Verrohte Sprache – Verrohte Menschen ?

Schimpfwörter begegnen uns immer häufiger im Alltag. Wir selbst benutzen sie nicht selten ganz ungezwungen, z. B. das Wort „Bitch“. Dass damit aber eine Frau oder ein Mädchen auf eine „läufige, räudige Hündin“ reduziert wird, ist wohl kaum einem bewusst. Auch wenn man zum Beispiel sein Handy herunterfallen lässt oder der Zug mal wieder Verspätung hat, kann einem durchaus der ein oder andere Kraftausdruck herausrutschen. Vor allem für Jugendliche zählen Schimpfwörter heutzutage zum normalen Sprachgebrauch. So kommt es auch vor, dass sich Jugendliche untereinander Schimpfwörter „an den Kopf schmeißen“, ohne wirklich darüber nachzudenken, was das in der anderen Person auslösen könnte.

Doch warum ist das so? Warum verwenden vor allem Jugendliche diese Formulierungen? Und welche Auswirkung hat eine aggressive Sprache?

Auf diese und weitere Fragen versuchte die Klasse 9c in einem Projekt vor Weihnachten eine Lösung zu finden. Das Projekt trug, wie die Überschrift schon sagt, den Titel „Verrohte Sprache – Verrohte Menschen?“ Die Schüler bekamen zu diesem Thema diverse Aufgaben gestellt, die sie in einem gewissen Zeitraum zusammen lösen sollten.

Schon am Anfang wurde der Kasse klar, dass es viele unterschiedliche Meinungen zu der Frage, was als verletzend oder ausgrenzend empfunden wird, gibt. Es stellte sich heraus, dass jeder eine andere Auffassung davon hatte, welche Schimpfwörter für einen persönlich schlimm sind und welche nicht und in welchem Kontext, also in welchem Zusammenhang (z. B. vor Lehrern oder im Freundeskreis) sie gesagt werden. An dieser Stelle darf an die Verleihung des Musikpreises „Echo“ erinnert werden, bei dem die Rapper Kollegah und Farid Bang ausgezeichnet wurden. Die Verleihung selbst löste einen großen Skandal aus, da viele Menschen, darunter auch andere Musiker, der Ansicht waren, dass die Texte der Rapper antisemitisch (im heutigen Sprachgebrauch „fremdenfeindlich) oder frauenverachtend seien und ein solcher Musikpreis deswegen unverdient wäre. Einige forderten  daraufhin eine allgemeine Diskussion darüber, „was als Provokation noch erträglich ist und was nicht.“ Hier zeigt sich bereits: die Meinungen gehen in der Öffentlichkeit ebenso auseinander wie in unserer Klasse.

Um auch die Ansichten Jugendlicher zum Thema „Schimpfwörter“ zu berücksichtigen, hat die Klasse 9c eine Umfrage in verschiedenen Jahrgangsstufen unseres Gymnasiums durchgeführt. Eine der wahrscheinlich wichtigsten Fragen lautete:

„Warum verwenden vor allem Jugendliche Schimpfwörter?“

Folgende Gründe wurden bei der Umfrage genannt:

  1. Fehlender Wortschatz (die Jugendlichen haben nicht genügend Vokabular, um ihre Gefühle auszudrücken)
  2. Alltagssprache unter Jugendlichen (aufgrund der sekundären Sozialisation innerhalb des Freundeskreises, der Schule oder der Peer-Group, bekommen Kinder und Jugendliche oftmals diese Wörter durch ihr Umfeld mit und übernehmen sie unreflektiert)
  3. Wut zum Ausdruck bringen
  4. Ziel, andere zu verletzen
  5. Eigene Schwächen kompensieren (also um von ihnen abzulenken, sie „auszugleichen“)
  6. Coolheit (die meisten Jugendlichen denken, dass es cool und modern ist, jene Formulierungen zu verwenden)
  7. Eigene Stärke besser zur Schau stellen

 

Bevor ihr weiterlest: nehmt bitte an unserer anonymen Umfrage teil:

 

Ihr kennt es bestimmt alle: Euch rutscht ein Schimpfwort vor euren Eltern heraus und diese erwidern entsetzt: „So etwas sagt man nicht!“ oder „Jetzt reiß` dich mal ein bißchen zusammen!“ Wahrscheinlich haben sich die ein oder anderen gefragt, warum ihre Eltern das besagte Wort so schlimm finden, immerhin wird es unter Freunden und Mitschülern täglich ganz ohne „Probleme“ benutzt. Warum empfinden also viele Erwachsene  die aggressive Sprache der Jugendlichen als schockierend? Das liegt daran, dass derbe Formulierungen  früher hauptsächlich noch nicht so verbreitet und gewöhnlich waren. Im Laufe der Zeit wurden jedoch viele neue Schimpfwörter, insbesonders aus dem Englischen, übernommen. Ein Grund dafür ist die zunehmende Globalisierung und der Einfluss aus Amerika – und damit der englischen Sprache. Dass unseren Eltern als Jugendliche  trotzdem nicht so oft ein deutsches Schwimpfwort herausgerutscht ist, ist der damals etwas strengeren Erziehung der Eltern und negativen Einstellung gegenüber beleidigenden Wörtern geschuldet. Letztlich sind Beschimpfungen ja immer, egal ob im Spaß oder Ernst, eben Beschimpfungen. Sie wurden im Laufe der Zeit sozusagen „salonfähig“ und hielten mit der Unterhaltungsbranche (die übrigens auch einen Jugendschutz kennt) Einzug in unseren Alltag.

Den meisten Teenagern ist  häufig gar nicht klar, was diese Wörter in der adressierten Person auslösen können.

Jeder fasst Schimpfwörter ganz anders auf. Deswegen hat sich die 9c auch mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkung denn überhaupt eine aggressive Sprache hat. Obwohl diese in der Umfrage explizit nicht vorkam, hat man versucht, es in der Klasse zu klären. Mit Hilfe unseres Schulpsychologen Herrn Merkel sind die Schüler letztendlich auf folgende mögliche Auswirkungen und Eigenschaften aggressiver Sprache gekommen.

Aggressive Sprache und Schimpfwörter können

  1. verletzen
  2. verwirren
  3. das Zusammenleben erschweren (Erziehung, Umgang, Zusammenhalt)
  4. Personen im Ganzen „(ent)werten“, nicht ein spezielles Verhalten – vgl. „Bitch“)
  5. Konflikte nicht lösen

Wut, Trauer, im schlimmsten Fall sogar Depressionen können in der betroffenen Person ausgelöst  werden. Zusätzlich nehmen viele bei häufiger Konfrontation mit Beleidigungen an, dass diese Schimpfwörter wirklich zutreffend sind, was zu einem verminderten Selbstwertgefühl besonders in Kinder- und Jugendjahren, in denen sich der Mensch noch in seiner geistigen und persönlichen Entwicklung befindet, führen kann. Aber auch die Abstumpfung und Toleranz gegenüber Schimpfwörtern und verrohter Sprache kann bewirken, dass man sie in unterschiedlichen Kontexten und bei Menschen verwendet, die ganz anders darauf reagieren, als man von seinem eigentlichen Umfeld, z. B. dem Freundeskreis, gewohnt ist. Diese Menschen finden dann eure Kraftausdrücke dann nämlich gar nicht lustig. Und weshalb sollten andere das lustig finden, was du und dein Clique lustig findet? Ist das vielleicht sogar Nötigung?

Das Projekt hat der gesamten Klasse zweifellos Nerven durch die vielen kleinen Meinungsverschiedenheiten geraubt, aber das Endergebnis sowie das neu erlangte Wissen über das Thema sind dafür umso gewinnbringender. Wir hoffen,dass wir euch auch einen kleinen Einblick in das brisante Dauerthema geben konnten und ihr, falls ihr es ohnenicht nicht jetzt schon tut, in Zukunft vielleicht weniger Schimpfwörter verwenden werdet – in eurem Interesse und im Interesse anderer. Zum guten Zusammenleben braucht es keine Schimpfwörter, wir können getrost auf sie verzichten!

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Anmerkung der Verfasserin: dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Sophia Häglsperger, 9c

Das teuerste Restaurant der Welt

Die Gastronomie zählt zu den lukrativsten Geschäften weltweit, was ein Besuch im „Sublimotion“ auf Ibiza, das seit seiner Eröffnung 2014 den ersten Platz auf der „teuerstes Restaurantskala“ der Welt dominiert, bestätigt.

Und dann ist da noch der Name, der hinter dem Sublimotion steht: Paco Roncero. Er gilt weltweit als einer der besten Köche, preisgekrönt mit zwei Michelin-Sternen, gefeiert und respektiert für seine Kreationen im Bereich der Molekularküche. Er hat sich mit der Eröffnung des Sublimotion einen Traum erfüllt, denn neben dem Luxus-Restaurant eröffnete der gebürtige Madrilene im Hard Rock Hotel auf Ibiza noch eine Tapas-Bar: das Estado Puro, das es bereits in Madrid gibt.

1. Doch was kostet nun ein Besuch im teuersten Restaurant der Welt?

Pro Nase verlangt das Luxusrestaurant 1500 Euro.

2. Was kann man sich unter einem Gericht im Sublimotion vorstellen?

Es gibt, immerhin, 20 Gänge. Aber wie es sich für „Haute Cuisine“, also gehobene Küche, gehört, sind die Teller selten gut gefüllt, sondern eher minimalistisch verziert, natürlich mit allerlei essbaren Details. Doch das Restaurant verspricht neben dem einmaligen Geschmackserlebnis auch ein wahres Orchester für Nase, Ohren und Haut auf seiner Website.

3. Gibt es neben leckeren Essen noch weitere Attraktionen im Sublimotion?

Was in dem Raum passiert, in dem die Speisen serviert werden, wird von einer Art Schaltzentrale aus gesteuert. Visuelle, akustische Effekte, Temperatur und Luftfeuchtigkeit- all das wird auf die Feinheiten der verschiedenen Gänge abgestimmt. Es werde Momente des Humors, der Freude, Angst, Reflexion und Nostalgie geben, heißt es auf der Website. Eine weitere Besonderheit des Restaurants ist die genau abgestimmte Besucherzahl. Denn pro Mahlzeit haben nur 12 Gäste im Restaurant Platz.

4. Und lohnt sich ein Besuch überhaupt?

Laut den Kommentaren der Gäste auf der Website lohnt sich ein Besuch im teuersten Restaurant der Welt auf jeden Fall. Das Sublimotion-Team würde für ein unvergessliches Erlebnis, sogar ein richtiges Abenteuer sorgen. Neben dem einzigartigen Geschmackserlebnis natürlich auch mit den zahllosen technischen, visuellen und akustischen Effekten.

Wer aber für ein Essen nicht 1500 Euro bezahlen möchte, kann sich im Estado Puro für 9,45 Euro einen Parmesan-Pasta Salat bestellen. Auch hier in Landshut soll es gute Restaurants geben. Alles will und muss man sich wohl auch nicht leisten können!

Was ist eigentlich Politik?

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer ihrer vielen Reden. Der Inhalt ist manchmal für Laien nicht recht verständlich…

In unserem Alltag hören wir oft das Wort Politik und allerhand andere Begriffe, die damit zu tun haben. Eure Eltern diskutieren vielleicht beim Abendessen darüber oder im Radio kommt ein Beitrag über ein politisches Thema. Doch es ist keineswegs selbstverständlich, sich mit politischen Themen auszukennen. Deswegen möchte ich euch in meinem Artikel über die wichtigsten Begriffe in der Politik informieren, sodass ihr danach vielleicht mit euren Eltern mitreden könnt und nicht nur Bahnhof versteht.

Grundlegend ist es erst einmal zu verstehen, was Politiker sind, wie man die dahinter stehende verantwortungsvolle Aufgabe erlangen kann und wie man die Volksvertreter überhaupt wählen kann, die die Politik in einem Land steuern.

Politiker sind die Menschen, die wir z. B. alle 4 Jahre in den Bundestag wählen können. Jeder, der über 18 Jahre alt ist und sich für sein Land einsetzen will, kann Politiker werden. Wählen darf man übrigens auch erst ab 18 Jahren. Die Volksvertreter gehören unterschiedlichen Parteien an, zum Beispiel der CDU, SPD etc. So ist eine Partei verständlicherweise ein Zusammenschluss von Politikern mit den selben politischen Zielen. Wenn wir wählen, stimmen wir freilich nur für die Partei, die unsere Meinung am ehesten vertritt und somit beispielsweise im Bundestag, dem deutschen Parlament, Entscheidungen treffen soll. Wenn wir uns also indirekt im Staat einbringen möchten, gehen wir wählen.

Unsere Demokratie heißt „repräsentative Demokratie“, weil wir Volksvertreter, sog. Repräsentanten, auch Abgeordnete genannt, wählen, die unsere Interessen vertreten. Man kann übrigens auf kommunaler Ebene die Mitglieder im  Gemeinde- oder Stadtrat wählen, auf Landesebene den Landtag.

Der Bürgermeister, Landespräsident (Ministerpräsident) oder Bundeskanzler wird von der Regierungspartei gewählt. Im Rahmen gleicher, freier und geheimer (=demokratischen) Wahlen zum Bundestag dürfen alle Staatsbürger jeweils zwei Stimmen abgeben. Mit der ersten stimmt man für eine Partei und mit der zweiten für eine Person, die nicht zwangsweise der selben Partei angehören muss, die man mit der ersten Stimme gewählt hat. So kann man für die Person stimmen, die man am geeignetsten für die Vertretung eigener Interessen befindet. Je nachdem, wie hoch das Wahlergebnis einer Partei ausfällt, können auch Sitze im Gemeinderat, Stadtrat, Landtag oder Bundestag für die Politiker vergeben werden, die von der Bevölkerung am häufigsten gewählt wurden. Diese heißen Abgeordnete (= Repräsentanten). Im Landtag bzw. Bundestag schließen sich die Abgeordneten oft zu einer Fraktion zusammen, wenn sie die gleichen Interessen vertreten. Deswegen gehören die Mitglieder einer Fraktion meist der selben Partei an. Nun fragt ihr euch bestimmt, was eine Fraktion überhaupt bringt. Man bildet sie, um zusammen für eben diese gemeinsamen Ziele im Landtag bzw. Bundestag zu stimmen. Außerdem haben Fraktionen besondere Rechte, die ein einzelner Abgeordneter nicht hat: beispielsweise können sie neue Gesetze vorschlagen bzw. einreichen. Der Unterschied zu einer Partei ist also, dass Parteien eher die politische Zielrichtung festlegen, während es in Fraktionen um die Durchsetzung dieser Ziele geht. Eine Fraktion braucht mindestens 5% Stimmenanteil der Wähler, um überhaupt in ein Parlament einzuziehen. Diese Hürde nennt man 5%-Hürde.

Wie ihr sicherlich wisst, fanden in Bayern vor kurzem Landtagswahlen statt, im Rahmen derer vor allem die Grünen und die AfD punkten konnten. Die Grünen erzielten ein Ergebnis von fast 18%, das ist ungefähr das Doppelte im Vergleich zur letzten Wahl; die AfD vergrößerte die Anzahl ihrer Wähler in Bayern um 100%, da sie bei der letzten Landtagswahl in Bayern noch nicht angetreten war. Der große Verlierer war die SPD, die von der zweitstärksten Kraft auf Platz 5 abstieg. Da die CSU ihre absolute Mehrheit im Landtag verloren hat, musste sie mit einer anderen Partei koalieren, d.h. zusammenarbeiten. Die CSU und die Freien Wähler bilden zusammen eine neue Regierungskoalition. Doch was ist eigentlich eine Koalition und was bedeutet es, die absolute Mehrheit zu haben?

Die absolute Mehrheit erhält man, indem die Partei über 50% der Stimmen erhält. Durch diese Mehrheit hat man logischerweise auch über die Hälfte der Sitze im Landtag oder Bundestag, sodass die Partei alleine regieren kann. Doch diese Mehrheit hat die CSU nun in Bayern verloren. Deswegen muss sie sich nun mit einer anderen Partei zusammentun – den Freien Wählern eben. Man kann übrigens auch mehrere Parteien in einer Koalition zusammenbringen. Angedacht war das z. B. bei der letzten Bundestagswahl, als man lange überlegte, die sogenannte Jamaika-Koalition zu bilden, die nach den Farben der jamaikanischen Flagge benannt wurde, weil die Parteien in der Koalition, die CDU schwarz, die FDP gelb und die Grünen grün als „Parteifarbe“, haben. Doch die Koalitionsverhandlungen scheiterten, da sich die Parteien nicht darauf einigen konnten, welche Ziele sie im Bundestag durchsetzten wollten. Der Unterschied zwischen einer Koalition und einer Fraktion ist, dass eine Koalition zu Regierungszwecken gebildet wird und alle Mitglieder einer regierenden Partei Teil davon sind, aber nicht zwingend die selben Ziele wie ihre Koalitionspartner haben müssen, ganz im Gegensatz zu einer Fraktion, bei der sich nur Abgeordnete mit den gleichen Zielen zusammenschließen – in der Regel Politiker der gleichen Partei.

Der Landtag und der Bundestag setzen sich aus einer Regierungspartei (den Parteien mit einer absoluten Mehrheit) und der Opposition zusammen. Die Opposition ist eine Art „Gegenpol“ oder „Gegengewicht“ zu den regierenden Parteien und besteht aus allen anderen Parteien, die genügend Stimmen (über 5%) erhalten haben. Jetzt könnte man sich denken, dass die Opposition total unnötig ist, da die Parteien der Opposition ja nicht die absolute Mehrheit haben und somit ihre jeweiligen Ziele ohnehin nicht durchsetzten können. Die Opposition ist aber sehr wichtig. Sie vertritt häufig eine gänzlich andere Meinung als die Regierungspartei(en) und bringt politischen Gegenwind. Bei Debatten im Landtag oder im Bundestag kann die Opposition eine andere Sichtweise erläutern und wichtige Argumente einbringen, die vielleicht noch nicht beachtet wurden – oder sie bringt neue Lösungsvorschläge für Probleme ein, die aus o.g. „anderen“ Sichtweisen resultieren. Außerdem ist es die Pflicht der Opposition, die Regierungspartei  zu kontrollieren, damit ein Machtmissbrauch verhindert werden kann. Zudem haben Parteien mit mehr als 5% das Recht, politisch mitzuwirken und ihre Wählerinteressen zu vertreten.