Der Ursprung der Sommerzeit

In rund zwei Monaten ist es wieder so weit: die Uhr wird eine Stunde vorgestellt, es gilt dann die Sommerzeit. Aber wo hat diese Zeitumstellung ihren Ursprung?

Die Idee einer staatlich verordneten Sommerzeit kam erstmals von George Vernon Hudson 1895 und – unabhängig voneinander – auch von William Willet 1907. George Vernon Hudson stelle seine Idee sogar vor der Royal Society of New Zealand, einer Akademie für Wissenschaft, vor, und veröffentlichte sie drei Jahre später. Weder sein Vortrag noch die Veröffentlichung fand Anklang und so geriet George Vernon Hudson bald in Vergessenheit. An die Idee mit der Zeitumstellung erinnerte man sich aber bald wieder.

Erstmals eingeführt wurde die Sommerzeit nämlich dann am 30. April 1916 von Deutschland und im damals noch zusammengehörigen Österreich-Ungarn (sog. k. u. k-Monarchie). Die Begründung war der hohe Ernergieverbrauch im ersten Weltkrieg, für dessen Umsetzung man viel Elektrizität brauchte (Waffenfabriken etc.). Man erhoffte sich eine Einsparung von Strom, der damals noch vorwiegend durch Kohle- und Wasserkraft gewonnen wurde. Als man die Uhr nun umstellte, war es eine Stunde länger hell (z. B. noch um 19:00 Uhr) und damit musste das elektrische Licht, das damals noch von recht energiehungrigen Glühbirnen kam, erst später eingeschaltet werden – daher die Ersparnis.

Noch im selben Jahr führten auch die Kriegsgegner Deutschlands und Österreich-Ungarns, nämlich Großbritannien und Frankreich sowie zahlreiche andere europäischen Länder, als Reaktion darauf die Sommerzeit ein. 1919 schaffte Deutschland die unbeleibte Kriegsmaßnahme allerdings wieder ab.

In den Schützengräben des Ersten Weltkriegs: die Materialschlachten, besonders in Frankreich (z. B. Verdun), verlangten nach beständigem Nachschub an Waffen, Munition, und Rüstungsgütern, die in Fabriken mit hohem Stromverbrauch produziert werden mussten. Außerdem herrschte ein Steinkohlemangel, mit dem die Fabriken zuvor betrieben worden waren. Nun mussten sie „verstromt“ werden, was den Engpass an Elektrizität noch verschärfte.

Großbritannien war das einzige Land, das an der Sommerzeit festhielt. Frankreich beendete sie 1922 aufgrund der Proteste der Bauern. Ein Jahr später 1923 wurde sie allerdings schon wieder eingeführt. Auch andere Länder versuchten sich mit bzw. an der Sommerzeit. Griechenland führte sie lediglich für zwei Monate ein, die Sowjetunion stellte die Uhren 1930 zwar eine Stunde vor, aber nicht mehr zurück. Kanada und die USA hatten ein ganz anderes Problem: da die Sommezeit in diesen beiden Ländern nicht für das ganze Land galt, sondern regional oder sogar in einzelnen Städten die Sommerzeit (teilweise unterschiedlich) geregelt wurde, konnte es passieren, dass man zwischen zwei Städten die Uhr umstellen musste.

Deutschland führte die Sommerzeit 1940 zum zweiten Mal ein. Wieder war ein Krieg dafür verantwortlich, nämlich der Zweite Weltkrieg. 1947 wurde eine doppelte Sommerzeit eingeführt, das heißt, man stellte die Uhr zwei Stunden zurück statt nur um eine, um das Tageslicht optimal zu nutzen. Lange hielt sie sich nicht, die Sommerzeit – schon nach sieben Wochen kehrte man wieder zur einfachen Sommerzeit zurück. 1949 wiederum einigten sich das geteilte Ost- und Westdeutschland darauf, die Zeitumstellung wieder zu beenden.

Als die Ölkrise im Jahr 1973 Einzug hielt, musste durch hohe Energiepreise gespart werden. Doch nur Frankreich führte drei Jahre später die Sommerzeit als Gegenmaßnahme ein. Erst danach zogen andere Länder nach. Ostdeutschland fürchtete durch die Zeitumstellung das Land noch mehr zu teilen und zögerte deshalb. Als Westdeutschland 1979 die Sommerzeit (mal wieder) einführte, einigte man sich darauf, sie in ganz Deutschland in Kraft zu setzen. Viele Nachbarländer, die bis jetzt (ab)gewartet hatten, führten die Zeitumstellung nun ebenfalls ein.

Zu Zeiten der Ölkrise blieben teilweise die Straßen und Autobahnen ganz leer. Es gab Fahrverbote oder einfach keinen Treibstoff.

Bis 1996 wurden alle Zeitumstellungen in der EU vereinheitlicht.

Am letzen Sonntag im März stellt man die Uhr um 2:00 Uhr eine Stunde vor; diese Umstellung dauert bis zum letzen Sonntag im Oktober an. Dann wird sie um 3:00 Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt. Die Sommerzeit, wie wir sie heute kennen, hatte – das haben wir oben gesehen – ursprünglich ganz andere Hintergründe.

Heute profitieren wir davon und denken womöglich in Zukunft auch an ihre Ursprünge zurück, und zwar um dankbar zu sein, dass wir in Frieden leben dürfen.

Müll im Meer- eine Gefährdung für die Umwelt

Ungefähr 6,4 Millionen Tonnen Müll landen jährlich im Meer. Das ist eine Fläche so groß wie Mitteleuropa und sie wächst ständig!

muell_2

So sieht es mittlerweile an vielen einst so schönen Stränden unserer Meere aus: Müll – so weit das Auge reicht

Der Müll in unseren Meeren besteht aus Feuerzeugen, Zahnbürsten, PET-Flaschen und Ähnlichem. All das besteht hauptsächlich aus Plastik. Leider werden die Plastikteilchen von Tieren viel zu oft mit Nahrung verwechselt. Seevögel ersticken oder erleiden tödliche Verstopfungen. Der Magen von toten Eissturmvögeln ist mittlerweile sogar ein anerkannter Nachweis für die Verschmutzung unserer Meere. Denn diese Vogelart ist ein Hochseevogel, das heißt, er ist überwiegend ans Meer gebunden, und auch seine Nahrung stammt aus dem Meer. Bei Untersuchungen fanden Wissenschaftler in rund 93 Prozent der gefundenen, toten Eissturmvögel Plastikteile.

Aber nicht nur für Vögel kann der Müll in den Meeren gefährlich sein. Auch für Quallen, Wale, Fische, Schildkröten und viele andere Meerestiere ist er lebensgefährlich. So frisst die Lederschildkröte, die größte lebende Schildkröte, fast ausschließlich Quallen. Immer öfter verwechselt sie jedoch Plastiktüten, die auf dem Meer treiben mit ihrer Hauptnahrung, der Qualle. Und auch Quallen, die in ihren Mägen Plastik enthalten, sind für die Schildkröte tödlich. Vor einigen Jahren fand man in Schottland sogar einen toten Zwergwal, der gestrandet war. In seinem Magen befanden sich über 800 kg Plastik.

muell_4

Viele Tiere, auch Vögel, verenden in einem Gewirr aus Plastikabfall

Ein großes Problem ist auch das sog. Mikroplastik:

Aus dem ganzen Müll im Meer entwickeln sich von Zeit zu Zeit sogenannte Müllstrudel, die von kreisförmigen Stömungen aufgenommen und herumgewirbelt werden. Der wohl bekannteste Müllstrudel ist der sogenannte „Great Pacific Garbage Patch“, der im Nordpazifik seit Jahrzenten im Meer umherwirbelt.

Gegen das Problem mit dem Müll in unseren Meeren muss dringend etwas unternommen werden. Weltweit gibt es viele Organisationen, die sich gegen Müll im Meer einsetzten, dennoch ist es bisher noch nicht gelungen, das Problem zu in den Griff zu bekommen. Denn um es ganz zu lösen, bräuchte man alle. : die Industrie, die Wirtschaft, die Bürger und am allermeisten die Politik. Es braucht globale Anstrengung, um unsere Meere wieder zu reinigen.

Um unserer Umwelt zu helfen, kann jeder etwas tun! Und zwar so viel Plastik wie möglich vermeiden!

muell_3

muell_1

In der folgenden Doku erfahrt ihr noch mehr über den Müll in unseren Meeren und könnt euch somit selbst ein Bild machen:

Der Adventskalender – von früher bis heute

Ob klassisch, rechteckig, selbstgemacht, mit Schokolade oder Bildern: der Adventskalender dient in erster Linie dazu, seinen Freunden und der Familie eine Freude zu machen und natürlich die Tage bis Weihnachten zu zählen.

Der erste selbst gebastelte Adventskalender stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1851. Familien hängten 24 Tage lang jeden Tag ein anderes Bild auf. Als einfachere Variante wurden mit Kreide 24 Striche auf die Hauswand oder Tür gemalt. Jeden Tag durfte jemand, meist die Kinder, einen Strich wegwischen. In den katholischen Familien wurden Krippen aufgebaut, in die man täglich, bis zum Heiligen Abend, einen Strohhalm legte.

Um das Jahr 1920 verbreitete sich der erste ‚richtige‘ Adventskalender. Man konnte schon Fensterchen öffnen und hinter jedem Türchen war ein Bild zu sehen.

Während des 2. Weltkrieges wurden christliche Weihnachtsbäume verboten, dafür gab das Hauptkulturamt einen Adventskalender heraus. Der Kalender enthielt unter anderem Bastelanleitungen, Märchen und Backanleitungen für ein sogenanntes Sinngebäck, ein Gebäck, das in Form eines Gegenstands war und meist aus Hefeteig bestand.

Beliebt wurde der Adventskalender im Jahre 1950, als er in Massen produziert und somit günstig erworben werden konnte. Damals beinhaltete er allerdings noch keine Schokolade, sondern Bildchen. Als ‚Deckblatt‘ wurde meist eine verschneite Winterlandschaft gewählt. Hinter dem 24. Türchen versteckte sich meist eine Krippenszene.

advent_1

Typischer Adventskalender mit weihnachtlichem Motiv

Beliebt waren auch handbemalte Kalender wie etwa die Leipziger Adventskalender. Oftmals beinhaltete ein gekaufter Kalender neben den Bildern auch kleine Stücke Schokolade, die meist wie ein Spielzeug und an Heiligabend wie ein Weihnachtsbaum aussahen. Der erste Kalender mit Schokolade wurde im Jahre 1958 verkauft und kann bis heute in Supermärkten erworben werden.

Auch wurden selbstgemachte Adventskalender mit 24 Überraschungen verkauft. Die Variante, die immer mehr beliebt wurde, kam ursprünglich aus Skandinavien: man hängte Jutesäcke an eine Schnur und befüllte sie. Dabei kann auch durch das Basteln eines eigenen Adventskalenders die kreative Seite eines jeden erwachen.

advent_2

Adventskalender aus Jutesäckchen nach skandinavischem Vorbild

Der weltgrößte freistehende Adventskalender steht in Leipzig. Jeden Tag, um 16.30 Uhr, wird ein Türchen geöffnet. Die Türen sind drei mal zwei Meter groß und der ganze Adventskalender hat eine Größe von 857 m².

Seit einigen Jahren werden auch Spielzeug- oder elektronisch Adventskalender immer beliebter. So werden zum Beispiel jeden Tag eine Geschichte vorgelesen oder hinter jedem Türchen versteckt sich eine Spielfigur. Auch große Konzerne wie Playmobil oder Ravensburger stellen solche elektronischen und Spielzeugadventskalender her.

holz

Eine eher klassische Variante des Spielzeugadventskalenders: ein Zug aus Holz.

In vielen Städten werden oft die Rathäuser zu einem Adventskalender umgestaltet. Meinstens werden dann die Fenster und Türen werden mit vielen Lichtern geschmückt und verschlossen. Jeden Tag öffnet jemand dann ein Fenster, hinter dem sich oft ein weihnachtliches Bild befindet.