? „Passenderweise“ ist er ebenfalls der Patron der Sterbenden und Soldaten.

Mich hat vor allem überrascht, wie viele Ideen und auf den ersten Blick nicht erkennbare politische Botschaften in diesem Denkmal stecken, denn die gigantische Statue sendet zwei verschiedene Botschaften aus:

  • einerseits dient sie Gedenkstätte der gefallenen Soldaten
  • andererseits steckt eine noch viel bedeutendere Botschaft verteckt in der in der Statue, nämlich die Forderung der Auflösung des Versailler Vertrags.

Auch aufgrund der Wut auf den Vertrag in der Bevölkerung hat Hitler so viele Anhänger gewonnen. Dies ist heutzutage nicht mehr recht „greifbar“, doch die Statue ist „Zeitzeuge“ und nach kritischer Auseinandersetzung damit durchaus auch Mahnmal für das Denken und die Empfindungen der damaligen Zeit.

Wilhelm Lechner, der Schöpfer des Denkmals, wurde in den 1920er-Jahren Anhänger der Nazionalsozialisten, was immer wieder auch Anstoß zur Diskussion über das Denkmal selbst gab.

Solltet ihr einmal selbst das Denkmal besichtigen wollen und es womöglich noch gar nicht kennen, hilft euch folgender Kartenausschnitt womöglich weiter:

Lexikonartikel: McDonald`s

Das erste McDonald´s Restaurant wurde am 15. Mai 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald in San Bernadino (Kalifornien) gegründet. So richtig  bekannt wurde das Unternehmen allerdings erst 1948, als die Brüder eine besonders schnelle Hamburgerzubereitung, das Speed-System, einführten und auf Selbstbedienung umstellten.

Neil Fox wurde 1953 erster Franchisenehmer (eine Mischung zwischen direktem Kauf und undirektem Kauf) der Geschwister und führte auch die „goldenen Bögen“ in das Konzept ein. Später kaufte Ray Kroc, der selbst als Milchshake-Mixer und Verkäufer bekannt war, den Brüdern ihr Unternehmen ab. Denn er war sehr von der Idee der Geschwister beeindruckt und sah etwas Großes in den jungen Unternehmen. Ray Kroc versuchte daraufhin seinem Kameraden aus dem Krieg, Walt Disney, von einer Eröffnung eines McDonalds-Restaurants in dessen gerade neu eröffnetem Disneyland zu überzeugen. Walt Disney lehnte allerdings ab.

Walt Disney, Kaufmann, Animator, Produzent, Direktor

Walt Disney, bekannt für seine unzähligen Zeichentrickschöpfungen, hatte kein Interesse an einem McDonald`s-Restaurant.

 

Als Disney ablehnte, eröffnete Kroc sein erstes eigenes Restaurant in Des Plaines (Stadt im Nordosten des US-amerikanischen Bundestaates Illinois).  Die ersten Franchisennehmer entstammten aus Krocs Freundess und Bekanntenkreis. Auch nach einigen Anfangschwierigkeiten (z. B. Unstimmigkeiten Krocs mit seinen Franchisennehmern) stand dem wachsendem Unternehmen nun nichts mehr im Weg und es mauserte sich in kürzester Zeit zu einer der umsatzstärksten Fast-Food-Ketten weltweit. McDonald´s wird heute auf einen Börsenwert von ca. 130 Milliarden US-DOLLAR geschätzt.

Strategische Partnerschaften mit anderen Großkonzernen sicherten die für diese Entwicklung wichtigen „Hamburger-Umsätze“ ab. Beispiele sind die Kooperation mit der Coca-Cola Company und die enge Beziehung zwischen McDonald’s und Disney. Letztere zeigt sich beispielsweise in den regelmäßigen Kooperationen, wie z. B. filmbezogenen Beigaben zu den HappyMeals und entsprechendem Werbematerial in den Filialen.

Der Vertrag mit den McDonald-Brüdern sah vor, dass Kroc für die Expansion der Kette zuständig war, während die Brüder die Kontrolle über die Produktion behielten und an den Gewinnen beteiligt waren. 1961 wurde Kroc zunehmend unzufrieden mit dieser Vereinbarung. Nach einigen Verhandlungen stimmten die inzwischen wohlhabenden McDonald-Brüder zu, die Rechte an der Marke McDonald’s für 2,7 Mio. US-Dollar an Ray Kroc zu verkaufen. Das Geld hierfür hatte Kroc von mehreren Investoren geliehen. Der neue Vertrag erlaubte den Brüdern, ihr Restaurant weiter „The Big M“ zu nennen. Es blieb geöffnet, bis Kroc die Brüder ausbootete, indem er ein McDonald’s-Lokal direkt auf der anderen Straßenseite eröffnete. Wenn die Brüder den ursprünglichen Vertrag beibehalten hätten, der ihnen 0,5 % der jährlichen Einnahmen der Kette garantierte, würden sie heute fast 180 Mio. $ pro Jahr erhalten. Krocs Firma hieß ursprünglich McDonald`s System Inc. wurde aber 1960 in McDonald´s Corporation umbenannt.

1977 schrieb Kroc seine Autobiographie „Grinding it out“. Darin findet sich über die Entstehung von McDonald´s folgender Satz:

„He either enchants or antagonizes everyone he meets. But even his enemies agree there are three things Ray Kroc does damned well: sell hamburgers, make money, and tell stories.“

Übersetzt heißt das soviel wie:

„Entweder er verzaubert einen oder stellt sich dir in den Weg. Aber sogar seine Feinde sind sich darüber einig, dass es drei Dinge gibt, die Ray Kroc verdammt gut macht: Hamburger verkaufen, Geld verdienen und Geschichten erzählen.“

Heute gibt es neben dem eigentlichen McDonald`s-Restaurant auch das McCaffé und den McDrive.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass McDonald`s eine Geschäftsidee ist, die seit Jahrzehnten viele nachgeahmt haben und die fest in die Esskultur in Amerika, später auch bei uns, eingegangen ist. Fast Food schmeckt vielleicht gut, sollte aber nicht die „Haupternährungsquelle“ sein, da es, wenn nicht in Maßen konsumiert, der Gesundheit nicht zuträglich ist.

Wer bestimmt, was „IN“ ist?

Viele tragen mittlerweile nur noch das, was gerade im Trend ist, auch wenn dieser Trend auf andere vielleicht etwas seltsam wirkt. Doch wer bestimmt eigentlich, was „IN“ ist?

Anders als manche vielleicht erwartet haben, sind es nicht die Designer oder Stylisten, die Einfluss darauf haben, was morgen von vielen getragen wird. Auch die Trendscouts haben damit eher weniger zu tun. Es sind die Modejournalisten und Chefredakteure großer Zeitungen und Magazine. Doch sie haben nicht nur auf den aktuellen Trend Einfluss, sondern auch auf die Karriere und somit den Erfolg eines Designers.

Vor allem Suzy Menkes, die Modekritikerin der International Herald Tribune, gilt als eine der mächtigsten Frauen in der Modewelt. Würde sie einmal etwas Schlechtes über eine der großen Modelabels schreiben, ist es sehr warscheinlich, dass deren Produkte nicht mehr so oft gekauft werden.

Doch fast noch wichtiger als Suzy Menkes ist Anna Wintour, die wohl einflussreichste Frau in der Fashionszene. Sie sitzt bei jeder Show immer in der ersten Reihe. Und das soll etwas heißen, denn dort sitzen nur die „Wichtigsten“. Anna ist die Chefredakteurin der amerikanische Vogue. Sie hat so viel Macht in der Welt der Mode, dass sie Nachwuchsdesigner innerhalb kürzester Zeit zu großen Stars machen kann. Sie ist zum Beispiel dafür bekannt, dass sie unter anderem die Karriere von Marc Jacobs und John Galliano gefördert hat und immer auf der Suche nach neuen Talenten ist.  Spätestens seit „Der Teufel trägt Prada“ sollte sie allen, die den Film gesehen haben, ein Begriff sein. Und das liegt nicht daran, dass sie in dem Film mitgespielt hätte, sondern daran, dass eine der Hauptrollen in dem Film der Chefredakteurin sehr ähnlich sieht. Jedoch war das höchstwahrscheinlich kein lustiger Zufall, sondern pure Absicht. Der Film basiert nämlich auf dem gleichnamigen Buch einer ehemaligen Assistentin von Anna Wintour. Sie erschien auch auf der Premiere des Films – und trug Prada. Jedoch wurde dies nie offiziel betätigt.

Die französische Kollegin Wintours (also die Chefredakteurin der französischen Vogue) heißt Carine Roitfeld und hat ebenfalls sehr großen Einfluss. Sie verhalf zum Beispiel gemeinsam mit Tom Ford dem damals verstaubten und altmodischen Label Gucci zu einem sensationellen Comeback und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, Gucci zu einer der markantesten und begehrtesten Marken der Modewelt zu machen.

Doch es müssen nicht unbedingt die Chefredakteure von Modemagazinen sein, die durch ihre Einflussnahme dafür sorgen, dass Menschen etwas „in“ finden. Ähnlich wie Suzy Menkes schreibt auch Cathy Horyn regelmäßig in einer bestimmten Zeitschrift über Mode, und zwar in der New York Times. Im Gegensatz zu den Modemagazinen sind Zeitungen wie die New York Times oder die International Herald Tribune unabhängiger von den Anzeigekunden und können sich deshalb auch eine kritische Berichterstattung über Mode-Schauen erlauben. Horyn hat auch einen Blog, in dem sie über Mode berichtet. Es ist schon vorgekommen, dass sie wegen ihrer negativen Kritik nicht zu Shows eingeladen wurde, doch das nimmt sie für ihre Unabhänigkeit in Kauf.

Lexikonartikel: Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)

Zur Zeit wird in der Politik über das BGE nachgedacht, doch was ist dieses bedingungslose Grundeinkommen eigentlich und was würde es für die Menschen in unserem Land bedeuten?

Wenn das BGE tatsächlich in Kraft treten würde, würde das den deutschen Sozialstaat voll und ganz umkrempeln. Es gäbe Deutschland, so wie wir es heute kennen, nur noch teilweise. Ein BGE würde bedeuten:

  • Jeder Bürger, egal ob er arbeitet oder nicht, bekommt einen bestimmten Geldbetrag. Dieser bleibt auch Kindern nicht verwährt.
  • Wie der Name schon sagt, ist das bedingungslose Grundeinkommen bedingungslos. So bekommt es jeder.
  • Es soll dazu dienen, die eigene Existenz sichern zu können.

Doch da ist dann noch die Frage nach der Finanzierung:

  • Der arbeitende Bürger würde mehr Steuern zahlen müssen, weil er ja für die nicht arbeitenden Bürger deren ,,Einkommen“ zahlen müsste.
  • Man könnte von den Reichen noch mehr Steuern einfordern. Wahrscheinlich würden die Reichen dann aberGeld im Ausland verwalten (lassen).  Der Vorschlag scheint wenig zielführend.

Was spricht überhaupt für das BGE?

Befürworter wie Götz Werner, Werner Althaus oder Katja Kipping betrachten es als Instrument der Befreiung, Anreiz zu Unternehmertum und Steigerung der Arbeitsmotivation, weil man seinen Traumberuf wählen könnte, ohne auf das Geld blicken zu müssen. Freiwillige Arbeit sei zudem sinnvoll, weil diese den Tagesablauf strukturiert.

Was spricht gegen das BGE?

Es gäbe mehr, die nicht mehr arbeiten gehen, weil sie ihr Leben auch ohne zusätzliches Gehalt finanzieren könnten. Weil der Job nicht mehr so viel Geld bringt, würden sich viele Leute nicht mehr ,,abrackern“ bzw. für ihren Beruf (und damit in der Regel auch nicht mehr für ein Unternehmen) einsetzen. Damit könnte die gesamte Wirtschaftskraft verloren gehen. Es besteht auch eine Gefahr, dass unbeliebte Berufe sogar aussterben könnten.

So viel Spaß wie im Bild könnte das Leben mit BGE machen. Zumindest befürchten Kritiker, dass viele Menschen dann keinen Sinn mehr in der Arbeit sehen würden.

Meine persönliche Meinung:

Ich selbst halte die Idee eines BGE für Unsinn, weil immer weniger Leute arbeiten würden,  wenn sie beispielsweise nur noch 500 € für einen harten, unbeliebten Job bekämen. Dann erhielten die Leute mit einem beliebten, ursprünglich vielleicht auch gut oder besser bezahlten Job irgendwann auch weniger Gehalt = weniger Leute gehen arbeiten.