Sensationsgebäude

Bauwerke, ob hoch, niedrig, schmal oder abstrakt, jedes ist auf seine Art besonders. Heute werde ich euch zehn der besonders Besonderen vorstellen.

Burj Khalifa (ehem. Burj Dubai)

Der Burj Khalifa wurde von der Projektgesellschaft Emaar Properties nach Plänen des Architekten Adrian Smith vom amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill gebaut. Seit April 2008 ist es das höchste Bauwerk der Welt, besitzt weltweit die meisten Stockwerke und auch das höchstgelegene nutzbare Stockwerk. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2004, im Januar 2009 wurde die Endhöhe von 828 Metern erreicht. Das Gebäude wurde am 4. Januar 2010 eingeweiht.

Das kleinste freistehende Haus Deutschlands

https://www.fnp.de/hessen/oberursel-hessen-wohnen-einem-trafohaeuschen-quadratmetern-12305662.html

Außen ist Frankfurts großes Opernhaus aufgesprüht, innen geht es ganz klein zu. Auf  14 Quadratmetern wohnen Architekt Achim Schollenberger (55) und Lebensgefährtin Simone Stiefel (57) in einem Trafohäuschen: „Das kleinste freistehende Haus Deutschlands.“

In dem 7,50 Meter hohen Häuschen ist alles drin: im Erdgeschoss steht eine Küche mit Essplatz auf 6,1 qm, im Obergeschoss das Wohnzimmer auf 4,5 qm sowie ein Duschbad mit Toilette auf 1,4 qm und im Dachgeschoss gibt es noch ein Schlafzimmer auf 2 qm.

Das schmalste Haus der Welt / Keret House

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Das_schmalste_Haus_der_Welt_steht_in_Warschau_2991445.html

Schmaler gehts nicht: der polnische Architekt Jakub Szczęsny von dem Kollektiv Centrala wollte mit diesem ,,Haus“ in Warschau wohl mächtig Eindruck schinden. Zwischen zwei elfgeschossigen Wohnhäusern aus der Nachkriegszeit hat er in Warschau das wohl schmalste Wohnhaus der Welt geplant und auch gebaut. 122 Zentimeter an der breitesten und 72 Zentimeter an der engsten Stelle. Hier würde nicht mal ein Auto durchpassen! 14,5 Quadratmeter Wohnfläche zwingen zur absoluten Reduktion; die Miniküche bietet auf bescheidenen 90 Zentimetern Platz zum Kochen.

Das älteste Fachwerkhaus in Deutschland

Noch vor 25 Jahren ahnte keiner, wie alt diese Häuser tatsächlich sind. Wissenschaftler gingen davon aus, dass kein Fachwerkhaus in Deutschland älter als 500 Jahre alt ist. Eine neue Methode zur Altersbestimmung, die Dendrochronologie, bereitete dem Irrglauben ein Ende. Anhand der Jahresringe des Holzes konnte man nun sehr genau feststellen, wann ein Stamm gefällt worden ist. Da bei Fachwerk das Holz immer frisch verarbeitet wurde, stand damit das Baujahr fest.

Befand sich nun aber das älteste Haus in Marburg (1321), Frankfurt (1292) oder in Limburg (1289)? Monatlich gab es neue Meldungen. Am Ende machte Esslingen das Rennen: Das Fachwerkhaus in der Heugasse 3 wurde im Jahre 1261 erbaut und ist damit das älteste in Deutschland.

 Das Ulmer Münster – die höchste Kirche der Welt

Das Ulmer Münster besitzt den weltweiten höchsten Kirchturm. Er hat eine Höhe von 161,53 Metern. Erbaut wurde die Kirche von 1377 bis 1890. Übrigens ist der höchste Backsteinturm der Welt der unserer Martinskirche in Landshut.

Längstes Gebäude der Welt

Wer das Terminal 3 des „Beijing Capital International Airport“ komplett kennenlernen will, sollte gut zu Fuß sein. Die Abfertigungshalle nahe Peking ist 3.250 Meter lang und damit das längste Gebäude der Welt. Seitdem das Terminal 2008 anlässlich der Olympischen Spiele eröffnet wurde, hat sich die Kapazität des Flughafens kontinuierlich auf nunmehr rund 90 Millionen Fluggäste pro Jahr erhöht. Entworfen wurde die 1,3 Millionen Quadratmeter große Stahl-Glas-Konstruktion vom britischen Star-Architekten Norman Foster, der auch die gläserne Reichstagskuppel in Berlin entworfen hatte. Unter dem eindrucksvoll gewölbten Dach der Flughafenhalle befinden sich 300 Check-in-Schalter, 64 Restaurants und 90 Geschäfte.

Der schiefste Turm der Welt: Kirchturm von Suurhusen (Deutschland)

Der Schiefe Turm von Pisa ist sicherlich bekannter. Doch schiefer als der Kirchturm im ostfriesischen Suurhusen steht er nicht. Während das italienische Wahrzeichen 4,19 Grad geneigt ist, hat das Gebäude in Norddeutschland 5,19 Grad Neigung zu bieten. Damit steht der Backsteinbau aus dem Landkreis Aurich auf Platz 1 der Liste der nicht absichtlich schief errichteten Gebäude. Das Fundament des Suurhusener Kirchturms besteht aus dicken Eichenstämmen, die morsch wurden, als im 19. Jahrhundert die benachbarten Ländereien trockengelegt wurden. 1885 wurde beim Kirchturm erstmals ein leichter Überhang festgestellt. Heute beträgt der Überhang ganze 2,47 Meter. Mittlerweile wurde das im Jahr 1450 errichtete Gebäude aber mit großem Aufwand stabilisiert.

Das teuerste Privathaus der Welt: Antilia in Mumbai (Indien)

https://www.spiegel.de/panorama/leute/mumbai-teuerstes-privathaus-der-welt-eingeweiht-a-731565.html

Laut „Guinness Buch der Rekorde“ kostete dieses Haus umgerechnet 1,8 Milliarden Euro. Damit ist „Antilia“, der 173 Meter hohe Wolkenkratzer im indischen Mumbai, das teuerste Privathaus der Welt. Eigentümer ist der Petrochemie-Unternehmer Mukesh Ambani, der sein Domizil aber nie bezogen haben soll. Antilia – benannt nach einer mythischen Atlantikinsel – verfügt über ein Kino, hängende Gärten, eine Panoramaplattform, ein Fitness-Studio und drei Hubschrauberlandeplätze. Die Adresse könnte feiner kaum sein: Das 37.000 Quadratmeter große Hochhaus steht an der Altamount-Road, die zu den zehn teuersten Straßen der Welt gehört.

Das Gebäude mit dem größten Fassungsvermögen: Abraj Al Bait Towers in Mekka (Saudi-Arabien)

Mit 601 Metern steht der zentrale Wolkenkratzer der gigantischen Hochhausgruppe „Abraj Al Bait Towers“ nur auf Platz drei der weltweit höchsten Gebäude. Beim Fassungsvermögen ist der Hotel-Komplex an den muslimischen Pilgerstätten von Mekka aber bislang ungeschlagen. Bis zu 65.000 Pilger können hier untergebracht werden. Denn das 2012 fertiggestellte Hochhaus-Ensemble hat mehr als eine Million Quadratmeter Nutzfläche zu bieten und soll vor allem die Gläubigen beherbergen. In der Mitte ragt das „Mecca Royal Clock Tower Hotel“ stolz in die Höhe. Die Uhr an der Fassade des Luxus-Hotels misst 43 Meter im Durchmesser, sie hat damit das weltweit größte Ziffernblatt.

Die größte Fertigungshalle der Welt: Boeing-Werk Everett (USA)

https://www.sueddeutsche.de/geld/everett-boeing-plant-nest-der-giganten-1.171180

Wer große Flugzeuge baut, braucht große Hallen. Die weltweit größte Fertigungshalle befindet sich im US-Bundesstaat Washington. In Everett, 50 Kilometer nördlich von Seattle, baut der Flugzeug-Produzent Boeing die 747 zusammen, die lange Zeit das weltgrößte Passagierflugzeug war. Außerdem werden in Everett die kleineren Boeing 767, 777 und die 787 („Dreamliner“) montiert. Mit dem Bau der riesigen Halle wurde 1968 begonnen. Später folgten umfangreiche Erweiterungen. Heute beträgt das Volumen der Halle 13,4 Millionen Kubikmeter. Auf einer Grundfläche von 400.000 Quadratmetern arbeiten Tausende Mitarbeiter. Die Halle ist damit etwa so groß wie 75 Fußballfelder.

Lexikonartikel: Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)

Zur Zeit wird in der Politik über das BGE nachgedacht, doch was ist dieses bedingungslose Grundeinkommen eigentlich und was würde es für die Menschen in unserem Land bedeuten?

Wenn das BGE tatsächlich in Kraft treten würde, würde das den deutschen Sozialstaat voll und ganz umkrempeln. Es gäbe Deutschland, so wie wir es heute kennen, nur noch teilweise. Ein BGE würde bedeuten:

  • Jeder Bürger, egal ob er arbeitet oder nicht, bekommt einen bestimmten Geldbetrag. Dieser bleibt auch Kindern nicht verwährt.
  • Wie der Name schon sagt, ist das bedingungslose Grundeinkommen bedingungslos. So bekommt es jeder.
  • Es soll dazu dienen, die eigene Existenz sichern zu können.

Doch da ist dann noch die Frage nach der Finanzierung:

  • Der arbeitende Bürger würde mehr Steuern zahlen müssen, weil er ja für die nicht arbeitenden Bürger deren ,,Einkommen“ zahlen müsste.
  • Man könnte von den Reichen noch mehr Steuern einfordern. Wahrscheinlich würden die Reichen dann aberGeld im Ausland verwalten (lassen).  Der Vorschlag scheint wenig zielführend.

Was spricht überhaupt für das BGE?

Befürworter wie Götz Werner, Werner Althaus oder Katja Kipping betrachten es als Instrument der Befreiung, Anreiz zu Unternehmertum und Steigerung der Arbeitsmotivation, weil man seinen Traumberuf wählen könnte, ohne auf das Geld blicken zu müssen. Freiwillige Arbeit sei zudem sinnvoll, weil diese den Tagesablauf strukturiert.

Was spricht gegen das BGE?

Es gäbe mehr, die nicht mehr arbeiten gehen, weil sie ihr Leben auch ohne zusätzliches Gehalt finanzieren könnten. Weil der Job nicht mehr so viel Geld bringt, würden sich viele Leute nicht mehr ,,abrackern“ bzw. für ihren Beruf (und damit in der Regel auch nicht mehr für ein Unternehmen) einsetzen. Damit könnte die gesamte Wirtschaftskraft verloren gehen. Es besteht auch eine Gefahr, dass unbeliebte Berufe sogar aussterben könnten.

So viel Spaß wie im Bild könnte das Leben mit BGE machen. Zumindest befürchten Kritiker, dass viele Menschen dann keinen Sinn mehr in der Arbeit sehen würden.

Meine persönliche Meinung:

Ich selbst halte die Idee eines BGE für Unsinn, weil immer weniger Leute arbeiten würden,  wenn sie beispielsweise nur noch 500 € für einen harten, unbeliebten Job bekämen. Dann erhielten die Leute mit einem beliebten, ursprünglich vielleicht auch gut oder besser bezahlten Job irgendwann auch weniger Gehalt = weniger Leute gehen arbeiten.

Drachensteigen in Afghanistan

Wenn wir an Drachensteigen denken, denken wir an Herbst, bunten Stoff und Wind. In Afghanistan denken die Leute an Neujahr, Glas und Wettkämpfe. Dort ist Drachensteigen ein eigener Sport, der besonders an Neujahr (Nauroz) und auf Wettkämpfen ausgeübt wird.

Auf Wettbewerben:

Ziel ist es, den eigenen Drachen so geschickt zu lenken, dass man die Schnur der Konkurrenz durchschneidet. Das ist nur möglich, weil die Schnüre mit einer Schicht aus Klebstoff und Scherbenpulver überzogen sind (Manjaschnüre).

Der Sport:

Erst lassen die Teilnehmer ihre Drachen, die sie auch Puppe nennen, hoch in den Himmel steigen. Wenn Höhe und Windstärke passen, werden zwei Drachenschnüre ineinander verkreuzt. Dann wird so lange Leine gelassen, bis eine Schnur zerteilt ist. Ein Drache, der los ist (in Afghanistan nennt man das „asad“), darf von jedem behalten werden, der es schafft, den Drachen einzufangen.

Für die Menschen dort ist der Sport wie unser Feuerwerk an Silvester, nur, dass ihr Silvester Nauroz heißt und seit ca. 3000 Jahren an Frühlingsanfang gefeiert wird. Auch die Kinder und Jugendlichen schrecken nicht vor dem manchmal gefährlichen Sport (heftige Winde, steile Klippen, scharfe Schnüre) des Drachensteigens zurück. Jeder, der einen Drachen steigen lässt,  braucht auch jemanden, der ihm dabei hilft. Das ist der ,,Tschsrcha“.

Manjaleinen: Manjaleinen sind eine Mischung aus Kleister und gemahlenem Glas. Die Schnüre werden erst in einen speziellen Kleber und dann in Glaspulver eingerieben. Am Ende sind die Schnüre so scharf,  dass man sie nur mit Pflaster an den Fingern oder Handschuhen anfassen kann. Diesen Schutz nennt man ,,Kelkak“.

Arten und Größe der Drachen

  1. Mahigak („Fischchen“) = Drachen für Kleinkinder
  2. Niem-Partscha bzw. Niem-Tackta-i = Drachen, bestehend aus einem halben Teil von Papier (nur Kinder)
  3. Yak-Partscha = Drachen aus einem Teil
  4. Se-Partscha = Drachen aus drei Teilen (Goldene Mitte)
  5. Panj-Partscha = Drachen aus fünf Teilen (für Heranwachsende)
  6. Haft-Partscha = Drachen mit sieben Teilen (für Profis)
  7. Ascht-Partscha = Drachen mit acht Teilen (für Scharti = „Zocker“ bzw. für Profis) wobei „Partscha“ hier das Maß eines Bogen Papiers bezeichnet, der u.a. für den Drachenbau gebraucht wird (vergleichbar mit DIN A)

Die Drachen für Kleinkinder werden aus Plastikfolie bzw. Plastiktüten hergestellt. 

Formen des Drachen

Nur selten lassen einige Profis ihre Drachen mit Kerzen steigen, ansonsten variieren die Formen des Drachen in Afghanistan kaum. Drachenschwänze verleihen dem Drachen nicht nur die nötige Stabilisierung, sondern auch das passende Design.  Durch diese „Aerodynamik“ können die Spieler besser das Flugverhalten des Drachen kontrollieren. Drachenschwänze tragen auch zur adäquaten Nutzung des Windes bei.

Farben des Drachens

Beliebt waren und sind die drei Farben schwarz, rot und grün der afghanischen Nationalflagge, die ihr hier seht:

 

In der nachfolgenden Doku könnt ihr noch mehr über das Drachensteigen in Afghanistan erfahren: