Fantasiegeschichte der Klasse 5c: Das verrückte Nachsitzen

Wir, die Schüler der Klasse 5c, haben im Deutschunterricht eine eigene Fantasiegeschichte verfasst und viele Stunden dafür investiert. Herausgekommen ist eine tolle Geschichte, die wir gerne auch der Redaktion unserer Schülerzeitung zur Verfügung stellen möchten.

Viel Spaß beim Lesen wünschen euch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c!

 

Das verrückte Nachsitzen

Ich musste an einem Montagnachmittag nachsitzen, weil ich im Unterricht eingeschlafen bin. „Du musst den ganzen Bücherkeller aufräumen!“, schimpfte mein Lehrer. Ich erwiderte: „Ach Mann, wieso bin ich im Unterricht nur eingeschlafen?“ Missmutig ging ich in den Schulkeller, um ihn wieder auf Vordermann zu bringen. „Charlie, hier ist noch ein altes Buch, das ebenfalls aufgeräumt gehört!“, meinte mein Lehrer, der schnell wieder um die Ecke bog. Ein tiefer Seufzer kam mir über die Lippen und ich blätterte gedankenverloren in den Seiten. Dabei entdeckte ich einen Satz auf Lateinisch, in goldener Schrift. Kaum hatte ich die fremdartigen Worte gemurmelt, wurde alles um mich herum schwarz und ich lag auf einer Wiese.

Ich geriet in Panik und rief umgehend um Hilfe. Viel Zeit, über die Situation nachzudenken, blieb mir allerdings nicht. Ein heller Blitz kam wie aus dem Nichts auf mich zugeschossen und ich verwandelte mich in einen Dinosaurier. Plötzlich sah ich einen seltsamen Mann. „Keiner kommt ungestraft in Voldemorts Land!“, schrie mir ein winziger Kerl mit einem Zauberstab in der Hand entgegen. “Ich bin der Herrscher dieses Landes und ich werde dich töten!“, donnerte es mir entgegen und ich floh so schnell ich konnte. Nach kurzer Zeit stand ich vor einer Burg.

Wie sich herausstellte, handelte es sich hierbei um die Festung Voldemorts, dem Zauberer, dem ich soeben begegnet war und dessen Gesicht auf den vielen Fahnen prangte. Als mich seine Untertanen entdeckten, kamen sie aus der Burg, stürmten auf mich zu und nahmen mich gewaltsam gefangen. Während das Tor hinter mir lautstark wieder zufiel, packte mich kalte Wut. Soldaten warfen mich in ein Verlies. Zornig schnaufte ich und fasste einen Plan. Als es dunkel wurde und die Soldaten eingeschlafen waren, schaute ich mich um und entdeckte einen dunklen Griff, den man auf den ersten Blick nicht erkennen konnte. Nach mehrmaligen Versuchen funktionierte der griffartige Hebel und etwas an der Wand tat sich. Wie von Zauberhand ging eine Tür auf und ich konnte problemlos entkommen. Als ich endlich durch den großen Geheimgang nach draußen gelangte, fand ich mich auf einer großen Wiese hinter der Burg wieder. Direkt vor mir stand Voldemort und funkelte mich böse an.

Er schrie: „Wie bist du bloß aus dem Gefängnis entkommen?“ Der Fiesling fügte noch hinzu: „Ach, das ist mir jetzt auch egal, ich werde dich umbringen!“ Ich konnte das alles einfach nicht glauben, schwankte und war kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Doch plötzlich gab es einen lauten Knall und der Zauberer war verschwunden. Als ich mich umdrehte, raste ein riesiger Feuerball auf mich zu. „Jetzt ist es aus mit mir!“, dachte ich angsterfüllt. Da kam mir ein Geistesblitz: „Ich bin so groß und stark, da kann ich doch den Magier einfach zertrampeln!“ Blitzschnell versuchte ich noch, dem Feuerball auszuweichen, bemerkte aber bald, dass es dafür schon zu spät war und ich meine Trampelattacke nicht mehr umsetzen konnte. Wie aus dem Nichts schoss zu meiner großen Verwunderung ein gigantischer Wasserball haarscharf an mir vorbei und vernichtete in letzter Sekunde den Feuerball Voldemorts. Mittlerweile hatte sich eine große Traube von Zuschauern aus der Burg um uns versammelt. Aus der Menge, die überwiegend Voldemort anfeuerte, trat ein weiterer Zauberer, der zuvor den Wasserball geschossen hatte. Als er näherkam, erkannte ich ihn sofort. Es war mein Lehrer, bei dem ich Nachsitzen sollte. Der zuvor verschossene Wasserball hatte den Feuerangriff des bösen Zauberers abgewehrt, allerdings flog er nun mit voller Wucht auf Voldemort selbst zu. Er wurde an der Brust getroffen und viele Meter zurückgeschleudert. Durch die Attacke verschwand er auf der Stelle, da ihm alle Zauberkräfte genommen waren. Da rief eine weit entfernte Stimme plötzlich meinen Namen.

Ich schreckte auf und fand mich zu meinem Erstaunen mitten im Klassenzimmer wieder. „Charlie, warum musst du auch immer im Unterricht einschlafen? Pass auf, wenn ich etwas erkläre!“, warf mein Lehrer mir vor. Verdattert blickte ich ihn an und stammelte: „Sie waren doch gerade noch ein Zauberer!“ Das Gesicht meines Lehrers färbte sich rot vor Zorn und er rief: „Für diese Frechheit sitzt du heute Nachmittag nach und räumst zur Strafe auch noch den Keller auf! “ „Oh nein, hoffentlich wird es nicht genauso wie in meinem Traum!“, dachte ich mir.