Fankultur im Wandel der sozialen Medien

Fan-Sein sah früher ganz anders aus. Während man damals Poster, CDs und Magazine gesammelt hat, läuft heute vieles anders und vor allem digital ab. Heutzutage hat Social Media extrem viel Bedeutung für Fans, die mit ihrem Idol in Kontakt treten wollen. Statt Fanbriefe zu schreiben oder auf ein Meet-and-Greet zu warten, können sie direkt Bilder, Videos, News oder eigene Meinungen über ihre Idole posten – für ein weltweites Publikum. Und genau darum soll es heute gehen!

Fan-Accounts sind Profile in sozialen Netzwerken wie Instagram, TikTok oder YouTube, die von Fans erstellt und betrieben werden. Ihr Ziel ist es, Inhalte über eine bestimmte Person, Gruppe oder ein Thema zu teilen – zum Beispiel über Musiker, Schauspieler, Sportler, Serien oder Filme. Typisch für Fan-Accounts sind Bilder, Videos, News, Reposts, kreative Beiträge (wie Edits oder Memes) und persönliche Kommentare. Dabei geht es meist um Unterstützung, Bewunderung und den Austausch mit anderen Fans.

Zu diesem Thema hab ich Elena interviewt, die ihren Fan-Account vor knapp zwei Jahren gestartet und mir ein paar spannende Dinge erzählt hat! In diesem Artikel erfahrt ihr, wie viel Arbeit in einem Fan-Account steckt, welche Schwierigkeiten er mit sich bringt und wie sich unter anderem die Beziehung zum Künstler und den Fans verändert!

Elenas Account, der ursprünglich dazu gedacht war, Zeichnungen ihres Lieblingssängers zu veröffentlichen, ist mittlerweile stark gewachsen und hat nach zwei Jahren fast 1200 Follower. Nun hängt eine Verantwortung und wesentlich mehr Arbeit dran. „Ich poste jeden Tag in den Stories und es hängt ganz davon ab, was ich in meinem Privatleben alles zu tun habe. Manchmal kann ich den ganzen Tag Beiträge bearbeiten und manchmal nur 2 Storys posten“, so Elena.

 Außerdem lädt sie auf TikTok alle zwei Tage mindestens einen Beitrag hoch. Geld verdient sie damit nicht. „Ich [mache] [..] alles freiwillig und ich liebe das, was ich mache und es macht mir extrem viel Spaß!“ Trotzdem sei es ein großer Zeitaufwand, sich neben Schule, anderen Hobbys und privaten Verpflichtungen auch noch Gedanken darüber zu machen, welche neuen Beiträge in dieser Woche erscheinen oder wie sie gestaltet sein sollen.

Natürlich wünschen sich viele Fans, dass ihr Idol ihre Beiträge sieht – gerade dann, wenn besonders viel Zeit und Mühe in einen Post geflossen sind. Die Realität ist jedoch oft eine andere, vor allem bei Künstlern mit einer großen Reichweite. Für viele Fans macht es einen Unterschied, ob sie fünf Minuten oder mehrere Tage an einem Beitrag gearbeitet haben. Die Hoffnung auf Anerkennung bleibt trotzdem bestehen.

Für Elena jedoch lohnt sich die Arbeit: „Ich habe so unglaublich viele neue Leute kennengelernt, wofür ich mehr als dankbar bin! Ich stehe täglich im Kontakt mit so vielen Fans und gehe auch gemeinsam zu Shows mit Freunden, die ich dank diesem Account kennengelernt habe.“

Elena selbst hat glücklicherweise noch keine Hasskommentare erhalten und auch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Dennoch ist die Gefahr, wenn man sich öffentlich positioniert, größer, in einen negativen Fokus gerückt zu werden. Innerhalb von Fan-Communities kann dies auftreten, wenn ein Fan-Account des Künstlers Beachtung findet, während andere Fans sich übergangen fühlen.

Elenas Geschichte zeigt, wie sehr sich Fan-Sein im digitalen Zeitalter verändert hat – und welche Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen damit einhergehen. Was früher durch Poster an der Wand und Fanbriefe Ausdruck fand, findet heute in kreativen Posts, Community-Austausch und täglichem Engagement auf Social Media statt. Auch wenn viel Zeit und Mühe dahintersteckt, bleibt für viele – wie für Elena – vor allem eines im Mittelpunkt: die Freude daran, ihre Begeisterung mit anderen zu teilen. Und genau das macht Fan-Sein heute aus.

G’day from Melbourne!

Eine laue Sommerbrise, ein wunderschöner Sonnenuntergang und eine australische Gastschülerin – genau das hat mich erwartet, als ich vor drei Monaten aus dem Flugzeug gestiegen bin, um für zehn Wochen das australische Leben zu entdecken. Ich habe Pinguine in Phillip Island gesehen, ein Känguru gefüttert und in Sydney Surfen gelernt! Aber genau davon möchte ich euch heute erzählen!

Eine Sache, die einem sofort auffällt, ist, wie freundlich und offen man in Australien ist. Bei jeder Begrüßung wirst du immer sofort gefragt, wie es dir geht und wie dein Tag war! Alle sind sehr bemüht darüber, dass du dich wohl fühlst und heißen dich herzlich willkommen! Der zweite große Unterschied für mich war definitiv der Linksverkehr. In den ersten Wochen habe ich immer kurz einen kleinen Schrecken bekommen, als ich keinen Autofahrer auf der rechten Seite gesehen habe, bevor ich gemerkt habe, dass das Lenkrad ja auf der linken Seite ist. 😊

Wie die meisten von euch wahrscheinlich schon wissen, ist die australische Schule etwas komplett anderes als in Deutschland. Es gibt eine Schuluniform mit genauen Vorgaben, sodass alle das gleiche tragen, verschiedene Schulhäuser, längere Unterrichtszeiten, einen späteren Schulbeginn, eine viel größere Fächerauswahl und ganz viele Spinde, die über die ganzen Gebäude verteilt sind (da fühlt man sich manchmal schon wie in den berühmten High-School-Filmen!). Ich habe das Luther College besucht, eine christliche High School in der Nähe von Melbourne. Da man in Australien außer den Stammfächern wie Englisch oder Mathe nur Kurse besucht, hat man keine feste Klasse, sondern ist nur in Häuser (in meiner Schule waren das Yarra, Warran, Wicklow, Birt, Cheong und Nelson) und Homegroups eingeteilt. Die Homegroup kann man sich wie eine Art Klasse vorstellen, allerdings kommen Schüler aus allen Jahrgangsstufen zusammen. Manchmal haben wir gemeinsam Uno gespielt oder sogar einen Film gedreht. Danach geht der Unterricht los – alle Schüler haben Laptops, sodass fast jeder mit einer Laptop-Tasche und Büchern in der Hand herumläuft. Wir haben die Lehrer übrigens nie mit Aufstehen und Guten-Morgen-Chor begrüßt, stattdessen fängt einfach der Unterricht an! Bevor man allerdings den Klassenraum wieder verlässt, bedankt sich jeder Schüler für den Unterricht. Was mich sehr überrascht hat, ist, dass die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ganz anders ist. Hier sind Lehrer viel mehr Kumpels auf Augenhöhe, mit denen du gerne mal über dein Wochenende oder deine Hobbys redest.

Mein Schultag hat um 15:30 Uhr geendet, sodass am Nachmittag fast gar nicht mehr so viel Zeit war. Meine Austauschpartnerin Eleanor und ich sind oft mit ihrem Hund Jedda spazieren gegangen, weil es ganz viele Parks und „Reserves“ in Australien gibt, in denen Kängurus und Echidnas leben. Manchmal haben wir australische Süßigkeiten wie TimTams oder Fairy Bread gebacken und über ganz viele verschiedene Vegemite-Rezepte gelacht.

In den letzten zwei Wochen durfte ich etwas ganz Besonderes mit meiner Gastfamilie unternehmen – wir haben die Great Ocean Road Tour gemacht, die sehr berühmt in Australien ist. Für drei Tage sind wir an der Küste entlanggefahren, haben die 12 Apostel und andere Steinformationen besucht und sind im Regenwald geklettert! Das werde ich nie vergessen!

Als dann der letzte Abend angebrochen ist, konnten wir alle nicht glauben, dass ich bald wieder nach Hause gehen werde! Die Zeit ist verflogen und ich freue mich sehr, Eleanor im November wiederzusehen!

New Adult – Das weltweit berühmte Genre

Seit den späten 2000er-Jahren hat sich ein Genre den Büchermarkt hochgekämpft und ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Es lebt von jungen Erwachsenen, die sich in der Welt zurechtfinden sollen und sich in dieser Lebensphase verlieben. Jeder Protagonist geht dabei seinen eigenen Weg, der häufig von Themen wie Selbstverwirklichung, der Suche nach wahrer Liebe und nicht selten auch von Herausforderungen im Bereich der mentalen Gesundheit geprägt ist.

Zudem lebt das Genre von ästhetisch gestalteten Buchcovern und Welten, die man sonst nur aus Filmen oder Fotos kennt – Buchtitel sind meist in englischer Sprache verfasst und häufig gibt es Zusatzartikel wie Farbschnitt, Charakterkarten oder Page-Overlays. Beispiele dafür sind die Green-Valley-Love-Reihe von Lilly Lucas oder die Dunbridge-Acadamy-Reihe von Sarah Sprinz. Autoren, die sich in dieser Branche etabliert haben, sind Ayla Dade, Mona Kasten oder auch Colleen Hoover. Ich spreche vom Genre New Adult! Wahrscheinlich hat jeder von euch schon einmal dieses Wort gehört – und genau um dieses Genre soll es in diesem Text gehen!

Anfangs stellen wir uns alle die Frage: warum genau dominiert dieses Genre den Büchermarkt und warum ist es so beliebt bei jungen Lesern? Das ist eine Frage, die sehr leicht zu beantworten ist. Dadurch, dass universelle Themen angesprochen werden, die der Leser meistens gut nachempfinden kann, weil die Charaktere realitäts- und altersnah konstruiert sind, können sich viele Menschen damit identifizieren und finden Verständnis. Außerdem haben in den letzten Jahren vor allem BookTok und Bookstagram zur Nachfrage beigetragen. Hierbei handelt es sich um Online-Communitys, die auf den sozialen Plattformen TikTok und Instagram ihr Zuhause finden. Nutzerprofile, die auf die Bewertung von Büchern ausgelegt sind, legen ihre Meinung über ein bestimmtes Buch in Videos oder Beiträgen dar, stellen ihre Lieblingsbücher vor und tragen so massiv zum Marketing bei. Daraus entstehen dann sogenannte Hypes, die bestimmten Büchern zu weltweiter Bekanntheit verhelfen. Schlussendlich kann man zusammenfassen, dass New Adult beliebt geworden ist, weil es die universellen Erfahrungen des Erwachsenwerdens aufgreift – mit all ihren Höhen und Tiefen. Es bietet einen Kommunikationsort, der vielfältig und kreativ ist und viele junge Erwachsene ermutigt.

Jetzt möchte ich über einen Themenbereich sprechen, der erst durch das Genre New Adult entstanden ist – Booktropes. Hierbei handelt es sich um wiederkehrende Motive, Themen oder Elemente in Büchern, wie zum Beispiel das Love Triangle. Zwei Charaktere, meistens Jungs, konkurrieren um die Protagonistin, in der Hoffnung, dass sie sich verliebt. Meistens weiß die Protagonistin selbst nicht genau, welchen von beiden sie liebt.
Ein weiteres, oft benutztes Beispiel ist der Slowburn. Es kennzeichnet sich durch die Liebesgeschichte, die sich verhältnismäßig langsam entwickelt und durch viele Missverständnisse oder Probleme gekennzeichnet ist, die die Protagonisten immer wieder auf die Probe stellen.
Und zum Schluss natürlich das bekannteste Trope: Enemies to Lovers. Das Buch-Pärchen ist anfangs verfeindet oder versteht sich nicht sonderlich gut miteinander. Im Lauf der Geschichte verwandelt sich dieser Hass in Liebe.

Gegen Ende kann man sich jedoch immer zwei Fragen stellen. Was ist zu kritisieren? Was zu befürworten? Grundsätzlich kann man eine Tatsache betrachten: New Adult setzt sich mit der Selbstfindung auseinander, was in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema ist. Außerdem beschreibt das Genre eine große Vielfalt an Charakteren und deren Hintergrundgeschichten – mehr Diversität in Bezug auf ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlechterrollen.

Jedoch stolpert man immer wieder über stereotypische Klischees, wie dem bösen Jungen, der die Mädchen verführt oder dem ungeschickten Mädchen, das gerettet wird – meist durch den bösen Jungen. So werden Werte vermittelt, die mit der Realität nichts zu tun haben. Zusätzlich stehen intensive, oft übertriebene dramatische Konflikte im Vordergrund, die nicht immer realistisch oder glaubwürdig sind. Durch den großen Themenbereich Romantik wird manchmal der Eindruck vermittelt, dass die Lösung aller Lebensprobleme in einer „großen Liebe“ zu finden ist. Dies kann junge Leser dazu verleiten, unrealistische Vorstellungen über Beziehungen zu entwickeln.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass New Adult in den letzten Jahren durch die mediale Beliebtheit und dem Thema Selbstfindung massiv an Popularität gewonnen hat. New Adult vereint eine große Leserschaft und kreiert einen neuen Kommunikationsort, der die Jugend anregt, zu einem Buch zu greifen.