Cafebabel: die europäische Online-Zeitung für Jugendliche

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Cafebabel ist eine seit 2001 existierende europäische Jugendzeitschrift von jungen Leuten für junge Leute. Die Zeitung ist wie unser Schülerzeitungsblog ausschließlich online verfügbar. Jeden Tag erfahrt ihr auf Cafebabel Neues über Europa, seine Bewohner und was sich politisch oder gesellschaftlich „so tut“:

http://www.cafebabel.de/

Auf unserer Schülerzeitungsseite findet ihr den aktuellen Newsfeed von Cafebabel unterhalb der Rubrik „Neues aus der Region“ direkt unter dem Feriencountdown, damit ihr immer alles im Blick habt!

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Viel Spaß!

 

Gastbeitrag: Flüchtlingsprojekt der Klasse 9c

Gastbeitrag von Anna-Maria Murr und Eva Bichler, Klasse 9c

Am 8. und 9. Dezember des vergangenen Jahres gab es in den großen Pausen eine kleine Ausstellung mit Verkauf von selbst zubereiteten Snacks, Bastelgloben und Origami. Die Aktion stand ganz im Zeichen der Flüchtlingshilfe. Es war uns gerade aufgrund der immer stärker zunehmenden Zahl an Flüchtlingen ein Anliegen, uns mehr mit den Hintergründen bzw. der Materie „Flucht“ zu befassen und darüber hinaus Aufklärungsarbeit zu leisten. Auf selbst gebastelten Globen waren die Krisengebiete der Welt eingezeichnet, aus denen Menschen vor Krieg und Elend fliehen; große Plakate lieferten weitere Informationen über die Herkunftsländer der Flüchtlinge, Fluchtrouten und das Asylverfahren in Deutschland. Auf einem eigenen Plakat wurden außerdem gängige Vorurteile über Flüchtlinge widerlegt.

Der Erlös aus dem Pausenverkauf und zusätzliche Spenden aus der eigenen Klasse brachten einen Betrag von insgesamt 150€ ein. Er wurde dem „Haus International“ in Landshut, welches sich seit Jahrzehnten um Flüchtlinge kümmert, durch Schülerinnen unserer Klasse überreicht.

Unser Projekt sollte eine kleiner Beitrag sein, die Situation vor allem jugendlicher Flüchtlinge in unserer Heimatregion zu verbessern. Auch war es uns besonders wichtig, andere für die Problematik zu sensibilisieren, damit man die Hintergründe besser verstehen und womöglich aktiv bei der Integration von Flüchtlingen mithelfen kann.

Für weitere Informationen lohnt sich ein Blick auf folgende Webseite:

https://www.proasyl.de/

An dieser Stellen möchten wir nochmals allen Interessierten, Beteiligten und Spendern für die große Bereitschaft „Vergelt’s Gott“ sagen!

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… bei der Spendenübergabe an die Verantwortlichen des „Haus International“ in LA

 

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage! – Nur ein Schild am Eingang?

Am Haupteingang unserer Schule hängt ein großes Schild. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ steht darauf. Doch was bedeutet das eigentlich? Und ist es nicht einfach nur ein weiteres Blechschild von vielen? Nein! Ganz und gar nicht!

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„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist eine Initiative, die 1988 von belgischen SchülerInnen und JugendarbeiterInnen ins Leben gerufen worden ist. Jetzt, 28 Jahre später, sind insgesamt 1.600 Schulen aus Belgien, Österreich, Spanien und Deutschland Teil der Initiative und setzten sich damit für einen fairen und guten Umgang miteinander ein.

Auch unsere Schule ist seit 2012 eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Hier in Seligenthal setzt sich die Unicef-Schülergruppe für das Projekt ein.

 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist kein Zertifikat und keine Auszeichnung, viel mehr ist es ein Vertrag, mit dem sich die SchülerInnen, LehrerInnen und alle anderen „Angehörigen“ einer Schule DAUERHAFT dazu verpflichten, in Zukunft keine Art der Diskriminierung an der Schule zuzulassen, und einzuschreiten, falls jemand Opfer von Diskriminierung wird.

Um eine „Courage-Schule“ zu werden, müssen mindestens 70% aller an der Schule, das heißt alle, die dort lernen, lehren oder arbeiten, eine Vereinbarung im Sinne eines verbindlichen Vertrages unterzeichnen.

Die Verpflichtung bzw. der Vertrag beinhaltet folgende Punkte:

1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird,   nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.

3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Neben diesen Punkten verpflichtet sich eine Schule außerdem dazu, Projekte und Infoveranstaltung zum Thema Rassismus und Diskriminierung anzubieten und so die Schüler darüber aufzuklären.

Denn die Worte Rassismus und Diskrimierung werden ständig von allen möglichen Personen in den Mund genommen und gerade in unserer Zeit, in der es viele Flüchtlinge in Deutschland gibt, ist Rassismus (leider noch immer) ein Thema.

Doch was ist Rassismus eigentlich und wie unterscheidet er sich von der Diskrimierung?

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Diskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrung bestimmter Eigenschaften, beispielweise der Hautfarbe oder Behinderungen, ausgegrenzt oder nicht gleichwertig behandelt werden.

Rassismus geht dagegen noch einen Schritt weiter. Er „unterteilt“ die Menschen in verschieden „Rassen“ und lehrt, dass die eine „Rasse“ mehr wert ist als eine andere, und damit Menschen unterschiedlicher Herkunft, wegen eines anderen Glaubens oder einer anderen Weltsicht einen „minderen Wert“ haben. Der Rassismus der Nationalsozialisten ging so weit, dass Menschen einer aus ihrer Sicht „minderwertigen oder „unterlegenen“ Rasse nicht die gleichen Rechte haben (durften) wie Menschen, die zu  einer „überlegenen Rasse“, zu der sich die Nazis zählten, gehörten. Der Hass der Nazis (v.a. gegen Juden und Sinti und Roma) steigerte sich ins Unermessliche, forderte Millionen Menschenleben und stürzte die halbe Welt in Tod und Elend. Somit ist der Rassismus eine sehr heftige Form der Dikriminierung und kann nie gedachte Ausmaße annehmen. Besonders gefährlich wird Rassismus dann, wenn er geduldet wird. Rechtsradikale und Rassisten versuchen noch immer, Stimmung gegen andere Menschen oder Menschengruppen zu machen.

Auch heute noch gibt es also Ausgrenzung, Hass und rassistische Hetze in aller Welt. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ richtet sich gegen jede Form (nicht nur rassistischer) Ungerechtigkeiten an Schulen und leistet somit einen Beitrag für eine friedliche und bunte Gesellschaft – eben ohne Hass und Ausgrenzung.

Das Schild am Eingang zu unserer Schule ist nicht einfach nur ein weiteres Blechschild von vielen. Mit eurer Unterschrift UND der Entscheidung, auf unsere Schule zu gehen, verpflichtet ihr euch, dauerhaft gegen Rassismus einzutreten und zu einem guten Schulklima beizutragen.

Aber nicht nur IN der Schule müssen wir aufeinander schauen – auch AUßERHALB gilt die Verpflichtung. Die Initiative „Schule ohne Rassimus“ kann nur funktionieren, wenn alle mithelfen. Und diese Hilfe und Bereitschaft darf nicht aufhören, sobald man die Schule verlässt!