Philosophisches zum Nachdenken: Der Optimist, der Pessimist, der Possemist?

Vielleicht kennt ihr Jack Reacher. Er ist eine berühmte Film- und Buchfigur und auch die Hauptperson der Handlungen. Ich habe, um ehrlich zu sein, weder die Filme gesehen noch die Bücher gelesen. Ein Spruch jedoch von Jack (Tom Cruise), hat mich neugierig gemacht: „Hope for the best, plan for the worst“, sagte er. Eine Mischung aus einem Optimisten und einem Pessimisten, ein Possemist! Gibt es das, eine Mischung aus Optimismus und Pessimismus? Wo ist der Unterschied? Ist Optimismus immer besser als Pessimismus?

Eine Mischung aus Pessimismus und Optimismus gibt es durchaus. Die meisten denken jetzt wahrscheinlich an den Realisten. Das ist nicht verkehrt und auch ich finde das ganz richtig. Ich habe eine Internetseite gelesen, in der der Pessimist als Realist dargestellt wurde. Dieser Meinung bin ich nicht. Ein Pessimist ist eine Person, die nur die Gefahren und Probleme in einer Sache sieht. Er sieht zum Beispiel nur die Kälte im Winter, nicht die schöne Landschaft – oder nur die Dornen einer Rose. Ein Realist hingegen hat etwas von beiden Seiten. Er könnte sich zwar über die Kälte im Winter ärgern, zieht sich dann aber doch warm an und geht raus. Ein Realist sieht die Dornen einer Rose, ist vorsichtig und schneidet sie ab. Und jetzt denkt mal nach. Wer ist der Realist? Der Optimist? … Ich sag´s euch: Der Realist ist der Possemist. Eine Mischung aus Pessimist und Optimist. Als ich dem Realisten diesen Namen gab, hab ich mir was dabei gedacht. „possem“ kommt aus dem Lateinischen, abgeleitet vom Wort „posse“. Das bedeutet können. „Possem“ ist der Konjunktiv Imperfekt zu diesem Wort und heißt auf Deutsch „ich könnte“. Das passt doch zu so einem Realist, oder? Er könnte eine Sache machen wie ein Optimist, er könnte es aber auch nicht machen wie ein Pessimist. Die perfekte Mischform aus den beiden Typen!

Der Unterschied zwischen Optimist und Pessimist ist ganz einfach: Der Optimist sieht in jedem Problem eine Aufgabe und letzterer sieht in jeder Aufgabe ein Problem. Das besagt ein Spruch und ich bin voll seiner Meinung. Während der Optimist hartnäckiger ist und versucht schwierige Ziele zu bewältigen, bleibt der Pessimist auf dem Boden der Tatsache stehen. Seine Einstellung ist negativ und vor allem vorsichtig. Bei einem guten Bauchgefühl in der Klausur freut sich der Pessimist lieber nicht zu früh, er könnte ja schließlich enttäuscht werden. Der Optimist freut sich, dass es so toll gelaufen ist. In diesen beiden Sätzen steckt ein weiterer Unterschied zwischen diesen beiden Typen: Optimisten haben gelernt, mit Fehltritten, Verlusten etc. umzugehen, während der Pessimist schon vorher das Schlimmste erwarten, damit er den Schock nicht ertragen muss. Vielleicht könnte man nach diesen paar Zeilen schon denken, dass der Optimismus besser ist als der Pessimismus. Logisch, Optimisten sind Kämpfer, sie geben nicht auf, erreichen die Ziele, die sie erreichen wollen und können mit Stress umgehen. Doch sehen wir es mal aus den Augen der Pessimisten. In gewissem Sinne ist er nämlich klug. Er ist nämlich vorsichtig. Bevor er sich in riesige Projekte stürzt, überlegt er erst einmal, ob die Arbeit tatsächlich was bringt. Er lässt die Finger von komplizierten Dingen, wenn er das Gefühl hat, dass es keinen Sinn hat. Damit will ich nicht sagen, dass der Pessimist faul ist. Ich will damit sagen, dass er sogar in manchen Dingen überlegter und vorsichtiger vorgeht, damit er keine Enttäuschungen verkraften muss.

Was ist denn nun die richtige Einstellung?

In unserer Gesellschaft ist der Optimismus beliebter und besser angesehen. Doch auch er hat seine Grenzen. Übertriebener Optimismus ist auch nicht gut. Wie gesagt haben Optimisten eine Tendenz dazu sich hartnäckig für Problemlösungen einzusetzen. Sie strengen sich an und kämpfen und werden am Ende manchmal enttäuscht. Sie können zwar mit dem Gefühl umgehen, aber irgendwann verspürt auch der Optimist die Enttäuschung. Einen richtigen Typen gibt es, denke ich, nicht. Jeder sollte die Einstellung haben, die ihm beliebt. Ich zum Beispiel bin ein Possemist, mit einer Neigung zum Optimisten. 🙂

PS: Der Text basiert nicht ganz auf wissenschaftlichen Fakten. Der Großteil ist meine Meinung.

PPS: Bitte sagt zu niemandem, dass ihr ein Possemist seid, denn dieses Wort existiert nicht!

Selbstgespräche

Manche singen unter der Dusche, andere murmeln wirre Zahlen vor sich hin und wieder andere führen ganze Dialoge mit sich selbst. Autofahrer sind ein gutes Beispiel dafür. Sie schimpfen und fluchen über den Verkehr und vergessen dabei völlig, dass sie ganz allein im Auto sitzen.

Auch ich bin ein Beispiel. Ich rede zwar nicht, wenn ich Gedichte oder Texte verfasse, aber wenn ich lerne, könnte man denken, ich telefoniere. 10 mal hintereinander rattere ich Formeln runter, während ich in meinem Zimmer hin- und hergehe, pauke Bio, bis ich „den Stoffwechsel in der Zelle“ endlich drinnen hab. Laut. Ich weiß, lustige Vorstellung. Aber ich bin nicht die einzige, die mit sich selbst redet. Bei kleinen Kindern ist das völlig normal und auch die meisten Erwachsenen führen ein Gespräch mit sich. Doch warum machen so viele Leute das? Es ist doch komisch. Wenn man dabei erwischt wird, wird man komisch angeschaut. Was bringt es? Hat es irgendwelche Vorteile, laut vor sich hin zu reden, anstatt leise zu sein?

ALSO: Ich habe recherchiert. Selbstgespräche sind nicht nur nicht verrückt, sondern auch gesund. Wer mit sich selbst spricht, wenn er/ sie wütend, traurig oder frustriert ist, muss keine unangenehmen Emotionen in sich hineinfressen. Raus mit dem Mist. Fluche, schimpfe, argumentiere, schreie. Es ist gesund. Schreien baut sogar Druck und Stress ab. Es ist besser als mit unangenehmen Gefühlen ins Bett zu gehen. Das kann sehr auf die Psyche gehen und letzten Endes sogar krankhaft werden (Jähzorn, Wut …) Aber keine Sorge, wenn du einmal genervt schlafen gehst, passiert nichts. Da muss in deinem Körper schon mehr los sein und die Zeitspanne muss auch länger sein.

Doch man kann eigentlich auch prima mit sich selber diskutieren. Unklare Gedanken in Worte fassen, schwierige Entscheidungen mit sich selber zu diskutieren ist der optimale Weg zur Lösung.

Tatsächlich erzielt man auch bessere Erfolge, wenn man mit sich selbst redet – Schade, dass man in Prüfungen nicht reden darf. Nächstes mal, wenn ein Lehrer meint, dass ich schummle, sage ich einfach, dass ich Selbstgespräche führe, weil das die Konzentration fördert. 🙂 – Dass die Ergebnisse derjenigen besser waren, die mit sich selbst reden durften, konnten sogar Psychologen feststellen.

Das Reden mit der eigenen Person hat noch weitere Vorteile. Es kann sogar die eigene Leistungsfähigkeit steigern. Das kann ich mir durchaus vorstellen. Ich komme wahrscheinlich eher auf ein richtiges Ergebnis, wenn ich mit mir selber diskutiere. „Muss ich hier mal rechnen? Nein, ich muss hier den Logarithmus anwenden…“ Besser als stumm vorm Heft zu sitzen. Außerdem hilft es Stress abzubauen und lindert Aggressionen. Also, raus damit!

Ich führe jetzt auch ein Selbstgespräch und möchte nicht gestört werden. Das war natürlich nur Spaß, ich lerne Chemie, aber so könnte man es auch ausdrücken. 🙂

Philosophisches zum Nachdenken: Do not compare

Es war einmal eine Welt, in der waren alle Menschen gleich. Ihre Interessen waren gleich, genauso wie ihre Verhaltensweisen. Auch ihre Freizeitaktivitäten unterschieden sich nicht. Sie taten das, was alle taten. Das war ihr Leben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie das noch heute.

Keine Angst, ihr habt nicht gerade meinen kürzesten Blogbeitrag gelesen, den ich je geschrieben habe. Das alles sollte als Beispiel dienen. Versetzt euch mal in die Lage dieser Welt… Langweilig, gell? Keine Abwechslung, keine Unterschiede, einfach nichts Neues. Man könnte den kurzen Text mit unserer derzeitigen Lage in der Welt vergleichen. Alle Menschen beschweren sich über dasselbe, jeder verhält sich gleich und so weiter. Aber das ist nicht der Punkt, auf den ich hinauswill. Der Text sollte darstellen, wie es wäre, wenn alle Menschen gleich wären und jeder das tut, nur weil es der andere auch tut. Es geht um Vergleiche.

Ich habe eine Freundin, bei der mir aufgefallen ist, dass sie sich ständig mit einer Klassenkameradin vergleicht. Immer behauptete sie, dass das Mädchen so viel schlauer sei als sie und dass sie so viele Talente habe, während sie gefühlt nur eins hat und so weiter.

Ich glaube, es geht nicht nur meiner Freundin so. Viele Menschen vergleichen sich und sind neidisch auf das Können oder die Talente anderer. „Neid ist die höchste Form der Anerkennung“, besagt ein Spruch. Das stimmt auch. Stell dir mal vor, jemand wäre neidisch auf dein Talent. Wärst du nicht stolz drauf? Wusste ichs doch! Neid zu verspüren, tut weh, ihn zu bekommen ist dafür umso schöner. Jeder Mensch hat irgendwas, worauf ein anderer neidisch sein könnte. Wirklich jeder. Es ist nämlich so, dass es jeden Menschen nur ein einziges Mal auf dieser Welt gibt und keine Person ist wie die andere. Es gibt immer Unterschiede. Jeder kann etwas anderes, jeder sieht anders aus und jeder ist etwas bBesonderes .  Neid ist also die eine Sache, falls du dich mit einer Person vergleichst.

 

Du musst dir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass du ein eigenständiger und selbstbewusster Mensch bist. Zwei Blumen im Garten fragen einander auch nicht, was sie machen. Sie blühen einfach. Strahle mit deinem ganzen Können, deiner ganzen Freude und dem Inneren Licht. So wirst du aufblühen, indem du deinen eigenen Weg gehst, tust was du für richtig hältst und deine eigenen Entscheidungen triffst. Wie die Blumen im Garten.

Falls du zu den Menschen gehörst, die sich gerne vergleichen: Wärst du wirklich glücklich mit dem Leben des anderen? Klar kann es sein, dass er oder sie bewundernswerte Talente hat. Meine Freundin ist mathematisch sehr begabt. Sie sieht Zahlen und ist in ihrer Welt. Ich bin eine Niete. Ich sehe Zahlen und suche den Taschenrechner. Sie ist dann auf ein Gymnasium gegangen, das einen mathematischen Zweig hatte. Stellt euch mal vor, ich hätte mich mit ihr verglichen, na holla die Waldfee! Ich wäre ihr womöglich aufs mathematische Gymnasium gefolgt, damit ich beweisen kann, dass ich genauso gut bin wie sie. Gott sei Dank bin ich nicht auf einem mathematischem Gymnasium. Grusel! Was ich damit sagen möchte ist, dass Vergleiche dich dazu bringen können zu vergessen, was du wirklich willst und wer du bist.

„Vergleiche die nie mit anderen Personen, sondern mit der Person, die du noch gestern warst“. Guter Spruch. Denn auch du wirst immer besser, nicht nur die anderen. Ruf dir das immer ins Gedächtnis und geh deinen Weg, so wird alles gut.

Ein Wintergedicht

Ich habe vor ein paar Tagen mit meiner Oma telefoniert und sie erzählte mir von einem polnischen Dichter. Der Mann verstarb leider vor kurzem, doch seine Bücher und Gedichte, die er in seiner Lebenszeit schrieb, gibt es immer noch zu kaufen. Er hieß Janusz Szuber und war nicht nur Dichter, sondern auch Lyriker und Autor.

Meine Oma erzählte mir, dass er in seinen Gedichten teilweise über die natürlichsten Dinge geschrieben hat, wie zum Beispiel über Nebel. Mich persönlich hat das sehr fasziniert. Das muss man doch erst mal können, über die normalste Sache der Welt ein Gedicht zu verfassen. Ich habe ihn „gegoogelt“, doch irgendwie habe ich kein Gedicht gefunden. (Ernsthaft jetzt: Warum nicht???) Doch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sehr viel Fantasie, Gefühl und Aufmerksamkeit enthalten. Ich kann mir vorstellen, dass Janusz Szuber ein sehr aufmerksamer und lebensfroher Mensch war, der die Welt auf seine Weise gesehen hat. Mein Respekt, ehrlich.

Wer so viel Motivation und Inspiration hat, dass er aus etwas Selbstverständlichem ein Kunstwerk machen kann… Wow! Ich schreibe eher über Emotionen, das Leben und das Selbstbewusstsein. Ab und an stelle ich eine Glosse oder einen Sachtext in den Blog, aber mir ist, glaube ich, noch nicht der Gedanke gekommen, über Nebel ein Gedicht zu verfassen, wie Janusz Szuber es gemacht hat. Hm.

Man könnte es ja mal versuchen. Könnte schwierig werden. Es erfordert schließlich viel Aufmerksamkeit und Konzentration, über etwas so Normales zu schreiben. Aber warum nicht? Hier ist mein erstes Gedicht über etwas „komplett Normales“:

 

Wie im Traum erscheint die Welt

Umhüllt von einer weißen Decke.

Unter weißem Zucker ist´s versteckt.

Jeder Baum, jede Blume, jede Hecke.

 

Es ist kein Regen, der da fällt.

Ganz weiß, ganz rein.

Jeder Kristall so einzigartig

und doch so klein.

 

Eine Welt aus Kristall.

Wie auf meinen Bildern, die ich mal‘.

Alles Kristall. Oder doch Diamant?,

das sich spiegelt im Licht,

an den Bäumen, im Dickicht.

 

So schön, so zerbrechlich,

im Anblick unvergesslich.

Alles träumt, alles schläft,

nur du bleibst ganz unbemerkt.

 

Schau dich einfach nur um,

überall um dich herum.

Du bist die einzige Person in einem Paradies.

Aus Kristall und Diamant.

Und doch so zerbrechlich wie Glas.

Das innere Licht

„In der Yoga-Philosophie gibt es das Bild des inneren Lichts, das immer in dir leuchtet und nicht beeinflusst ist von äußeren Umständen oder den Reaktionen anderer Menschen. Dein inneres Licht kann nie ganz erlöschen, es gibt immer einen Teil in dir, der nicht verletzbar ist. Achte heute einmal ganz besonders auf dein inneres Licht und lächle dir selbst zu. Das schafft Klarheit, Wärme und Gelassenheit.“

Spruch von einer Inspirationskarte

Ich habe Inspirationskarten mit sehr weisen und motivierenden Sprüchen. Jeden Tag ziehe ich eine Karte aus der Box und immer steht ein neuer Satz oder eine neue Weisheit darauf. Heute war dieser kurze Text auf der Karte und ich finde ihn irgendwie interessant. Ich befasse mich viel mit Charakter, Emotionen, Selbstbewusstsein etc. , aber von einem inneren Licht habe ich tatsächlich so noch nie gehört. Darum dachte ich, dass es höchste Zeit ist mal ordentlich nachzulesen und den Spruch zu überdenken.

Ich stelle mir das innere Licht irgendwie so vor: Wenn wir so richtig fröhlich sind, strahlt das innere Licht. Es leuchtet und scheint und man kann es in den Augen sehen. Das innere Licht ist dann nicht nur eine kleine Flamme, sondern eine Sonne. Darum gibt es vielleicht auch den Begriff „Sonnenschein“ für eine Person, die immer fröhlich ist und oft lacht. Das innere Licht dieses Menschen leuchtet immer in den hellsten Farbtönen. Wenn wir traurig sind, wird aus dem inneren Licht eine kleine Flamme. Es erlischt aber nie ganz. Es hält uns aufrecht, damit wir nicht zusammenbrechen. Das innere Licht verkörpert also die Freude des Lebens und die Hoffnung, dass alles wieder gut wird, auch wenn wir es gerade nicht glauben. So verstehe ich es. Mal schauen, was das Internet sagt.

Interessant. Es ist genau, wie ich vermutet habe. Bestimmt kennt jeder so eine Person, die von innen heraus strahlt, oder? Genau, und DAS ist das innere Licht, das in der Yoga-Philosophie beschrieben wird. Das Internet beschreibt solche Personen als Menschen, die mit dem Leben verbunden sind. Und DAS ist es, was andere spüren. Die Personen, bei denen das innere Licht immer „brennt“ sieht man oft als authentisch und in sich ruhend, heißt es im Internet. Und wenn ich so überlege, stimmt das. Man merkt es einfach, wenn eine Person mit ihrem Leben rundum zufrieden ist. Sie ist immer so fröhlich und das ist ansteckend! 🙂

Die Quäker:

Ich hab aber auch noch was anderes gefunden. Das geht in die religiöse Richtung. Es betrifft die Quäker. Das Quäkertum ist eine kleine religiöse Gemeinschaft mit christlichen Wurzeln. In Deutschland gibt es kaum Quäker. Es gibt nur, festhalten, 300! Die meisten Quäker leben in England, Nordamerika und Afrika. Im Quäkerglauben gibt es auf jeden Fall ebenfalls ein inneres Licht. Es hat sogar verschiedene Namen. Es wird auch Gott, das Göttliche, innerer Jesus oder das Gute im Menschen genannt. Die Quäker glauben, dass dieses Licht zu verstehen hilft, dass jedes Leben wertvoll ist. Wie auch in der Yoga-Philosophie wird beschrieben, dass es immer leuchtet und nie ganz erlischt. Wenn man als Quäker lebt, sieht man in jedem Menschen das innere Licht.

Ich finde es interessant. Ich habe erstens gar nicht gewusst, dass es einen Teil in mir gibt, der nicht verletzbar ist. Wenn ich so richtig traurig oder enttäuscht bin, denke ich teilweise, dass die Welt untergeht. Dass irgendwas in mir nicht verletzt ist? Vergiss es! Zweitens habe ich nicht gewusst, dass es das innere Licht der Yoga-Philosophie ist, was Menschen, die mit dem Leben verbunden sind, so erstrahlen lässt. Ich kenne solche Menschen und sie sind mir von Anfang an sympathisch. Na klar, wer von innen heraus strahlt, strahlt auch nach außen. Und das ist schön.

Lyrisches zu Weihnachten

Weihnachten naht.

Ist alles parat?

Ich meine, sind wir bereit?

Ist es so weit?

 

2020?

Mühselig, langweilig und irgendwie stressig.

Nichts hat geklappt, nichts hat gepasst

und jeder hatte die Situation einfach satt.

Ich gebe zu, auch ich war genervt.

Ich meine, wer war das nicht?

Schulschließung, Restaurantschließung und kaum ein Lichtblick

 

Doch nun ist Weihnachten da.

Weihnachten, das Fest der Liebe.

Weihnachten, das Fest der Hoffnung.

Weihnachten, das Fest der Fröhlichkeit.

Nur für die paar Tage den Stress einfach mal sacken lassen.

Einfach mal entspannende Sachen machen.

Mit der Familie lachen.

Und alles vergessen.

Weihnachten ist ruhig.

Weihnachten ist genussvoll.

Weihnachten ist hoffnungsvoll.

Alle negativen Gedanken sind an diesen Tagen verschollen.

Und das wünsche ich euch. Macht das beste aus diesem Weihnachten. Ich wünsche euch wunderschöne und entspannte Weihnachtsferien und ein tolles neues Jahr 2021.

Mit diesem schönen und besinnlichen Gedicht von Jasmin Kainz verabschiedet sich auch die Redaktion der Schülerzeitung von euch. Auch wir wünschen allen für die letzten Tage viel Kraft – und danach Erholung, Gesundheit und schöne Stunden im (kleinen) Kreis der Familie!

Die Redaktion der Schülerzeitung

Über Deutsche Sprichwörter: Ich bin der Hecht im Karpfenteich

Als ich letztens gelangweilt bei der Bushaltestelle stand, fiel mir ein kleines Mädchen auf. Sie schien auf den selben Bus zu warten wie ich. Doch sie verkürzte sich ihre Wartezeit damit, indem sie ihrer Mutter ohne Punkt und Komma erzählte, wie froh sie doch sei, dass sie in der Matheprobe eine 1 bekommen hat. Sie hatte nämlich schon befürchtet, eine 2 zu bekommen. Ich musste lächeln. Auch wenn das kleine Mädchen für meinen Geschmack viel zu viel redete, fand ich diese Bemerkung niedlich. „Weißt du, Mama, ich hab‘ die ganze Stunde lang gegrinst wie ein Honigkuchenpferd!“

Hm. Diesen Ausdruck hört man öfter, dass jemand wie ein Honigkuchenpferd grinst. Oft muss ich darüber lachen, doch manchmal überlege ich, ob dieses Sprichwort nicht fast schon beleidigend ist. Schließlich wird meine Art zu lächeln hier mit dem Gesichtsausdruck eines Pferdes verglichen. Und ich denke, das hört keiner so gerne. Im Allgemeinen vergleichen wir uns oft mit Tieren und die deutsche Sprache zählt auch viele Sprichwörter mit tierischen Vergleichen. „Du hast doch nen Vogel!“ oder „Das passt doch auf keine Kuhhaut!“, sind nur ein Bruchteil davon. Doch wieso reden wir so? Wir legen Wert darauf, uns präzise und deutlich auszudrücken und doch verwenden wir Sätze, die schlichtweg keinen Sinn machen. Oder hat einer von euch schon mal ein Honigkuchenpferd gesehen?

Zuhause angekommen, schnappe ich mir meinen Laptop. Ich will wissen, warum Menschen ständig behaupten, sie würden die dicken Tränen eines Krokodils weinen oder dasitzen wie ein Affe auf dem Schleifstein. Und, aha, ich werde fündig! Diese Sprichwörter haben eine interessante Geschichte. Total gefesselt lese ich die Erklärung für „Das passt auf keine Kuhhaut“. Der Spruch hat seinen Ursprung im Mittelalter. Die Menschen glaubten früher daran, dass ihre Sünden aufgeschrieben werden würden. Es gab aber kein Papier und so beschloss man Kuhhaut zu nehmen.

Sogar „Der hat einen Vogel!“ hat einen Hintergrund. Früher glaubte man, dass hinter der Schädeldecke psychisch kranker Personen ein Vogel hockte, der dort sein Nest gebaut hatte. Irgendwie finde ich es faszinierend, dass ca. 500 Jahre alte Zitate auch heute noch verwendet werden. Wir benutzen sie eben in einem anderen Zusammenhang. Doch das Wissen, dass man dieses Sprichwort vielleicht schon im 16. Jahrhundert verwendet hat, finde ich krass.

Die tierischen Vergleiche und Sprichwörter kommen aber nicht nur aus dem Mittelalter. „Das war für die Katz!“ kommt zum Beispiel aus dem Buch „Der Schmied und die Katze“. Der Schmied ließ in dieser Geschichte die Kunden immer nur das für die Arbeit bezahlen, was ihnen die Arbeit wert war. Viele Leute nutzten das jedoch aus und sagten oftmals nur Danke. Mit der Zeit wurde der Schmied griesgrämig, da er kaum Geld verdiente. Er packte seine Katze und setzte sie neben sich. Immer wenn er wieder ein abschätziges „Danke“ als Belohnung für seinen Fleiß bekam, sagte er zu seiner Katze: „Katz, das gebe ich dir.“ Doch das Tier hatte auch nichts davon und musste so verhungern.

Schön langsam verstehe ich, was ich sage. Ich darf diese ganzen tierischen Sprichwörter nur nicht zu ernst nehmen. Sie haben einen interessanten Hintergrund und die Bedeutung dieses Zitates hat sich mit der Zeit eben gewandelt.

Auf einer anderen Seite steht, dass Mensch und Tier auch einfach viel gemeinsam haben. Ein Affe zum Beispiel unterscheidet sich vom Menschen nur zu 1,2 Prozent. Und auch der Hund passt sich zu ca. 80 Prozent dem Menschen an.

Da hätte ich auch drauf kommen können. Zumindest, dass Affe und Mensch sich extrem ähneln, weiß so gut wie jeder.

Erstaunlich, dass wir teilweise Zitate verwenden, die ihren Ursprung im Mittelalter haben! Ich wäre nie darauf gekommen, dass „Der hat einen Vogel!“ eine ernste, tiefere Bedeutung hat. Ich finde es echt interessant, was man so alles über unsere Sprache erfährt, wenn man einfach mal nachschaut, was man sagt. Doch ich werde die Zitate natürlich jetzt nicht besonders ernst nehmen und sie wegen ihrer Herkunft nicht mehr verwenden. Ich werde weiterhin zu meinen Freundinnen sagen, dass sie einen Vogel haben, wenn sie mal wieder etwas reden, was keinen Sinn ergibt. Und dann werde ich grinsen, wie ein Honigkuchenpferd, da ich den Ursprung kenne! Ich bin also der Hecht im Karpfenteich! Hehe! 😉

Aus dem Gefühlsleben Teil II: Finifugal und Nyctophilia

Da mein Schulalltag zur Zeit ein wenig stressig ist und jetzt auch noch Schulaufgabenzeit ist, bin ich in letzter Zeit leider weniger zum Schreiben gekommen. Ich hab echt das Gefühl gehabt, dass in letzter Zeit ständig irgendwer irgendwas von mir wollte! Also wirklich, ich kann mich doch nicht vierteln! Doch man lernt es tatsächlich (so viel zu tun, ohne sich zu vierteln) und so kann ich jetzt doch in Ruhe meinen versprochenen Text schreiben ohne mich zu fünfteln. Ich bin ganz da.

Vor ein paar Wochen habe ich einen Text geschrieben, der merkwürdige Gefühle behandelte. Sie hießen Jouska, Adronitis und Liberosis. Am Ende habe ich einen 2. Teil versprochen und dieses Versprechen löse ich jetzt ein. Es gibt nämlich tatsächlich noch weitere Gefühle, die die wenigsten kennen:

Finifugal

Kennst du das? Du liest ein Buch, das dir mega gut gefällt, hast aber nur noch 20 Seiten zum Lesen oder eine Serie, die du total super findest, doch nach zwei Folgen hast du sie schon zu Ende geguckt. Du bist traurig, da sie schon bald vorbei sind. Sie haben dir schließlich gefallen. Du liest nur noch ganz wenig bzw. schaust nur noch ein paar Minuten, denn dann ist es ja vorbei! Man muss ja schließlich so lange wie möglich etwas davon haben. Das ist Finifugal.

Nyctophilia

Das zweite Gefühl heißt Nyctophilia. Nyctophilia bedeutet auf deutsch „Eine Vorliebe für die Nacht“. Man kann eigentlich gar nicht sagen, dass es ein Gefühl ist, sondern eher eine Diagnose. Nicht falsch verstehen, es ist keine Krankheit! Menschen, die Nyctophilia haben, meiden das Licht, schlafen lieber bei Tag, da sie sich in der Dunkelheit einfach wohler fühlen. Sie sitzen oft einfach in einem dunklen Raum und genießen die Ruhe um sich herum. Es ist also das komplette Gegenteil von Niktophobie. Das beschreibt die Angst vor der Dunkelheit, worunter oftmals kleine Kinder leiden. Doch Menschen mit Nyctophilia haben keinerlei Angst vor dem Tageslicht, sie fühlen sich einfach nur in der Dunkelheit so wohl, wie andere sich im Sonnenlicht wohlfühlen. Für viele Menschen ist es schwer, diese „Diagnose“ auszuleben, da man am Tag arbeitet und in der Nacht schläft.

Was es nicht alles gibt. Ich habe auch schon meine Bekanntschaft mit Finifugal gemacht, doch ich bin kein Mensch, der lieber im Dunkeln ist als im Licht. Die anderen Gefühle, die ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, sind mir alle bekannt.

Lyrisches zum Nachdenken: Das „Tief“

Fesseln um dein Herz sich legen,

allen Glanz tut es dir nehmen.

Und die Welt fängt an zu beben,

kannst sie gar nicht mehr so klar wie vorher sehen.

 

Stress und Druck sich um dich zerren,

du gefangen bist und nicht mehr weißt:

„Wohin der Weg? Wohin soll ich denn gehen?“

 

Ich sehe dich,

doch ich beachte dich nicht.

Ich höre dich,

doch ich verstehe dich nicht.

Ich bin ganz bei mir.

Ich sehe was, was du nicht siehst.

Ich bin eigentlich gar nicht hier.

 

Ein kurzes Gedicht,

eigentlich nicht schwer zu erraten, worum es hier geht:

Jeder, wirklich jeder Mensch, hat eine Zeit, in der er sagt:

„Ich kann nicht mehr.“

 

Ein tiefes Loch, in das du fällst, kannst du bekämpfen.

Ja, deine Situation ist noch zu retten.

Doch du musst den Kern der Ursache finden,

mit vertrauten Personen reden

und deine Psyche aufbauen.

 

Wenn du wirklich willst,

dann klappt das auch.

Glaube mir, ich kenn´ das auch.

Und sei beim kleinsten Erfolg schon wohlverdient sehr stolz auf dich.

 

Eine Weile später dann,

wenn diese Zeit nur noch Erinnerung ist,

sei wieder stolz auf dich.

Denn du bist einmal mehr aufgestanden,

als du umgefallen bist.

Geschichten aus dem Leben: Diese Schimpferei beim Autofahren

Mir ist letztens, als ich als Beifahrerin im Auto mitfuhr, eine ernstzunehmende Sache aufgefallen.

Es war Freitagnachmittag und meine Tante holte mich mit ihrem nagelneuen MINI von der Schule ab. Ich ließ mich fix und fertig auf den Sitz fallen und betete, dass dieses Wochenende ausnahmsweise mal länger dauern würde als die übrigen. Ich war müde von dem Tag und hatte echt keine Lust, mit meiner Tante über meinen heutigen Schultag zu sprechen oder zu diskutieren. Es würde sie auch gar nicht interessieren, wie mir dann auffiel. Ihre Aufmerksamkeit war voll und ganz auf den Verkehr gerichtet. Das Besondere daran war aber, dass sie sich nicht wie jeder normale Mensch schweigend, sondern fluchend, konzentrierte. Meine Tante fluchte wie ein Rohrspatz neben mir, was für Idioten da doch auf der Straße wären und dass man solchen Leuten den Führerschein nehmen sollte. Sie schimpfe noch länger weiter, doch ich hörte irgendwann nicht mehr zu. Doch schon am Anfang ihres Selbstgespräches hatte mich ihr Vokabular in Sachen Beleidigungen und Schimpfwörter aufs Höchste beeindruckt.

Allgemein fuhr ich sehr viel Auto und weniger mit dem Bus. Ich hatte diesen Luxus, von dem die meisten träumten: Ich kannte viele Personen aus meiner Nachbarschaft, die mich gerne mit nach Hause nahmen, wenn sie gerade in der Nähe waren. Ich musste mich also nicht wie die meisten in einen engen Bus zwängen- und um ehrlich zu sein, genoss ich es. Alleine auf meinem Sitz, dabei die Musik aufdrehen, die Sitzheizung laufen lassen, wenn es kalt ist, und wenn ich Glück habe, ist sogar noch das Massageprogramm dabei. Wenn ich wollen würde, könnte ich mich natürlich auch unterhalten, doch ich war im Auto oft so müde, dass ich nichts sagen wollte und mich einfach nur nach meinem Sofa sehnte. Doch wie sich seit Neuestem bei meiner Tante herausgestellt hatte, musste ich gar nicht reden, denn in einem Auto (und zwar egal in welchem) wurde man bestens unterhalten! Komisch, dass mir das erst jetzt auffiel. Vielleicht sollte ich doch öfter mal meine Kopfhörer raustun und mehr auf die Sprache meiner Fahrer lauschen. Während in einem Songtext immer wieder die selben Zeilen wiederholt werden, benutzen meine Fahrer von der Schule bis zu mir nach Hause mindestens fünfzehn verschiedene Schimpfwörter. Ich hatte nie gewusst, dass diese Menschen so kreativ sind! Wenn ich von Anbeginn meiner Zeit, die ich schon mit dem Auto gefahren wurde, einfach nur zugehört hätte, was meine Fahrer reden, dann wäre mein Wortschatz jetzt bestimmt um 100 Wörter reicher.

Am Wochenende fuhr ich mit meiner älteren Cousine nach Ingolstadt Village. Dort wollten wir uns dann mit ihrem Freund treffen. Er musste nur davor noch zur Autowerkstatt, um sich einen Leihwagen zu besorgen. Deshalb konnte er nicht, wie eigentlich geplant, bei uns mitfahren. Meine Cousine befürchtete nur, dass wir zu spät kommen würden, da wir „solch einen Lahmarsch“ vor uns hätten. Ich war gewagt, sie darauf hinzuweisen, dass der Fahrer genau richtig fuhr, aber ich ließ es. Ich hatte das dumpfe Gefühl, es war nicht der richtige Moment sie daran zu erinnern, dass ihr schon einmal wegen zu schnellen Fahrens der Führerschein genommen wurde. Meine Cousine war ein aufgedrehter und temperamentvoller Mensch. Und so ein „Lahmarsch“, oder wie sie den armen Fahrer nannte, konnte sie richtig auf die Palme bringen, wie ich bemerkte. Diesmal hörte ich bei der Schimpferei von Anfang an zu, diesmal entging mir kein Wort, diesmal wurde mein Wortschatz reicher. Mich hatten ihre Wortgewandtheit, ihre Leidenschaft und diese dazu passende Betonung sofort gefesselt. Irgendwann schimpfte sie sogar über die Polizei. Dass die Polizei bei so etwas auf der Straße nirgends zu finden sei, aber wenn sie sich mal für zwei Minuten in ein Halteverbot stelle, um sich bei Mci einen Kaffee zu holen, seien sie sofort da… Ich verbiss mir erneut einen Kommentar. Meine Cousine hatte sich mittlerweile so in Rage geredet, dass ich nur noch aus Gründen wie „Was sagst du denn dazu, dass der den Führerschein bekommen hat?“ angesprochen wurde.

Als wir dann mit einer Stunde Verspätung den Parkplatz von Ingolstadt Village erreichten, war meine Cousine immer noch sauer. Schließlich musste sie ihren Freund warten lassen und das grenzte an Hochverrat. Wir stiegen aus und da kam er auch schon fröhlich pfeifend auf uns zu. Anscheinend war er auch zu spät gekommen, denn er hatte den Autoschlüssel noch in der Hand und stand noch auf dem Parkplatz anstatt am Treffpunkt. Das Gesicht meiner Cousine hellte sich sofort merklich auf, als sie ihn sah. Doch dann zeigte er ihr seinen Leihwagen und sie bemerkte, wen sie da die ganze Zeit beschimpft hatte.

Wenn der Freund meiner Cousine wüsste, dass er in ihren Augen mal „ein Schwein“ war… puh. Doch ich habe bemerkt, dass man sich vor allem in stressigen Situationen beim Autofahren nicht zusammenreißen kann. Woran das liegt, dass jeder schimpft? Vielleicht weil jeder anders Auto fährt. Du hattest einen miesen Tag und willst einfach diese ganze miese Laune irgendwo abladen? Fahr‘ auf eine gut befahrene Straße.

PS: Der Inhalt ist frei erfunden 😉