Der Adventskalender – von früher bis heute

Ob klassisch, rechteckig, selbstgemacht, mit Schokolade oder Bildern: der Adventskalender dient in erster Linie dazu, seinen Freunden und der Familie eine Freude zu machen und natürlich die Tage bis Weihnachten zu zählen.

Der erste selbst gebastelte Adventskalender stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1851. Familien hängten 24 Tage lang jeden Tag ein anderes Bild auf. Als einfachere Variante wurden mit Kreide 24 Striche auf die Hauswand oder Tür gemalt. Jeden Tag durfte jemand, meist die Kinder, einen Strich wegwischen. In den katholischen Familien wurden Krippen aufgebaut, in die man täglich, bis zum Heiligen Abend, einen Strohhalm legte.

Um das Jahr 1920 verbreitete sich der erste ‚richtige‘ Adventskalender. Man konnte schon Fensterchen öffnen und hinter jedem Türchen war ein Bild zu sehen.

Während des 2. Weltkrieges wurden christliche Weihnachtsbäume verboten, dafür gab das Hauptkulturamt einen Adventskalender heraus. Der Kalender enthielt unter anderem Bastelanleitungen, Märchen und Backanleitungen für ein sogenanntes Sinngebäck, ein Gebäck, das in Form eines Gegenstands war und meist aus Hefeteig bestand.

Beliebt wurde der Adventskalender im Jahre 1950, als er in Massen produziert und somit günstig erworben werden konnte. Damals beinhaltete er allerdings noch keine Schokolade, sondern Bildchen. Als ‚Deckblatt‘ wurde meist eine verschneite Winterlandschaft gewählt. Hinter dem 24. Türchen versteckte sich meist eine Krippenszene.

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Typischer Adventskalender mit weihnachtlichem Motiv

Beliebt waren auch handbemalte Kalender wie etwa die Leipziger Adventskalender. Oftmals beinhaltete ein gekaufter Kalender neben den Bildern auch kleine Stücke Schokolade, die meist wie ein Spielzeug und an Heiligabend wie ein Weihnachtsbaum aussahen. Der erste Kalender mit Schokolade wurde im Jahre 1958 verkauft und kann bis heute in Supermärkten erworben werden.

Auch wurden selbstgemachte Adventskalender mit 24 Überraschungen verkauft. Die Variante, die immer mehr beliebt wurde, kam ursprünglich aus Skandinavien: man hängte Jutesäcke an eine Schnur und befüllte sie. Dabei kann auch durch das Basteln eines eigenen Adventskalenders die kreative Seite eines jeden erwachen.

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Adventskalender aus Jutesäckchen nach skandinavischem Vorbild

Der weltgrößte freistehende Adventskalender steht in Leipzig. Jeden Tag, um 16.30 Uhr, wird ein Türchen geöffnet. Die Türen sind drei mal zwei Meter groß und der ganze Adventskalender hat eine Größe von 857 m².

Seit einigen Jahren werden auch Spielzeug- oder elektronisch Adventskalender immer beliebter. So werden zum Beispiel jeden Tag eine Geschichte vorgelesen oder hinter jedem Türchen versteckt sich eine Spielfigur. Auch große Konzerne wie Playmobil oder Ravensburger stellen solche elektronischen und Spielzeugadventskalender her.

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Eine eher klassische Variante des Spielzeugadventskalenders: ein Zug aus Holz.

In vielen Städten werden oft die Rathäuser zu einem Adventskalender umgestaltet. Meinstens werden dann die Fenster und Türen werden mit vielen Lichtern geschmückt und verschlossen. Jeden Tag öffnet jemand dann ein Fenster, hinter dem sich oft ein weihnachtliches Bild befindet.