Der „24-hours-challenge“-Trend – kritisch hinterfragt!

BEITRAG VON EDI UND EDA GASHI

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Vielleicht seid ihr bereits beim „Surfen“ darüber gestolpert: die „24 hour challenge“:

Dieser gegen das Gesetz verstoßene Trend kommt ursprünglich aus Amerika. Dabei geht man in Restaurants, Kinos oder Möbelhäuser – zumeist vor Ladenschluss – und sucht sich ein „gutes“ Versteck. Man wartet darauf, dass alle Mitarbeiter das Geschäft verlassen, um sein Versteck zu verlassen und sich dort frei bewegen können. Das Geschehen wird auch die ganze Zeit von einer Kamera mitverfolgt, die der „wagemutige Einbrecher“ selbst in der Hand hält. Doch nicht immer geht die Sache gut aus, so auch bei zwei deutschen „Youtubern“, die in ein McDonald’s-Restaurant, eine Ikea-Filiale sowie in ein Schwimmbad eingebrochen sind.

Hinter dieser vermeintlichen witzigen „Challenge“ verbirgt sich schlichtweg eine Straftat! Deshalb ist diese Art von Wettbewerb in jeder Hinsicht falsch, da er auch jüngere Zuschauer dazu animieren könnten, ebenfalls so etwas zu machen. Viele Zuschauer meinen übrigens, dass alles nur inszeniert ist, was die Gefahr birgt, dass man es erst recht „in Echt“ ausprobieren möchte. Ob das Videomaterial authentisch ist, kann zudem bezweifelt werden. Eine solche „Challenge“ kann man auch auf legalem Wege durchführen, wenn man sich z. B. mit der Geschäftsleitung abspricht und um eine Drehgenehmigung bittet. Viele informieren aber die Angestellten nicht, um es spannender zu machen, weshalb Blogger und Youtuber, die an einer solchen „Challenge“ teilgenommen haben, schon Anzeigen erhalten haben.

Natürlich hat es seinen Reiz, einmal in seinem Lieblingsgeschäft zu übernachten, aber sich dort zu verstecken, ist wirklich nicht empfehlenswert. Außerdem darf man nicht alles glauben, was im Internet kursiert – vieles ist schlichtweg nur Inszenierung für die Einschaltquoten eines Youtube-Kanals oder einer Sendung!

Prominenter Besuch: Schauspieler und Musiker Michael Fitz besucht die Oberstufe des Gymnasiums

Prominenten Besuch erhielt das Gymnasium Seligenthal am Nachmittag des 15.11.2016: Schauspieler und Musiker Michael Fitz gewährte der Oberstufe ganz persönliche Einblicke in sein Leben und Wirken als Künstler und beförderte die Kollegiaten in einem schülernahen 90-minütigen Gespräch hinter die Kulissen der Film- und Musikbranche.

„Wenn es sich gut anfühlt, ist es für mich auch gut!“ Für Michael Fitz gibt es keine starren ästhetischen Grenzen, solange das Erlebte nicht nur mit dem Kopf erfahren wird. „Gute Unterhaltung muss auch körper­lich wahrnehmbar sein, ein Gefühl auslösen, das im Körper Spuren hinterlässt“, eröffnete der 58-Jährige den Schülern gleich zu Beginn.

Aus der berühmten Künstlerfamilie Fitz stammend, war sein Leben nicht automatisch als zwangsläufig erfolgreich vorherbestimmt. „Zur Schauspielerei kam ich eigentlich auf Umwegen – ich wurde in München auf der Straße angesprochen, habe quasi aus dem Stand die Chance erhalten, eine Hauptrolle in einem Fernsehspiel zu übernehmen und bin dadurch in die staatliche Agentur ZBF hineingerutscht. Beim Produzenten dieses Films habe ich dann zwei, drei Jahre gearbeitet, erst als Volontär, heute sagt man Praktikant. Etwa 1980 war es zwar ohne Abitur für mich schwierig, an die Filmhochschule in München zu kommen. Es hat aber dann doch irgendwie geklappt, weil ich hartnäckig war. In den Jahren nach der HFF habe ich viel hinter der Kamera in unterschiedlichen Positionen in Film-Teams gearbeitet, u.a. als Regieassistent oder auch als Set-Aufnahmeleiter, auch einer Folge der Helmut-Dietl-Reihe Kir Royal. Mitte der 1980er-Jahre kam der Durchbruch in der Serie Der Schwammerlkönig.“

Einem großen Publikum wurde Michael Fitz deutschlandweit vor allem als der in seinem Vorgehen alternative, etwas renitente und unangepasste Kommissar Carlo Menzinger im München-Tatort bekannt, den er 2007 verließ und für den er nur noch einmal im Jahr 2013 in einer Gastrolle auf die Bildschirme zurückkehrte: „Die Figur hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Da wurde es Zeit zu gehen. Dem Carlo geht es aber gut, er lebt jetzt in Thailand mit seiner Familie!“, kommentiert der sympathische und jung gebliebene Künstler witzelnd seinen Abschied aus der Serie.

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Nah an den Schülern: Michael Fitz im Gespräch mit den Oberstuflern

2005 erhielt Fitz den Bayerischen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle im Fernsehdrama Marias letzte Reise. Der Künstler erinnert sich sehr gerne an die Dreharbeiten zu diesem Film: „Reiner Kaufmann ist ein toller Regisseur. Man fühlt sich einfach aufgehoben bei ihm. Das ist sehr wichtig für einen Schauspieler, man muss sich vom Regisseur getragen und von ihm verstanden fühlen!“ Mit dem Vorurteil gegenüber den „Großen“ im deutschen Filmgeschäft räumt Michael Fitz auf: „Die wirklich Bekannten sind souverän und haben es nicht nötig, am Set arrogant zu sein. Sie sind zu allen nett und sehr professionell!“ Kritische Töne schlug Fitz im Zusammenhang mit deutschen Kinofilmen an: „Alle diese Filme werden nicht ohne Mittel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens realisiert – und das sieht man ihnen an. Es wäre besser, wenn es mehr unabhängige Kinoproduzenten und damit auch Filmemacher mit mehr Freiheiten in Deutschland gäbe und das Fernsehen nicht überall mitreden würde!“

Dann gewährte Michael Fitz einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag eines Schauspielers: „Man kann während Dreharbeiten nicht einfach umschalten von Rolle auf Privat, das geht gar nicht.“ Im Jahr 2007 erschienen TV-Drama Das Leuchten der Sterne verkörpert Fitz den Vater eines körperlich schwerbehinderten Mädchens: „Wenn man, so wie ich das war, den Umgang mit Menschen mit Behinderung nicht gewöhnt ist, nicht weiß, wie man jemanden halten muss und die Dinge tut, die für den Vater eines solchen Mädchens ganz selbst verständlich sind, muss man das als Schauspieler, der so eine Rolle spielt, erst mal lernen. Das ist spannend und aufregend, aber belastet auch manchmal die eigene Familie während der Drehzeit durchaus!“

Michael Fitz mag die Herausforderung: „Ich liebe Figuren, die Tiefe haben, die man fühlt!“ Getreu diesem Motto lehnt der Schauspieler durchaus manche Rollen auch ab, wenn sie ihm zu seicht oder überzogen-klischeehaft erscheinen.

Auf die Frage hin, was er sich für seine Zukunft wünsche, meint Michael Fitz: „Ich würde schon gerne mal eine interessante Kinofigur spielen. Und die Musik ist gerade das, was mir sehr viel gibt. Ich mache schon lange Musik, habe über die Jahre hinweg 14 Alben aufgenommen, toure durch ganz Deutschland und gebe derzeit über 100 Konzerte pro Jahr. Das ist schon anstrengend, aber auch sehr schön. Ich mag das, so soll es weitergehen.“ Das letzte Album Des bin i hat er im Alleingang bei sich zuhause aufgenommen und produziert. „Ich finde es schön, unabhängig zu sein!“. Der mittlerweile in Niederbayern lebende Künstler beherzigt das auch auf seiner Tour: „Früher war ich mit Band unterwegs, heute bin ich ganz alleine auf der Bühne.“

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Michael Fitz (Mitte) mit dem P-Seminar „Filmanalyse“

Michael Fitz würdigte das große Interesse der Kollegiaten und die vielen „guten Fragen“ mit den Worten „Schön war’s bei euch, vielen Dank!“

Der Besuch am Gymnasium Seligenthal war nicht das letzte Gastspiel des Künstlers in Landshut. Am 11.12.2016 gibt er ein Konzert im Kleinen Theater in der Bauhofstraße: „Ich freue mich schon sehr darauf!“

 

In den folgenden Videos könnt ihr weitere Eindrücke von Michael Fitz‘ Schaffen als Musiker und Schauspieler gewinnen:

Musikvideo zu „Hinter meiner Stirn“ aus dem aktuellen Album „Des bin i“

Hinter den Kulissen der Tatort-Folge „Macht und Ohnmacht“

Making-of des Fernsehkrimis „Hattinger und die kalte Hand“

Japan: das Land, das Walsushi macht

Japan jagt auch heute trotz internationaler Verbote noch Wale, meist von Schiffen aus. Das Ziel des Walfangs war in früheren Zeiten meistens der Tran – zur Brennstoffgewinnung und als Grundstoff industrieller Produktion. Erst im späten 20. Jahrhundert etablierte sich Walfleisch als Nahrungsmittel.

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In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden große Wale immer seltener. Wale gelten wegen ihres großen Gehirs und ihres komplexen Sozialverhaltens als besonders intelligente Tiere.

Zum Schutz der Wale gibt es viele Organisationen, z. B. die Umweltorganisation Greenpeace, oder Sea Shepherd, die schon über 750 Wale vor den Harpunen japanischer Walfangflotten gerettet hat.

Am Dienstag, dem 6. Januar 2015, gab das Institut für Walforschung (ICR) bekannt, dass am 8. Januar eine Walfangflotte Japan verlassen würde, um „NICHT-TÖDLICHE“ Forschungsarbeiten an der Antarktischen Walpopulation durchzuführen.

Insgesamt gehört meiner Meinung nach der Walfang, egal zu welchen Zwecken, verboten!

Die Zeit – ein Gedicht von Gerald Jatzek

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Gerald Jatzek ist ein österreichischer Autor, Musiker und Journalist.

Gerade in der Vorweihnachtszeit scheint die Zeit schier endlos zäh zu vergehen, vor allem angesichts der vielen Schulaufgaben. Wir sehen uns alle nach ein wenig Ruhe – und plötzlich ist Weihnachten schon wieder vorbei. Jatzek widment sein Gedicht der abstrakten Größe „Zeit“, in der wir nicht nur die Vorweihnachtszeit entdecken können:

Die Zeit

Man kann sie nicht riechen,
man kann sie nicht schmecken,
man kann sie einfach
nirgends entdecken.

Man kann sie vergeuden,
man kann sie vergessen.
Doch was man versäumt hat,
kann man nicht messen.

Man kann sie nicht kaufen,
man kann sie nicht borgen.
Man sucht das Gestern,
schon ist es morgen.

Man kann sie gut nutzen
und jemandem schenken,
und wenn man Zeit hat,
an sie denken.

Top 10 Familienfilme

Du interessierst dich für Filme? Hier sind meine zehn liebsten Familien- und Kinderfilme:

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10 Der Zauberer von Oz
9 Die unendliche Geschichte
8 Wo die wilden Kerle wohnen
7 Pan Tau
6 Mary Poppins
5 Dschungelbuch
4 Ice Age
3 Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
2 Kevin – Allein zu Haus
1 E.T.

Der Adventskalender – von früher bis heute

Ob klassisch, rechteckig, selbstgemacht, mit Schokolade oder Bildern: der Adventskalender dient in erster Linie dazu, seinen Freunden und der Familie eine Freude zu machen und natürlich die Tage bis Weihnachten zu zählen.

Der erste selbst gebastelte Adventskalender stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1851. Familien hängten 24 Tage lang jeden Tag ein anderes Bild auf. Als einfachere Variante wurden mit Kreide 24 Striche auf die Hauswand oder Tür gemalt. Jeden Tag durfte jemand, meist die Kinder, einen Strich wegwischen. In den katholischen Familien wurden Krippen aufgebaut, in die man täglich, bis zum Heiligen Abend, einen Strohhalm legte.

Um das Jahr 1920 verbreitete sich der erste ‚richtige‘ Adventskalender. Man konnte schon Fensterchen öffnen und hinter jedem Türchen war ein Bild zu sehen.

Während des 2. Weltkrieges wurden christliche Weihnachtsbäume verboten, dafür gab das Hauptkulturamt einen Adventskalender heraus. Der Kalender enthielt unter anderem Bastelanleitungen, Märchen und Backanleitungen für ein sogenanntes Sinngebäck, ein Gebäck, das in Form eines Gegenstands war und meist aus Hefeteig bestand.

Beliebt wurde der Adventskalender im Jahre 1950, als er in Massen produziert und somit günstig erworben werden konnte. Damals beinhaltete er allerdings noch keine Schokolade, sondern Bildchen. Als ‚Deckblatt‘ wurde meist eine verschneite Winterlandschaft gewählt. Hinter dem 24. Türchen versteckte sich meist eine Krippenszene.

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Typischer Adventskalender mit weihnachtlichem Motiv

Beliebt waren auch handbemalte Kalender wie etwa die Leipziger Adventskalender. Oftmals beinhaltete ein gekaufter Kalender neben den Bildern auch kleine Stücke Schokolade, die meist wie ein Spielzeug und an Heiligabend wie ein Weihnachtsbaum aussahen. Der erste Kalender mit Schokolade wurde im Jahre 1958 verkauft und kann bis heute in Supermärkten erworben werden.

Auch wurden selbstgemachte Adventskalender mit 24 Überraschungen verkauft. Die Variante, die immer mehr beliebt wurde, kam ursprünglich aus Skandinavien: man hängte Jutesäcke an eine Schnur und befüllte sie. Dabei kann auch durch das Basteln eines eigenen Adventskalenders die kreative Seite eines jeden erwachen.

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Adventskalender aus Jutesäckchen nach skandinavischem Vorbild

Der weltgrößte freistehende Adventskalender steht in Leipzig. Jeden Tag, um 16.30 Uhr, wird ein Türchen geöffnet. Die Türen sind drei mal zwei Meter groß und der ganze Adventskalender hat eine Größe von 857 m².

Seit einigen Jahren werden auch Spielzeug- oder elektronisch Adventskalender immer beliebter. So werden zum Beispiel jeden Tag eine Geschichte vorgelesen oder hinter jedem Türchen versteckt sich eine Spielfigur. Auch große Konzerne wie Playmobil oder Ravensburger stellen solche elektronischen und Spielzeugadventskalender her.

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Eine eher klassische Variante des Spielzeugadventskalenders: ein Zug aus Holz.

In vielen Städten werden oft die Rathäuser zu einem Adventskalender umgestaltet. Meinstens werden dann die Fenster und Türen werden mit vielen Lichtern geschmückt und verschlossen. Jeden Tag öffnet jemand dann ein Fenster, hinter dem sich oft ein weihnachtliches Bild befindet.

Apfent – Eine lustige bayerische Geschichte für die staade Zeit

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Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter.
Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.

Drei Wochen bevor das Christkindl kommt stellt Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen. Viele Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren darin. Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiss.

Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es auf lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuss von ihm ist bis in den Plätzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.

Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe Gottseidank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.

Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren mir zu langweilig. Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein Koenig ist dem Papa im letzten Apfent beim Putzen heruntergefallen und war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Koenige und einen heiligen Batman als Ersatz.

Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das Christkind dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schoen, wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen. Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuss abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt. Rechts neben dem Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weizen für die Oma dabei und reisst gerade eine Marone ab. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein Bummerl als Ersatz-Wolf hervor.

Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampen an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Apfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu lusert.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Apfent gelernt und es geht so: „Apfent, Apfent, der Bärwurz brennt. Erst trinkst oan, dann zwoa drei vier dann hauts de mit deim Hirn an d’Tür.“ Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir nicht merken darf.

Im Apfent wird auch gebastelt. Wir haben eine grosse Schüssel voll Nüsse und eine kleine voll Goldstaub. Darin wälzen wir die Nuesse, bis sie goldern sind, und das Christkindl hängt sie später an den Christbaum. Man darf nicht fest Schnaufen, weil der Goldstaub ist dodal leicht und er fliegt herum, wenn man hinschnauft. Einmal habe ich vorher in den Goldstaub ein Niespulver hineingetan und wie mein Vater die erste Nuss darin gewälzt hat, tat er einen Nieserer, dass es ihn gerissen hat und sein Gesicht war goldern und die Nuss nicht. Mama hat ihn geschimpft, weil er keine Beherrschung hat und sie hat gesagt, er stellt sich dümmer an als wie ein Kind. Meinem Vater war es recht zuwider und er hat nicht mehr mit getan. Er hat gesagt, dass bei dem Goldstaub irgendetwas nicht stimmt und Mama hat gesagt, dass höchstens bei ihm etwas nicht stimmt. Ich habe mich sehr gefreut, weil es war insgesamt ein lustiger Apfentabend.

Kurz vor Weihnachten müssen wir unsere Wunschzettel schreiben. Meine Schwester wünscht sich meistens Puppen oder sonst ein Klump. Ich schreibe vorsichtshalber mehr Sachen drauf und zum Schluss schreibe ich dem Christkindl, es soll einfach soviel kaufen bis das Geld ausgeht.

Meine Mama sagt, das ist eine Unverschämtheit und irgendwann bringt mir das Christkindl gar nichts mehr, weil ich nicht bescheiden bin.

Aber bis jetzt habe ich immer etwas gekriegt. Und wenn ich gross bin und ein Geld verdiene, dann kaufe ich mir selber etwas und bin überhaupt nicht bescheiden. Dann kann sich das Christkindl von mir aus ärgern, weil dann ist es mir wurscht.

Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt bis Ostern nichts mehr, höchstens, wenn man vorher Geburtstag hat.

Aber eins ist gewies: Der Apfent kommt immer wieder.

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Der Text stammt von Toni Lauerer und ist der Website http://www.lustigestories.de/stories/apfent.php entnommen