
Mittlerweile sind wir schon halbe Taiwaner, obwohl wir erst seit Mittwoch hier sind…

Mittlerweile sind wir schon halbe Taiwaner, obwohl wir erst seit Mittwoch hier sind…
Acht Meter hoch, drei Meter breit und mitten in der Landshuter Neustadt: wem würde es nicht auffallen? Seit 1928 steht das Kriegerdenkmal dort, damals hat ein bekannter Bildhauer namens Wilhelm Lechner die Statue für einen Wettbewerb kreiert und mit seiner Idee gewonnen. Seit so langer Zeit steht das Kriegerdenkmal nun schon an diesem Platz, doch seine eigentliche Aussage ist in Vergessenheit geraten. Wer weiß heute noch, welche politischen Botschaften, außer dem Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, dahinter stecken?
Das nachfolgende Bild zeigt das Kriegerdenkmal, welches übrigens vor kurzem erst restauriert wurde. Die Statue soll einen Baum, aus dem drei Figuren herauswachsen und eine, die oben auf ihm sitzt, darstellen. Der Baum „wächst“ auf einem treppenartigen Sockel, an dem eine weitere Person liegend eingraviert wurde. Inschriften wurden dort ebenfalls eingemeißelt und beziehen sich auf die Figuren.
„Die deutsche Eiche“ hat Kerben und alle Blätter sind abgefallen, was auf ihren leblosen Zustand hinweist. Der Baum ist tot und zerstört, wie das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg.
Der Mann, der ganz unten aus dem Denkmal hervorragt, hält das Landshuter Wappen in Händen und sieht noch ziemlich jungenhaft aus. Er soll die jüngere Generation / die Söhne repräsentieren, die weiterhin bereit sein sollen, für ihr Land zu kämpfen, um es gegen andere zu verteidigen. Diese These belegt auch die Inschrift :
„DEN KÜNFTIGEN ZUR PFLICHT, DASS SIE DAS SCHILD DER HEIMAT IN EHREN TRAGEN WIE IHRE VÄTER.“
Die nächste Person ist eine Frau. Als Witwe hält sie eine Urne in den Händen, in der sich vermutlich die Asche ihres Mannes, der im Krieg gestorben ist, befindet. Ihr Blick ist auf den Boden gerichtet und zeugt von großer Trauer. So hat Wilhelm Lechner ihr den folgenden Text gewidmet:
„DEN TRAUERNDEN ZUM TROST: DER TEUREN ASCHE WIRD NIMMERMEHR VERGESSEN WERDEN“
Weiter oben ragt die nächste Figur aus dem Baum hervor. Der Mann ist gefesselt und trägt lediglich einen Umhang, wodurch sein nackter, abgemagerter Oberkörper zum Vorschein kommt. Er steht stellvertretend für die vielen Kriegsgefangenen, die während des blutrünstigen Kriegs leiden mussten.
„DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG: SPRENGT DIE KETTEN UND SEID FREI WIE SIE’S GEWOLLT“
Dieses Zitat bezieht sich indirekt auf den Versailler Vertrag. Das Abkommen beendete formal den Ersten Weltkrieg, doch dafür musste Deutschland einiges leisten. Erstens fühlten sich die Deutschen durch den Vertrag gedemütigt, da ihnen alleine die Schuld am Krieg gegeben wurde, wobei erwähnt werden muss, dass viele Länder damals nicht minder kriegerisch gesinnt waren und viele nur auf eine Gelegenheit gewartet hatten, dass ein anderes Land ihnen einen Grund zur kriegerischen Auseinandersetzung lieferte. Zweitens hat das Ergebnis der Pariser Friedenskonferenzen Deutschland nach damaliger Anschauing „in Ketten gelegt“, wie die Figur, die aus der Statue herauswächst. Jener Vertrag besagt nämlich, dass die Deutschen viele wirtschaftlich wichtige Gebiete an die Alliierten abtreten mussten und auch noch Reparationen zu zahlen hatten, z. B. im Rahmen von Rohstofflieferungen an die Siegermächte. Diese empfundene ungerechte Behandlung, als große „Schmach“ oder auch „Schanddiktat von Versaille“ bezeichnet, machte viele Bürger sehr wütend und ließ den Wunsch nach einer Auflösung des Vertrags entstehen sowie die Wut auf die „Gegner“ neu entfachen. Jene Wut nutzte Hitler letztlich schamlos aus und machte die o.g. Forderungen zu einem seiner wichtigsten Wahlversprechen, was ihm zu großer Aufmerksamkeit und vielen Befürwortern verhalf. Klar war den Leuten schon damals, dass die Revision des Versiller Vertrags nicht auf friedlichem Wege vonstatten gehen würde. Und viele wollten auch keine friedliche Lösung.
Die Person, die oben auf dem Baum sitzt (siehe Bild ganz unten), hat mehrere Pfeile in der Brust und ihre Hände sind in Ketten gelegt. Hättet ihr gedacht, dass diese Figur den Stadtheiligen Landshuts, Sebastian, darstellen soll? „Passenderweise“ ist er ebenfalls der Patron der Sterbenden und Soldaten.
Mich hat vor allem überrascht, wie viele Ideen und auf den ersten Blick nicht erkennbare politische Botschaften in diesem Denkmal stecken, denn die gigantische Statue sendet zwei verschiedene Botschaften aus:
Auch aufgrund der Wut auf den Vertrag in der Bevölkerung hat Hitler so viele Anhänger gewonnen. Dies ist heutzutage nicht mehr recht „greifbar“, doch die Statue ist „Zeitzeuge“ und nach kritischer Auseinandersetzung damit durchaus auch Mahnmal für das Denken und die Empfindungen der damaligen Zeit.
Wilhelm Lechner, der Schöpfer des Denkmals, wurde in den 1920er-Jahren Anhänger der Nazionalsozialisten, was immer wieder auch Anstoß zur Diskussion über das Denkmal selbst gab.
Solltet ihr einmal selbst das Denkmal besichtigen wollen und es womöglich noch gar nicht kennen, hilft euch folgender Kartenausschnitt womöglich weiter:

Auflösung von letzter Woche: der Matrose kann keine nassen Füße bekommen, weil das schwimmende Schiff mit dem Wasserpegel mit nach oben steigt
Eine E-Lok zieht einen Zug in nordwestlicher Richtung. Es ist windstill. In welche Richtung zieht der Dampf?

Auflösung von letzter Woche: eine Erbse passt hinein (danach ist das Glas nämlich nicht mehr leer)
Der Frachter „Kleine Prinzessin“ liegt im Hamburger Hafen. Der Matrose Hein streicht das Schiff. Seine Strickleiter reicht bis 10 cm über das Wasser, die Sprossen sind je 25 cm voneinander entfernt. Hein steht auf der untersten Sprosse, als die Flut kommt. Der Wasserspiegel steigt um 65 cm.
Wie viele Sprossen muss der Matrose Hein höher steigen, damit er keine nassen Füße bekommt?
Schon in den 1960er-Jahren überlegte man, wie man bemannt zum Mars kommen kann. Damals hatte man die Idee, eine Rakete zu bauen, die mit Atombomben betrieben wird. Die Forscher dachten, wenn man eine kleine Atombombe nach der anderen zünden würde, wäre die freigesetzte Energie so groß, dass man damit bis zum Mars käme.
Das stimmt ja eigentlich, aber das Projekt wurde deshalb nicht verwirklicht, da das Risiko eines Raketenabsturzes zu groß gewesen wäre. Die Folgen für Umwelt (und damit die Menschen auf der Erde) wären katastrophal ausgefallen. Außerdem durfte man den Antrieb erst zünden, wenn man im Weltraum war.
Modernere Ansätze zu bemannten Marsflügen haben sich heute durchgesetzt. So gibt es auch einen Gedanken, auf dem Mond eine Startrampe zu bauen, da man von dort, wegen der geringen Anziehungskraft, weniger Treibstoff braucht, um zu starten. Aber erst einmal muss man überhaupt dort hin kommen.
Eines der heutigen Probleme, gerade auch in Verbindung mit dem Hinflug zum Mars, ist der Treibstoff. Der Treibstoff wäre nämlich bei Landung auf dem Mars aufgebraucht. Viele Forscher arbeiten nun daran, Wege zu finden, wie man wieder zurückfliegen kann. Man könnte zum Beispiel den Wasserstoff der Sauerstofferzeugung nutzen, um einen Antrieb zu betreiben. Es wird aber auch nach weiteren Treibstoffmöglichkeiten gesucht.
Andere Probleme bereiten die fehlende Anziehungskraft auf dem Mars und die Weltraumstrahlung während des Flugs.
Zur fehlenden Anziehungskraft im All ist zu sagen, dass der menschliche Körper dafür nicht gemacht ist. Er muss sich zunächst einmal überhaupt an den Weltraum gewöhnen. Die ersten Tage ist der Kopf ganz rot, außerdem kann man sich erst einmal nicht orientieren, außerdem bauen sich die Muskeln ab, das Gehirn schrumpft und die Sehfähigkeit lässt nach. Eine derart lange Reise zu unternehmen, ist also eine enorme Strapaze für den Körper, wobei die Folgen nicht abzusehen sind. So müssen auch Astronauten im All, die nicht so weit von der Erde entfernt sind, jeden Tag trainieren. Andernfalls kann es passieren, dass man sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, wenn man zur Erde zurückkehrt.
Die Strahlung bereitet den Wissenschaftlern ebenfalls Sorgen. Wir auf der Erde werden von einem schützenden Magnetfeld umgeben. Wenn das nicht so wäre, wären wir nicht auf diesem Planeten. Es gäbe z. B. extrem viele Krebsfälle und Pflanzen würden nicht wachsen. Kurzum: ohne das Magnetfeld gäbe es kein Leben auf der Erde!
Wäre denn Leben auf dem Mars möglich?
Da der Mars wegen seiner geringen Gravitationskraft nur einen dünne Atmosphäre halten kann, ist der Atmosphärendruck sehr niedrig, somit kann Wasser nicht in flüssiger Form auf der Marsoberfläche existieren, ausgenommen kurzzeitig in den tiefstgelegensten Regionen.
Möglich wäre allerdings, eine Basis unterirdisch in einem alten Lavatunnel zu errichten. Das senkt die Strahlung enorm und man wäre vor schlimmen Sandstürmen einigermaßen geschützt.
Feststeht, dass in 1,5 km Tiefe ein Unterwassersee mit einen Durchmesser von 20 km und sehr salzigem Wasser oder sehr wässrigen Schlamm existiert. Außerdem gibt es an den Polkappen des Mars gefrorenes Kohlendioxid und Wassereis. Somit könnte man das Wasser, als Quell allen Lebens, ggf. herausfiltern. All dies steht aber sprichwörtlich noch in den Sternen. Allerdings kommt die Forschung immer weiter voran und nicht in all zu ferner Zukunft wird es so weit sein und die erste bemannte Raumkapsel macht sich für weitere Erkundungen auf – in Richtung Mars!