Über Deutsche Sprichwörter: Ich bin der Hecht im Karpfenteich

Als ich letztens gelangweilt bei der Bushaltestelle stand, fiel mir ein kleines Mädchen auf. Sie schien auf den selben Bus zu warten wie ich. Doch sie verkürzte sich ihre Wartezeit damit, indem sie ihrer Mutter ohne Punkt und Komma erzählte, wie froh sie doch sei, dass sie in der Matheprobe eine 1 bekommen hat. Sie hatte nämlich schon befürchtet, eine 2 zu bekommen. Ich musste lächeln. Auch wenn das kleine Mädchen für meinen Geschmack viel zu viel redete, fand ich diese Bemerkung niedlich. „Weißt du, Mama, ich hab‘ die ganze Stunde lang gegrinst wie ein Honigkuchenpferd!“

Hm. Diesen Ausdruck hört man öfter, dass jemand wie ein Honigkuchenpferd grinst. Oft muss ich darüber lachen, doch manchmal überlege ich, ob dieses Sprichwort nicht fast schon beleidigend ist. Schließlich wird meine Art zu lächeln hier mit dem Gesichtsausdruck eines Pferdes verglichen. Und ich denke, das hört keiner so gerne. Im Allgemeinen vergleichen wir uns oft mit Tieren und die deutsche Sprache zählt auch viele Sprichwörter mit tierischen Vergleichen. „Du hast doch nen Vogel!“ oder „Das passt doch auf keine Kuhhaut!“, sind nur ein Bruchteil davon. Doch wieso reden wir so? Wir legen Wert darauf, uns präzise und deutlich auszudrücken und doch verwenden wir Sätze, die schlichtweg keinen Sinn machen. Oder hat einer von euch schon mal ein Honigkuchenpferd gesehen?

Zuhause angekommen, schnappe ich mir meinen Laptop. Ich will wissen, warum Menschen ständig behaupten, sie würden die dicken Tränen eines Krokodils weinen oder dasitzen wie ein Affe auf dem Schleifstein. Und, aha, ich werde fündig! Diese Sprichwörter haben eine interessante Geschichte. Total gefesselt lese ich die Erklärung für „Das passt auf keine Kuhhaut“. Der Spruch hat seinen Ursprung im Mittelalter. Die Menschen glaubten früher daran, dass ihre Sünden aufgeschrieben werden würden. Es gab aber kein Papier und so beschloss man Kuhhaut zu nehmen.

Sogar „Der hat einen Vogel!“ hat einen Hintergrund. Früher glaubte man, dass hinter der Schädeldecke psychisch kranker Personen ein Vogel hockte, der dort sein Nest gebaut hatte. Irgendwie finde ich es faszinierend, dass ca. 500 Jahre alte Zitate auch heute noch verwendet werden. Wir benutzen sie eben in einem anderen Zusammenhang. Doch das Wissen, dass man dieses Sprichwort vielleicht schon im 16. Jahrhundert verwendet hat, finde ich krass.

Die tierischen Vergleiche und Sprichwörter kommen aber nicht nur aus dem Mittelalter. „Das war für die Katz!“ kommt zum Beispiel aus dem Buch „Der Schmied und die Katze“. Der Schmied ließ in dieser Geschichte die Kunden immer nur das für die Arbeit bezahlen, was ihnen die Arbeit wert war. Viele Leute nutzten das jedoch aus und sagten oftmals nur Danke. Mit der Zeit wurde der Schmied griesgrämig, da er kaum Geld verdiente. Er packte seine Katze und setzte sie neben sich. Immer wenn er wieder ein abschätziges „Danke“ als Belohnung für seinen Fleiß bekam, sagte er zu seiner Katze: „Katz, das gebe ich dir.“ Doch das Tier hatte auch nichts davon und musste so verhungern.

Schön langsam verstehe ich, was ich sage. Ich darf diese ganzen tierischen Sprichwörter nur nicht zu ernst nehmen. Sie haben einen interessanten Hintergrund und die Bedeutung dieses Zitates hat sich mit der Zeit eben gewandelt.

Auf einer anderen Seite steht, dass Mensch und Tier auch einfach viel gemeinsam haben. Ein Affe zum Beispiel unterscheidet sich vom Menschen nur zu 1,2 Prozent. Und auch der Hund passt sich zu ca. 80 Prozent dem Menschen an.

Da hätte ich auch drauf kommen können. Zumindest, dass Affe und Mensch sich extrem ähneln, weiß so gut wie jeder.

Erstaunlich, dass wir teilweise Zitate verwenden, die ihren Ursprung im Mittelalter haben! Ich wäre nie darauf gekommen, dass „Der hat einen Vogel!“ eine ernste, tiefere Bedeutung hat. Ich finde es echt interessant, was man so alles über unsere Sprache erfährt, wenn man einfach mal nachschaut, was man sagt. Doch ich werde die Zitate natürlich jetzt nicht besonders ernst nehmen und sie wegen ihrer Herkunft nicht mehr verwenden. Ich werde weiterhin zu meinen Freundinnen sagen, dass sie einen Vogel haben, wenn sie mal wieder etwas reden, was keinen Sinn ergibt. Und dann werde ich grinsen, wie ein Honigkuchenpferd, da ich den Ursprung kenne! Ich bin also der Hecht im Karpfenteich! Hehe! 😉

Aus dem Gefühlsleben Teil II: Finifugal und Nyctophilia

Da mein Schulalltag zur Zeit ein wenig stressig ist und jetzt auch noch Schulaufgabenzeit ist, bin ich in letzter Zeit leider weniger zum Schreiben gekommen. Ich hab echt das Gefühl gehabt, dass in letzter Zeit ständig irgendwer irgendwas von mir wollte! Also wirklich, ich kann mich doch nicht vierteln! Doch man lernt es tatsächlich (so viel zu tun, ohne sich zu vierteln) und so kann ich jetzt doch in Ruhe meinen versprochenen Text schreiben ohne mich zu fünfteln. Ich bin ganz da.

Vor ein paar Wochen habe ich einen Text geschrieben, der merkwürdige Gefühle behandelte. Sie hießen Jouska, Adronitis und Liberosis. Am Ende habe ich einen 2. Teil versprochen und dieses Versprechen löse ich jetzt ein. Es gibt nämlich tatsächlich noch weitere Gefühle, die die wenigsten kennen:

Finifugal

Kennst du das? Du liest ein Buch, das dir mega gut gefällt, hast aber nur noch 20 Seiten zum Lesen oder eine Serie, die du total super findest, doch nach zwei Folgen hast du sie schon zu Ende geguckt. Du bist traurig, da sie schon bald vorbei sind. Sie haben dir schließlich gefallen. Du liest nur noch ganz wenig bzw. schaust nur noch ein paar Minuten, denn dann ist es ja vorbei! Man muss ja schließlich so lange wie möglich etwas davon haben. Das ist Finifugal.

Nyctophilia

Das zweite Gefühl heißt Nyctophilia. Nyctophilia bedeutet auf deutsch „Eine Vorliebe für die Nacht“. Man kann eigentlich gar nicht sagen, dass es ein Gefühl ist, sondern eher eine Diagnose. Nicht falsch verstehen, es ist keine Krankheit! Menschen, die Nyctophilia haben, meiden das Licht, schlafen lieber bei Tag, da sie sich in der Dunkelheit einfach wohler fühlen. Sie sitzen oft einfach in einem dunklen Raum und genießen die Ruhe um sich herum. Es ist also das komplette Gegenteil von Niktophobie. Das beschreibt die Angst vor der Dunkelheit, worunter oftmals kleine Kinder leiden. Doch Menschen mit Nyctophilia haben keinerlei Angst vor dem Tageslicht, sie fühlen sich einfach nur in der Dunkelheit so wohl, wie andere sich im Sonnenlicht wohlfühlen. Für viele Menschen ist es schwer, diese „Diagnose“ auszuleben, da man am Tag arbeitet und in der Nacht schläft.

Was es nicht alles gibt. Ich habe auch schon meine Bekanntschaft mit Finifugal gemacht, doch ich bin kein Mensch, der lieber im Dunkeln ist als im Licht. Die anderen Gefühle, die ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, sind mir alle bekannt.

Lyrisches zum Nachdenken: Das „Tief“

Fesseln um dein Herz sich legen,

allen Glanz tut es dir nehmen.

Und die Welt fängt an zu beben,

kannst sie gar nicht mehr so klar wie vorher sehen.

 

Stress und Druck sich um dich zerren,

du gefangen bist und nicht mehr weißt:

„Wohin der Weg? Wohin soll ich denn gehen?“

 

Ich sehe dich,

doch ich beachte dich nicht.

Ich höre dich,

doch ich verstehe dich nicht.

Ich bin ganz bei mir.

Ich sehe was, was du nicht siehst.

Ich bin eigentlich gar nicht hier.

 

Ein kurzes Gedicht,

eigentlich nicht schwer zu erraten, worum es hier geht:

Jeder, wirklich jeder Mensch, hat eine Zeit, in der er sagt:

„Ich kann nicht mehr.“

 

Ein tiefes Loch, in das du fällst, kannst du bekämpfen.

Ja, deine Situation ist noch zu retten.

Doch du musst den Kern der Ursache finden,

mit vertrauten Personen reden

und deine Psyche aufbauen.

 

Wenn du wirklich willst,

dann klappt das auch.

Glaube mir, ich kenn´ das auch.

Und sei beim kleinsten Erfolg schon wohlverdient sehr stolz auf dich.

 

Eine Weile später dann,

wenn diese Zeit nur noch Erinnerung ist,

sei wieder stolz auf dich.

Denn du bist einmal mehr aufgestanden,

als du umgefallen bist.

Geschichten aus dem Leben: Diese Schimpferei beim Autofahren

Mir ist letztens, als ich als Beifahrerin im Auto mitfuhr, eine ernstzunehmende Sache aufgefallen.

Es war Freitagnachmittag und meine Tante holte mich mit ihrem nagelneuen MINI von der Schule ab. Ich ließ mich fix und fertig auf den Sitz fallen und betete, dass dieses Wochenende ausnahmsweise mal länger dauern würde als die übrigen. Ich war müde von dem Tag und hatte echt keine Lust, mit meiner Tante über meinen heutigen Schultag zu sprechen oder zu diskutieren. Es würde sie auch gar nicht interessieren, wie mir dann auffiel. Ihre Aufmerksamkeit war voll und ganz auf den Verkehr gerichtet. Das Besondere daran war aber, dass sie sich nicht wie jeder normale Mensch schweigend, sondern fluchend, konzentrierte. Meine Tante fluchte wie ein Rohrspatz neben mir, was für Idioten da doch auf der Straße wären und dass man solchen Leuten den Führerschein nehmen sollte. Sie schimpfe noch länger weiter, doch ich hörte irgendwann nicht mehr zu. Doch schon am Anfang ihres Selbstgespräches hatte mich ihr Vokabular in Sachen Beleidigungen und Schimpfwörter aufs Höchste beeindruckt.

Allgemein fuhr ich sehr viel Auto und weniger mit dem Bus. Ich hatte diesen Luxus, von dem die meisten träumten: Ich kannte viele Personen aus meiner Nachbarschaft, die mich gerne mit nach Hause nahmen, wenn sie gerade in der Nähe waren. Ich musste mich also nicht wie die meisten in einen engen Bus zwängen- und um ehrlich zu sein, genoss ich es. Alleine auf meinem Sitz, dabei die Musik aufdrehen, die Sitzheizung laufen lassen, wenn es kalt ist, und wenn ich Glück habe, ist sogar noch das Massageprogramm dabei. Wenn ich wollen würde, könnte ich mich natürlich auch unterhalten, doch ich war im Auto oft so müde, dass ich nichts sagen wollte und mich einfach nur nach meinem Sofa sehnte. Doch wie sich seit Neuestem bei meiner Tante herausgestellt hatte, musste ich gar nicht reden, denn in einem Auto (und zwar egal in welchem) wurde man bestens unterhalten! Komisch, dass mir das erst jetzt auffiel. Vielleicht sollte ich doch öfter mal meine Kopfhörer raustun und mehr auf die Sprache meiner Fahrer lauschen. Während in einem Songtext immer wieder die selben Zeilen wiederholt werden, benutzen meine Fahrer von der Schule bis zu mir nach Hause mindestens fünfzehn verschiedene Schimpfwörter. Ich hatte nie gewusst, dass diese Menschen so kreativ sind! Wenn ich von Anbeginn meiner Zeit, die ich schon mit dem Auto gefahren wurde, einfach nur zugehört hätte, was meine Fahrer reden, dann wäre mein Wortschatz jetzt bestimmt um 100 Wörter reicher.

Am Wochenende fuhr ich mit meiner älteren Cousine nach Ingolstadt Village. Dort wollten wir uns dann mit ihrem Freund treffen. Er musste nur davor noch zur Autowerkstatt, um sich einen Leihwagen zu besorgen. Deshalb konnte er nicht, wie eigentlich geplant, bei uns mitfahren. Meine Cousine befürchtete nur, dass wir zu spät kommen würden, da wir „solch einen Lahmarsch“ vor uns hätten. Ich war gewagt, sie darauf hinzuweisen, dass der Fahrer genau richtig fuhr, aber ich ließ es. Ich hatte das dumpfe Gefühl, es war nicht der richtige Moment sie daran zu erinnern, dass ihr schon einmal wegen zu schnellen Fahrens der Führerschein genommen wurde. Meine Cousine war ein aufgedrehter und temperamentvoller Mensch. Und so ein „Lahmarsch“, oder wie sie den armen Fahrer nannte, konnte sie richtig auf die Palme bringen, wie ich bemerkte. Diesmal hörte ich bei der Schimpferei von Anfang an zu, diesmal entging mir kein Wort, diesmal wurde mein Wortschatz reicher. Mich hatten ihre Wortgewandtheit, ihre Leidenschaft und diese dazu passende Betonung sofort gefesselt. Irgendwann schimpfte sie sogar über die Polizei. Dass die Polizei bei so etwas auf der Straße nirgends zu finden sei, aber wenn sie sich mal für zwei Minuten in ein Halteverbot stelle, um sich bei Mci einen Kaffee zu holen, seien sie sofort da… Ich verbiss mir erneut einen Kommentar. Meine Cousine hatte sich mittlerweile so in Rage geredet, dass ich nur noch aus Gründen wie „Was sagst du denn dazu, dass der den Führerschein bekommen hat?“ angesprochen wurde.

Als wir dann mit einer Stunde Verspätung den Parkplatz von Ingolstadt Village erreichten, war meine Cousine immer noch sauer. Schließlich musste sie ihren Freund warten lassen und das grenzte an Hochverrat. Wir stiegen aus und da kam er auch schon fröhlich pfeifend auf uns zu. Anscheinend war er auch zu spät gekommen, denn er hatte den Autoschlüssel noch in der Hand und stand noch auf dem Parkplatz anstatt am Treffpunkt. Das Gesicht meiner Cousine hellte sich sofort merklich auf, als sie ihn sah. Doch dann zeigte er ihr seinen Leihwagen und sie bemerkte, wen sie da die ganze Zeit beschimpft hatte.

Wenn der Freund meiner Cousine wüsste, dass er in ihren Augen mal „ein Schwein“ war… puh. Doch ich habe bemerkt, dass man sich vor allem in stressigen Situationen beim Autofahren nicht zusammenreißen kann. Woran das liegt, dass jeder schimpft? Vielleicht weil jeder anders Auto fährt. Du hattest einen miesen Tag und willst einfach diese ganze miese Laune irgendwo abladen? Fahr‘ auf eine gut befahrene Straße.

PS: Der Inhalt ist frei erfunden 😉

Lyrisches zum Nachdenken: I´m a teen.

Ich bin ein Teenager,

will was sehen,

will was erleben,

will nicht nur reden,

will die Dinge tun, die mir fehlen.

 

Ich könnte meine Sachen nehmen und gehen.

Warum bleibe ich stehen?

Es ist nur die Schwerkraft, die mich hindert mich fortzubewegen.

Es ist pure Selbstbeherrschung, die vielen Forderungen nicht einfach wegzulegen.

 

Ich bin jung, das rechtfertigt alles.

Ich bin zu allem fähig, doch wenn ich nicht will, zu nichts zu gebrauchen.

Ich kann, wenn ich will,

Ich darf, wenn ich möchte.

Mir zu widersprechen ergibt keinen Sinn.

 

Ich bin jugendlich.

Manchmal hab ich das Gefühl, du verstehst mich nicht.

Na ja, ich habe meine Logik.

Die versteht nicht jeder, hab ich nicht recht?

Reden ist Silber, Ausreden sind Gold,

Schweigen ist verdächtig, ein „muss“ ist verächtlich.

 

Thirteen to nineteen.

Meine Laune ist oft verschieden.

Es kommen die ersten schlimmen Erfahrungen in Freundschaft und Liebe.

Doch ich will diese harten Jahre genießen.

Auch wenn mal Tränen fließen,

vergesse nie … dieses Jahr kommt nie mehr.

 

Ich liebe es, so jung zu sein.

Kein Traum ist zu groß,

Kein Weg ist zu weit,

Keine Arbeit zu schwer

Und kein Ziel unerreichbar.

Hier noch ein dazu passender Spruch: Tu‘, was du tun musst, bevor du tun kannst, was du tun willst.

Aus dem Gefühlsleben: Jouska, Adronitis und Liberosis

Jouska. Die von euch, die finnisch können, werden jetzt wahrscheinlich vermuten, dass ich vorhabe, über Jahreszeiten zu schreiben. Genau genommen über eine ganz bestimmte. Das Wort Jouska bedeutet übersetzt nämlich „Der Frühling“.

Ich habe aber weder vor über Jahreszeiten zu schreiben noch über den Frühling selbst. Jouska bedeutet auch noch etwas anderes, was rein gar nichts mit Jahreszeiten zu tun hat: Jouska ist ein Gefühl, das jeder von uns kennt. Wahrscheinlich würden viele nicht zugeben, dass sie es auch kennen, bevor ich ihnen sage, dass es ganz normal ist. Jouska ist das Gefühl, wenn wir immer wieder ein und dasselbe Gespräch in unserem Kopf abspielen lassen. Das kann ein gutes Argument sein, eine Diskussion, etc. Es spielt sich ein komplettes Gespräch in unserem Kopf ab. Ich persönliches finde es sehr beruhigend, dass dieses Gefühl normal ist.

(Bin ich immer noch die einzige, die Gespräche plant, die ich in Wahrheit niemals führen werde???)

Ein anderes Gefühl, von dem ich bis vor kurzem auch nicht wusste, dass es existiert, ist „Adronitis“:

Kennt ihr das: Ihr lernt neue Leute kennen und ihr findet sie … ganz nett. Ihr unterhaltet euch über bedeutungslosen Kram wie den Stundenplan oder das Wetter. Es nervt aber tierisch, dass man diese Kennenlernphase nicht einfach überspringen kann und gleich über alles reden kann! Und genau DAS ist Adronitis. Der „Ärger“ oder besser gesagt die „Unlust“ darüber, wie lange es braucht, eine Freundschaft aufzubauen.

Wie ist diese Person? Was hat sie für Hobbys? Kann ich ihr vertrauen? Kann ich das nicht alles sofort wissen??? Adronitis.

Das letzte Gefühl, das ich hier noch erklären werde, ist Liberosis.

Jeder hat etwas, das ihn beschäftigt oder ihm sogar Sorgen bereitet. Und Liberosis ist der Wunsch, dass man sich um diese Angelegenheiten oder Sorgen einfach nicht mehr kümmern muss. Es ist die Sehnsucht, dass einem alles egal ist. Nach dem Motto: Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!

Es gibt noch mehr Gefühle, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass sie einen Namen haben. Doch ich bin sehr froh, dass es anscheinend normal ist, Gespräche mit einer Person in seinen Gedanken zu führen, von der Small-Talk-Phase genervt zu sein oder dass einem einfach mal alle Sorgen egal sein wollen.

Ich werde noch einmal über Gefühle schreiben, über die keiner spricht, aber die mit Sicherheit jeder kennt!

Nachdem ich einschlief, legte ich mich hin.

Nachdem ich einschlief,

legte ich mich hin.

Ich schloss ab und ging in mein Zimmer.

„Ach, ein schöner Tag war das mal wieder!“

Ich spülte mir mit Wasser den Mund aus

und putzte mir dann die Zähne.

Ich schminkte mich ab,

sah in den Spiegel und dachte:

„Für so eine Schminke muss man sich doch schämen!“

Ich ging wieder heim,

verabschiedete mich von meiner besten Freundin: „Bis bald!“

Nachdem ich zwei Hosen gekauft hatte und sie ein Shirt,

probierten wir es an.

Die Kleider fielen uns direkt ins Blickfeld.

Wir dachten, wir könnten mal wieder shoppen gehen.

Ich traf mich heute mit meiner besten Freundin.

Und nachdem ich aufstand,

wachte ich auf.

Und wenn du dieses Gedicht (komischerweise 😉 ) nicht verstanden hast, dann empfehle ich dir, es rückwärts zu lesen.

Wenn du das getan hast, wünsche ich dir ganz schöne und erholsame Sommerferien.

Jasmin Kainz 🙂

Lyrisches zum Nachdenken: Der Schutzengel

Auf dem Weg zum Bus,

kein Wunder, dass ich wieder laufen muss.

Wie so oft hatte ich verschlafen,

kein Frühstück gegessen,

einen Großteil meiner Bücher vergessen.

Die Umwelt, die Straßen, die Menschen nahm ich eigentlich gar nicht wahr.

Ich hoffte nur zu sehr, dass ich noch pünktlich war.

Ich war viel zu verpeilt,

musste mich beeilen.

Ich lief an allem einfach vorbei.

Bei der Haltestelle sah ich auf.

Und da sah ich Augen.

Leuchtend wie ein Stern,

Blau wie das Meer

und so unendlich tief wie der Himmel.

Sie verschwanden aus meinem Sichtfeld.

Der Blickkontakt hatte nur wenige Sekunden gezählt.

Dann kam der Schulbus,

in den ich einsteigen musste.

Die Tage vergingen,

die Wochen verstrichen,

die Augen hatte ich schon ganz vergessen.

Um daran zu denken, war ich viel zu beschäftigt.

Ich war gerade auf dem Weg zu Chemie

(und in diesem Fach war ich wirklich kein Genie!),

als ich mitten unter den Schülern wieder diese Augen sah.

Sie starrten mich an.

Ich starrte zurück.

Gefangen in einem Blick.

Ich konnte nicht vorwärts und nicht zurück.

Den Mund halb geöffnet.

Ich stand da, wie ein Brett.

Ich fühlte mich seltsam wohl in dem Blick.

Er hatte etwas Schönes … etwas Himmlisches

„Den habe ich schon mal gesehen!“, rief mein Verstand.

„Wer bist du?“, schrie mein Herz.

Ich kam wieder zu mir.

Ich muss zu Chemie!

Wie lange stand ich schon hier???

Die Augen waren so schnell verschwunden, wie sie gekommen waren.

Doch puh, ich hatte Glück!

Als ich (mal wieder etwas zu spät) den Raum betrat,

sah ich keinen Lehrer, der schon auf seinem Stuhl saß.

Zum Glück war diese Stunde nicht allzu wichtig,

konzentrieren konnte ich mich sowieso nicht.

Ich fragt mich nur: „Wer hatte so einen derartigen Blick?“

 

Ein paar Tage später fuhr ich Rad.

Ich wollte es ausnutzen, es war ein schöner Tag.

Ganz gemütlich fuhr ich dahin,

wusste noch gar nicht genau, wohin,

dachte so vor mich hin

und vergaß bei einer roten Ampel die Bremse zu ziehen.

Ich wollte schreien, als ich sah,

dass ich fast direkt vor einen Lastkraftwagen gefahren war,

der mit 60 kmh unterwegs war.

Doch er stand.

Kein Grund zum Schreien.

Wie ist das möglich, ich war vollkommen unbeschädigt.

Der Laster war doch so schnell gefahren

und ich war direkt vor ihm gestanden.

Ich sprach es nicht aus,

ich glaubte es ja selber kaum:

Mir war eben ein Wunder passiert.

Und dann blickte ich hinter mich.

Und da sah ich ihn.

Mit himmelblauen Augen

und wolkenweißer Haut.

Ich lächelte nur und sagte:

„Ich weiß, wer du bist.“

Gedanken zum Thema … Motivation

Mit Sicherheit gibt es ein Fach in der Schule, das du überhaupt nicht ausstehen kannst. Das ist ganz normal, mir geht es genauso. Wenn man für dieses Fach kein Interesse hat, sondern nur lernt, weil man lernen muss, bleiben Sachen nicht so leicht im Gedächtnis. Aber wenn man lernt, weil man will, kann man sich besser an die Sachen erinnern und sie bleiben besser im Kopf. Das ist wirklich so und wissenschaftlich bewiesen.

Mit diesen Informationen hab ich dich mit Sicherheit nicht motiviert, für dein „Hass-Fach“ zu lernen. Aber wahrscheinlich willst du von mir wissen, was dich motiviert. Soll ich’s dir sagen? Ich weiß es nicht! Ich hab keine Ahnung, was dich motiviert oder was du für ein Mensch bist. Wie sollte ich dich kennen? Ich habe keine Ahnung, wer diesen Satz gerade liest.

Aber eine Sache sage ich dir, egal wer du bist: Wenn es dir an Motivation fehlt, wird es deine nächste Mission sein, dir Motivation zu holen. Mir fehlt sie zur Zeit auch. Darum schreibe ich diesen Text, weil mich schreiben motiviert. Natürlich holst du dir nur Motivation, wenn du es möchtest, denn es ist nicht so leicht, eine dauerhafte Motivation zu haben. Das Wort kommt nicht umsonst aus dem Lateinischen und bedeutet „bewegen“. Sie kann dich verlassen, sie kann bei dir sein, sie kann dich antreiben. Du musst dich ständig um sie kümmern. Wie eine Mutter um ihr Kind. Klingt jetzt schon zu anstrengend für dich? Gut, dann muss ich dich jetzt beleidigen: Du bist kein Kämpfer.

Motivation ist das Gefühl, wenn da kein Druck ist, sondern Verlangen, wenn du nicht musst, sondern willst.

Sich selber zu motivieren, ist ein Kampf gegen den eigenen Unwillen. Man kämpft sozusagen gegen sich selbst. Darum ist es so schwer. Wer will gegen sich selbst kämpfen? Aber wenn du am Ende Motivation bekommst, dann ist es das wert.

Aber Vorsicht! Motivation kann schnell wieder verloren gehen! Ich suche meine gerade.

Lyrisches zum Nachdenken: Prometheus

„Gestatten, Prometheus, Sohn des Iapetos, „Diener“ des Zeus.

Doch ich empfinde nur wenig Stolz.

Wie du hier liest, bin ich ein Gott.

Hat dich vielleicht geschockt.

Ich meine … ein Gott.

 

„Göttervater“ Zeus, „Euer Hochwohlgeboren“,

was hab ich hier nur verloren?

Unsterblich, bis in alle Ewigkeit.

Ich erschaffe ein Geschöpf, das meiner gleicht.

 

Aus Ton schaff ich den Menschen.

Will ihm verschiedene Künste schenken.

Ein sterbliches Wesen

und doch dank mir recht belesen.

 

Zeus, du kannst mir nicht befehlen, dich zu ehren.

Du bist einem Menschen ähnlicher, als du denkst.

Mit Gefühlen und Emotionen.

Gibs zu, ohne deinen Olymp wärst du verloren.

 

Das Feuer nahmst du meinen Menschen,

neidisch warst du, als ich es wieder herstellen konnte.

Und fähig bist du zu Qual.

Ein Adler und ein Felsen waren für mich die Wahl.

Doch meine Geschöpfe habe ich nicht aufgegeben.

 

Gott nennst du dich.

Schämst du dich nicht?

Ein Gott, der Seinesgleichen foltert und quält,

gehört verschmäht.

 

Meine Menschen, lasst euch von Neidern und Besserwissern nichts sagen.

Es gibt euch nicht umsonst. Nicht umsonst erschuf ich ein starkes Geschöpf.

Ein Wesen mit Leben.

Etwas, was ein Gott nicht kennt.

Eigentlich genau wie ich.