Das Musikgenre Metal

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Lange Mäntel, viele Tattoos, Piercings, lange Haare, Nieten, laute, aggressive Musik und vor allem ganz viel schwarz. Das sind die gängigen Klischees über Metal oder die von vielen so genannten ,Grufties‘. Doch Metal ist viel tiefgründiger und lässt sich nicht so einfach in ein paar oberflächlichen Beobachtungen beschreiben.

Zunächst zur Musik

Metal fand seinen Ursprung im  Blues- und Hard Rock Anfang der 1970er Jahre in England. Zu Beginn gab es Bands z. B. wie Blue Cheer, Iron Butterfly, MC5 oder Steppenwolf. Ende der 60er Jahre agierten dann auch schon die ersten, richtigen Heavy-Metal Bands, Led Zeppelin und Black Sabbath. Nach und nach, bis heute, entwickelten sich immer mehr Unterarten, z. B. der Gothic Metal, der Industrial Metal, der Hairspraymetal, der Nu Metal, der Grind- und der Metalcore.

Die Standardbesetzung einer Metal-Band besteht aus einem Schlagzeug, einem E-Bass, einer Rhythmus-E-Gitarre , einer Leadgitarre und Gesang, der häufig von einem der Instrumentalisten übernommen wird. Die wichtigste Instrumental-Rolle hat dabei die E-Gitarre, die elektronisch stark verstärkt und verzerrt wird, um die typische, druckvolle Klangfarbe zu erzeugen. Ein gutes Beispiel dafür ist die weltbekannte Band Metallica. Metal-Bands sind in der Regel laut, zeichnen sich aber auch dadurch aus, dass sie gefühlvolle Songs mit Tiefgang produzieren. Ein Beispiel ist das folgende Stück der bereits genannten Band Metallica:

Metal ist aber auch eine Lebensweise, die sehr häufig mit Gothic verwechselt wird. Zwar werden in beiden Kulturen gerne lange, schwarze Mäntel getragen und auch lange Haare sind bei Anhängern beider Richtungen sehr beliebt, doch es gibt deutliche Unterschiede. Metal ist von beiden die „aufgebrachtere“ Gruppierung, während der Gothic nur einen eigenen, individuellen Lebensstil finden  möchte. Es gibt auch weitere äußere Unterschiede , wie z. B. die sehr beliebte „Metal-Kutte“, die häufig auf Konzerten oder Festivals zu sehen ist. Einige Metalbands passen sich aber immer mehr der Mainstream-Musik an (vlg.  Bring me the horizon, die mit ihrem neuen Album endgültig ihren alten Stil hinter sich gelassen haben) und machen somit immer mehr „ruhige“ und massentauglichere Musik, was viele Fans verärgert. Aber auch durch Zusammenarbeit mit Mainstream-Bands werden diese weiter in die populärere Musikszene gezogen. Es gibt natürlich noch diverse Bands, die dem herkömmlichen Stil treu bleiben, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass dieses Genre immer weniger Zulauf von neuen Fans bekommt, da es unter anderem  nicht so „angesagt“ ist wie z. B. RnB oder Hip-Hop. Auch sind viele Eltern junger Metal-Begeisterter skeptisch, da das aggressive, von Unwissenden häufig als satanisch und „böse“ vorverurteilte Image häufig keinen guten Eindruck macht. Für viele Menschen ist es auch schwer bis gar nicht verständlich, was andere an dieser verrufenen Musik reizt.

Für viele ist Metal aber auch mehr eine Art Bewegung als ein Musik-Genre. Dabei geht es den meisten um Ästhetik, die sich aus vielen, auch alten Musikkulturen oder neuen Ideen zusammen setzt. Der Stil ist von Unterart zu Unterart und von Mensch zu Mensch, je nach Geschmack, unterschiedlich, auch wenn es grobe Gemeinsamkeiten wie z. B silber- oder Leder-Schmuck, (oben bereits erwähnt) Metalkutten oder Lederkleidung, die meistens schwarz ist, gibt. Generell ist „Optik“ im Metal sehr wichtig, so passen sich zum Beispiel Alben-Cover, Konzerte oder Bandmitglieder optisch der Musik, die gespielt wird, an, um auf mehreren Eben die Bedeutung auszudrücken.

„Metal“ ist für gewöhnlich nicht einer „politischen Gruppe“ zuzuordnen, auch wenn viele Bands eigene politische Meinungen vertreten. Natürlich gibt es – wie im massentauglichen Chartbereich – immer „schwarze Schafe“, die einer Musikkultur einen schlechten Ruf geben. Das darf auch nicht wegdiskutiert werden. Wie bei allen Dingen gilt: die Personen, die Musik machen, sind nie ganz losgelöst von ihrer Musik zu sehen; vor allem dann nicht, wenn sie viele Menschen erreicht!