Zero Waste – nachhaltiger leben!

Seit einigen Jahren gibt es die so genannte „Zero -Waste-Bewegung“ (aus zero = null + waste = Müll), deren Ziel es ist, möglichst wenig Müll zu produzieren und somit die Umwelt zu schonen. Schon beim täglichen Blick in Kühlschrank oder Badezimmer blendet man aus, wieviel unnötiger Müll eigentlich durch Verpackungen produziert wird – und genau das sollte und könnte man einfach ändern.

Die Idee zu diesem Artikel kam mir erst neulich, als ich meiner Mutter geholfen habe, die Einkäufe zu verstauen. Da wir unsere eigenen Obst- und Gemüseschalen haben und somit alles auspacken, war ich doch ziemlich schockiert, als ich vor mir einen riesigen Haufen Verpackungsmüll für Obst, was in meiner Familie eine Woche reicht, gesehen habe.

Um dem entgegenzuwirken, gibt es ein „Rezept“: Zero Waste. Doch was ist das eigentlich?

„Zero Waste ist ein ethisches, ökonomisches, effizientes und visionäres Ziel, das Menschen dazu bringt, ihre Lebensstile und Praktiken so zu verändern, dass sie nachhaltigen natürlichen Zyklen nacheifern, in denen alle ausrangierten Materialien dazu dienen, Ressourcen für andere zu werden.

Zero Waste bedeutet, Produkte und Prozesse so zu konzipieren und zu verwalten, dass das Volumen und die Toxizität (Giftigkeit) von Abfällen und Materialien systematisch vermieden und beseitigt werden, alle Ressourcen geschont und zurückgewonnen werden und nicht verbrannt oder vergraben werden.

Durch die Implementierung von Zero Waste werden alle Absonderungen zu Land, Wasser oder Luft, die eine Gefahr für die planetarische, menschliche, tierische oder pflanzliche Gesundheit darstellen, eliminiert.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Zero_Waste

Zero Waste International Alliance

Rund 213 Kilo Verpackungsmüll verursacht ein Deutscher pro Jahr. Da unsere heutige Gesellschaft eine Konsumgesellschaft ist, die gerne im Überfluss kauft, ist einem häufig nicht einmal bewusst, wie viel Müll man wirklich täglich produziert. Alleine der Einkauf im Supermarkt zwingt die Verbraucher dazu, Unmengen an Plastikverpackungen zu kaufen, obwohl es oft auch ohne diese Verpackungen funktionieren würde. Ein Beispiel hierfür ist Obst und Gemüse. Im Supermarkt ist das meiste davon in Folien eingeschweißt oder in Plastik verpackt, wenn nicht, muss man zur Plastiktüte greifen. Auf Märkten oder in Bioläden sieht das aber schon ganz anders aus: entweder bringt man seinen eigenen Korb oder Beutel mit, um die Lebensmittel zu verstauen oder sie sind bereits in Papiertüten oder abbaubaren Plastikverpackungen verpackt. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Nicht nur an Land, sondern auch im Meer hat man ein Müllproblem. Auf dem Bild ist Müll zu sehen, der aus dem Wasser gefischt wurde.

Doch wie lebt man jetzt so einfach „Zero Waste“?

Radikal mit der Müllproduktion aufzuhören, ist leichter gesagt als getan. Man sollte sich an das Thema langsam heranwagen und herausfinden, wie viel Müll nötig und unvermeidbar ist und welcher wirklich überflüssig ist. Durch diese Einstellung lernt man auch bewusster einzukaufen, da man sich doppelt überlegen muss, ob man das Produkt, welches wieder Müll „produziert“, kaufen soll, oder ob es eine Alternative ohne Müll gibt, wie es beispielsweise selber zu machen (falls möglich).

  1. Ein erster Schritt ist Vorräte aufzubrauchen: Schrankhüter, die gefühlt schon Jahre ihren festen Platz im Küchenschrank haben, können in neuen Rezepten verbraucht werden, sofern das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht oder noch nicht sehr lange überschritten wurde!
  2. „Coffee to go“ weglassen: die Verpackung des „Coffee to go“, wie es ihn z. B. an Bahnhöfen oder in Kiosks gibt, ist auch wieder unnötiger Müll, der durch eine eigens mitgebrachte Thermoskanne ganz leicht vermieden werden kann (dafür gibt es in einigen Läden sogar Rabatt)
  3. Shoppingpause: wer weniger kauft, produziert weniger Müll und spart Geld! Zudem hat man die nötigen Kleidungsstücke meistens eh daheim, in einer dringenden Notlage befindet man sich also kaum.
  4. „Zero Waste“ im Bad: Bambuszahnbürste als Ersatz für eine aus Plastik, Seife die sich für Haut und Haar eignet; Seife, Duschgels und Shampoos lassen sich übrigens super selbst herstellen.
  5. Unverpackte Lebensmittel einkaufen: hier gibt es sogar in Landshut einen Bio-Markt, der Müsli, Getreide und Nudeln sowie Wurst, Käse und Brot unverpackt anbietet (Herzog-Albrecht-Str. 19, 84034 Landshut). Die nächsten Läden, wo man auch eine deutlich größere Auswahl hat, sind leider erst in Freising oder München anzutreffen.

Ich selbst wollte für diesen Artikel den Versuch starten, „Zero Waste“ auszuprobieren, doch mir erging es wie vielen anderen: einerseits war ich in meinem Experiment sehr eingeschränkt, da ich nicht selber einkaufen gehe, andererseits erfordert dieser Lebensstil eine ziemliche Konsequenz, bei der die Motivation schnell schwindet. Trotzdem konnte ich meine Müllproduktion wenigstens etwas reduzieren, indem ich mir Essen von daheim mitgenommen habe anstatt in der Mensa etwas Verpacktes zu kaufen – und auch keine neuen Anschaffungen gemacht habe.

Zero Waste leben ist schwer, doch wenn der Wille stark genug ist und man alleine wohnt, dabei einkaufen gehen kann und / oder genügend Menschen aus der Familie mitmachen, ist ein Versuch sicher zu wagen.

In der nachfolgenden Arte-Doku erfahrt ihr noch viel mehr über „Zero Waste“.

Fastenzeit mal anders

Seit dem 14.2 ist wieder für sechs Wochen bis zum 29.3. Fastenzeit. Meistens verzichtet man auf Fleisch, Alkohol oder Süßes. Doch das geht auch anders! Hier findet ihr ein paar Alternativen, welche das Fasten vielleicht gleich attraktiver machen.

Konsumfasten

Geht ihr oft shoppen? Kauft ihr zwischendurch mal gerne irgendwelche Kleinigkeiten? Falls ja, könntet ihr es in diesen 40 Tagen ja einmal nicht tun. Konsumfasten bringt gleichzeitig viele Vorteile mit sich: ihr spart euer Geld, lernt damit umzugehen und entscheidet bewusster vor einem Kauf, ob ihr die Sachen wirklich dringend braucht.

Digital Detox

Büro Freiberufler Computer Geschäft Arbeit

In unserer heutigen Gesellschaft ist es schwer, ganz ohne Internet auszukommen. Viele sind z. B. aufgrund ihres Berufs darauf angewiesen. Doch was eigentlich keiner so wirklich dringend braucht, ist Social Media. Überlege dir doch einfach mal, wie viele Stunden du täglich im Internet verbringst. Sicher könnte man diese Zahl verringern und versuchen, statt dem Handy mal zu einem Buch zu greifen oder mehr Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen.

Plastikfasten

Müll, Müllcontainer, Abfall, Abfalleimer

Plastikfasten ist wirklich nicht einfach, denn fast alle Lebensmittel, die wir im Supermarkt erwerben, sind mit Plastik verpackt. Wenn man allein schon mal an seinen eigenen Alltag denkt, fällt einem erst auf, wie viele Dinge, die wir gebrauchen, aus Plastik bestehen. Ganz darauf zu verzichten, könnte sich wohl als etwas problematisch herausstellen; trotzdem kann man sich bemühen, bewusster einzukaufen oder einfach anstatt des Plastiklöffels in der Mensa einen wiederverwendbaren zu benutzen.

Wasser-Fasten

Glas, Wasser, Trinken

Nein, hier geht es nicht darum, auf Wasser zu verzichten, sondern ganz im Gegenteil, einmal nur Wasser zu trinken. Sicher wird das nach einer Weile etwas langweilig und „fad“, aber dadurch schmeckt die Limo danach gleich ganz anders. Auch kann man während des Wasser-Fastens auch gleich versuchen, mehr als gewöhnlich zu trinken, um dem Körper etwas Gutes zu tun und das Immunsystem zu stärken.

Vielleicht war unter diesen Alternativen ja etwas für euch dabei und ihr fastet dieses Jahr einmal anders und vielleicht sogar effektiver 🙂

Süchtig nach Lesestoff – Buchempfehlungen

Bestimmt gibt es ein paar von euch, die auch so gerne lesen wie ich. Deswegen habe ich euch die besten Bücher, die ich zuletzt gelesen habe, einmal aufgelistet, um euch vielleicht für das ein oder andere begeistern zu können!

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Wüstenblume (Waris Dirie)

Dieses Buch handelt von der 13-jährigen Waris Dirie, welche mit ihrer Familie als Nomadin in der Wüste Somalias lebt. Als ihr Vater ihr offenbart, sie zwangsverheiraten zu wollen, beschließt sie, von zuhause zu fliehen und zu ihrer Tante in Somalias Hauptstadt Mogadischu zu flüchten. Auf ihrer Flucht muss sie viele schlimme Dinge erleben, befindet sich in gefährlichen Situationen und doch gelingt es ihr schlussendlich, als junge Frau in London als Dienstmädchen unterzukommen und wird später sogar von einem Starfotografen entdeckt, welcher sie zu einem der berühmtesten Models der Welt macht. Insgesamt eine sehr spannende Geschichte, teilweise kaum vorstellbaren Szenen, die auch wirklich passiert sind.

Mein bester letzter Sommer (Anne Freytag)

Die Geschichte erzählt von der todkranken Tessa, die sich langsam damit abfindet, bald sterben zu müssen. Doch dann kommt Oskar in ihr Leben und ändert es schlagartig. Tessa möchte ihren letzten Sommer zu ihrem besten machen und Oskar beschließt zusammen mit ihr einen Roadtrip zu starten. Ihre Reise durchlebt Höhen und Tiefen, Streits und auch Tage, die schöner nicht sein könnten. Mit der Zeit entsteht eine wunderbare Freundschaft zwischen den beiden, bis es schließlich zu einem tragischen Ende kommt. Ein sehr trauriges, aber wirklich schönes Buch!

Schlaft gut ihr fiesen Gedanken (John Green)

Green berichtet in seinem neuesten Roman über über das Mädchen Aza Holmes, ihre „fiesen Gedanken“ und das Verschwinden eines Milliardärs namens Rusell Pickett. Aza kämpft schon seit ihrer Kindheit mit einer psychischen Krankheit und verliert häufig die Kontrolle über ihre Gedanken. Doch als eine 100000$-Belohnung für Hinweise auf Picketts Verschwinden ausgesetzt wird, überredet ihre beste Freundin Daisy sie, das Geheimnis aufzuklären. So begeben sich die beiden auf ein großes Abenteuer mit vielen Hindernissen und Abgründen, aber schlussendlich auch Hoffnungsschimmern, aus der Gedankenspirale zu entkommen. Das Buch ist sehr fesselnd und man kann sich gut in Aza hineinversetzten, was einem bestimmt auch in manchen Situationen hilft, andere Menschen besser zu verstehen und ihnen zu helfen.

Erebos (Ursula Poznanski)

Nick bemerkt, dass an seiner Schule immer öfter seltsame Päckchen herumgereicht werden, von denen niemand weiß, was in ihnen steckt. Doch schon bald findet er heraus, dass sich darin ein Computerspiel namens Erebos befindet. Neugierig fängt auch er an, es zu spielen, doch es gibt klare Regeln: erzähle niemanden von diesem Spiel, spiele es nur alleine, erledige jeden Auftrag und, verstößt du gegen diese Vorschriften, kannst du das Spiel nicht mehr starten. Auch Nick wird schnell in den Bann des Spiels gezogen und bemerkt, als immer seltsamere Dinge geschehen, dass Erebos sogar Einfluss auf die Realität nimmt. Jede Aufgabe aus dem Spiel muss er in begrenzter Zeit in seinem Umfeld ausführen, was er auch tut, bis er einen Menschen töten soll… Erebos macht süchtig. Das Lesen von Erebos allerdings auch!

Bitterschokolade schmeckt – und bedeutet häufig Kinderarbeit auf Kakaoplantagen!

Schokolade, Zartbitter, Kaffee

 

 

 

 

 

 

Nach Angaben von UNICEF arbeiten heute 190,7 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren, die meisten davon in der Landwirtschaft, in kleinen Werkstätten, als Arbeiter in Steinbrüchen, als Straßenverkäufer oder Dienstmädchen. Im Vergleich zu den Einwohnern in Deutschland (~ 83 Mil.) sind das alleine rund 110 Millionen Menschen mehr.

Vor allem auf Kakaoplantagen ist Kinderarbeit sehr präsent. Über eine Million Kinder arbeiten an der Elfenbeinküste Afrikas zur Erntezeit unter harten Bedingungen, darunter etwa 250.000 so, dass nationale Kinderschutzgesetze und die Standards der International Labour Organization verletzt werden. Sie sind dort Pestiziden, Insektenstichen und Schlangenbissen ausgesetzt und verletzen sich auch oft mit ihrem gefährlichen Werkzeug. Ein Teil von ihnen muss auf die Chance auf Bildung oder einen Beruf verzichten, obwohl etwa 90 % von ihnen an einer Schule angemeldet sind und diese theoretisch auch besuchen könnten.

Kinderarbeit ist gerade in ärmeren Ländern der Erde an der Tagesordnung.

Die Kinder werden mit dem verheißungsvollen Angebot, ein besseres Leben zu bekommen, auf die Plantagen gelockt. Sie wollen lediglich zum Familieneinkommen beitragen, auch das Leben ihrer Eltern lebenswert machen und werden dann doch nur als billige Arbeitskraft ausgenutzt.

Bericht eines 16-jährigen Jungen aus Mali

„Wir schliefen auf dem Boden einer Hütte aus Schlamm und Stroh. Wir durften sie nur zur Arbeit in den Feldern verlassen. Die Arbeitszeiten waren sehr hart, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und manchmal, wenn Vollmond war, sogar bis zehn Uhr abends. Uns wurde Lohn versprochen, aber sie sagten, dass wir erst die Kosten der Reise zurückzahlen müssten. Ich habe mich dort zwei Jahre lang abgerackert, ohne jemals Geld zu bekommen. Kinder, die sich weigerten zu arbeiten, wurden mit dem Motorgurt des Traktors geschlagen oder mit Zigaretten verbrannt. Wir bekamen kaum etwas zu essen: mittags zwei Bananen, die wir aßen, ohne die Arbeit zu unterbrechen, und eine Maismehlsuppe am Abend. Einige Kinder sind vor Erschöpfung zusammengebrochen. Diejenigen, die krank wurden, wurden fortgeschafft. Wir haben sie nie wieder gesehen.

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkte/landwirtschaft/kakao/#footnote_4_3041

Vielen Kindern ergeht es genau so wie diesem Jungen aus Mali. Nicht selten leiden sie unter psychischen Störungen, weil sie geschlagen und misshandelt werden, an Hunger darben, oder manchmal sogar verschleppt werden und dann für immer verschollen bleiben.

Auch der moderne Sklavenhandel soll in Westafrika präsent sein. Auf Kindermärkten können Bauern Arbeitskräfte aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso kaufen. UNICEF spricht von etwa 12.000 betroffenen Kindern, andere Quellen geben aber deutlich höhere Zahlen an.

Aber warum ist Kinderarbeit gerade an der Elfenbeinküste so ein Problem?

Kakao war in den 70ern eine sehr gute Einkommensquelle für Bauern. Der Preis für eine Tonne Kakao lag 1980 bei 5000 Dollar. Im Jahr 2000 wiederrum nur bei 1200 Dollar. Als Folge daraus sind erwachsene Hilfsarbeiter aus Burkina Faso und Mali an die Küste gekommen, um Geld zu verdienen. Doch aufgrund des schlechten Einkommens der Bauern konnten sich diese die Arbeiter bald nicht mehr leisten. Sie mussten also entweder ihre Plantage aufgeben oder Kinder als billige Arbeitskraft einstellen. Viele fanden dies selbst unmoralisch, hatten aber keine andere Wahl.

Kinderarbeit einfach zu verbieten ist leider auch keine Lösung.

Wenn man die Kakaoplantagen bewachen lässt, werden die Kinder auf der nächsten Ananasplantage weiter beschäftigt. Um Kinderarbeit zu beenden, müsste man den Lohn ihrer Eltern und der Bauern eigentlich nur erhöhen. Aber wer kann sich das leisten?

In der letzten Zeit hat sich an der Situation zwar schon viel gebessert, Schulen werden gebaut, Bauern werden finanziell unterstützt, um faire Löhne an die Arbeiter zahlen zu können und große Firmen haben (zwar widerwillig) zugestimmt, die Kinderarbeit besser zu kontrollieren und einzudämmen, aber dennoch existiert die Kinderarbeit noch und jedes Kind auf einer Plantage ist eines zu viel.

Waise, Afrika, Afrikanische, Kind

Wie könnt ihr helfen?

Es wäre definitiv schon ein Anfang, statt der billigen Massenproduktions-Schokolade einfach mal zur Fairtrade-Variante zu greifen. (Achtung, bessere Qualität und höherer Preis bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Schokolade ohne Kinderarbeit produziert wurde!) Hier könnt ihr auch spenden, um das Leid der Kinder wenigstens etwas zu verringern.

Ich hoffe, dass dieser Artikel euch ein bisschen die Augen öffnen konnte, was und und vor allem wer wirklich hinter einer Tafel Schokolade „steckt“, und dass ihr in Zukunft bewusster Schokolade kauft. Ein paar Cent mehr können einiges ändern!

In der folgenden Doku erfahrt ihr mehr über die Kinderarbeit auf Kakaoplantagen: