Nachdem ich einschlief, legte ich mich hin.

Nachdem ich einschlief,

legte ich mich hin.

Ich schloss ab und ging in mein Zimmer.

„Ach, ein schöner Tag war das mal wieder!“

Ich spülte mir mit Wasser den Mund aus

und putzte mir dann die Zähne.

Ich schminkte mich ab,

sah in den Spiegel und dachte:

„Für so eine Schminke muss man sich doch schämen!“

Ich ging wieder heim,

verabschiedete mich von meiner besten Freundin: „Bis bald!“

Nachdem ich zwei Hosen gekauft hatte und sie ein Shirt,

probierten wir es an.

Die Kleider fielen uns direkt ins Blickfeld.

Wir dachten, wir könnten mal wieder shoppen gehen.

Ich traf mich heute mit meiner besten Freundin.

Und nachdem ich aufstand,

wachte ich auf.

Und wenn du dieses Gedicht (komischerweise 😉 ) nicht verstanden hast, dann empfehle ich dir, es rückwärts zu lesen.

Wenn du das getan hast, wünsche ich dir ganz schöne und erholsame Sommerferien.

Jasmin Kainz 🙂

Lyrisches zum Nachdenken: Der Schutzengel

Auf dem Weg zum Bus,

kein Wunder, dass ich wieder laufen muss.

Wie so oft hatte ich verschlafen,

kein Frühstück gegessen,

einen Großteil meiner Bücher vergessen.

Die Umwelt, die Straßen, die Menschen nahm ich eigentlich gar nicht wahr.

Ich hoffte nur zu sehr, dass ich noch pünktlich war.

Ich war viel zu verpeilt,

musste mich beeilen.

Ich lief an allem einfach vorbei.

Bei der Haltestelle sah ich auf.

Und da sah ich Augen.

Leuchtend wie ein Stern,

Blau wie das Meer

und so unendlich tief wie der Himmel.

Sie verschwanden aus meinem Sichtfeld.

Der Blickkontakt hatte nur wenige Sekunden gezählt.

Dann kam der Schulbus,

in den ich einsteigen musste.

Die Tage vergingen,

die Wochen verstrichen,

die Augen hatte ich schon ganz vergessen.

Um daran zu denken, war ich viel zu beschäftigt.

Ich war gerade auf dem Weg zu Chemie

(und in diesem Fach war ich wirklich kein Genie!),

als ich mitten unter den Schülern wieder diese Augen sah.

Sie starrten mich an.

Ich starrte zurück.

Gefangen in einem Blick.

Ich konnte nicht vorwärts und nicht zurück.

Den Mund halb geöffnet.

Ich stand da, wie ein Brett.

Ich fühlte mich seltsam wohl in dem Blick.

Er hatte etwas Schönes … etwas Himmlisches

„Den habe ich schon mal gesehen!“, rief mein Verstand.

„Wer bist du?“, schrie mein Herz.

Ich kam wieder zu mir.

Ich muss zu Chemie!

Wie lange stand ich schon hier???

Die Augen waren so schnell verschwunden, wie sie gekommen waren.

Doch puh, ich hatte Glück!

Als ich (mal wieder etwas zu spät) den Raum betrat,

sah ich keinen Lehrer, der schon auf seinem Stuhl saß.

Zum Glück war diese Stunde nicht allzu wichtig,

konzentrieren konnte ich mich sowieso nicht.

Ich fragt mich nur: „Wer hatte so einen derartigen Blick?“

 

Ein paar Tage später fuhr ich Rad.

Ich wollte es ausnutzen, es war ein schöner Tag.

Ganz gemütlich fuhr ich dahin,

wusste noch gar nicht genau, wohin,

dachte so vor mich hin

und vergaß bei einer roten Ampel die Bremse zu ziehen.

Ich wollte schreien, als ich sah,

dass ich fast direkt vor einen Lastkraftwagen gefahren war,

der mit 60 kmh unterwegs war.

Doch er stand.

Kein Grund zum Schreien.

Wie ist das möglich, ich war vollkommen unbeschädigt.

Der Laster war doch so schnell gefahren

und ich war direkt vor ihm gestanden.

Ich sprach es nicht aus,

ich glaubte es ja selber kaum:

Mir war eben ein Wunder passiert.

Und dann blickte ich hinter mich.

Und da sah ich ihn.

Mit himmelblauen Augen

und wolkenweißer Haut.

Ich lächelte nur und sagte:

„Ich weiß, wer du bist.“

Gedanken zum Thema … Motivation

Mit Sicherheit gibt es ein Fach in der Schule, das du überhaupt nicht ausstehen kannst. Das ist ganz normal, mir geht es genauso. Wenn man für dieses Fach kein Interesse hat, sondern nur lernt, weil man lernen muss, bleiben Sachen nicht so leicht im Gedächtnis. Aber wenn man lernt, weil man will, kann man sich besser an die Sachen erinnern und sie bleiben besser im Kopf. Das ist wirklich so und wissenschaftlich bewiesen.

Mit diesen Informationen hab ich dich mit Sicherheit nicht motiviert, für dein „Hass-Fach“ zu lernen. Aber wahrscheinlich willst du von mir wissen, was dich motiviert. Soll ich’s dir sagen? Ich weiß es nicht! Ich hab keine Ahnung, was dich motiviert oder was du für ein Mensch bist. Wie sollte ich dich kennen? Ich habe keine Ahnung, wer diesen Satz gerade liest.

Aber eine Sache sage ich dir, egal wer du bist: Wenn es dir an Motivation fehlt, wird es deine nächste Mission sein, dir Motivation zu holen. Mir fehlt sie zur Zeit auch. Darum schreibe ich diesen Text, weil mich schreiben motiviert. Natürlich holst du dir nur Motivation, wenn du es möchtest, denn es ist nicht so leicht, eine dauerhafte Motivation zu haben. Das Wort kommt nicht umsonst aus dem Lateinischen und bedeutet „bewegen“. Sie kann dich verlassen, sie kann bei dir sein, sie kann dich antreiben. Du musst dich ständig um sie kümmern. Wie eine Mutter um ihr Kind. Klingt jetzt schon zu anstrengend für dich? Gut, dann muss ich dich jetzt beleidigen: Du bist kein Kämpfer.

Motivation ist das Gefühl, wenn da kein Druck ist, sondern Verlangen, wenn du nicht musst, sondern willst.

Sich selber zu motivieren, ist ein Kampf gegen den eigenen Unwillen. Man kämpft sozusagen gegen sich selbst. Darum ist es so schwer. Wer will gegen sich selbst kämpfen? Aber wenn du am Ende Motivation bekommst, dann ist es das wert.

Aber Vorsicht! Motivation kann schnell wieder verloren gehen! Ich suche meine gerade.

Lyrisches zum Nachdenken: Prometheus

„Gestatten, Prometheus, Sohn des Iapetos, „Diener“ des Zeus.

Doch ich empfinde nur wenig Stolz.

Wie du hier liest, bin ich ein Gott.

Hat dich vielleicht geschockt.

Ich meine … ein Gott.

 

„Göttervater“ Zeus, „Euer Hochwohlgeboren“,

was hab ich hier nur verloren?

Unsterblich, bis in alle Ewigkeit.

Ich erschaffe ein Geschöpf, das meiner gleicht.

 

Aus Ton schaff ich den Menschen.

Will ihm verschiedene Künste schenken.

Ein sterbliches Wesen

und doch dank mir recht belesen.

 

Zeus, du kannst mir nicht befehlen, dich zu ehren.

Du bist einem Menschen ähnlicher, als du denkst.

Mit Gefühlen und Emotionen.

Gibs zu, ohne deinen Olymp wärst du verloren.

 

Das Feuer nahmst du meinen Menschen,

neidisch warst du, als ich es wieder herstellen konnte.

Und fähig bist du zu Qual.

Ein Adler und ein Felsen waren für mich die Wahl.

Doch meine Geschöpfe habe ich nicht aufgegeben.

 

Gott nennst du dich.

Schämst du dich nicht?

Ein Gott, der Seinesgleichen foltert und quält,

gehört verschmäht.

 

Meine Menschen, lasst euch von Neidern und Besserwissern nichts sagen.

Es gibt euch nicht umsonst. Nicht umsonst erschuf ich ein starkes Geschöpf.

Ein Wesen mit Leben.

Etwas, was ein Gott nicht kennt.

Eigentlich genau wie ich.

Lyrisches zum Nachdenken: Der Mensch in 3 Elementen

Aus Feuer das Herz,

Die Augen aus Wasser

und der Charakter aus Erde.

Drei bekannte Elemente,

die wir auch finden im Menschen.

 

Das Herz, so mächtig wie Feuer,

durchbricht sämtliches Gemäuer.

Feuer ist Kraft,

Feuer ist stark.

Aus Feuer das Herz.

Doch Feuer ist Schmerz.

Sei zornig, hab Angst oder Panik,

so verbrennst du dich am eigenen Herz.

Das Feuer bricht aus.

Aus dem ganzen Herzen heraus.

Was einst eine Flamme war,

ist nun ein Brand.

Doch verbinde es nicht nur mit Gefahr.

Vergiss nicht, wäre das Feuer nicht da, würdest du nicht mehr leben.

Das Feuer, so warm.

Gib jemandem etwas ab.

Nur einen Funken oder eine Flamme.

Das Feuer ist starkes Verlangen, Energie,

die in dir hochsprüht.

wofür brennt dein Herz?

Was liebst du?

Lass es nicht verblassen.

Man malt Herzen nicht umsonst rot.

 

Die Augen wie Wasser.

So durchscheinend und klar,

wie ein See an einem sonnigen Tag.

Sei traurig, sei wütend, enttäuscht,

das Wasser dir aus den Augen läuft.

Die Tränen. Wie ein kleiner Wasserfall laufen sie dir übers Gesicht

und somit das ganze Gestein zerbricht.

Tränen zeigen wahre Emotionen,

mit ihnen kannst du in deinen Augen nichts mehr verbergen,

denn Wasser ist tief.

„Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte?“ Stimmt.

Ein ehrlicher Blick kann tiefer gehen als 1000 Worte.

Er muss nur klar und durchscheinend sein.

Denn dann kannst du den Grund sehen.

Wie in einem See.

 

Das Element Erde für den Charakter.

Jeder Teil der Erde ist sonderbar,

jeden Charakter gibt es nur einmal.

Sei ruhig, wie eine Brise Wind.

Sei immer fröhlich und lustig wie eine bunte Blumenwiese.

Sei rätselhaft, wie ein Haufen aus Gestein.

Doch präge dir ein:

Lebe dein Sein,

lass es nicht welken,

denn sonst wirst du merken:

Du bist nicht du selbst,

sondern eine überzüchtete Blume.

 

Dieser Spruch passt hier gut dazu:

Einst sagte jemand zu mir:

„Liebe ja nicht, du könntest verletzt werden!“

Ich sagte nur:

„Lebe ja nicht, du könntest sterben.“

Ein Spruch sagt mehr als 1000 Worte

Ich habe 1000 Sprüche gelesen,

die verschiedenen Bedeutungen gesehen.

Interpretiert und gerätselt und versucht zu erklären.

Mittlerweile kenne ich die Sprüche in- und auswendig.

Und jedes mal wieder fällt mir auf:

Wer die tiefere Bedeutung eines Spruches sieht und versteht, wird stärker.

Nehmen wir als Beispiel einen Motivationsspruch:

„Ich tue es, weil ich es kann.

Ich kann es, weil ich es will.

Ich will es, weil du sagtest, ich könnte es nicht.“

Ein einfacher Spruch, ein langer Satz? Nee! Da steckt mehr dahinter!

Überleg dir, was der Kern dieses Spruches ist. Was will er sagen?

Sieh genau hin. Was fühlst du?

………………

Dieser Spruch ist dazu da, um dein Selbstvertrauen zu stärken.

Er will, dass du Mut beweist. Er will, dass du jedem zeigst, was in dir steckt.

Er will, dass du motivierter, zielstrebiger, selbstbewusster und mutiger wirst.

Das ist der Kern dieses Spruches. Denk an diesen Spruch, wenn zu dir jemand sagt, „dass du das sowieso nicht schaffst.“

Glaub mir, so viel Ehrgeiz hast du noch nie verspürt.

 

Den Spruch „Setze keine Fragezeichen, wo das Schicksal längst einen Punkt gesetzt hat.“, kann man leicht unterschätzen.

Man könnte denken: „Ein Satz, nicht mehr.“ Oh nee! In diesen Spruch lässt sich einiges hineininterpretieren!

1. Hinterfrage deine Vergangenheit nicht. Was geschehen ist, ist geschehen.

2. Lass los und sei offen für Neues! Denn nur wer loslässt, hat die Hände frei.

3. Es ist Zeit einen neuen Weg zu gehen und den Alten zu verlassen. Hab keine Angst.

Denk an diesen Spruch, wenn sich etwas für dich Unangenehmes ereignet hat. Vergiss nicht: Schau nach vorne!

Man könnte noch viel hineininterpretieren.

Vielleicht ist es bei jedem Menschen anders, was er darunter versteht.

Doch eines hab ich mit der Zeit herausgefunden:

Wer Sprüche und die tiefe Bedeutung von Worten versteht,

der sieht die Welt mit anderen Augen.

Nämlich so, wie du sie interpretierst.

Damit will ich nicht sagen, dass du realitätsblind bist.

Ich will damit sagen, dass du klar und deutlich siehst,

was deiner Meinung nach in unserer Welt in Ordnung ist und was nicht.

Wer Sprüche versteht, dem ist nichts Menschliches mehr fremd,

denn Sprüche erklären alles.

Wie formuliert es der Spruch?

Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind,

sondern wie wir sind.

Weise Worte, weise Worte.

Lyrisches zum Nachdenken: Ein „Liebesgedicht“ im Stil des 18. Jahrhunderts

Am Fenster ich stand.

Verloren, wie ein einsames Körnchen Sand.

Beraubt um meinen Verstand.

Beraubt vom eigenen Herz:

 

Zu Abend, da traf ich ihn,

als fast die Sonne nicht mehr schien.

Die Augen, blau wie Saphir,

die Lippen, rot wie Rubin

und selbst das Haar eine Pracht.

Schwarz wie die Nacht.

 

Er versprach mir alles zu geben,

ja selbst sein eigenes Leben.

Mir nichts zu verwehren,

er würde mich immerzu ehren.

Mein Verstand arbeitete nicht mehr.

Es gab nur noch mein Herz.

Ich hatte mich verliebt.

 

Er verlangte nicht viel.

Nur einen Kuss.

Der Gedanke daran war mir ein Genuss.

Mit allen Sorgen und Ängsten war Schluss.

Ich dachte an nichts.

Es gab nur das Hier.

Bis ich berührte seine Lippen.

 

Und dann war mir, als wäre ich erwacht,

von einem Traum, den ich hatte in der Nacht.

Die Augen waren nicht Saphir-

Sie waren Eis.

Die Lippen waren nicht Rubin-

Sie waren scharlachrot wie Blut.

Die Haare waren nicht schwarz wie die Nacht-

Sie waren schwarz wie der Tod.

Ich hatte den Teufel geküsst.

 

Leibhaftig stand er vor mir,

visierte mich mit seinem Blick.

Alles war ein Missgeschick.

Ich hatte ihn nicht aus Liebe geküsst.

Er wollte mich verletzt sehen,

mir mein Herz gebrochen zurückgeben.

 

Liebe, etwas, was der Teufel nicht kennt.

Wovon er hatte noch nie eine Spur gemerkt.

Liebe, irgendwo im Herzen eingesperrt,

bei ihm so leer, so fern.

Dieses Gefühl, ihm so unbekannt.

Sonst würde er nicht Teufel genannt.

 

Dann tat ich etwas, was sonst keiner getan hätte.

Ich sah ihm tief in die Augen, versuchte das Herz zu entdecken.

Ich dachte an die Momente, in denen ich Liebe empfunden hatte.

Dachte so stark, dass mein Herz schneller schlug,

erlebte sie noch einmal,

mit dem Unterschied, dass ich ihn in dieser Welt sah.

Und dann küsste ich ihn erneut.

 

Erschrocken wich er zurück.

So etwas kannte er nicht.

Dann löste er sich auf, Stück für Stück.

Dann war der Herzensdieb fort.

Alles was blieb war die Erinnerung.

 

Und nun steh ich hier und sage dir:

Sei vorsichtig mit der Liebe.

Lass dir dein Herz nicht klauen von Dieben.

Liebe kann den Hass besiegen,

wie du hast in diesem Gedicht gelesen.

Lyrisches zum Nachdenken in Corona-Zeiten: Die Mauer

Eine unsichtbare Mauer, gebaut zwischen Menschen.

Es wird unterschiedlich mit ihr umgegangen.

Viele haben kein Bangen,

sie haben das Verlangen andere zu sehen, andere zu sprechen,

sich mit ihnen zu treffen. Spaß zu haben, alles zu tun.

Es soll nicht ruhn´.

Sie steigen einfach hinüber.

Andere treten wütend dagegen,

auch sie wollen wieder leben,

doch im Endeffekt bringt es nichts.

Auch das bringt ins Dunkel kein Licht.

Nochmal andere brechen vor der Mauer zusammen.

Sie haben das Gefühl, in der Hölle zu landen.

Was sollte man tun, um irgendwie damit fertig zu werden?

Fertig zu werden mit der Tatsache, dass zur Zeit eine Mauer zwischen den Menschen besteht.

Stell dich vor die Mauer.

Schau sie dir an und überlege erst einmal, was dahinter ist.

Für jeden Menschen verbirgt sich etwas anderes dahinter.

Ein eigentlich alltägliches Ereignis, eine Person, eine Sache, irgendwas…

Wenn du das herausgefunden hast, weißt du, was du vermisst.

Was ich dir sagen möchte ist, dass dir die Mauer zeigt, was du magst oder liebst und welche Dinge dir fehlen. Erst durch die Trennung erkennst du, wie wichtig sie sind.

Und das Vermissen ist ein Schmerz, der nur von der Person oder der Sache geheilt werden kann, die ihn verursacht.

Vielleicht unterschätzen wir die Wichtigkeit dieser Dinge für uns manchmal. Doch diese Mauer zeigt es uns.

Und alles, was wir haben, ist der Traum auf das erste Wiedersehen.

Spray die Mauer voll! Besprühe sie vor lauter Vorfreude auf den Moment des Wiedersehens, besprüh sie mit den buntesten Farben, die deine Gefühle beschreiben.

Und glaub mir, je länger man sich nicht sieht, desto schöner ist das Wiedersehen.

Lyrisches zum Nachdenken: Wer bin ich?

Sicher kennt ihr das Spiel „Wer bin ich?“

Bin ich groß, bin ich klein, bin ich dünn, bin ich dick …

Heute machen wir`s andersrum.

Ich gebe dir Tipps, wer bist du.

Mal schaun, on du’s erraten tust:

Ich kam, als du die Welt betratst,

doch war noch nicht wirklich da.

Ich kannte dich nicht,

du wusstest noch gar nicht, dass es mich gibt.

Mit der Zeit kam ich dir näher,

mich wirklich kennenlernen tust du jedoch erst später.

Doch als ich dich dann sah,

wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte.

Mal schauen, was ich aus dir mache.

Ich bin immer für dich da,

auch wenn du mich nicht wirklich sehen kannst.

Ich bin die Person, die dich am besten kennt.

Ich bin die Person, die dich in bestimmte Situationen bringt, oder sich dir in den Weg stellt.

Ich kenne deine Gefühle, deine Ängste, deine Träume,

sogar deine Gedanken sind mir nicht fremd.

Verändern kann ich mich natürlich auch.

Mal will ich im Rampenlicht stehen mit viel Applaus,

wann anders will ich mich in eine Ecke kauern und einfach nur in die Ferne schauen.

Und dich … zieh‘ ich natürlich mit.

Na, weißt du wer ich bin?

Ich denke nicht.

Ich sag es dir:

Ich bin ICH.

Philosophisches ABC: (Un)begründete Eifersucht?

Ich habe vor kurzem einen Spruch gelesen, der besagte, dass Eifersucht eine unnötige Besorgnis sei. Eine, ich zitiere „unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich ohnehin nicht lohnt, es zu halten.“

Wahrscheinlich werdet ihr jetzt kurz aufgehört haben zu lesen und überlegt haben, ob das stimmt. Auch ich war mir nicht ganz schlüssig, doch stimmte ich letztlich dem Spruch zu, da ich an die begründete Eifersucht dachte. Mein Vater allerdings, dem ich den Spruch gezeigt hatte, war kritisch und verneinte ihn. Es gibt ja schließlich noch die unbegründete Eifersucht und warum sollte es sich dann „nicht mehr lohnen, es zu halten“?  Hm. Das stimmte auch wieder. Wir diskutierten über den Spruch, blieben aber getrennter Meinung. Ich war für den Spruch, da ich die tiefe, wirkliche Eifersucht zwischen den Zeilen las. Ich dachte, dass es nur um diese Eifersucht ging. Mein Papa sah die korrekte, logische Weise. Der Spruch stimmt nicht, weil er mit der unbegründeten Eifersucht nicht übereinstimmt. Punkt.

Der Spruch ließ mich nicht in Ruhe und ich begann, mich damit zu befassen. Eifersucht. Was ist das eigentlich? Und wo ist der Unterschied zwischen begründeter und unbegründeter Eifersucht?

Bestimmt war jeder von euch schon mal eifersüchtig. Kein schönes Gefühl, oder? Kein Wunder, die Eifersucht ist ein Gemisch aus Angst, Ärger, Wut und anderen unangenehmen Gefühlen und Emotionen. Das Wort kommt vom indoeuropäischen „ai“, was Feuer bedeutet und dem althochdeutschen „suht“, was mit Krankheit oder Seuche übersetzt wird. Die Übersetzung passt, denke ich, sehr gut, da Feuer (ai) oft mit Wut in Verbindung gebracht wird, die wiederum ein Teil der Eifersucht ist und suht (Seuche, Krankheit) passt auch, da es dich wie eine Krankheit überfällt. Es ist einfach die Pest. Wenn sie begründet ist, ansonsten ist es einfach nur unnötig. Du warst doch bestimmt schon mal unbegründet eifersüchtig, das passiert jedem einmal. Doch es ist etwas ganz anderes als die begründete Eifersucht, der Unterschied ist nämlich aus meiner Sicht folgender:

Ich denke, dass die unbegründete Eifersucht gar keine Eifersucht ist. Ich glaube, es ist die Angst ersetzt zu werden, ohne Grund. Es ist die Habgier, Besessenheit (…) an einer Person. Unser Gehirn spielt uns einen Streich: Wir sehen uns bei der unbegründeten Eifersucht als die Person, die ausgeschlossen werden könnte, die man eigentlich gar nicht bräuchte, die eigentlich daheim hätte bleiben können. Wir sehen Bilder von uns, wie wir ausgegrenzt werden. Der Streich: Das ist nicht echt, nicht die Realität. Wir bilden uns etwas ein und fantasieren Geschichten hinein mit ganz vielen Konjunktiven: „könnte“, „hätte“, „sollte“, „täte“ … Und das ist auch der Unterschied zwischen der begründeten und der unbegründeten Eifersucht: Bei der begründeten Eifersucht steht nichts im Konjunktiv. Es ist so. Indikativ. Du „wirst“ vernachlässigt oder deine Freundin „hat“ einfach keine Zeit für dich, weil sie lieber mit jemand anderem etwas macht.

Wie der Spruch beschreibt, ist Eifersucht eine unnötige Besorgnis. Klar! Weil dich ein wahrer Freund nie begründet bösartig eifersüchtig machen wird. Wenn er es macht, lohnt es sich nicht, für ihn zu kämpfen.

Und so stimmt der Spruch wieder, wenn man die unbegründete Eifersucht als pure Angst vor dem, was passieren KÖNNTE, bezeichnet – und die begründete Eifersucht als Wahrheit.