Fridays for Future in Landshut – Ein Interview

Fridays for Future in Landshut – Ein Interview mit Anschana Schröfl, 10b

Was hat dich motiviert bei FFF mitzumachen und dich zu engagieren? 

Umwelt- und Klimaschutz war für mich schon länger ein Thema. Aufgerüttelt wurde ich vor allem dadurch, dass ziemlich einprägsame Bilder und Videos im Internet kursierten. Also begann ich mich beim LBV (Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V.) zu engagieren, auch bei ein paar Aktionen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) war ich dabei. Auf FFF (Fridays for Future) wurde ich aufmerksam, als ich erstmals mitbekam, dass Demonstrationen und verschiedene Aktionen auch außerhalb der Schulzeit stattfinden und wollte die Bewegung dann näher kennenlernen. Und ich bin absolut nicht enttäuscht worden.

Was sind die weiteren Pläne von FFF in Landshut? 

Natürlich weiter streiken und so viele Menschen wie möglich, darunter auch Lokalpolitiker, auf die Klimakrise aufmerksam machen. Am 29.11 findet die nächste Großdemo statt.

Am 20.09 waren gerade mal 600 Leute da, weniger als 1% der Bevölkerung von Landshut.

Und trotzdem sind das gute Zahlen für eine Stadt wie Landshut und die bisher größte FFF-Demo, was ein riesiger Erfolg ist. Es war wirklich überwältigend, wie viele gekommen sind.

Ist das nicht zum Schreien, weil es entmutigt? 

Natürlich fühlt man sich manchmal hilflos, weil ein Teil der Bevölkerung auch sehr ignorant sein kann oder sich zu passiv verhält. Klimaschutz ist in unserer Gesellschaft sowieso schon ein großes Thema und es wird lebhaft darüber diskutiert. Da stellt sich natürlich die Frage, warum teilweise von Einzelnen und der Politik zu langsam oder nur halbherzig gehandelt wird und wurde. Andererseits ist schon so viel erreicht worden. Zum einen von den Organisatoren von FFF Landshut, zum anderen aber auch von der Bewegung allgemein. Es ist wirklich ungewöhnlich und eine große Leistung von allen, dass eine Schülerbewegung so aktiv ist und so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Sind bei FFF nur Gymnasiasten dabei? Wie sieht es mit Mittel-, Real- und Berufsschülern aus?

Es sind tatsächlich etwas mehr Gymnasiasten dabei, aber natürlich sind auch Schüler*innen anderer Schularten mit von Partie. Danach wird untereinander nicht unterschieden. Berufsschüler*innen haben es meistens schwerer zu streiken und sind deshalb in den Ferien öfter vertreten. Übrigens sind auch Erwachsene, z.B. Eltern oder Lehrer willkommen.

Was ist deine Meinung dazu, dass Frau Weger, die Schuldirektorin vom Gymnasium Seligenthal, den Wandertag unter dem Motto „klimaneutral“ gestellt hat (nur höchstens Benutzung von öffentlichem Nahverkehr, Klimaworkshop und „Freigang“ zur FFF-Demo)?

Ich habe mich richtig gefreut, da ich nicht damit gerechnet hätte, am Großstreik zum 20.09. teilnehmen zu können und nun doch dazu gekommen bin. Auch habe ich nicht mitbekommen, dass jemandem der Tag deshalb weniger Spaß gemacht hat als ein normaler Wandertag. Dadurch wurden wir auch alle nochmal sensibilisiert und konnten uns mit dem Thema auseinandersetzen, wenn wir wollten. So habe ich beispielsweise eine sehr interessante Diskussion mit Sandro Ebner über die Marktwirtschaft geführt.

Wie ist deiner Meinung nach „Umweltschutz“ bei Jugendlichen ein Thema? 

Immer öfter bekomme ich Gespräche rund um das Thema mit und das freut mich natürlich. Auch auf Instagram wird vermehrt darüber gepostet. Anscheinend machen sich mehr Jugendliche ernsthaft Gedanken und wissen besser über die Konsequenzen ihrer Handlungen Bescheid. Viele entscheiden sich dann viel bewusster: Mir fällt auf, dass ich mehr junge Fahrradfahrer oder nachhaltige Einkäufe sehe. Zusätzlich haben sich viele dazu entschieden, vegetarisch zu leben oder Fleisch bewusster zu konsumieren.

Umweltschule Seligenthal: Was läuft schon gut? Was könnte besser laufen? 

Vor allem den Trinkwasserbrunnen finde ich eine tolle Idee. Auch trennen wir den Müll in den Klassenzimmer und laufen gelassene Wasserhähne habe ich noch nie erlebt. Neuerungen in unserer Mensa sind aber notwendig. Es ist hier noch zu wenig auf kompostierbare Stoffe gesetzt worden, z. B. sind Drinks, Salate und Joghurts noch unnötigerweise in Plastik eingepackt. Auch manchen Schülern und Lehrern ist dies aufgefallen, habe ich mitbekommen. Generell sind die Heftumschläge, welche aus gefärbtem Plastik bestehen, auch ein Problem. Hier könnten die Lehrer noch mehr Schüler aufmerksam machen. Seligenthal ist ein Vorzeigeprojekt und sollte daher die Umsetzung an den genannten Punkten vorantreiben. Es ist aber auch überhaupt nicht so, dass die Schule ihren Namen ohne Grund trägt. Immerhin hat sie einige Produkte in der Mensa gegen Maisstärke ausgetauscht, es sind aber einfach noch zu wenig.

Welche Hoffnung treibt dich an? 

Die Hoffnung für uns alle auf ein Leben, das nicht auf Kosten der Umwelt oder auf dem Rücken von anderen Menschen geführt werden muss, und das trotz der Überbevölkerung und trotz einer Wirtschaft, die auf Wachstum ausgelegt ist. Die Hoffnung, dass wir nicht mehr den Lebensraum von uns selbst und von Abermillionen Tieren zerstören!

Was möchtest du den Leserinnen und Leser abschließend mitgeben/an das Herz legen? 

Bleibt immer kritisch, was scheinbar klimafreundliche Produkte und Erfindungen angeht, und macht euch im Zweifel lieber selbst ein Bild. Und bitte, wenn ihr euch dazu entscheiden wollt, etwas für die Umwelt zu tun, macht es aus eurer eigenen Überzeugung und nicht, weil es gerade im Trend liegt. Wenn es um Klimaschutz geht, kann man im Kleinen anfangen und findet immer wieder etwas, was man verbessern kann.

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Anschana Schröfl und Sandro Ebner sind Schüler der Klasse 10b in Seligenthal, die sich besonders engagiert bei den Workshops zur „Schöpfungsverantwortung/Klimakrise“ am klimaneutralen Wandertag am 20.9.2019 beteiligt haben und sich weiterhin für dieses Thema stark einsetzen. Dieses Interview führte Herr Krippner.

Spickzettelmuseum

Laut Statistik schreibt in Deutschland jeder fünfte Schüler Spickzettel – in Prüfungen der Sekundarstufe spicken gar bis zu 60 Prozent aller Schüler. Spicken ist  so allgegenwärtig, dass man dieser „Tätigkeit“ ein Museum gewidmet hat. 

Die Wanderausstellung „Beim Spicken bloß nicht erwischen lassen“ zeigt uns im Rahmen einer Wanderausstellung eine Vielfalt von simplen bis hin zu raffinierten Spickzetteln jeder Art. Entwickelt wurde die Schau vom Schulmuseum Nürnberg, das mit rund 1500 Spickzetteln aus 15 Ländern auf einen immensen Fundus aus über hundert Jahren Spick-Schulgeschichte zurückgreifen kann.

Während in Deutschland das Spicken verpönt sei, gelte es in anderen Teilen der Welt wie zum Beispiel in Russland als völlig normal – dort trage man die Spickzettel reihenweise zusammengerollt mit sich am Körper, was dann wie ein Patronengurt aussehen würde, erklärt der Ausstellungskurator Mathias Rösch. Die Sammlung bietet auch Exponate aus den Vereinigten Staaten und Jordanien.

Neben den klassischen Spickern aus Papier sind im Museum auch sehr viel kompliziertere Varianten zu sehen:

  1. Eine Armbanduhr etwa, die der 17 Jahre alte Günter Reuchlein 1956 komplett entkernte, um dann eine Rolle einzubauen, um die er je nach Bedarf bis zu 80 Zentimeter lange Textbänder spulte.
  2. Auch ein Riegel Schokolade, in den ein Schüler Formeln eingeritzt hatte.
  3. Oder die Spickzettel einer Medizinstudentin aus Padua: In einer Vitrine ausgestellt ist eine Pappschachtel, datiert auf 1947, in der sich eine Textrolle neben der anderen hochkant drängt, zu erkennen. Jeder der in dier Pappschachtel enthaltenen 32 Spicker trägt eine Zahl. Der Ausstellungskurator vermutet hinter dem großen Aufwand, dass der Spicker nicht nur einmal benutzt wurde, sondern die Studentin mit ihm gehandelt hat.
  4. In China herrscht bekanntlich großer Leistungsdruck. Aus diesem Land ist ein Exemplar einer Zweitklässlerin zu sehen. Sie benutzte für ein Diktat ein schachbrettartig konstruierten Spickzettel. Das Mädchen klemmte ihn zwischen ihre Knie und die Schulbank.

Nicht jeder Spickzettel gelingt beim ersten Mal. Wieso dann nicht einfach lernen und sich die Zeit sparen?

 

Das Glanzstück der Sammlung: Fußballspicker!

Zu sehen ist eine Reproduktion des berühmten Stutzen-Zettels, mit dem Nationaltorwart Jens Lehmann bei der WM 2006 beim Elfmeterschießen die Argentinier verwirrte (er steckte sich den Spickzettel in seine Stutzen). Auf diesem Spickzettel waren allerdings logischerweise keine Formeln oder andere Lerninhalte, sonderen alle Gewohnheiten der argentinischen Schützen beim Elfmeterschießen notiert. Das Original liegt im Haus der Geschichte in Bonn. Für eine Million Euro hat es ein Unternehmen ersteigert und dem Museum zur Verfügung gestellt.

Schultheater am 18.07.2018: #Märchen, die Influenzer aus dem Märchenwald

Das Theaterstück  „#Märchen Die Influenzer aus dem Märchenwald“ wird am Mittwoch (18.07.2018) in der Aula  vom Ensemble III unter Leitung von Herrn Stefan um 19 Uhr aufgeführt. Der Eintritt ist frei! Spenden sind erwünscht! Und ihr seid herzlich eingeladen!

In dem modern geschriebenen Stück geht es um typischen Märchencharaktere, die auf eine sehr lustige, freie und moderne Art das Puplikum begeistern.

Kommt am Mittwoch in die Aula und taucht ein in den Märchenwald!  

Zeitreise ins Alte Ägypten: Ägypten-Ausstellung in Rosenheim

Vom einfachen Leben eines Bauers bis hin zum luxuriösen Alltag eines Pharaos – alles konnte die Klasse 6b des Gymnasiums Seligenthals hier, zusammen mit ihrer Geschichtslehrerin Frau Heigl, während einer Führung genau erklärt sehen. Mit einer originalen Aufnahme einer Nilüberschwemmung wurde die 6b wie in einem echten Nilstrom „mitgerissen“, mitten hinein in die Welt des Alten Ägyptens.

Die „Truppe“ vor dem Museum

Anschließend ging es um die Pharaonen und deren Bauten: die Pyramiden. Eine der bekanntesten ist wohl die Cheops-Pyramide (Pharao Cheops ließ sie erbauen). Sie ist so hoch, dass sie zu den Weltwundern gehört. Der Eingang der Cheops-Pyramide allein beträgt schon 14 Meter. Früher glänzte die Pyramide, da die äußeren Steine poliert waren. Doch im Mittelalter wurden die schimmernden Steine abgetragen und verarbeitet. So sieht die Cheops-Pyramide heute aus:

Ägypten, Pyramide, Kultur, Grab

 

 

 

 

 

 

Zu erkennen war ein Pharao meist an seiner Kopfbedeckung, die ein Schmuckstück, das eine Speikobra darstellte, zierte. Außerdem trug der Pharao auch einen unechten Bart. Sogar manche weibliche Pharaoninnen (z. B. Hatschepsut) trugen diesen Bart. Interessant zu wissen ist auch, dass Pharonen als Gottheiten verehrt wurden. Weitere Merkmale könnt ihr hier an der berühmten Totenmaske von Pharao  Tutanchamun sehen:

Tutanchamun, Gold, Ägypten, Pharao

Natürlich hatten auch die alten Ägypter eine Religion. Die Ägypter glaubten an mehrere Götter, z. B. Amun Re (als Sonnengott der höchste Gott), Hathor (Göttin der Liebe) usw. Die Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod. Doch bevor man ins Jenseits eintreten konnte, so glaubten die Ägypter, musste man mehrere Aufgaben bestehen. Eine der wichtigsten Prüfungen war wohl das Totengericht. Der schakalköpfige Gott Anubis (Hintergrund: da Schakale Aasfresser sind, gaben sie Anubis das Aussehen eines Schakals, in der Hoffnung, dies würde helfen, die Leiche des Verstorben zu schützen) führte den Verstorbenen (weiß gekleidet) vor eine Waage. Dort wog Anubis das Herz (die Ägypter dachten damals, das Herz war der Mittelpunkt des Denkens und der Taten) des Toten. War das Herz leichter als eine Feder (Zeichen für Reinheit und Warheit) und damit voller guter Taten konnte der Tote ins Jenseits eintreten. Sollte dies nicht der Fall sein und das Herz schwerer sein, wurde das Herz von einem krokodilköpfigen Mischwesen gefressen. Dadurch konnte der Tote weder weiter leben noch ins Jenseits gehen. Dieser Prozess wurde von Thot (Gott des Schreibens) notiert. Hier sieht man das Totengericht:

Ägypten, Anubis, Urteil, Gott

Um ein solches Leben nach dem Tod zu ermöglichen, musste der Körper erst konserviert bzw. mumifiziert werden, denn die Ägypter glaubten, dass die Seele in Form eines Vogels den ganzen Tag herumfliegt und dann am Abend zum Körper seines Herrn zurückkehren würde. Arme Leute wie Bauern wurden nach ihrem Tod in der Wüste vergraben. Auch sie wurden durch den Boden für die Ewigkeit haltbar gemacht. Wohlhabendere und wichtigere Persönlichkeiten wurden aufwändig über zwei Monate mumifiziert. Auch in der Ausstellung konnte man eine Mumie einer reichen Frau sehen.

Interessant ist auch das „Papier“ der Ägypter. Es wurde aus der Papyruspflanze hergestellt und sieht im fertigen Zustand so aus:

Zur Herstellung diente die Papyruspflanze:

Papyrus, Blume, Pflanze, Seggen

Weiter ging es dann mit einem spannenden Hieroglyphen-Workshop, indem die Schüler ihren Namen in Hieroglyphen auf Papyrus schreiben konnten. Hier ein paar Orginalbilder:

Allen Beteiligten hat es sehr viel Spaß gemacht. Auch ich kann einen Besuch des Museums nur empfehlen!

Konflikte ansprechen und schlichten – Zu Besuch in der Mediatoren-Ausbildung

Streit zwischen Schülern kommt nicht selten vor. Kleine Neckereien oder Auseinandersetztungen zwischen Personen gibt es an jeder Schule. Selten, aber manchmal, kommt es aber auch vor, dass aus einer Diskussion ein großer Streit wird, in dem es zu Gewalt kommt.

Dabei geht man nicht immer nur mit Fäusten aufeinander los, sondern bewirft sich gegenseitig mit Schimpfwörtern. Einen Konflikt, bei dem man sich verbal angreift, gibt es auf dem Schulgelände dann doch häufiger als einen, in dem physische, also körperliche Gewalt, angewendet wird. Um diesen Streit oder Konflikt schnell zu „beseitigen“, sodass er nicht ausartet, gibt es Mediatoren.

An unserer Schule werden Achtklässler zwei Jahre lang ausgebildet, um Schülern zu helfen, wieder „ordentlich“ miteinander zu reden und mögliche Konflikte zu lösen. In solch einer Ausbildung lernt man, wie man mit diesen Streitigkeiten und den Personen umgeht; zusätzlich erfahren die auzubildenden Mediatoren viele Informationen über Hintergründe des Konfliktbegriffs.

Ich durfte bei einem der Treffen dabei sein, und so das aus:

Zu Begrinn durfte ich bei einem Gemeinschaftsspiel mitmachen. Wir stellten uns in einem engen Kreis zusammen, schlossen die Augen und griffen nach zwei Händen. Dann mussten wir versuchen, uns wieder in einen Kreis aufzulösen, ohn, dass noch irgendjemand verknotet war. Nach ein paar Minuten hatten wir es alle geschafft. Das Spiel nannte sich „Der Gordische Knoten“ und wird häufig in Klassen gespielt. Dies zeigt die Teamarbeit zwischen den Schülern und lässt Vertrauen aufbauen.

Als kleine Einführung in das Stundenthema wurde uns von zwei Schülern ein Konflikt vorgespielt, in dem sie sich stritten, weil ein Schüler auf den Stift eines anderen gestiegen war. Sie diskutierten laut, ohne auf den anderen einzugehen. Danach sollten sich alle eine Lösung für ein friedlicheres Kommunizieren überlegen. Im Rest der Stunde ging es um die  Du-Botschaft und die Ich-Botschaft.

-Beispiel für Du-Botschaft (wenig effektiv: erzeugt Blockadehaltung beim Gegenüber und das Gefühl der Schuld): Du bist gemein, wenn du mich anschreist, weil du immer schlecht gelaunt bist. Hör auf damit, deinen Frust immer an mir auszulassen.

-Beispiel für Ich-Botschaft (recht effektiv: Kränkung oder Problem aus eigener Sicht beschreiben; erzeugt keinen Vorwurf, sondern „berichtet“ grundsätzlich von der eigenen Seelenlage) : Ich bin sauer, wenn du den Kuchen ohne mich isst, weil er für uns beide war. Ich möchte, dass du dich bei mir entschuldigst und mir das nächste Mal etwas übrig lässt.

Die Achtklässler arbeiteten mit großem Interesse mit und füllten ein Arbeitsblatt mit verschieden Situationen zur Ich-Botschaft aus.

Bis sie das erste Mal zwischen zwei oder mehreren Schülern schlichten, werden die angehenden Mediatoren noch eine Menge lernen, um ihr Wissen gekonnt in Konfliktsituationen anwenden zu können. Mediatoren an der Schule helfen nicht nur Schülern in einem Konflikt direkt, sondern auch den schlichtenden Jugendlichen selbst. Sie lernen dabei, wie man mit den verschiedensten Streit- und Diskussionssituationen umgeht und lernen verantwortlich, mit fremden Personen umzugehen. Der Vorteil dabei ist, dass sich die Mediatoren leichter in die Lage der anderen Jugendlichen versetzten können, was bei Lehrern z. B. wegen des Altersunterschiedes manchmal nicht so leicht ist.

Umfrage zur Handynutzung in Seligenthal: Schüler vs. Lehrer

Handys auf dem Schulgelände? Google im Unterricht? Chatten in der Pause? Oft wollen wir uns in der Schule mit unseren Handys beschäftigen. Wie Schüler und Lehrer dazu stehen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

In Seligenthal gibt es ein Verbot, welches besagt, dass die Handynutzung und die Nutzung anderer digitalen Medien auf dem gesamten Schulgelände untersagt ist. Ausnahmefälle gibt es nur im Unterricht, wenn der Lehrer oder die Lehrerin es erlauben; in der Bibliothek ist es seit kurzem gestattet, das Handy als Recherchemedium zu benutzen. Da das Handy mittlerweile bei fast jedem Schüler ab zehn Jahren schon zum Alltag zählt, sind einige auch gegen das Verbot und hätten gerne die Erlaubnis, sich im Schulgebäude mit den Smartphones zu beschäftigen. Ich habe ein paar Lehrer und Schüler gefragt, was sie von der bestehenden Handyregelung an der Schule halten und ob sie für eine Erlaubnis oder das weitere Verbot der digitalen Geräte sind.

Zuerst habe ich ein paar Schüler und Schülerinnen aus der achten Jahrgangsstufe zu diesem Thema um ihre Meinung gebeten.  Nadine W. (13 Jahre) besitzt, wie alle in ihrer Klasse, ein Smartphone. Nadine ist für die Nutzung digitaler Geräte an unserem Gymnasium und verwendet sie privat hauptsächlich zum Chatten, zur Unterhaltung und nimmt sie auch häufiger für Hausaufgaben und zum Lernen her.  In der Schule hat sie aber nur ihr Handy dabei. Trotz aller Befürwortung digitaler Geräte merkt Nadine kritisch an, dass sie eine Ablenkung für viele Schüler sein könnten und daher wohl auch im Unterricht einige nicht mehr gut aufpassen würden. Während des Unterrichts sollte das Handy wirklich nur für Recherchen genutzt werden.

Zum Chatten, zur Unterhaltung, für Recherchen, zum Lernen und für Hausaufgaben nutzt Nele M. (13 Jahre) ihr Handy. Sie ist ebenfalls dafür, dass man das Handy im Unterricht nutzen dürfen sollte. Sie hat ihr Smartphone auch immer dabei, das sie ausgeschaltet immer in ihrer Schultasche mit sich herumträgt. Manchmal gab es schon Fälle, in denen sie ihr Handy benutzen durfte oder gerne benutzt hätte, und betont, dass es sehr hilfreich wäre, mal schnell etwas im Internet zu recherchieren. Genauso wie Nadine W. (13 Jahre) denkt sie aber auch, dass die Erlaubnis der Handynutzung im schulischen Alltag Ablenkung und Unachtsamkeit mit sich bringen würde. Tablets in der Schule würden aber vielleicht auch Ordnung in die „Zettelwirtschaft“ bringen und Bücher müssten nicht immer mitgenommen werden, wenn sie gleich auf den Geräten digital vorhanden wären.

Ein weiter Mitschüler aus der achten Klassenstufe ist nur für die Erlaubnis der Smartphones auf dem Schulgelände, wenn sie für Unterrichtszwecke genutzt werden. Er hat sein Handy auch in der Schule dabei und nutzt es natürlich gerne, wenn die Klasse im Unterricht damit recherchieren darf. Verwendet wird es auch für Hausaufgaben, zum Lernen und zur Unterhaltung, aber in der Pause in der Schule sei es nicht wirklich nötig, seinen Freunden lustige Videos von YouTube oder Bilder aus den sozialen Netzwerken zu zeigen, meint er. Der Gebrauch im Unterricht, um Fakten im Internet zu suchen, wäre aber eine gute Idee, um gleich nachzuschauen, wenn man etwas nicht genau weiß. Deswegen müsste man die Handynutzung einschränken. Für ihn wäre eine Lockerung der Handyvereinbarung mit Ablenkung und weniger Konzentration im schulischen Zusammenhang verbunden, im sozialen vor allem damit, dass man weniger miteinander kommunizieren würde.

Was die Folgen anbelangt, haben die meisten Schüler ähnliche Befürchtungen, aber in Sachen „Nutzen für die Schule“ unterscheiden sich die Meinungen kaum. Obwohl die Jugend scheinbar heutzutage nicht mehr ohne Handys auskommen möchte, denkt sie, dass die Erlaubnis der Handynutzung in der Schule nicht nur positiv wäre, sondern auch eine Ablenkung im Unterricht darstellen könnte, wenn man die Regelungen lockert.

Ähnlich sehen das die Lehrer!

Herr Mantel, ein Deutsch- und Sozialkundelehrer am Gymnasium Seligenthal, ist nicht prinzipiell gegen eine Erlaubnis der Handynutzung an der Schule. Auch er ist der Meinung, dass die digitalen Geräte im Unterricht für Referate und Recherchen ein gutes Hilfsmittel wären. Er selber besitzt auch alle gebräuchlichen Geräte wie Smartphone, Laptop oder Computer. Nicht nur in den Taschen der Schüler, sondern auch in denen vieler Lehrer, hätte das Smartphone seinen Platz gefunden. Handys überall und zu jeder Zeit auf dem Schulgelände? Dazu sagt Herr Mantel aber dann auch nein. Denn die Kommunikationskultur würde sich verschlechtern und viele Schüler würden sich in den Pausen nur noch mit ihrem Handy beschäftigen und im Internet surfen. Für Unterrichtszwecke wäre es aber trotzdem eine gute Idee.

Ich habe auch Frau Dr. Mathes um ihre Meinung gebeten und sie ist gegen die Erlaubnis der Handynutzung auf dem Schulgelände. Auch wenn sie alle gängigen Geräte zu Hause hat (I-Pad, Laptop, Computer und Smartphone), würden die digitalen Geräte in der Schule zu Ablenkung führen und darüber hinaus dazu, dass die Schüler weniger im Unterricht aufpassen würden. Die Folgen könnten schlechte Noten sein und die Schüler würden sich erst recht mit den Handys beschäftigen. Zu Hause könnten sie gerne in Maßen mit ihren Smartphones, Tablets und Computern im Internet surfen, aber auf dem Schulgelände haben diese Geräte nicht wirklich etwas zu suchen.

Die Meinungen der Schüler und Lehrer liegen gar nicht so weit auseinander. Was das Verbot von Handys in den Pausen anbelangt, sind sich alle einig. Die „echte“, zwischenmenschliche Kommunikation, bei der man auch die Gestik und die Mimik des Gegenübers sehen und seine Reaktion ausdeuten kann, ist sehr wichtig für das soziale Miteinander. Auch wenn wir uns gerne mit unseren Handys beschäftigen, ist es gut,  dass sie nur für Unterrichtszwecke genutzt werden und die Geräte in den Pausen echte Freunde nicht verdrängen!

P-Seminare „Film“ besuchen Medien-Berufsschule in München

Am 02.02.2017 besuchten die „Filmseminare“ von Frau M. Fischer und Herrn J. Kaufmann im Rahmen der allgemeinen Studien- und Berufsorientierung die Städtische Berufsschule für Medienberufe in München.

Frau Fischer hatte zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Seminar bereits den Kurzfilm „Herbstgeflüster“ gedreht, der mit dem niederbayerischen P-Seminar-Preis ausgezeichnet wurde. Nähere Informationen dazu finden sich hier:

http://gymnasium.seligenthal.de/fileadmin/user_upload/Gymnasium/PDFs/SWEI/LZ_P-Seminar-Preisverleihung.pdf

http://gymnasium.seligenthal.de/lehrer-lernen/w-und-p-seminare/p-seminar-film-2015-17/

Ziel der Fahrt nach München war es nun, hinter die Kulissen der Produktion von audiovisuellen Medien und der dazugehörigen Berufe im Allgemeinen zu blicken. „Der Film“ ist dabei nur ein Teilbereich von vielen.

Es gab nicht nur viel Neues zu entdecken; vielmehr durften alle Beteiligte erfahren, mit welche (technischen und körperlichen) Herausforderungen die Ausbildungsberufe im Bereich Medien verbunden sind. Folgende Berufe kann man in München parallel zur Ausbildung im Betrieb „erlernen“:

  • Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien, 
  • Medienkaufmann/-frau Digital und Print, 
  • Buchhändler/in, 
  • Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation
  • Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste
  • Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Berufsschullehrer Herr Peter Klostermaier begrüßte die Gruppe am Olympiaeinkaufszentrum. Nach einem kurzen Fußmarsch zur Berufsschule wurden die Kollegiatinnen und Kollegiaten in eine große Veranstaltungshalle geführt und mit grundlegenden Regelungen vertraut gemacht, die es bei der Ausbildung im Berufsfeld  Medien zu beachten gilt:

  • Dauer der Ausbildung: regulär drei Jahre
  • Blockbeschulung (mehrere Wochen im Ausbildungsbetrieb, danach Schule)
  • Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich (abhängig von Leistung, Einsatz und Vorwissen)

Herr Klostermaier machte gleich zu Beginn deutlich, dass besonders in der Veranstaltungstechnik, also im technischen und logistischen Organisieren von Veranstaltungen, nicht nur fachliches Können, sondern vielmehr auch körperliche Fähigkeiten mobilisiert und abgerufen werden müssen: „Es kommt schon vor, dass man spontan am Wochenende einen Anruf bekommt und dann kurzfristig einspringen muss!“ Wenn ein Konzert vorbei ist, sei danach noch Abbauen und Einpacken angesagt. Die sehr teure Technik müsse dabei fach- und sachgerecht verstaut werden. Nicht selten werde man damit erst mitten in der Nacht fertig und müsse womöglich dann auch gleich zu einer anderen Veranstaltung weiterfahren. Das zehre natürlich an den Nerven und bedeute nicht selten ein großes Schlafdefizit, gerade auch während der Berufsausbildung.

Ein Highlight während des Aufenthalts in München war sicher die „Bühne“. „Zehntausende Euro an Wert reichen da nicht mehr“, meint Peter Klostermaier. Auch sei die Technik innerhalb weniger Jahre veraltet, was natürlich kontinuierlich hohe Ausgaben für den Schulträger bedeute.

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Die beiden P-Seminare im Bühnenraum: die Technik veraltet schnell und muss ständig auf den neuesten Stand gebracht werden

Im „Fernsehstudio“ bekam man einen Einblick in die Beleuchtungstechnik. Unzählige, an der Decke befestigte Scheinwerfer, bleiben dem Zuschauer vor dem Fernseher verborgen. „Die Kunst ist es, den Sprecher perfekt auszuleuchten, ohne dass noch irgendwo Schatten zu sehen sind. Das ist sehr schwierig!“, merkt P. Klostermaier an. Und er fügt hinzu: „Die Strahler werden sehr heiß und der Raum muss daher beständig gut heruntergekühlt werden. Aus diesem Grund arbeiten die Schüler auch mit Jacken hier drin.“

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Das „Fernsehstudio“: voller Technik, die auch fachmännisch bedient werden will

Ebenfalls beeindruckend war das „Tonstudio“. Schon beim Eintreten stellte sich ein eigenartiger Druck auf die Ohren ein. Die Dämmung an den Wänden sei dafür verantwortlich. Durch sie werde garantiert, dass möglichst wenig Schall von den Wänden zurückgeworfen wird, was bei Aufnahmen den Originalklang der Stimmen und Instrumente konservieren soll.

Sogleich wurde diese einmalige Akustik auch von einem Schüler getestet; das Schlagzeug klang viel lauter als auf freier Bühne – ein erwünschter Nebeneffekt der Dämmung an den Wänden. „Manche unserer Schüler bekommen Kopfschmerzen, wenn wir hier länger drin sind“, erzählt P. Klostermaier. Auch für uns war es zu Beginn etwas befremdlich in diesem klanglich sterilen Raum – einige hielten sich daher die Ohren zu.

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Im „Tonstudio“ mit Berufsschullehrer P. Klostermaier: nicht jeder Auszubildende kann sich hier länger aufhalten, da die Akustik nicht der entspricht, die man normalerweise aus dem alltäglichen Leben gewohnt ist

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Die „Schaltzentrale“ eines jeden Tonstudios ist der Bereich hinter dem Sichtglas. Hier befinden sich sog. Monitorlautsprecher, Mischpulte und die eigentliche Technik. Aber „Fachwissen ist nicht alles“, weiß P. Klostermaier (links). „Wenn jemand feine Nuancen, Töne und Frequenzen nicht hört, ist er für das Tonstudio nicht geeignet!“

In einem weiteren „Klassenzimmer“ werden die Azubis in Sachen Bühnenplanung geschult. Dabei kommt hochkomplexe IT-Software zum Einsatz, die nicht nur ein gutes räumliches Denken (vgl. Raumkonstruktion) voraussetzt, sondern auch grundlegende Statik-Kenntnisse, wenn es z. B. um den Aufbau der Bühnenkonstruktion geht, die sehr viel wiegt und fachmännisch unter vollem Körpereinsatz zur Sicherheit aller Beteiligter befestigt werden muss. Aber nicht nur hierbei gilt es, rechtliche Vorgaben einzuhalten und für die Sicherheit der Menschen auf der Bühne sowie der Besucher zu sorgen. Die Feuerwehr weiß ab einer gewissen Besucheranzahl bei Veranstaltungen immer schon vorher, wann welches Lied gespielt wird, wie lange es dauert und wie viele Zugaben es geben wird.

Zum Abschluss der „Tour“ durch die Berufsschule durfte unsere Gruppe noch selbst „Hand anlegen“ und praktische Erfahrungen sammeln. So galt es, ein Mischpult mit dem Smartphone zu verbinden und zunächst eine Tonspur (Musikstück), dann eine zweite „einzumischen“, um die einzelnen Klänge zu überlagern – ein typischer Kniff unter DJs und bei Veranstaltungen aller Art. Die Verkabelung stellte sich trotz der „Einsteigerübung“ als höchst anspruchsvoll heraus und verlangte den Kollegiaten einiges an vorausschauendem Denken, technischem Verständnis und Feinjustierung ab.

Unser technisches Wissen wurde noch erweitert: gewissen Mikrofonen an Mischpulten konnte nur dann ein Ton entlockt werden, wenn man auch die Bauweise und die technischen Spezifikation berücksichtigte. Kondensatormikrofone (dünne Membrane, die durch einen Luftspalt getrennt sind) benötigen beispielsweise eine sog. Phantomspeisung mit 48 Volt. Nur bei entsprechendem, korrekten Anschluss an das Pult – eine gleichzeitige Aktivierung der Phantomspeisung über einen kleinen Druckknopf vorausgesetzt – kann überhaupt mit dem Mikrofon gearbeitet werden.

Der Tag in München war für alle äußerst informativ und gewinnbringend. Besonders das viele Fachdisziplinen umfassende, geforderte Know-How, und die mitunter anspruchsvollen Arbeitszeiten und -bedingungen lassen erahnen, was man in modernen Medienberufen können und leisten muss!

Das Känguru der Mathematik

Bald findet bei uns, wie auch an vielen anderen Schulen, der Känguru-Wettbewerb statt. Es ist ein mathematischer Wettbewerb für rund sechs Millionen Teilnehmer in über 60 Ländern weltweit.

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Beim Känguru-Wettbewerb wird am 3. Donnerstag im März überall fast exakt zur selben Zeit ein Test geschrieben. Dieser Test ist ein freiwilliger Klausurwettbewerb, der unter der Aufsicht an Schulen geschrieben wird. Die freiwillige Teilnahme am Wettbewerb ist für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 – 13 aller Schularten möglich . Um teilzunehmen, muss das Einverständnis des Teilnehmers bzw. das des Erziehungsberechtigten vorliegen.

Für jede Klassenstufe gibt es jeweils altersgerechte Aufgaben, für die die Teilnehmer 75 Minuten zum bearbeiten haben. Wenn man dabei sein möchte, kann man auch den  Lehrer oder die zuständige Lehrerin für Mathematik fragen. Diese werden sicher all eure Fragen beantworten.  Wenn das immer noch nicht reicht, kann man sich auch auf der offiziellen Webseite informieren:

http://www.mathe-kaenguru.de/index.html

Nach der Teilnahme am Wettbewerb erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde mit der erreichten Punktzahl und dazu eine Broschüre mit den Aufgaben, Lösungen und weiteren mathematischen Knobeleien sowie einen ,,Preis für alle“.

Für die deutschlandweit Besten gibt es erste, zweite und dritte Preise und an jeder Schule erhält der Teilnehmer mit dem weitesten ,,Kängurusprung“ ( d.h. der größten Anzahl an aufeinanderfolgenden Punkten im Test) ein T-Shirt. Es gibt aber auch noch andere tolle Preise zu gewinnen.

Allen Teilnehmern wünschen wir viel Spaß und Erfolg!

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Prominenter Besuch: Schauspieler und Musiker Michael Fitz besucht die Oberstufe des Gymnasiums

Prominenten Besuch erhielt das Gymnasium Seligenthal am Nachmittag des 15.11.2016: Schauspieler und Musiker Michael Fitz gewährte der Oberstufe ganz persönliche Einblicke in sein Leben und Wirken als Künstler und beförderte die Kollegiaten in einem schülernahen 90-minütigen Gespräch hinter die Kulissen der Film- und Musikbranche.

„Wenn es sich gut anfühlt, ist es für mich auch gut!“ Für Michael Fitz gibt es keine starren ästhetischen Grenzen, solange das Erlebte nicht nur mit dem Kopf erfahren wird. „Gute Unterhaltung muss auch körper­lich wahrnehmbar sein, ein Gefühl auslösen, das im Körper Spuren hinterlässt“, eröffnete der 58-Jährige den Schülern gleich zu Beginn.

Aus der berühmten Künstlerfamilie Fitz stammend, war sein Leben nicht automatisch als zwangsläufig erfolgreich vorherbestimmt. „Zur Schauspielerei kam ich eigentlich auf Umwegen – ich wurde in München auf der Straße angesprochen, habe quasi aus dem Stand die Chance erhalten, eine Hauptrolle in einem Fernsehspiel zu übernehmen und bin dadurch in die staatliche Agentur ZBF hineingerutscht. Beim Produzenten dieses Films habe ich dann zwei, drei Jahre gearbeitet, erst als Volontär, heute sagt man Praktikant. Etwa 1980 war es zwar ohne Abitur für mich schwierig, an die Filmhochschule in München zu kommen. Es hat aber dann doch irgendwie geklappt, weil ich hartnäckig war. In den Jahren nach der HFF habe ich viel hinter der Kamera in unterschiedlichen Positionen in Film-Teams gearbeitet, u.a. als Regieassistent oder auch als Set-Aufnahmeleiter, auch einer Folge der Helmut-Dietl-Reihe Kir Royal. Mitte der 1980er-Jahre kam der Durchbruch in der Serie Der Schwammerlkönig.“

Einem großen Publikum wurde Michael Fitz deutschlandweit vor allem als der in seinem Vorgehen alternative, etwas renitente und unangepasste Kommissar Carlo Menzinger im München-Tatort bekannt, den er 2007 verließ und für den er nur noch einmal im Jahr 2013 in einer Gastrolle auf die Bildschirme zurückkehrte: „Die Figur hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Da wurde es Zeit zu gehen. Dem Carlo geht es aber gut, er lebt jetzt in Thailand mit seiner Familie!“, kommentiert der sympathische und jung gebliebene Künstler witzelnd seinen Abschied aus der Serie.

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Nah an den Schülern: Michael Fitz im Gespräch mit den Oberstuflern

2005 erhielt Fitz den Bayerischen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle im Fernsehdrama Marias letzte Reise. Der Künstler erinnert sich sehr gerne an die Dreharbeiten zu diesem Film: „Reiner Kaufmann ist ein toller Regisseur. Man fühlt sich einfach aufgehoben bei ihm. Das ist sehr wichtig für einen Schauspieler, man muss sich vom Regisseur getragen und von ihm verstanden fühlen!“ Mit dem Vorurteil gegenüber den „Großen“ im deutschen Filmgeschäft räumt Michael Fitz auf: „Die wirklich Bekannten sind souverän und haben es nicht nötig, am Set arrogant zu sein. Sie sind zu allen nett und sehr professionell!“ Kritische Töne schlug Fitz im Zusammenhang mit deutschen Kinofilmen an: „Alle diese Filme werden nicht ohne Mittel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens realisiert – und das sieht man ihnen an. Es wäre besser, wenn es mehr unabhängige Kinoproduzenten und damit auch Filmemacher mit mehr Freiheiten in Deutschland gäbe und das Fernsehen nicht überall mitreden würde!“

Dann gewährte Michael Fitz einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag eines Schauspielers: „Man kann während Dreharbeiten nicht einfach umschalten von Rolle auf Privat, das geht gar nicht.“ Im Jahr 2007 erschienen TV-Drama Das Leuchten der Sterne verkörpert Fitz den Vater eines körperlich schwerbehinderten Mädchens: „Wenn man, so wie ich das war, den Umgang mit Menschen mit Behinderung nicht gewöhnt ist, nicht weiß, wie man jemanden halten muss und die Dinge tut, die für den Vater eines solchen Mädchens ganz selbst verständlich sind, muss man das als Schauspieler, der so eine Rolle spielt, erst mal lernen. Das ist spannend und aufregend, aber belastet auch manchmal die eigene Familie während der Drehzeit durchaus!“

Michael Fitz mag die Herausforderung: „Ich liebe Figuren, die Tiefe haben, die man fühlt!“ Getreu diesem Motto lehnt der Schauspieler durchaus manche Rollen auch ab, wenn sie ihm zu seicht oder überzogen-klischeehaft erscheinen.

Auf die Frage hin, was er sich für seine Zukunft wünsche, meint Michael Fitz: „Ich würde schon gerne mal eine interessante Kinofigur spielen. Und die Musik ist gerade das, was mir sehr viel gibt. Ich mache schon lange Musik, habe über die Jahre hinweg 14 Alben aufgenommen, toure durch ganz Deutschland und gebe derzeit über 100 Konzerte pro Jahr. Das ist schon anstrengend, aber auch sehr schön. Ich mag das, so soll es weitergehen.“ Das letzte Album Des bin i hat er im Alleingang bei sich zuhause aufgenommen und produziert. „Ich finde es schön, unabhängig zu sein!“. Der mittlerweile in Niederbayern lebende Künstler beherzigt das auch auf seiner Tour: „Früher war ich mit Band unterwegs, heute bin ich ganz alleine auf der Bühne.“

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Michael Fitz (Mitte) mit dem P-Seminar „Filmanalyse“

Michael Fitz würdigte das große Interesse der Kollegiaten und die vielen „guten Fragen“ mit den Worten „Schön war’s bei euch, vielen Dank!“

Der Besuch am Gymnasium Seligenthal war nicht das letzte Gastspiel des Künstlers in Landshut. Am 11.12.2016 gibt er ein Konzert im Kleinen Theater in der Bauhofstraße: „Ich freue mich schon sehr darauf!“

 

In den folgenden Videos könnt ihr weitere Eindrücke von Michael Fitz‘ Schaffen als Musiker und Schauspieler gewinnen:

Musikvideo zu „Hinter meiner Stirn“ aus dem aktuellen Album „Des bin i“

Hinter den Kulissen der Tatort-Folge „Macht und Ohnmacht“

Making-of des Fernsehkrimis „Hattinger und die kalte Hand“