Das Leben im Mittelalter – Teil 5: Die Stadtgründung Landshuts

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die Stadt wurde 1204 von Ludwig dem Kelheimer gegründet. Den Namen bekam er erst nach seinem Tod, weil er in Kelheim umgebracht wurde.

von Peter Hiebl und Timo Kofler

Seine Eltern waren Herzog Otto I. und Agnes. Diese erhielten ihr Lehen, das Herzogtum Bayern, von König Friedrich Barbarossa. Vorher hatte er es dem welfischen Fürsten Heinrich dem Löwen weggenommen. Als „welfisch“ bezeichnetet man Angehörige eines deutschen Fürstengeschlechts.

Für Ludwig den Kelheimer war das Isartal der perfekte Ort für eine Stadtgründung, weil mit der Isar ein Transport- und Reiseweg von München in Richtung Osten – also unter anderem nach Passau und Wien – vorhanden war.

Die Isar, hier mit Isarpromenade in Landshut, ist nicht nur beschaulich, sondern war früher v.a. ein wichtiger Handelsweg.

Ein zweiter Grund war, dass dort in der Nähe, etwas flussabwärts in Altheim, der wichtige Handelsweg von Salzburg nach Regensburg verlief und den Fluss kreuzte. Bischof Konrad von Regensburg hatte dort in Altheim an der Brücke schon eine hölzerne Burg, die Straßburg. Von dieser Burg aus überwachte er sämtliche Brückenüberquerungen, denn die Handelsleute mussten Zölle für ihr Waren entrichten. Ludwig der Kelheimer war als Konkurrent des Bischofs ebenfalls an Einnahmen aus Brückenzöllen interessiert.

Ein dritter Grund für die Stadtgründung war, dass das Isartal sehr fruchtbar war. Bauern konnten reiche Ernten erzielen und die flachen Böden gut bewirtschaften. Städte wurden damals vorwiegend bei Burgen, auf fruchtbarem Land, bei Handelswegen oder in der Nähe von Bischofssitzen gegründet.

Ludwig der Kelheimer errichtete also auf der Anhöhe über der kleinen Siedlung eine Burg, die Burg Trausnitz. Er verlieh der Ansiedlung die Stadtrechte und förderte und finanzierte umfangreiche Baumaßnahmen an Stadt und Burg.

Die Burg Trausnitz: eines unserer Wahrzeichen in Landshut!

Landshut wurde in einer Zeitphase gebaut, die man „Urbanisierung“ nennt. Während dieser Zeit wurden in ganz Europa mehr als 2000 Städte gegründet. Im Mittelalter wuchsen viele Städte rasch an, da viele Handwerker kamen, um die Häuser zu bauen.

Bevor es aber zur Stadtgründung kam, musste Ludwig I. zunächst Krieg gegen Erzbischof Konrad III. von Regensburg führen, der das Gebiet um Landshut besaß. Der Krieg dauerte von 1186 bis 1204. Der Regensburger Bischof hatte einen starken und gleichgesinnten Kriegsverbündeten, den Erzbischof Eberhard I. von Salzburg. Nach langjährigen erbitterten Kämpfen gewann Ludwig I. schließlich den Krieg 1204 gegen die beiden verbündeten Bischöfe.

Nach dem Krieg heiratete Ludwig der Kelheimer die Witwe seines früheren Erzfeindes, Ludmilla von Bogen. Die beiden bekamen einen Sohn namens Otto, den späteren Herzog Otto II. von Bayern.

Ludwig der Kelheimer starb 1231, seine Witwe Ludmilla gründete daraufhin das Kloster Seligenthal, wo sich die Grabstädte des Stadtgründers befindet.

Diktate von daheim aus üben

Werte Eltern, liebe Schüler,

vor wenigen Tagen haben wir eine Liste mit nützlichen Tipps zur „Heimarbeit“ vorgestellt. Diese wird nun ergänzt durch ein Angebot zum Rechtschreibtraining von zu Hause aus. Der Link unten führt zu einer interaktiven Plattform, auf der Diktate für jede Alters- bzw. Klassenstufe zur Verfügung stehen. Man kann sich die Texte vorlesen lassen, auch in Diktiertempo. Damit kann sichergestellt werden, dass die daheim wiederholten Inhalte zur Rechtschreibung nicht nur theoretisch verstanden, sondern v.a. auch  eingeübt und (eure) Eltern entlastet werden.

http://www.diktat-truhe.de/

Bei Klicken auf den nachfolgenden Link kommt man zur Seite mit den bereits vorgestellten Tipps vom 17. März 2020:

https://gymseligenthalblog.com/2020/03/17/anregungen-zum-heimstudium-waehrend-der-corona-pause/

 

Corona-Tagebuch: Schüler berichten über persönliche Eindrücke

Die Corona-Pause und ihre Auswirkungen auf uns als Schüler

ein Gastbeitrag von Sofie Krämer und Magdalena Schrempf, 6c

Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wenn wir an das Coronavirus denken, denken wir erstmal an leergekaufte Supermärkte, die Bildzeitungsartikel, die uns den Weltuntergang vorgeben, an die immer steigenden Fallzahlen an Erkrankten und an die Schulschließung. Aber Leute: Keine Panik!

Ausgangssperre, Grenzschließung, Schulschließung, Fußballpause … Alles nur Vorsichtsmaßnahmen! Aber trotzdem solltet ihr vorsichtig sein und auf jeden Fall mehr auf Hygiene achten als sonst.

Doch wie wirkt sich das auf den Alltag der Schüler und Schülerinnen aus? Wir haben euch die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

Wir finden die Maßnahmen der Regierung gut, weil die Verbreitungsgefahr sich zunehmend verringert, man mehr Zeit für die Familie hat, man sich selbst organisieren und sich seine Aufgaben selbst einteilen kann – und natürlich auch, weil wir ausschlafen und länger wachbleiben können.

Selbstverständlich gibt es auch einen Haken. Die Kinos, die Bücherei und Co. haben geschlossen und die meisten Freizeitaktivitäten fallen auch aus. Außerdem kann man seine Freunde weniger sehen/hören bzw. nur per Skype, WhatsApp etc. Wir dürfen weniger oder eigentlich gar nicht mehr raus. Aber: #stayhome!

Hier noch ein paar Tipps gegen die Langeweile: Malt Bilder, lest Bücher, schreibt oder telefoniert, zum Beispiel über Skype mit euren Freunden, ihr könnt auch „analoge“ Spiele spielen! Das können wir sehr empfehlen. Lernt zudem natürlich für die Schule oder spielt mit eurer Familie ein Gesellschaftsspiel.

Wir hoffen, ihr übersteht die Corona-Pause gut und bleibt gesund!

Eure Magdalena und Sofie aus der 6c

Lyrisches zum Nachdenken: Wer bin ich?

Sicher kennt ihr das Spiel „Wer bin ich?“

Bin ich groß, bin ich klein, bin ich dünn, bin ich dick …

Heute machen wir`s andersrum.

Ich gebe dir Tipps, wer bist du.

Mal schaun, on du’s erraten tust:

Ich kam, als du die Welt betratst,

doch war noch nicht wirklich da.

Ich kannte dich nicht,

du wusstest noch gar nicht, dass es mich gibt.

Mit der Zeit kam ich dir näher,

mich wirklich kennenlernen tust du jedoch erst später.

Doch als ich dich dann sah,

wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte.

Mal schauen, was ich aus dir mache.

Ich bin immer für dich da,

auch wenn du mich nicht wirklich sehen kannst.

Ich bin die Person, die dich am besten kennt.

Ich bin die Person, die dich in bestimmte Situationen bringt, oder sich dir in den Weg stellt.

Ich kenne deine Gefühle, deine Ängste, deine Träume,

sogar deine Gedanken sind mir nicht fremd.

Verändern kann ich mich natürlich auch.

Mal will ich im Rampenlicht stehen mit viel Applaus,

wann anders will ich mich in eine Ecke kauern und einfach nur in die Ferne schauen.

Und dich … zieh‘ ich natürlich mit.

Na, weißt du wer ich bin?

Ich denke nicht.

Ich sag es dir:

Ich bin ICH.

Philosophisches ABC: (Un)begründete Eifersucht?

Ich habe vor kurzem einen Spruch gelesen, der besagte, dass Eifersucht eine unnötige Besorgnis sei. Eine, ich zitiere „unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich ohnehin nicht lohnt, es zu halten.“

Wahrscheinlich werdet ihr jetzt kurz aufgehört haben zu lesen und überlegt haben, ob das stimmt. Auch ich war mir nicht ganz schlüssig, doch stimmte ich letztlich dem Spruch zu, da ich an die begründete Eifersucht dachte. Mein Vater allerdings, dem ich den Spruch gezeigt hatte, war kritisch und verneinte ihn. Es gibt ja schließlich noch die unbegründete Eifersucht und warum sollte es sich dann „nicht mehr lohnen, es zu halten“?  Hm. Das stimmte auch wieder. Wir diskutierten über den Spruch, blieben aber getrennter Meinung. Ich war für den Spruch, da ich die tiefe, wirkliche Eifersucht zwischen den Zeilen las. Ich dachte, dass es nur um diese Eifersucht ging. Mein Papa sah die korrekte, logische Weise. Der Spruch stimmt nicht, weil er mit der unbegründeten Eifersucht nicht übereinstimmt. Punkt.

Der Spruch ließ mich nicht in Ruhe und ich begann, mich damit zu befassen. Eifersucht. Was ist das eigentlich? Und wo ist der Unterschied zwischen begründeter und unbegründeter Eifersucht?

Bestimmt war jeder von euch schon mal eifersüchtig. Kein schönes Gefühl, oder? Kein Wunder, die Eifersucht ist ein Gemisch aus Angst, Ärger, Wut und anderen unangenehmen Gefühlen und Emotionen. Das Wort kommt vom indoeuropäischen „ai“, was Feuer bedeutet und dem althochdeutschen „suht“, was mit Krankheit oder Seuche übersetzt wird. Die Übersetzung passt, denke ich, sehr gut, da Feuer (ai) oft mit Wut in Verbindung gebracht wird, die wiederum ein Teil der Eifersucht ist und suht (Seuche, Krankheit) passt auch, da es dich wie eine Krankheit überfällt. Es ist einfach die Pest. Wenn sie begründet ist, ansonsten ist es einfach nur unnötig. Du warst doch bestimmt schon mal unbegründet eifersüchtig, das passiert jedem einmal. Doch es ist etwas ganz anderes als die begründete Eifersucht, der Unterschied ist nämlich aus meiner Sicht folgender:

Ich denke, dass die unbegründete Eifersucht gar keine Eifersucht ist. Ich glaube, es ist die Angst ersetzt zu werden, ohne Grund. Es ist die Habgier, Besessenheit (…) an einer Person. Unser Gehirn spielt uns einen Streich: Wir sehen uns bei der unbegründeten Eifersucht als die Person, die ausgeschlossen werden könnte, die man eigentlich gar nicht bräuchte, die eigentlich daheim hätte bleiben können. Wir sehen Bilder von uns, wie wir ausgegrenzt werden. Der Streich: Das ist nicht echt, nicht die Realität. Wir bilden uns etwas ein und fantasieren Geschichten hinein mit ganz vielen Konjunktiven: „könnte“, „hätte“, „sollte“, „täte“ … Und das ist auch der Unterschied zwischen der begründeten und der unbegründeten Eifersucht: Bei der begründeten Eifersucht steht nichts im Konjunktiv. Es ist so. Indikativ. Du „wirst“ vernachlässigt oder deine Freundin „hat“ einfach keine Zeit für dich, weil sie lieber mit jemand anderem etwas macht.

Wie der Spruch beschreibt, ist Eifersucht eine unnötige Besorgnis. Klar! Weil dich ein wahrer Freund nie begründet bösartig eifersüchtig machen wird. Wenn er es macht, lohnt es sich nicht, für ihn zu kämpfen.

Und so stimmt der Spruch wieder, wenn man die unbegründete Eifersucht als pure Angst vor dem, was passieren KÖNNTE, bezeichnet – und die begründete Eifersucht als Wahrheit.