Podcast: Donnerstag

Die unglaubliche Entführung von Lady Sue | Geschichte eines Möchtegern-Diebes ab 9 Jahren Geschichten für Kinder

Arthur ist genervt. Nie haben seine Eltern Zeit für ihn. Und das Geld ist auch ständig knapp. Also fasst Arthur einen Entschluss: Er will Meisterdieb werden! Dann sind Geld und Zeit bald kein Problem mehr. Aber es ist gar nicht so einfach, ein Dieb zu sein, stellt Arthur fest. Sein härtester Gegner ist dabei weder der Profigangster Barry Black noch das lustige Nachbarmädchen Marie oder der tollpatschige Kriminalinspektor Semmelmeier, sondern: sein Gewissen.

Aus den Klassenzimmern: Erlebniserzählung „Der Bananendieb“

Du befasst dich gerade mit Erlebniserzählungen in der 5. bzw. 6. Klasse oder bist auf der Suche nach unterhaltsamen Erzählungen bzw. Kurzgeschichten? Dann haben wir genau das Richtige für dich. Der nachfolgende Text mit dem Titel „Der Bananendieb“ gibt dir Anregungen zum anschaulichen und abwechslungsreichen Schreiben oder dient dir schlichtweg der kurzweiligen „Leseunterhaltung“.

Die dazugehörige Bildergeschichte findest du hier: https://www.meinunterricht.de/wp-content/uploads/2017/12/media/jpg/meinUnterricht_unterrichtsmaterial_grundschule_bananendieb.jpg

Der Bananendieb

An einem sonnigen Frühlingstag in den Osterferien verabredete ich mich mit meiner besten Freundin Lea. Wir wollten zum ersten Mal ohne Begleitung unserer Eltern den Tiergarten besuchen und waren deshalb schon recht aufgeregt. „Thomas!“, schallte es mir schon an meiner Haustür entgegen, „pack endlich deine Brotzeitbox ein, ich will so schnell wie möglich zu den Giraffen!“ Wir schwangen uns auf unsere Räder und binnen einer halben Stunde waren wir am Zoo angelangt, der am Stadtrand lag.

Die Dame an der Kasse begrüßte uns freundlich: „Hallo ihr beiden. Für euch ist der Eintritt kostenlos!“ „Dass Kinder nichts bezahlen müssen, hätte ich mir auch gleich denken können!“, scherzte ich. Lea erwiderte trocken und mit einem Augenzwinkern: „Na, dann gibt es aber einen großen Eisbecher später!“

Flink wie die Wiesel huschten wir an einer großen Gruppe von Besuchern vorbei, die sich am Eingang aufhielten. Unsere erste Station war das Giraffengehege. Lea zückte ihren Fotoapparat. „Warum fotografierst du mit diesem alten Ding, wenn es doch Smartphones gibt?“, wollte ich wissen. Meine Begleiterin ließ sich nicht beirren und knipste fröhlich drauf los. „Ich mag die moderne Technik einfach nicht!“, lachte sie. Von einem lauten Dröhnen wurden wir abgelenkt. Hinter uns hielt ein kleiner Lastwagen, der mit Tierfutter beladen war. Wir staunten nicht schlecht, als uns der Zoodirektor persönlich begrüßte: „Hallo Kinder, habt ihr Spaß?“, wollte er wissen. Etwas verdutzt erwiderten wir aus einem Mund: „Ja, Herr Direktor, ihr Tierpark ist wirklich großartig.“ Zu unserem Erstaunen erlaubte uns Herr Krohl, wie der Direktor hieß, die Giraffen zu streicheln. „Herrlich weich!“, murmelte ich in mich hinein.

Nachdem sich die Tiere mit den langen Hälsen geduldig unsere Streicheleinheiten gefallen gelassen hatten, waren wir neugierig, ob uns am Affengehege ebenfalls derart zutrauliche Tiere erwarteten. „Das sind aber ganz schöne Rabauken!“, rief meine Freundin, als wir uns den Affen näherten. Wild und ungestüm turnten diese in ihrem großen Käfig herum, bewarfen sich mit Bananenschalen und gaben gellende Laute von sich. „Das ist mir jetzt zu viel Aufregung, ich habe Hunger“, meinte ich. Wir entschieden uns daher für eine kleine Brotzeitpause. Dazu setzten wir uns etwas abseits von den anderen Menschen auf einen kleinen Mauervorsprung des Affengeheges, direkt neben die Gitterstäbe. „Hm, Salamibrot, Apfelstücke, Limo“, freute ich mich laut, während auch Lea gierig aus ihrem Rucksack den mitgebrachten Proviant auspackte. Zufrieden aßen wir und ignorierten dabei das Affenspektakel hinter uns. Plötzlich ermunterte mich Lea: „Mach doch die Affen nach. Auch wenn du nicht so behaart bist, kannst du sicher die Geräusche und Bewegungen imitieren!“ „Und ob“, stieß ich hervor, „schau nur genau hin!“ Eigentlich wollte ich gerade meine Banane verschlingen, die ich schon geschält in der linken Hand hielt. Da dies nun warten musste und ich Leas Herausforderung umgehend annehmen wollte, streckte ich beide Arme nach oben und gab, so gut ich eben konnte, wilde Affenlaute zum Besten.

Besonders viel Mühe machte ich mir dabei, wie ein Affe zu wirken, indem ich beide Arme immer wieder in Höhe schleuderte und mich streckte. Plötzlich durchfuhr mich aber ein großer Schreck. Etwas Klebriges berührte meine Hände und die Banane in meiner linken Hand fühlte sich auf einmal merkwürdig leicht an. Als ich hinsah, bemerkte ich schockiert, dass sie verschwunden war und nur noch die feuchten Schalenreste an meiner Hand herunterbaumelten. „Diebe, Geister, Magie?“, kreischte ich. „Was hast du denn? Was ist nur in dich gefahren?“, fragte mich meine Freundin, der wohl ähnlich mulmig zumute sein musste, als sie meine leere Bananenschale erblickte. „Wir müssen hier sofort weg! Wahrscheinlich spukt hier ein diebischer Geist, der uns die Taschen auch noch ausleert!“, stotterte ich und wurde kreidebleich. „Auf dem Boden liegt die Banane jedenfalls nicht“, gab Lea zu bedenken, die sich offensichtlich nicht halb so viel fürchtete wie ich. Aus dem Nichts fing sie dann lauthals zu lachen an. „Du Scherzkeks – Diebe, Geister, Magie – so ein Unsinn!“, prustete sie los und verteilte dabei nahezu den ganzen Mundinhalt kalter Limo, die sie eben getrunken hatte, in mein Gesicht. „Blick mal hinter dich!“, fügte sie argwöhnisch hinzu. Als ich mich unsicher umdrehte, schaute mir ein kleines Äffchen frech ins Gesicht und stopfte sich genüsslich die Reste meiner Banane in den Mund. „Aha, du bist also der Bananendieb!“, rief ich erleichtert. Lea kugelte sich am Boden vor Lachen und ich tat es ihr gleich.

Den restlichen Tag verbrachten wird zufrieden und belustigt im Tierpark und kauften uns auch noch, wie angekündigt, einen großen Eisbecher. „Wieso isst du die Bananenstücke in deinem Eis nicht und steckst sie stattdessen in die Brotzeitdose?“, wollte Lea wissen. Mit einem kindischen Grinsen erwiderte ich: „Die hebe ich mir für den Rückweg auf, ich habe da so eine Idee, wer sich darüber freuen könnte!“