Lyrisches zum Nachdenken: Das „Tief“

Fesseln um dein Herz sich legen,

allen Glanz tut es dir nehmen.

Und die Welt fängt an zu beben,

kannst sie gar nicht mehr so klar wie vorher sehen.

 

Stress und Druck sich um dich zerren,

du gefangen bist und nicht mehr weißt:

„Wohin der Weg? Wohin soll ich denn gehen?“

 

Ich sehe dich,

doch ich beachte dich nicht.

Ich höre dich,

doch ich verstehe dich nicht.

Ich bin ganz bei mir.

Ich sehe was, was du nicht siehst.

Ich bin eigentlich gar nicht hier.

 

Ein kurzes Gedicht,

eigentlich nicht schwer zu erraten, worum es hier geht:

Jeder, wirklich jeder Mensch, hat eine Zeit, in der er sagt:

„Ich kann nicht mehr.“

 

Ein tiefes Loch, in das du fällst, kannst du bekämpfen.

Ja, deine Situation ist noch zu retten.

Doch du musst den Kern der Ursache finden,

mit vertrauten Personen reden

und deine Psyche aufbauen.

 

Wenn du wirklich willst,

dann klappt das auch.

Glaube mir, ich kenn´ das auch.

Und sei beim kleinsten Erfolg schon wohlverdient sehr stolz auf dich.

 

Eine Weile später dann,

wenn diese Zeit nur noch Erinnerung ist,

sei wieder stolz auf dich.

Denn du bist einmal mehr aufgestanden,

als du umgefallen bist.

Geschichten in der Kiste

Geschichten in der Kiste 

ein Gastbeitrag von Ruth Dobias und ihrer Klasse

Wenn es draußen kalt und regnerisch ist, die Regentropfen gegen die Fensterscheiben prasseln und drinnen das Feuer im Kamin knistert, dann ist das die beste Zeit für eine Geschichte. Und so konnte man an eben solch einem Septembertag in unserer Bibliothek den Geschichten der Kinder aus der Klasse 5a lauschen. Zugehört wurde den Kindern aufmerksam und gespannt – einmal von ihren eigenen Mitschülern, dann aber auch, und das war etwas ganz Besonderes, von fünf Schülern der Oberstufe.

Die Kinder der Klasse 5a haben allesamt spannende, interessante und auch lustige Geschichten geschrieben und diese fantasievoll in Kisten im 3D-Format illustriert.

Nachdem die Schüler selbst eine Vorauswahl der besten Geschichten getroffen hatten, wurden die Geschichten der Schüler, die ins Finale gekommen waren, den Oberstufenschülern vorgelesen. Denn nun sollten die Großen das Wort haben und die besten Autoren küren.

Leicht fiel es den Elftklässlern nicht, die drei besten Autoren zu bestimmen, denn jede der Geschichten war tatsächlich etwas ganz Besonderes. Und doch musste am Ende eine Entscheidung gefällt werden. Dabei spielte zunächst die Geschichte die wichtigste Rolle, aber auch der Vortrag sowie die Geschichtenkiste wurden bewertet.

Hier seht ihr die Sieger: Magdalena, Leonie und Miriam

Die Finalisten …

… und das Jurorenteam!

Antolin – Einfach eine Fleißaufgabe oder noch mehr?

„Nein, es ist nicht nur eine Fleißaufgabe, für mich ist Antolin zur Routine geworden.“ So beschreibt Sophia aus Klasse 7a ihre Motivation, seit Jahren bei Antolin mitzumachen. Antolin bedeutet für sie vor allem eines: „Abwechslung vom Alltag und ein Sich-noch-einmal-Einfinden in das gelesene Buch“.

Dank der Unterstützung des Fördervereins konnten sich die drei Punktebesten Julia Blum aus Klasse 8b mit 36.064, Sophia Rothe aus Klasse 7a mit 32.575 und Sophia Jaumann aus Klasse 8b mit 9559 Punkten über Büchergutscheine freuen. Die Siegerklasse 8b erhielt Eisgutscheine und den Klassenpokal Antolin.

Nun geht das Punktesammeln bei Antolin in die nächste Runde und es wird sich am Ende der Sommerferien zeigen, ob die diesjährige Unterstufe das tolle Ergebnis von insgesamt 187.293 Punkten und 4.160 bearbeiteten Büchern noch toppen kann!

Der Klassenpreis wurde voller Freude entgegengenommen. Schulleiterin Frau Ursula Weger (rechts) und Antolin-Organisatorin Frau Gerda Saxl (links) beglückwünschten die Schüler.

Besonders freuten sich mit Frau Weger (links) und Frau Saxl (rechts) die Punktebesten Julia Blum, Sophia Rothe und Sophia Jaumann.

Geschichten aus dem Leben: Diese Schimpferei beim Autofahren

Mir ist letztens, als ich als Beifahrerin im Auto mitfuhr, eine ernstzunehmende Sache aufgefallen.

Es war Freitagnachmittag und meine Tante holte mich mit ihrem nagelneuen MINI von der Schule ab. Ich ließ mich fix und fertig auf den Sitz fallen und betete, dass dieses Wochenende ausnahmsweise mal länger dauern würde als die übrigen. Ich war müde von dem Tag und hatte echt keine Lust, mit meiner Tante über meinen heutigen Schultag zu sprechen oder zu diskutieren. Es würde sie auch gar nicht interessieren, wie mir dann auffiel. Ihre Aufmerksamkeit war voll und ganz auf den Verkehr gerichtet. Das Besondere daran war aber, dass sie sich nicht wie jeder normale Mensch schweigend, sondern fluchend, konzentrierte. Meine Tante fluchte wie ein Rohrspatz neben mir, was für Idioten da doch auf der Straße wären und dass man solchen Leuten den Führerschein nehmen sollte. Sie schimpfe noch länger weiter, doch ich hörte irgendwann nicht mehr zu. Doch schon am Anfang ihres Selbstgespräches hatte mich ihr Vokabular in Sachen Beleidigungen und Schimpfwörter aufs Höchste beeindruckt.

Allgemein fuhr ich sehr viel Auto und weniger mit dem Bus. Ich hatte diesen Luxus, von dem die meisten träumten: Ich kannte viele Personen aus meiner Nachbarschaft, die mich gerne mit nach Hause nahmen, wenn sie gerade in der Nähe waren. Ich musste mich also nicht wie die meisten in einen engen Bus zwängen- und um ehrlich zu sein, genoss ich es. Alleine auf meinem Sitz, dabei die Musik aufdrehen, die Sitzheizung laufen lassen, wenn es kalt ist, und wenn ich Glück habe, ist sogar noch das Massageprogramm dabei. Wenn ich wollen würde, könnte ich mich natürlich auch unterhalten, doch ich war im Auto oft so müde, dass ich nichts sagen wollte und mich einfach nur nach meinem Sofa sehnte. Doch wie sich seit Neuestem bei meiner Tante herausgestellt hatte, musste ich gar nicht reden, denn in einem Auto (und zwar egal in welchem) wurde man bestens unterhalten! Komisch, dass mir das erst jetzt auffiel. Vielleicht sollte ich doch öfter mal meine Kopfhörer raustun und mehr auf die Sprache meiner Fahrer lauschen. Während in einem Songtext immer wieder die selben Zeilen wiederholt werden, benutzen meine Fahrer von der Schule bis zu mir nach Hause mindestens fünfzehn verschiedene Schimpfwörter. Ich hatte nie gewusst, dass diese Menschen so kreativ sind! Wenn ich von Anbeginn meiner Zeit, die ich schon mit dem Auto gefahren wurde, einfach nur zugehört hätte, was meine Fahrer reden, dann wäre mein Wortschatz jetzt bestimmt um 100 Wörter reicher.

Am Wochenende fuhr ich mit meiner älteren Cousine nach Ingolstadt Village. Dort wollten wir uns dann mit ihrem Freund treffen. Er musste nur davor noch zur Autowerkstatt, um sich einen Leihwagen zu besorgen. Deshalb konnte er nicht, wie eigentlich geplant, bei uns mitfahren. Meine Cousine befürchtete nur, dass wir zu spät kommen würden, da wir „solch einen Lahmarsch“ vor uns hätten. Ich war gewagt, sie darauf hinzuweisen, dass der Fahrer genau richtig fuhr, aber ich ließ es. Ich hatte das dumpfe Gefühl, es war nicht der richtige Moment sie daran zu erinnern, dass ihr schon einmal wegen zu schnellen Fahrens der Führerschein genommen wurde. Meine Cousine war ein aufgedrehter und temperamentvoller Mensch. Und so ein „Lahmarsch“, oder wie sie den armen Fahrer nannte, konnte sie richtig auf die Palme bringen, wie ich bemerkte. Diesmal hörte ich bei der Schimpferei von Anfang an zu, diesmal entging mir kein Wort, diesmal wurde mein Wortschatz reicher. Mich hatten ihre Wortgewandtheit, ihre Leidenschaft und diese dazu passende Betonung sofort gefesselt. Irgendwann schimpfte sie sogar über die Polizei. Dass die Polizei bei so etwas auf der Straße nirgends zu finden sei, aber wenn sie sich mal für zwei Minuten in ein Halteverbot stelle, um sich bei Mci einen Kaffee zu holen, seien sie sofort da… Ich verbiss mir erneut einen Kommentar. Meine Cousine hatte sich mittlerweile so in Rage geredet, dass ich nur noch aus Gründen wie „Was sagst du denn dazu, dass der den Führerschein bekommen hat?“ angesprochen wurde.

Als wir dann mit einer Stunde Verspätung den Parkplatz von Ingolstadt Village erreichten, war meine Cousine immer noch sauer. Schließlich musste sie ihren Freund warten lassen und das grenzte an Hochverrat. Wir stiegen aus und da kam er auch schon fröhlich pfeifend auf uns zu. Anscheinend war er auch zu spät gekommen, denn er hatte den Autoschlüssel noch in der Hand und stand noch auf dem Parkplatz anstatt am Treffpunkt. Das Gesicht meiner Cousine hellte sich sofort merklich auf, als sie ihn sah. Doch dann zeigte er ihr seinen Leihwagen und sie bemerkte, wen sie da die ganze Zeit beschimpft hatte.

Wenn der Freund meiner Cousine wüsste, dass er in ihren Augen mal „ein Schwein“ war… puh. Doch ich habe bemerkt, dass man sich vor allem in stressigen Situationen beim Autofahren nicht zusammenreißen kann. Woran das liegt, dass jeder schimpft? Vielleicht weil jeder anders Auto fährt. Du hattest einen miesen Tag und willst einfach diese ganze miese Laune irgendwo abladen? Fahr‘ auf eine gut befahrene Straße.

PS: Der Inhalt ist frei erfunden 😉