Fantasieerzählung: Die verhängnisvolle Halskette

Die nachfolgende Fantasieerzählung enstand im Rahmen des Deutschunterrichts in der 5b. Viel Spaß beim Lesen!

Als ich an einem verregneten Morgen in den Herbstferien gerade die Augen öffnete, sah ich meine Schwester Irina noch aus den Augenwinkeln aus dem Zimmer huschen. „Hey, was machst du hier?“, rief ich erbost. Doch es kam keine Antwort. Zu meiner Verwunderung kamen dann auch noch meine Eltern in den Raum gestürzt und riefen atemlos: „Schnell, Tobias, deine Schwester ist soeben mitten in der Küche verschwunden. Du musst uns helfen! Noch im Schlafanzug spurtete ich in die Küche, in der meine Eltern bereits ratlos herumstanden. Ich keuchte: „Sie war doch eben noch da!“ Plötzlich wurde uns unvermittelt schwarz vor Augen und alles drehte sich.

Als wir wieder etwas sehen konnten, staunten wir nicht schlecht. Vor uns erstreckte sich eine Winterlandschaft. Hohe Berge säumten die Gegend und uns fehlten die Worte. Mein Vater war der erste, der den Mut fand, etwas von sich zu geben: „Wo sind wir hier? Was hat das zu bedeuten?“ Mutter stotterte: „Die Küche! Dort muss sich eine Art Portal befinden, in das wir gefallen sind!“ Da rief mein Vater plötzlich: „Schaut doch, hier sind Spuren im Schnee. Vielleicht stammen sie von Irina!“ „Ja, wir sollten ihnen nachgehen!“, erwiderte ich. Wir machten uns auf den Weg und kamen zu einer Höhle. Die Spuren endeten dort. Da es kalt war, gingen wir kurzentschlossen hinein, als sich hinter uns der Eingang mit einem lauten Grollen verschloss.

Völlige Finsternis umschlang uns. „Ich kann nichts sehen, wir müssen hier sofort raus!“, brüllte ich. Meine Mutter behielt die Nerven und flüsterte: „Wir sollten uns an den Wänden vortasten, irgendwo muss es hier einen Ausgang geben.“ Tatsächlich konnte man ein leises Klack-Geräusch vernehmen. Mama drückte zufällig auf eine Art Knopf, der sogleich ein großes Tor öffnete, durch das gleißendes Licht schien und alles erhellte. Wir erstarrten. Meine Schwester war in der Mitte einer Eisgrotte in einem Käfig gefangen und rief aufgebracht: „Verschwindet sofort. Ein böser Zauberer hat mich gefangen genommen!“ Doch es war zu spät. Unter lautem Gepolter erschien wie aus dem Nichts ein großer und grimmiger Mann mit einem Zauberstab. „Ihr wagt es, in mein Reich einzudringen?“, polterte er. Mit einer unscheinbaren Bewegung ließ er uns durch die Luft wirbeln, die Käfigtür öffnete sich und auch meine Eltern waren gefangen. Ich konnte mich gerade noch an einem Felsvorsprung halten und war vorerst noch frei. Da kam mir eine Idee. „He, Zauberer! Ich wette, dass ich dich im Kampf besiege! Wenn dem so ist, lässt du uns alle gehen!“, rief ich mutig. „Die Wette gilt. Gundar hält immer sein Wort!“, grummelte er. Ein enormer Blitz schoss mir aus seinem Zauberstab entgegen und ich schrie aus voller Kehle: „Du wirst mich nicht besiegen!“ Mit einem Hechtsprung schaffte ich es gerade noch, dem Blitz zu entkommen, der von den Eiswänden zurückgeworfen wurde und Gundar, den bösen Zauberer, mit voller Wucht selbst traf, woraufhin er bewusstlos zu Boden ging.

Wieder verschwamm alles vor unseren Augen und ehe wir uns versahen, standen wir verdutzt in unserer Küche. Alle waren befreit und heil wieder daheim angekommen. Meine Schwester rief erleichtert: „Er hat sie nicht bekommen.“ „Wie bitte?“, fragte ich völlig aufgelöst. „Er wollte die Halskette, die ich vom Flohmarkt habe. Anscheinend ist das eine Zauberkette“, antwortete meine Schwester. Unsere Eltern drängten: „Wir haben keine Lust mehr auf ein plötzliches Verschwinden und irre Zauberer. Weg mit der Kette!“ Ohne zu zögern machten wir uns auf in den Wald hinter unserem Haus und vergruben die Kette dort, auf dass sie niemals mehr Gefahr bringen sollte.