Reihe „Nachhaltig leben“: Die Imkerei der Zukunft

Die Klasse 9b hat im Rahmen ihres SoG-Unterrichts ein Projekt auf die Beine gestellt. Es umfasst fachliche Artikel rund um den Themenbereich „Nachhaltig leben“. Artikel dazu erscheinen hier regelmäßig auf der Schülerzeitungsseite. Viel Spaß beim Lesen!

Die Imkerei der Zukunft

ein Artikel von Hira-Su Altay, 9b

Man stelle sich eine Biene vor. Die meisten Menschen haben das Bild eines pelzigen, schwarz-gelb gestreiften Insekts im Kopf, vielleicht denken sie auch an einen Honigtopf (oder einen schmerzhaften Stich). Das sind aber nur kleine Aspekte der unglaublich vielfältigen Bienenwelt.

Wenn wir den Nutzen nennen sollen, den die Biene uns beschert, wird meist zuerst Honig genannt. Dabei gibt es nur wenige Bienenarten, die Honig produzieren können und dieser ist von wesentlich geringerem Umfang als ihre Bestäubungsleistung. Unabhängig von Größe, Farbe und Sozialverhalten bestäuben Bienen eine enorme Menge an Pflanzen, die für den Menschen von großer Bedeutung sind. Wir haben das Glück, das Ergebnis von 100 Millionen Jahren Evolution nutzen zu können, in denen die Biene zu einem Hauptbestäuber auf der Welt geworden ist. Es ist nur an uns, für den Schutz dieser wichtigen Insekten zu sorgen. Bestäubung ist der Austausch von Geschlechtszellen zwischen blühenden Pflanzen derselben Art mit dem Ziel der Befruchtung. Die männlichen Geschlechtszellen, die Pollenkörner, werden verbreitet, indem sie sich im Haarkleid der Bienen beim Blütenbesuch verfangen und an einer anderen Blüte abgestreift werden.

Durch diese Handlung sorgen die Bienen dafür, dass Pflanzen, die an ihren Standort gebunden sind, ihre Gene weit verbreiten können. So bleiben die genetische Vielfalt und die Anpassungsfähigkeit an eine sich verändernde Umwelt erhalten. Bevor es die Bestäubung durch Bienen gab, wurde diese Aufgabe hauptsächlich auf physikalischem Weg oder von Käfern erledigt. Das Wechselspiel zwischen Bienen und Blütenpflanzen beeinflusste die Entwicklung von beiden. Um sich der Aufmerksamkeit der Bienen zu versichern, änderten Pflanzen Form und Farbe der Blüten sowie Nektarmenge. Das Ergebnis ist die heutige Vielfalt von Blütenpflanzen und Bienen.

Doch immer mehr Bienen sterben durch Krankheiten oder den Verlust ihrer Lebensräume. Somit sterben auch viele Pflanzen, weil sie ohne bestäubende Insekten keine Frucht oder Samenansätze bilden können. Aber wir können dagegen etwas tun und den Bienen eine große Hilfe sein. Nur wenn wir ihr Verhalten und die auf sie einwirkenden Bedrohungen wirklich verstehen, können wir sie wirksam schützen. Wir lernen Erstaunliches von diesen faszinierenden Wesen.

Die ersten Schritte auf dem Weg zum Imker können spannend aber auch ermutigend sein. Einem lokalen Imkerverein beizutreten oder sich für einen Kurs anzumelden, würde unserer Zukunft nicht schaden. Denn ganz gleich, wie viele Bücher oder Internetseiten man studiert: Nichts kann einen wirklich auf den Moment vorbereiten, in dem man zum ersten Mal einen Bienenstock öffnet und mit unzähligen Bienen konfrontiert wird. Imkern bedeutet mehr, als sich Anzug und Schleier anzuziehen. Eine erhebliche Menge an Arbeit und Engagement sind erforderlich, bevor sich die ersten Erfolge einstellen. Das Wissen, das einen zum Imkern befähigt, kann nicht in einem einzigen Buchkapitel vermittelt werden. Es gibt verschieden Arten von Imkern. Berufsimker halten ihre Bienen, um Kulturpflanzen zu bestäuben und Honig und Wachs für den Verkauf zu erhalten. Hobbyimker pflegen Bienen aus Freude an der Imkerei, um Teil einer ständig wachsenden Gemeinschaft zu sein und um die Bedeutung der Honigbiene und der anderen Bestäuber zu erhöhen. Und nebenbei fällt für sie vielleicht ein wenig Honig ab. Manche Hobbyimker mögen es, die traditionellen Methoden zu erlernen, andere bevorzugen einen natürlichen Ansatz, um die Bienen möglichst wenig zu stören. Je mehr Menschen sich für so welche Kurse anmelden, umso besser kann es in der Zukunft für die Imkerei werden. Imkerei ist eine saisonale Aufgabe. Imkern kann aber auch teuer sein, denn die Anschaffungskosten für Bienenvölker und Ausrüstungen sind erheblich. Es gibt natürlich Möglichkeiten, die Kosten in den Folgejahren zu reduzieren. Beutematerial kann gereinigt und wieder verwendet werden und Sonderangebote beim Imkereibedarfsgeschäften können genutzt werden. Mit der Zeit können Imker ihre jährlichen Ausgaben durch Honig und Wachsverkäufe decken.

Habt ihr euch schon einmal zu einem Imker-Kurs angemeldet oder darüber nachgedacht?

Baby Yingliang: ein Dinosaurierembryo aus der Urzeit

In China wurde vor kurzem ein Dinosaurierembryo in einem Ei kurz vor dem Schlüpfen entdeckt. Bei diesem Fossil handelt es sich um einen Embryo eines Oviraptorosauriers, der vor etwa 70 Millionen Jahren kurz davor war, aus seinem Ei auszubrechen.

Das Tier wurde „Baby Yingliang“(Bedeutung u.a. der Friedliche) genannt und ist nicht nur besonders bedeutend, da es außergewöhnlich gut erhalten ist, sondern auch, da seine Körperhaltung etwas erstaunlich ist. Es steckt seinen Arm unter seinen Flügel. Das ist ein Verhalten, das auch Vögel haben, wenn sie kurz vor dem Schlüpfen sind. Gefunden wurde das Fossil zwar schon im Jahr 2000, lagerte aber bis vor kurzem in dem Archiv eines Museums und wurde erst jetzt untersucht.

Funde solcher gut erhaltener Dinosauriereier sind extrem selten und helfen uns dabei, besser zu verstehen, wie die Urzeitechsen damals wirklich gelebt haben.

Im nachfolgenden Clip könnt ihr euch noch einmal selbst ein Bild von „Baby Yingliang“ machen:

Tierschutz im Laufe der Zeit

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Organisationen und Vereinen, die sich für das Wohl der Tiere einsetzen. Die meisten haben schon einmal von Tierschutzorganisationen wie PETA oder der Albert-Schweizer-Stiftung gehört oder sogar ein Tier aus dem Tierschutz aufgenommen. Doch was steckt hinter den großen Organisationen? Was sind ihre Missionen und Ziele? Und wie ist der Tierschutz überhaupt entstanden?

Die ersten Schritte

Das erste Tierschutzrecht wurde 1822 in England erlassen und bezog sich auf Pferde, Schafe und Großvieh. Zwei Jahre später wurde die erste Tierschutzorganisation „Society of Prevention of Cruelty to Animals“ gegründet.

„Macht unser meist kurzes, mühevolles Leben erträglich“

Dieser Ausschnitt stammt aus einer Schrift, die von dem Stuttgarter Stadtpfarrer Christian Adam Dann verfasst wurde. Dann lebte von 1758 bis 1837 und wird auch heute noch als Pionier des Tierschutzes in Deutschland bezeichnet. Alles begann wohl mit einem Storch, der, durch ein Gewehr beschossen, verletzt in der Nähe der Kirche von Dann gefunden wurde. Daraufhin verfasste er eine Schrift mit dem Titel „Bitte der armen Tiere“. Nach Danns Tod wurden die ersten deutschen Tierschutzvereine im Jahr 1837 in Stuttgart und Cannstadt von Albert Knapp gegründet. Mittlerweile ist das Stuttgarter Tierheim das älteste in Deutschland und das zweitälteste in ganz Europa. Die Idee des Tierschutzes bereitete sich immer weiter aus und viele weitere Vereine zum Schutz der Tiere entstanden in deutschen Städten. Schließlich schlossen sich 1881 viele Tierschutzorganisationen zum „Deutschen Tierschutzbund“ zusammen.

Drei bekannte Tierschutzorganisationen

Der Deutsche Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund entstand 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime in Deutschland. Heute schließen sich ihm 16 Landesverbände und rund 740 örtliche Tierschutzvereine mit 550 vereinseigenen Tierheimen oder Auffangstationen an. Damit ist er Deutschlands größter Tierschutzdachverband und zugleich Naturschutzverband. Diese Vereine und Verbände leisten praktische Tierschutzarbeit vor Ort, setzten sich zum Ziel, rechtliche Grundlagen für den Tierschutz zu verbessern und bilden in Einrichtungen oder in Vorträgen Tierschützer und Interessierte weiter. In diesem Bereich werden auch Kinder und Jugendliche gefördert. Zudem informiert der Deutsche Tierschutzbund die Öffentlichkeit und vernetzt Mitglieder zur Stärkung des Tier- und Naturschutzes. Ihre Erkenntnisse ziehen die Tierschützer aus eigenen Recherchen und Forschungsergebnissen sowie wissenschaftlichen Grundlagen. Wichtig dabei ist ihnen die Unabhängigkeit, weswegen sie keine institutionellen Förderungen annehmen.

Die Albert Schweizer Stiftung

Wolfgang Schindler war 2000 der Gründer der Albert-Schweizer-Stiftung. Diese ist eine deutschlandweite Tierschutz- und Tierrechtsorganisation mit Sitz in Berlin und einer weiteren Tochterstiftung in Warschau. Mit dem Leitgedanken Albert Schweizers „Ehrfurcht vor dem Leben“ konzentrieren sie sich bei ihrer Arbeit besonders auf den Schutz der Rechte von Tieren im Bereich der Nutztiere in Massentierhaltung. Dabei bestehen ihre Tätigkeiten hauptsächlich aus häufiger Zusammenarbeit mit Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, Aufzeigen von alternativem Konsum von Tierprodukten, Unterstützung von Organisationen, die gegen Tierschutzrechtverstöße in Massentierhaltung vorgehen und weiterer politischer Arbeit. Als Grundstein für weiteres Handeln setzten sie sich für die Abschaffung der Käfighaltung ein. Auch spricht sich die Albert-Schweizer-Stiftung für eine vegane Ernährungsweise als derzeit ethisch beste Lösung aus.

PETA Deutschland e.V.

PETA Deutschland wurde 1993 gegründet und ist mittlerweile Deutschlands größte Tierrechtsorganisation. Ihre Partnerorganisation PETA USA gibt es seit 1980. Sie konzentrieren sich auf die Aufdeckung von Tierquälerei und das Überzeugen von Unternehmen und Einrichtungen, Tiere artgerecht zu halten. Dies machen sie auch mithilfe von Protesten und Petitionen transparent. Ihr Markenzeichen ist dabei ihre aufsehenerregende Arbeitsweise. Denn durch Aktionen, die oft durch die Medien gehen, übt PETA Druck auf Politik und Wirtschaft aus. Außerdem ist PETA eine gemeinnützige Organisation und wird nicht staatlich unterstützt.