Eindrücke zur Wanderausstellung „Bayerischer Landtag“ in Seligenthal – Teil II

Der Bayerische Landtag, seine Gremien & Co.

Ein Gastbeitrag von Katharina Huber, Klasse 10a

Die Eröffnung der Wanderausstellung des Bayerischen Landtages, die am Gymnasium Seligenthal vom 13. bis 17. Januar 2020 zu sehen war, stellte einen passenden Anstoß für mich dar, mir die Frage zu stellen, wie unser Freistaat Bayern eigentlich aufgebaut ist.

Die Vorgabe dazu gibt die Verfassung  des Freistaates Bayern selbst, und zwar in Artikel 3 Abs. 1 und Artikel 5 mit den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und der Gewaltenteilung. Gewaltenteilung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen eines Rechtsstaates und bedeutet Gewaltentrennung und damit die Aufteilung der Staatsaufgaben in drei Teile.

Die Gesetzgebende Gewalt, die sog. Legislative steht nur dem Souverän, also dem Volk, bzw. seinem gewählten Vertreter, also dem Bayerischen Landtag, zu. Die vollziehende Gewalt, die Exekutive liegt in den Händen der Staatsregierung, und die Judikative, die richterliche Gewalt, wird durch die Gerichte ausgeübt. Oberstes Gericht im Freistaat Bayern ist, wie in Artikel 60 der Verfassung des Freistaates Bayern vorgegeben, der Verfassungsgerichtshof.

Durch die Gewaltenteilung wird primär das Ziel verfolgt, eine zu große Machtkonzentration bei einem einzelnen Staatsorgan zu vermeiden und dadurch Freiheit und Gleichheit zu sichern. Der Freistaat Bayern ist also auf den drei Säulen Exekutive, Legislative und Judikative aufgebaut.

Theoretisch ist den meisten Schülern klar, wie die Exekutive und die Judikative funktionieren, für die Legislative – also den Bayerischen Landtag – gilt dies, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, oftmals nicht.

Um die Tätigkeiten und die Organisation des Landtags zu regeln, hat sich dieser eine Geschäftsordnung gegeben, in der verschiedene Aufgaben an bestimmte Organe und Gremien zugewiesen werden. Die Organe bzw. Gremien sind die Landtagspräsidentin, das Landtagspräsidium, das Plenum, die Ausschüsse, die Fraktionen und der Ältestenrat.

Die zugehörige Stele in der Ausstellung in Seligenthal informierte übersichtlich und kurzweilig über den organisatorischen Aufbau des Landtags.

Die wesentlichen Aufgaben der Landtagspräsidentin, zur Zeit Frau MdL (Mitglied des Landtags) Ilse Aigner sind die Leitung der Sitzungen der Vollversammlung und die Repräsentation des Parlaments nach außen, während das Landtagspräsidium im Wesentlichen ein Beratungs- und Beschlussorgan in Verwaltungsangelegenheiten des Landtags ist. So bereitet es z. B. den Haushaltsplan des Landtags vor.

Daneben hat der Landtag 14 ständige Ausschüsse für die Dauer der 18. Wahlperiode von 2018 bis 2023 eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die Ausschüsse für Haushalt, Verfassung, Inneres, Wirtschaft, Wissenschaft und Europa. Abgeordnete aller im Landtag vertretenen Parteien sind jeweils entsprechend der Kräfteverhältnisse des Bayerischen Landtages in den Ausschüssen vertreten. Die Bildung von Ausschüssen ist insbesondere deshalb sinnvoll, weil sich so nicht jeder Abgeordnete Detailkenntnisse in allen Sachfragen aneignen muss und dafür Spezialist in den jeweiligen Angelegenheiten werden kann, die sein Ausschuss behandelt.

Außer in der Vollversammlung (Plenum), der die Besprechung und Abstimmung über Gesetzesvorlagen obliegt, und den ständigen Ausschüssen, arbeiten die Abgeordneten des Landtags in weiteren Gremien, deren Arbeitsbereiche über die Beratung von konkreten Gesetzesvorhaben oder Petitionen hinausgehen. So können zum Teil unter Einbeziehung von Sachverständigen und oft auch zeitlich begrenzt komplexe Sachfragen bearbeitet und Beratungen des Plenums vorbereitet werden, was im sog. Ältestenrat stattfindet – oder bestimmte Fragen untersucht werden (sog. Untersuchungsausschüsse).

Die Fraktionen sind mit eigenen Rechten und Pflichten ausgestattete Vereinigungen im Bayerischen Landtag, zu denen sich Mitglieder des Bayerischen Landtags zusammenschließen. Derzeit sind im Bayerischen Landtag Fraktionen der CSU, Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, SPD, FDP und AfD vertreten.

Auf einen Blick standen den Besuchern der Ausstellung auch Kurzprofile zu einzelnen Politikern zur Verfügung.

Abschließend möchte ich betonen, wie gut mir die Ausstellung gefallen hat und wie interessant ich sie gefunden habe. Am Eröffungstag war ich anwesend und bekam die Chance, mich mit einigen Landshuter Politikern, darunter Helmut Radlmeier, zu unterhalten. Sie beantworteten mir, sehr aufgeschlossen, viele Fragen zu ihrem wichtigen Beruf.

Eindrücke zur Wanderausstellung „Bayerischer Landtag“ in Seligenthal – Teil I

Das Maximilianeum in München ist der Sitz des Bayerischen Landtags.

Am Ende doch sehr interessant

Ein Gastbeitrag von Elisabeth Rieger, Klasse 10a

Als wir in der  Klasse  erfuhren, dass wir nächste Woche eine Doppelstunde Mathe verpassen sollten, waren wir natürlich alle  hellauf begeistert. Diese Begeisterung legte sich allerdings  wieder, sobald der Grund dafür bekannt gemacht wurde: Die Wanderausstellung „Der Bayerische Landtag auf Tour“ sollte besichtigt werden. Sofort hörte man im ganzen Klassenzimmer: „Da geht’s um Politik.“ – „Das interessiert mich doch eh nicht!“ – „Und was hat das mit uns zu tun?“ Erstaunlich viel, wie wir bald merken sollten!

Langweilige Reden zum Auftakt? Von wegen!

Aber ich greife vor, denn zunächst sollten wir ein paar Reden über uns ergehen lassen. Als besonders langweilig wurden von uns die Reden der anwesenden Politiker erwartet. Diese Einschätzung stellte sich als völlig falsch dar.  Die Reden waren erstaunlich publikumsnah und unterhaltsam. Auch dass die Politiker noch etwas länger blieben, stellte sich als Glücksfall heraus, denn wir, also gerade auch die Schüler/innen, wurden dazu angehalten, einfach mal ein Gespräch mit ihnen zu starten. Diese Gelegenheit haben wir  fleißig genutzt und durch diese Konversationen wurde   deutlich, dass Politiker Menschen wie du und ich sind, mit eigenen Ansichten, aber auch offen für andere Meinungen, mit denen man sich ganz normal unterhalten kann.

Wir können doch eh nichts ändern – oder doch?

Das alles ist ja gut und schön, aber wir waren immer noch nicht überzeugt, warum wir uns das jetzt hier ansehen sollten. Das Wichtigste wissen wir ja eh schon und wir können ja eh nichts ändern. Diese beiden Annahmen sollten sich (ebenfalls) als vollkommen falsch herausstellen. Wir, eine musische bzw. sprachliche Klasse, hatten ganz eindeutig zu wenig Ahnung von Politik und dem Land Bayern im Allgemeinen. Aber genau deshalb sind wir ja zu der Ausstellung gegangen. Auch der zweiten Aussage, dass wir doch eh nichts ändern können, kann ich jetzt nicht mehr zustimmen, denn wir können etwas ändern! Jeder von uns! Das lässt sich allein schon gut an dem Weg erkennen, den ein Gesetz gehen muss, bis es Gültigkeit erlangt. Da gibt es zunächst den ganz „normalen“ Weg durch das Parlament. Hierbei wird eine Gesetzesvorlage in den Landtag eingebracht. Dies kann durch jedes Mitglied des Bayerischen Landtags geschehen. Und wer wählt den Landtag? Ganz richtig, wir, das Volk! Also haben wir hierbei Mitspracherechte, wenn allerdings auch nur indirekt.

Die Schüler/innen konnten als kleinen Ansporn ein Quiz bearbeiten.

Geht Wählen!

Aber deshalb ist es auch so wichtig, dass wir alle wählen gehen – damit wir an diesem Entscheidungsprozess indirekt teilhaben können. Aber weiter im Text, diese Gesetzesvorlage wird nun erstmals in einer Vollversammlung gelesen. Falls sie hier nicht abgelehnt wird, geht sie weiter in die Ausschüsse, die sich den Gesetzentwurf genau anschauen und darüber beraten. Mit der Beschlussempfehlung der Ausschüsse geht die Vorlage wieder zurück in die Vollversammlung, wo es zu einer zweiten, in schwierigen Fällen sogar dritten Lesung kommt. Daraufhin gibt es die finale Abstimmung. Wurde damit das neue Gesetz beschlossen, muss es nur noch vom Ministerpräsidenten unterzeichnet werden und ist damit fertig, der Öffentlichkeit im Gesetz- und Verordnungsblatt präsentiert zu werden.

Auch wir können mitbestimmen!

Es gibt aber auch noch einen zweiten Weg, wie ein Gesetz erlassen werden kann, und diesmal geht es ganz direkt über die Bürger, nämlich über ein Volksbegehren und Volksentscheid. Dafür benötigt man allerdings schon allein für den Antrag eines Volksbegehrens 25.000 Unterschriften. Für das eigentliche Volksbegehren müssen dann mind. 10 % der Bevölkerung, also ungefähr 950.000 Bürger, unterschreiben. Durch dieses Volksbegehren wird der Gesetzesantrag im Landtag eingereicht, der dazu eine Stellungnahme veröffentlicht. Daraufhin darf der Landtag dann über den Gesetzesantrag abstimmen. Wird dieses Gesetz angenommen, erfolgt dasselbe Prozedere wie bei einer „normalen“ Gesetzgebung durch den Landtag. Wenn das Gesetz allerdings nicht angenommen wird, geht es weiter zum Volksentscheid. Wenn dabei die Mehrheit der Abstimmenden „Ja“ und nicht „Nein“ ankreuzt, gilt das Gesetz  als angenommen. Über den Weg eines Volksentscheids kann sogar die Verfassung geändert werden, allerdings müssen dann mind. 25 % der Bevölkerung für „Ja“ stimmen.

Alle Informationen werden über ansprechende, elektrische Stellwende vermittelt. Viele Flyer und die Verfassung gab es noch umsonst dazu.

Abschließend kann man also feststellen, dass in Bayern Politik nur mit und durch die  Bürgerinnen und Bürger funktioniert. Deshalb ist es auch so wichtig, dass es solche Ausstellungen gibt, damit sich junge Leute für Politik begeistern, so wie wir uns von der Vorstellung begeistern haben lassen, dass wir alle Politik machen dürfen, können und sollen.

Das Leben im Mittelalter – Teil 1: die „Hexen“ Agnes Bernauer und Veronika Zerritsch

Die neue Reihe „Leben im Mittelalter“ stammt von der Klasse 7c, die im Rahmen ihrer Recherchen zum Mittelalter im Fach Deutsch unterschiedliche Beiträge für die Schülerzeitung liefert. Herzlichen Dank dafür!

Die „Hexen“ Agnes Bernauer und Veronika Zerritsch

von Veronika Hofer und Julia Spierer

Was sind eigentlich Hexen? Hexen waren nach dem Volksglauben nicht nur Frauen, die Medikamente aus Kräutern herstellten, lesen und schreiben konnten. Ihnen wurde vielmehr vorgeworfen, dass sie einen Pakt mit dem Teufel hatten.

40.000 bis 60.000 Menschen wurden schätzungsweise in ganz Deutschland als Hexen verbrannt. Eine davon war Agnes Bernauer. Sie wurde am 19. Januar 1411 in Augsburg als Baderstochter geboren (ein Bader war im Mittelalter der Besitzer einer Badestube). Agnes wurde von vielen Leuten nicht „Agnes“, sondern „Anna“, „Angela“ oder sogar „Engel von Augsburg“ genannt, weil sie so schön war.

Sie lernte 1428 bei einem Turnier den Herzogssohn Albrecht I. von Bayern-München kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und er nahm sie als seine Geliebte mit an den Münchner Hof. Im Jahr 1432 oder 1433 heirateten sie heimlich. Noch vor der Hochzeit bekamen sie zusammen ein Kind, Sybilla.

Agnes, Albrecht und Sybilla zogen darauf in die Blutenburg (München Obermenzing), wo sie ihre Heirat öffentlich machen wollten. Albrechts Vater Herzog Ernst III. war mit ihrer aber Ehe nicht einverstanden, da deren Tochter Sybilla nicht erbberechtigt war, denn ihre Eltern kamen aus unterschiedlichen Ständen. Herzog Ernst III. wollte, dass Albrecht eine Herzogstochter heiratete. Albrechts Onkel Heinrich und er planten deshalb, wie sie Agnes umbringen konnten.

Heinrich ging mit Albrecht jagen, damit Agnes alleine zuhause war. Albrechts Vater ging zu ihr und ließ sie verhaften. Er wollte, dass sie sich von Albrecht scheiden lässt. Wenn sie sich weigern sollte, würde er sie wegen Liebes- und Schadenszaubers anklagen und Agnes als Hexe verurteilen. Und dies tat er auch: Agnes Bernauer wurde am 12. Oktober 1435 von der Äußeren Straubinger Brücke in die Donau geworfen. Erst konnte sie nah ans Ufer schwimmen, um sich zu retten, doch als ein Mann das sah, wickelte er ihr eine lange Stange ins Haar und ertränkte sie.

Als Albrecht das bemerkte, wurde er sehr wütend und wollte Krieg mit seinem Vater. Aber man konnte ihn doch davon abhalten. Zu Ehren von Agnes finden alle vier Jahre die Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing statt. Es gibt auch eine Agnes-Bernauer-Torte.

Auf Schloss Blutenburg steht heute eine Bronze-Stele, die an die Liebe zwischen Herzog Albrecht und Agnes Bernauer erinnert.

Veronika Zerritsch wurde als letzte Hexe in Bayern verbrannt. Sie wurde 1740 geboren und am 2. Januar 1741 in der Sankt-Jodok-Kirche in Landshut getauft. Veronika verlor ihren leiblichen Vater schon sehr früh, er starb 1749. Doch ihre Mutter heiratete ein Jahr darauf schon wieder einen neuen Mann. Sie starb kurz nach ihrer Hochzeit und ihr Stiefvater verjagte Veronika, als sie erst 12 Jahre alt war.

Sie bettelte in Landshut, Freising und Mühldorf am Inn, um zu überleben. Nach einiger Zeit gelangte sie zu Verwandten aus Straubing und Veronika durfte zunächst bei ihnen leben. Diese schickten sie aber im Oktober 1753 ins Landshuter Heilig-Geist-Spital. Ein Jahr später riss sie von dort aus und durfte bei einer Frau Leutnant als Kindermagd leben und arbeiten.

Diese erwischte sie aber dabei, wie sie mit einem Messer an einer Wiege eines Kindes stand. Der Bürgermeister brachte sie daraufhin sofort zurück ins Spital. Veronika bat um Heilung von Besessenheit und gestand dem Bürgermeister, dass sie Hostienfrevel begangen hatte (Hostienfrevel ist, wenn man Hostien zerschneidet, um die Marter Jesu Christi bei der Kreuzigung zum Hohn nachzuvollziehen).

Im März 1755 wurde Veronika verhaftet und eingesperrt. Bei ihrer Befragung gestand sie einen Pakt mit dem Teufel und, dass sie um 3:00 Uhr nachts durch das Aufsagen eines Zauberspruches ein Gewitter verursacht hatte. Sie wurde dann mit 15 Jahren am 2. April 1756 als Hexe verbrannt. Die Hintergründe ihres Geständnisses liegen im Dunkeln, höchstwahrscheinlich geschah es aber – wie die meisten Bezeugungen – unter schlimmer Folter.

Übrigens: Im Band der Comic-Reihe „Landshuter Stadtgeschichte“ wird das Schicksal von Veronika Zerritsch in einem eigenen Kapitel aufgegriffen. Nähere Informationen findet ihr unter nachfolgendem Link: http://www.landshut.de/portal/kultur/aktuelle-kulturnachrichten/stadtcomic.html

Lyrisches zum Nachdenken: Die Rose

Er schenkte mir eine rote Rose.

Rot für das Blut.

Rot für die Liebe.

Sie hatte Dornen und wunderschöne Blütenblätter.

Dornen für die Gefahr.

Blätter für die Schönheit.

Sie bog sich leicht in meiner Hand.

Ich brachte sie durch eine Vase wieder zum Stand.

Sie brauchte Wasser.

Ich musste sie pflegen, sonst hielt sie nicht lang.

Das Wasser für die gemeinsame Zeit.

Das Biegen für die Zerbrechlichkeit.

Ich kümmerte mich jeden Tag um sie,

gab ihr alles, was sie benötigte.

Als Dank dafür, blühte sie auf,

sie hielt es ewig bei mir aus.

Das Kümmern dafür, dass man einander nicht vergisst.

Das Aufblühen dafür, dass alles gut wird, wenn du genug für sie da bist.

Die Liebe ist wie eine rote Rose.

Kunst aus dem Klassenzimmer – The Witcher

„Toss a coin to your Witcher, oh Valley of Plenty …“

Das Bild enstammt der künstlerischen Feder von Selina Schramm, Klasse 9b, in Anlehnung an die Kunstfigur „The Witcher“. Eine digitale Kopie durfte unsere Redaktion mit Genehmigung durch Selina Schramm zur Veröffentlichung auf unserer Seite erstellen. Vielen Dank dafür!

Pachelbel VIER.NULL und die Klasse 7a des Gymnasiums Seligenthal

Das ist PACHELBEL VIER.NULL

PACHELBEL VIER.NULL ist ein digitales Mitmachprojekt für jeden, der ein Instrument spielt oder singt! Im Zentrum steht der prominente „Kanon in D“ von Johann Pachelbel, eine der mutmaßlich bekanntesten Melodien. Bestimmt hast du sie ebenfalls bereits in einer der vielen Ausführungen, Bearbeitungen oder Adaptionen gehört. Hier findest du eine eigenwillige Version aus dem sog. Bluegrass:

Was du wahrscheinlich, wie wohl die Mehrheit, nicht weißt: Johann Pachelbel (1653 – 1706) stammt nicht einfach nur aus Nürnberg, sondern hat in seiner Geburtsstadt einen Großteil der Zeit als Organist und Komponist an der Sebalduskirche mitten in der Altstadt gearbeitet, ist in seiner Heimatstadt auch gestorben und dort auf dem St. Rochusfriedhof begraben. Was liegt für die Nürnberger Symphoniker mit Chefdirigent Kahchun Wong und BR-Klassik da näher, als den Pachelbel-Ohrwurm aufzugreifen und ihn in Kombination zum klingenden Botschafter ihrer Heimatstadt zu erklären?

Wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a, haben den Kanon einstudiert und ihn zusammen als Orchester vor der Kamera aufgeführt. Das haben wir natürlich nicht alleine geschafft, sondern mit freundlicher Unterstützung von Margit Schleinkofer, der Musiklehrerin unseres Gymnasiums.

Falls wir dich auf den Geschmack gebracht haben, schau‘ dir doch hier unsere Versionen an:

 

Pro Einsendung wurden übrigens 40 Euro an Sternstunden e.V. gespendet. Diese Organisation hilft und unterstützt Kinder. Also hat sich die Teilnahme in jeder Hinsicht gelohnt. Insgesamt kamen 8040€ an Spendenerlös zusammen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Katerina Tasovski.

Lyrisches zum Nachdenken: You do it :)

Ich saß in meinem Zimmer,

die Füße auf dem Tisch, auf der Couch sitzend, wie immer.

Morgen sollten wir in der Schule einen Test schreiben,

ob ich lerne, beantworten die Zeilen, die ich schreibe.

Warum sollte ich lernen?

Warum sollte ich so viele Sachen mir merken?

Ich sage dir eins:

Was du hast, ist Motivationslosigkeit.

Ich versuch dir zu helfen,

hoffe, dass die Zeilen genau deinem Problem gelten.

Was willst du in der Zukunft erreichen?

Du kannst ihr nicht ausweichen.

Lerne für dich, lerne für dein Ziel.

Du wirst es schaffen, du wirst überrascht sein von dir.

Auch wenn du das nicht glaubst,

dir gerade selber nicht traust,

sage ich dir eins:

Sie geht vorbei, diese Zeit

und dann zeigst du allen, was du kannst,

dass du noch viel mehr drauf hast,

dass du das für dein Ziel im Leben machst,

dass du es einfach kannst.

Fantasiegeschichte der Klasse 5c: Das verrückte Nachsitzen

Wir, die Schüler der Klasse 5c, haben im Deutschunterricht eine eigene Fantasiegeschichte verfasst und viele Stunden dafür investiert. Herausgekommen ist eine tolle Geschichte, die wir gerne auch der Redaktion unserer Schülerzeitung zur Verfügung stellen möchten.

Viel Spaß beim Lesen wünschen euch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c!

 

Das verrückte Nachsitzen

Ich musste an einem Montagnachmittag nachsitzen, weil ich im Unterricht eingeschlafen bin. „Du musst den ganzen Bücherkeller aufräumen!“, schimpfte mein Lehrer. Ich erwiderte: „Ach Mann, wieso bin ich im Unterricht nur eingeschlafen?“ Missmutig ging ich in den Schulkeller, um ihn wieder auf Vordermann zu bringen. „Charlie, hier ist noch ein altes Buch, das ebenfalls aufgeräumt gehört!“, meinte mein Lehrer, der schnell wieder um die Ecke bog. Ein tiefer Seufzer kam mir über die Lippen und ich blätterte gedankenverloren in den Seiten. Dabei entdeckte ich einen Satz auf Lateinisch, in goldener Schrift. Kaum hatte ich die fremdartigen Worte gemurmelt, wurde alles um mich herum schwarz und ich lag auf einer Wiese.

Ich geriet in Panik und rief umgehend um Hilfe. Viel Zeit, über die Situation nachzudenken, blieb mir allerdings nicht. Ein heller Blitz kam wie aus dem Nichts auf mich zugeschossen und ich verwandelte mich in einen Dinosaurier. Plötzlich sah ich einen seltsamen Mann. „Keiner kommt ungestraft in Voldemorts Land!“, schrie mir ein winziger Kerl mit einem Zauberstab in der Hand entgegen. “Ich bin der Herrscher dieses Landes und ich werde dich töten!“, donnerte es mir entgegen und ich floh so schnell ich konnte. Nach kurzer Zeit stand ich vor einer Burg.

Wie sich herausstellte, handelte es sich hierbei um die Festung Voldemorts, dem Zauberer, dem ich soeben begegnet war und dessen Gesicht auf den vielen Fahnen prangte. Als mich seine Untertanen entdeckten, kamen sie aus der Burg, stürmten auf mich zu und nahmen mich gewaltsam gefangen. Während das Tor hinter mir lautstark wieder zufiel, packte mich kalte Wut. Soldaten warfen mich in ein Verlies. Zornig schnaufte ich und fasste einen Plan. Als es dunkel wurde und die Soldaten eingeschlafen waren, schaute ich mich um und entdeckte einen dunklen Griff, den man auf den ersten Blick nicht erkennen konnte. Nach mehrmaligen Versuchen funktionierte der griffartige Hebel und etwas an der Wand tat sich. Wie von Zauberhand ging eine Tür auf und ich konnte problemlos entkommen. Als ich endlich durch den großen Geheimgang nach draußen gelangte, fand ich mich auf einer großen Wiese hinter der Burg wieder. Direkt vor mir stand Voldemort und funkelte mich böse an.

Er schrie: „Wie bist du bloß aus dem Gefängnis entkommen?“ Der Fiesling fügte noch hinzu: „Ach, das ist mir jetzt auch egal, ich werde dich umbringen!“ Ich konnte das alles einfach nicht glauben, schwankte und war kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Doch plötzlich gab es einen lauten Knall und der Zauberer war verschwunden. Als ich mich umdrehte, raste ein riesiger Feuerball auf mich zu. „Jetzt ist es aus mit mir!“, dachte ich angsterfüllt. Da kam mir ein Geistesblitz: „Ich bin so groß und stark, da kann ich doch den Magier einfach zertrampeln!“ Blitzschnell versuchte ich noch, dem Feuerball auszuweichen, bemerkte aber bald, dass es dafür schon zu spät war und ich meine Trampelattacke nicht mehr umsetzen konnte. Wie aus dem Nichts schoss zu meiner großen Verwunderung ein gigantischer Wasserball haarscharf an mir vorbei und vernichtete in letzter Sekunde den Feuerball Voldemorts. Mittlerweile hatte sich eine große Traube von Zuschauern aus der Burg um uns versammelt. Aus der Menge, die überwiegend Voldemort anfeuerte, trat ein weiterer Zauberer, der zuvor den Wasserball geschossen hatte. Als er näherkam, erkannte ich ihn sofort. Es war mein Lehrer, bei dem ich Nachsitzen sollte. Der zuvor verschossene Wasserball hatte den Feuerangriff des bösen Zauberers abgewehrt, allerdings flog er nun mit voller Wucht auf Voldemort selbst zu. Er wurde an der Brust getroffen und viele Meter zurückgeschleudert. Durch die Attacke verschwand er auf der Stelle, da ihm alle Zauberkräfte genommen waren. Da rief eine weit entfernte Stimme plötzlich meinen Namen.

Ich schreckte auf und fand mich zu meinem Erstaunen mitten im Klassenzimmer wieder. „Charlie, warum musst du auch immer im Unterricht einschlafen? Pass auf, wenn ich etwas erkläre!“, warf mein Lehrer mir vor. Verdattert blickte ich ihn an und stammelte: „Sie waren doch gerade noch ein Zauberer!“ Das Gesicht meines Lehrers färbte sich rot vor Zorn und er rief: „Für diese Frechheit sitzt du heute Nachmittag nach und räumst zur Strafe auch noch den Keller auf! “ „Oh nein, hoffentlich wird es nicht genauso wie in meinem Traum!“, dachte ich mir.

Fridays for Future in Landshut – Ein Interview

Fridays for Future in Landshut – Ein Interview mit Anschana Schröfl, 10b

Was hat dich motiviert bei FFF mitzumachen und dich zu engagieren? 

Umwelt- und Klimaschutz war für mich schon länger ein Thema. Aufgerüttelt wurde ich vor allem dadurch, dass ziemlich einprägsame Bilder und Videos im Internet kursierten. Also begann ich mich beim LBV (Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V.) zu engagieren, auch bei ein paar Aktionen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) war ich dabei. Auf FFF (Fridays for Future) wurde ich aufmerksam, als ich erstmals mitbekam, dass Demonstrationen und verschiedene Aktionen auch außerhalb der Schulzeit stattfinden und wollte die Bewegung dann näher kennenlernen. Und ich bin absolut nicht enttäuscht worden.

Was sind die weiteren Pläne von FFF in Landshut? 

Natürlich weiter streiken und so viele Menschen wie möglich, darunter auch Lokalpolitiker, auf die Klimakrise aufmerksam machen. Am 29.11 findet die nächste Großdemo statt.

Am 20.09 waren gerade mal 600 Leute da, weniger als 1% der Bevölkerung von Landshut.

Und trotzdem sind das gute Zahlen für eine Stadt wie Landshut und die bisher größte FFF-Demo, was ein riesiger Erfolg ist. Es war wirklich überwältigend, wie viele gekommen sind.

Ist das nicht zum Schreien, weil es entmutigt? 

Natürlich fühlt man sich manchmal hilflos, weil ein Teil der Bevölkerung auch sehr ignorant sein kann oder sich zu passiv verhält. Klimaschutz ist in unserer Gesellschaft sowieso schon ein großes Thema und es wird lebhaft darüber diskutiert. Da stellt sich natürlich die Frage, warum teilweise von Einzelnen und der Politik zu langsam oder nur halbherzig gehandelt wird und wurde. Andererseits ist schon so viel erreicht worden. Zum einen von den Organisatoren von FFF Landshut, zum anderen aber auch von der Bewegung allgemein. Es ist wirklich ungewöhnlich und eine große Leistung von allen, dass eine Schülerbewegung so aktiv ist und so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Sind bei FFF nur Gymnasiasten dabei? Wie sieht es mit Mittel-, Real- und Berufsschülern aus?

Es sind tatsächlich etwas mehr Gymnasiasten dabei, aber natürlich sind auch Schüler*innen anderer Schularten mit von Partie. Danach wird untereinander nicht unterschieden. Berufsschüler*innen haben es meistens schwerer zu streiken und sind deshalb in den Ferien öfter vertreten. Übrigens sind auch Erwachsene, z.B. Eltern oder Lehrer willkommen.

Was ist deine Meinung dazu, dass Frau Weger, die Schuldirektorin vom Gymnasium Seligenthal, den Wandertag unter dem Motto „klimaneutral“ gestellt hat (nur höchstens Benutzung von öffentlichem Nahverkehr, Klimaworkshop und „Freigang“ zur FFF-Demo)?

Ich habe mich richtig gefreut, da ich nicht damit gerechnet hätte, am Großstreik zum 20.09. teilnehmen zu können und nun doch dazu gekommen bin. Auch habe ich nicht mitbekommen, dass jemandem der Tag deshalb weniger Spaß gemacht hat als ein normaler Wandertag. Dadurch wurden wir auch alle nochmal sensibilisiert und konnten uns mit dem Thema auseinandersetzen, wenn wir wollten. So habe ich beispielsweise eine sehr interessante Diskussion mit Sandro Ebner über die Marktwirtschaft geführt.

Wie ist deiner Meinung nach „Umweltschutz“ bei Jugendlichen ein Thema? 

Immer öfter bekomme ich Gespräche rund um das Thema mit und das freut mich natürlich. Auch auf Instagram wird vermehrt darüber gepostet. Anscheinend machen sich mehr Jugendliche ernsthaft Gedanken und wissen besser über die Konsequenzen ihrer Handlungen Bescheid. Viele entscheiden sich dann viel bewusster: Mir fällt auf, dass ich mehr junge Fahrradfahrer oder nachhaltige Einkäufe sehe. Zusätzlich haben sich viele dazu entschieden, vegetarisch zu leben oder Fleisch bewusster zu konsumieren.

Umweltschule Seligenthal: Was läuft schon gut? Was könnte besser laufen? 

Vor allem den Trinkwasserbrunnen finde ich eine tolle Idee. Auch trennen wir den Müll in den Klassenzimmer und laufen gelassene Wasserhähne habe ich noch nie erlebt. Neuerungen in unserer Mensa sind aber notwendig. Es ist hier noch zu wenig auf kompostierbare Stoffe gesetzt worden, z. B. sind Drinks, Salate und Joghurts noch unnötigerweise in Plastik eingepackt. Auch manchen Schülern und Lehrern ist dies aufgefallen, habe ich mitbekommen. Generell sind die Heftumschläge, welche aus gefärbtem Plastik bestehen, auch ein Problem. Hier könnten die Lehrer noch mehr Schüler aufmerksam machen. Seligenthal ist ein Vorzeigeprojekt und sollte daher die Umsetzung an den genannten Punkten vorantreiben. Es ist aber auch überhaupt nicht so, dass die Schule ihren Namen ohne Grund trägt. Immerhin hat sie einige Produkte in der Mensa gegen Maisstärke ausgetauscht, es sind aber einfach noch zu wenig.

Welche Hoffnung treibt dich an? 

Die Hoffnung für uns alle auf ein Leben, das nicht auf Kosten der Umwelt oder auf dem Rücken von anderen Menschen geführt werden muss, und das trotz der Überbevölkerung und trotz einer Wirtschaft, die auf Wachstum ausgelegt ist. Die Hoffnung, dass wir nicht mehr den Lebensraum von uns selbst und von Abermillionen Tieren zerstören!

Was möchtest du den Leserinnen und Leser abschließend mitgeben/an das Herz legen? 

Bleibt immer kritisch, was scheinbar klimafreundliche Produkte und Erfindungen angeht, und macht euch im Zweifel lieber selbst ein Bild. Und bitte, wenn ihr euch dazu entscheiden wollt, etwas für die Umwelt zu tun, macht es aus eurer eigenen Überzeugung und nicht, weil es gerade im Trend liegt. Wenn es um Klimaschutz geht, kann man im Kleinen anfangen und findet immer wieder etwas, was man verbessern kann.

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Anschana Schröfl und Sandro Ebner sind Schüler der Klasse 10b in Seligenthal, die sich besonders engagiert bei den Workshops zur „Schöpfungsverantwortung/Klimakrise“ am klimaneutralen Wandertag am 20.9.2019 beteiligt haben und sich weiterhin für dieses Thema stark einsetzen. Dieses Interview führte Herr Krippner.