Alltagsheld durch Zivilcourage

Oft gibt es im Alltag Situationen, in denen jeder ein Alltagsheld sein kann, wenn beispielsweise eine Frau auf dem Volksfest belästigt wird. Aber obwohl es häufig mehrere Zeugen gibt, die helfen können, kommt niemand zur Hilfe. Warum aber wird nicht eingegriffen? Experten wie Psychologin Veronika Brandstätter oder Fachzeitschriften sind dieser Frage nachgegangen und haben Interessantes herausgefunden.

„Zivilcourage ist, wenn man sich für jemanden einsetzt, der von Dritten bedroht wird. Man zeigt Mut, indem man seine eigene Überzeugung vertritt auf die Gefahr hin, dass man verletzt werden könnte“, erklärt die Psychologin Veronika Brandstätter.  Jedoch stößt man auf Hindernisse, wenn es zu einer Notsituation kommt.

Wenn man wie im oben beschriebenen Beispiel Zeuge einer Notsituation werden würde, haben die meisten Angst, dass dies nur ein Streit zwischen einem Pärchen oder nur ein Spaß ist und dass man deswegen ausgelacht wird, weil man „überreagiert“ hat.

Frau Brandstätter meint, dass sie taugliche Alltagshelden daran erkennt, wenn diese spüren, ob die Würde des Menschen verletzt werde oder ob sie genug Selbstvertrauen haben, um soziale Verantwortung zu übernehmen. Selbst Kinder können über so ein Selbstbewusstsein verfügen, sagt die Fachfrau für Psychologie.

Die Expertin ist der Meinung, dass man selbst ein Alltagsheld sein kann, wenn man sich im Freundeskreis gegen rassistische Bemerkungen einsetzt.

Eine Fachzeitschrift die sich auf Psychologie und Hirnforschung spezialisiert hat, hat im Jahr 2012 eine Umfrage zu Erfahrungen mit Gewalt in der Öffentlichkeit durchgeführt. Von den 1000 Befragten wurden mehr Männer in der Öffentlichkeit angegriffen als Frauen. In konkreten Situationen wurden 18% mehr Frauen nicht geholfen als den Männern.

Den Meisten wurde jedoch durch verbales Einschreiten geholfen. Im Gegensatz dazu wurde den wenigsten mit einem Anruf bei der Polizei Hilfe geleistet.

Viele wollen wissen, wie man sich in solch einer Situation als Zeuge richtig verhält. Mit diesem Thema hat sich die Expertenzeitschrift ebenfalls beschäftigt. Zivilcourage beginnt, wenn man die Situation bemerkt und dies als Notfall eingestuft hat. Wenn man sich verantwortlich fühlt sollte man sein Handlungswissen aktivieren und eingreifen. Aber was ist das Handlungswissen eigentlich? Dieses Wissen kann in bestimmen Zivilcourage – Trainings erlernt werden und man verfügt danach über das nötige Know-How.

Zivilcourage ist in unserer heutigen Gesellschaft besonders deshalb wichtig, weil so vor allem die Gemeinschaft unter den Menschen gefördert wird. Aber Achtung: In Situationen, in denen gerade körperliche Gewalt schon sichtbar wird oder womöglich kurz davor ist, „auszubrechen“, sollte man lieber Hilfe holen und laut auf die Situation aufmerksam machen, damit man sich nicht unnötig selbst gefährdet und womöglich die Täter nicht noch weiter reizt.

Im nachfolgenden Video erfahrt ihr noch mehr über Zivilcourage und wie man sie in den eigenen Alltag integrieren kann.

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