Lyrisches zum Nachdenken: Der Mensch in 3 Elementen

Aus Feuer das Herz,

Die Augen aus Wasser

und der Charakter aus Erde.

Drei bekannte Elemente,

die wir auch finden im Menschen.

 

Das Herz, so mächtig wie Feuer,

durchbricht sämtliches Gemäuer.

Feuer ist Kraft,

Feuer ist stark.

Aus Feuer das Herz.

Doch Feuer ist Schmerz.

Sei zornig, hab Angst oder Panik,

so verbrennst du dich am eigenen Herz.

Das Feuer bricht aus.

Aus dem ganzen Herzen heraus.

Was einst eine Flamme war,

ist nun ein Brand.

Doch verbinde es nicht nur mit Gefahr.

Vergiss nicht, wäre das Feuer nicht da, würdest du nicht mehr leben.

Das Feuer, so warm.

Gib jemandem etwas ab.

Nur einen Funken oder eine Flamme.

Das Feuer ist starkes Verlangen, Energie,

die in dir hochsprüht.

wofür brennt dein Herz?

Was liebst du?

Lass es nicht verblassen.

Man malt Herzen nicht umsonst rot.

 

Die Augen wie Wasser.

So durchscheinend und klar,

wie ein See an einem sonnigen Tag.

Sei traurig, sei wütend, enttäuscht,

das Wasser dir aus den Augen läuft.

Die Tränen. Wie ein kleiner Wasserfall laufen sie dir übers Gesicht

und somit das ganze Gestein zerbricht.

Tränen zeigen wahre Emotionen,

mit ihnen kannst du in deinen Augen nichts mehr verbergen,

denn Wasser ist tief.

„Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte?“ Stimmt.

Ein ehrlicher Blick kann tiefer gehen als 1000 Worte.

Er muss nur klar und durchscheinend sein.

Denn dann kannst du den Grund sehen.

Wie in einem See.

 

Das Element Erde für den Charakter.

Jeder Teil der Erde ist sonderbar,

jeden Charakter gibt es nur einmal.

Sei ruhig, wie eine Brise Wind.

Sei immer fröhlich und lustig wie eine bunte Blumenwiese.

Sei rätselhaft, wie ein Haufen aus Gestein.

Doch präge dir ein:

Lebe dein Sein,

lass es nicht welken,

denn sonst wirst du merken:

Du bist nicht du selbst,

sondern eine überzüchtete Blume.

 

Dieser Spruch passt hier gut dazu:

Einst sagte jemand zu mir:

„Liebe ja nicht, du könntest verletzt werden!“

Ich sagte nur:

„Lebe ja nicht, du könntest sterben.“

Ein Spruch sagt mehr als 1000 Worte

Ich habe 1000 Sprüche gelesen,

die verschiedenen Bedeutungen gesehen.

Interpretiert und gerätselt und versucht zu erklären.

Mittlerweile kenne ich die Sprüche in- und auswendig.

Und jedes mal wieder fällt mir auf:

Wer die tiefere Bedeutung eines Spruches sieht und versteht, wird stärker.

Nehmen wir als Beispiel einen Motivationsspruch:

„Ich tue es, weil ich es kann.

Ich kann es, weil ich es will.

Ich will es, weil du sagtest, ich könnte es nicht.“

Ein einfacher Spruch, ein langer Satz? Nee! Da steckt mehr dahinter!

Überleg dir, was der Kern dieses Spruches ist. Was will er sagen?

Sieh genau hin. Was fühlst du?

………………

Dieser Spruch ist dazu da, um dein Selbstvertrauen zu stärken.

Er will, dass du Mut beweist. Er will, dass du jedem zeigst, was in dir steckt.

Er will, dass du motivierter, zielstrebiger, selbstbewusster und mutiger wirst.

Das ist der Kern dieses Spruches. Denk an diesen Spruch, wenn zu dir jemand sagt, „dass du das sowieso nicht schaffst.“

Glaub mir, so viel Ehrgeiz hast du noch nie verspürt.

 

Den Spruch „Setze keine Fragezeichen, wo das Schicksal längst einen Punkt gesetzt hat.“, kann man leicht unterschätzen.

Man könnte denken: „Ein Satz, nicht mehr.“ Oh nee! In diesen Spruch lässt sich einiges hineininterpretieren!

1. Hinterfrage deine Vergangenheit nicht. Was geschehen ist, ist geschehen.

2. Lass los und sei offen für Neues! Denn nur wer loslässt, hat die Hände frei.

3. Es ist Zeit einen neuen Weg zu gehen und den Alten zu verlassen. Hab keine Angst.

Denk an diesen Spruch, wenn sich etwas für dich Unangenehmes ereignet hat. Vergiss nicht: Schau nach vorne!

Man könnte noch viel hineininterpretieren.

Vielleicht ist es bei jedem Menschen anders, was er darunter versteht.

Doch eines hab ich mit der Zeit herausgefunden:

Wer Sprüche und die tiefe Bedeutung von Worten versteht,

der sieht die Welt mit anderen Augen.

Nämlich so, wie du sie interpretierst.

Damit will ich nicht sagen, dass du realitätsblind bist.

Ich will damit sagen, dass du klar und deutlich siehst,

was deiner Meinung nach in unserer Welt in Ordnung ist und was nicht.

Wer Sprüche versteht, dem ist nichts Menschliches mehr fremd,

denn Sprüche erklären alles.

Wie formuliert es der Spruch?

Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind,

sondern wie wir sind.

Weise Worte, weise Worte.

Lyrisches zum Nachdenken: Ein „Liebesgedicht“ im Stil des 18. Jahrhunderts

Am Fenster ich stand.

Verloren, wie ein einsames Körnchen Sand.

Beraubt um meinen Verstand.

Beraubt vom eigenen Herz:

 

Zu Abend, da traf ich ihn,

als fast die Sonne nicht mehr schien.

Die Augen, blau wie Saphir,

die Lippen, rot wie Rubin

und selbst das Haar eine Pracht.

Schwarz wie die Nacht.

 

Er versprach mir alles zu geben,

ja selbst sein eigenes Leben.

Mir nichts zu verwehren,

er würde mich immerzu ehren.

Mein Verstand arbeitete nicht mehr.

Es gab nur noch mein Herz.

Ich hatte mich verliebt.

 

Er verlangte nicht viel.

Nur einen Kuss.

Der Gedanke daran war mir ein Genuss.

Mit allen Sorgen und Ängsten war Schluss.

Ich dachte an nichts.

Es gab nur das Hier.

Bis ich berührte seine Lippen.

 

Und dann war mir, als wäre ich erwacht,

von einem Traum, den ich hatte in der Nacht.

Die Augen waren nicht Saphir-

Sie waren Eis.

Die Lippen waren nicht Rubin-

Sie waren scharlachrot wie Blut.

Die Haare waren nicht schwarz wie die Nacht-

Sie waren schwarz wie der Tod.

Ich hatte den Teufel geküsst.

 

Leibhaftig stand er vor mir,

visierte mich mit seinem Blick.

Alles war ein Missgeschick.

Ich hatte ihn nicht aus Liebe geküsst.

Er wollte mich verletzt sehen,

mir mein Herz gebrochen zurückgeben.

 

Liebe, etwas, was der Teufel nicht kennt.

Wovon er hatte noch nie eine Spur gemerkt.

Liebe, irgendwo im Herzen eingesperrt,

bei ihm so leer, so fern.

Dieses Gefühl, ihm so unbekannt.

Sonst würde er nicht Teufel genannt.

 

Dann tat ich etwas, was sonst keiner getan hätte.

Ich sah ihm tief in die Augen, versuchte das Herz zu entdecken.

Ich dachte an die Momente, in denen ich Liebe empfunden hatte.

Dachte so stark, dass mein Herz schneller schlug,

erlebte sie noch einmal,

mit dem Unterschied, dass ich ihn in dieser Welt sah.

Und dann küsste ich ihn erneut.

 

Erschrocken wich er zurück.

So etwas kannte er nicht.

Dann löste er sich auf, Stück für Stück.

Dann war der Herzensdieb fort.

Alles was blieb war die Erinnerung.

 

Und nun steh ich hier und sage dir:

Sei vorsichtig mit der Liebe.

Lass dir dein Herz nicht klauen von Dieben.

Liebe kann den Hass besiegen,

wie du hast in diesem Gedicht gelesen.

Lyrisches zum Nachdenken in Corona-Zeiten: Die Mauer

Eine unsichtbare Mauer, gebaut zwischen Menschen.

Es wird unterschiedlich mit ihr umgegangen.

Viele haben kein Bangen,

sie haben das Verlangen andere zu sehen, andere zu sprechen,

sich mit ihnen zu treffen. Spaß zu haben, alles zu tun.

Es soll nicht ruhn´.

Sie steigen einfach hinüber.

Andere treten wütend dagegen,

auch sie wollen wieder leben,

doch im Endeffekt bringt es nichts.

Auch das bringt ins Dunkel kein Licht.

Nochmal andere brechen vor der Mauer zusammen.

Sie haben das Gefühl, in der Hölle zu landen.

Was sollte man tun, um irgendwie damit fertig zu werden?

Fertig zu werden mit der Tatsache, dass zur Zeit eine Mauer zwischen den Menschen besteht.

Stell dich vor die Mauer.

Schau sie dir an und überlege erst einmal, was dahinter ist.

Für jeden Menschen verbirgt sich etwas anderes dahinter.

Ein eigentlich alltägliches Ereignis, eine Person, eine Sache, irgendwas…

Wenn du das herausgefunden hast, weißt du, was du vermisst.

Was ich dir sagen möchte ist, dass dir die Mauer zeigt, was du magst oder liebst und welche Dinge dir fehlen. Erst durch die Trennung erkennst du, wie wichtig sie sind.

Und das Vermissen ist ein Schmerz, der nur von der Person oder der Sache geheilt werden kann, die ihn verursacht.

Vielleicht unterschätzen wir die Wichtigkeit dieser Dinge für uns manchmal. Doch diese Mauer zeigt es uns.

Und alles, was wir haben, ist der Traum auf das erste Wiedersehen.

Spray die Mauer voll! Besprühe sie vor lauter Vorfreude auf den Moment des Wiedersehens, besprüh sie mit den buntesten Farben, die deine Gefühle beschreiben.

Und glaub mir, je länger man sich nicht sieht, desto schöner ist das Wiedersehen.

Lyrisches zum Nachdenken: Wer bin ich?

Sicher kennt ihr das Spiel „Wer bin ich?“

Bin ich groß, bin ich klein, bin ich dünn, bin ich dick …

Heute machen wir`s andersrum.

Ich gebe dir Tipps, wer bist du.

Mal schaun, on du’s erraten tust:

Ich kam, als du die Welt betratst,

doch war noch nicht wirklich da.

Ich kannte dich nicht,

du wusstest noch gar nicht, dass es mich gibt.

Mit der Zeit kam ich dir näher,

mich wirklich kennenlernen tust du jedoch erst später.

Doch als ich dich dann sah,

wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte.

Mal schauen, was ich aus dir mache.

Ich bin immer für dich da,

auch wenn du mich nicht wirklich sehen kannst.

Ich bin die Person, die dich am besten kennt.

Ich bin die Person, die dich in bestimmte Situationen bringt, oder sich dir in den Weg stellt.

Ich kenne deine Gefühle, deine Ängste, deine Träume,

sogar deine Gedanken sind mir nicht fremd.

Verändern kann ich mich natürlich auch.

Mal will ich im Rampenlicht stehen mit viel Applaus,

wann anders will ich mich in eine Ecke kauern und einfach nur in die Ferne schauen.

Und dich … zieh‘ ich natürlich mit.

Na, weißt du wer ich bin?

Ich denke nicht.

Ich sag es dir:

Ich bin ICH.

Philosophisches ABC: (Un)begründete Eifersucht?

Ich habe vor kurzem einen Spruch gelesen, der besagte, dass Eifersucht eine unnötige Besorgnis sei. Eine, ich zitiere „unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich ohnehin nicht lohnt, es zu halten.“

Wahrscheinlich werdet ihr jetzt kurz aufgehört haben zu lesen und überlegt haben, ob das stimmt. Auch ich war mir nicht ganz schlüssig, doch stimmte ich letztlich dem Spruch zu, da ich an die begründete Eifersucht dachte. Mein Vater allerdings, dem ich den Spruch gezeigt hatte, war kritisch und verneinte ihn. Es gibt ja schließlich noch die unbegründete Eifersucht und warum sollte es sich dann „nicht mehr lohnen, es zu halten“?  Hm. Das stimmte auch wieder. Wir diskutierten über den Spruch, blieben aber getrennter Meinung. Ich war für den Spruch, da ich die tiefe, wirkliche Eifersucht zwischen den Zeilen las. Ich dachte, dass es nur um diese Eifersucht ging. Mein Papa sah die korrekte, logische Weise. Der Spruch stimmt nicht, weil er mit der unbegründeten Eifersucht nicht übereinstimmt. Punkt.

Der Spruch ließ mich nicht in Ruhe und ich begann, mich damit zu befassen. Eifersucht. Was ist das eigentlich? Und wo ist der Unterschied zwischen begründeter und unbegründeter Eifersucht?

Bestimmt war jeder von euch schon mal eifersüchtig. Kein schönes Gefühl, oder? Kein Wunder, die Eifersucht ist ein Gemisch aus Angst, Ärger, Wut und anderen unangenehmen Gefühlen und Emotionen. Das Wort kommt vom indoeuropäischen „ai“, was Feuer bedeutet und dem althochdeutschen „suht“, was mit Krankheit oder Seuche übersetzt wird. Die Übersetzung passt, denke ich, sehr gut, da Feuer (ai) oft mit Wut in Verbindung gebracht wird, die wiederum ein Teil der Eifersucht ist und suht (Seuche, Krankheit) passt auch, da es dich wie eine Krankheit überfällt. Es ist einfach die Pest. Wenn sie begründet ist, ansonsten ist es einfach nur unnötig. Du warst doch bestimmt schon mal unbegründet eifersüchtig, das passiert jedem einmal. Doch es ist etwas ganz anderes als die begründete Eifersucht, der Unterschied ist nämlich aus meiner Sicht folgender:

Ich denke, dass die unbegründete Eifersucht gar keine Eifersucht ist. Ich glaube, es ist die Angst ersetzt zu werden, ohne Grund. Es ist die Habgier, Besessenheit (…) an einer Person. Unser Gehirn spielt uns einen Streich: Wir sehen uns bei der unbegründeten Eifersucht als die Person, die ausgeschlossen werden könnte, die man eigentlich gar nicht bräuchte, die eigentlich daheim hätte bleiben können. Wir sehen Bilder von uns, wie wir ausgegrenzt werden. Der Streich: Das ist nicht echt, nicht die Realität. Wir bilden uns etwas ein und fantasieren Geschichten hinein mit ganz vielen Konjunktiven: „könnte“, „hätte“, „sollte“, „täte“ … Und das ist auch der Unterschied zwischen der begründeten und der unbegründeten Eifersucht: Bei der begründeten Eifersucht steht nichts im Konjunktiv. Es ist so. Indikativ. Du „wirst“ vernachlässigt oder deine Freundin „hat“ einfach keine Zeit für dich, weil sie lieber mit jemand anderem etwas macht.

Wie der Spruch beschreibt, ist Eifersucht eine unnötige Besorgnis. Klar! Weil dich ein wahrer Freund nie begründet bösartig eifersüchtig machen wird. Wenn er es macht, lohnt es sich nicht, für ihn zu kämpfen.

Und so stimmt der Spruch wieder, wenn man die unbegründete Eifersucht als pure Angst vor dem, was passieren KÖNNTE, bezeichnet – und die begründete Eifersucht als Wahrheit.

Lyrisches zum Nachdenken: Der Rosenjunge

Mit ihrem leichten Käppchen

und dem dünnen Jäckchen,

ihren Glücksbringer immer in ihrem Täschchen,

etwas, das sie von ihren Eltern besaß

und deshalb nie vergaß,

machte sie sich auf den Weg.

An Geschäften und Häusern vorbei,

in die Schule hinein.

Sie war sehr fleißig,

doch hatte sie keine Eltern, die ihr halfen dabei.

Denn sie kam aus dem Kinderheim.

Seit sieben Jahren, seit sie lebte, wohnte sie hier

und manchmal fühlte sie sich einsam an,

ständig allein in einem Zimmer zu sein.

Sie dachte sich oft, die Angestellten hätten nie

wirklich Zeit für ein Kind allein.

Sie setzte sich in ihre Bank,

holte ihre Stifte und Bücher heraus.

Wie jeden Tag.

Auch er verlief ohne Anstrengung, ohne Chaos.

Bei Schulschluss ging sie hinaus.

Die Kinderheimerzieherin wartete schon darauf.

Irgendwie sah sie schon wieder gestresst aus.

Die Erzieherin machte sich schon auf den Weg zur Bushaltestelle.

Die Kleine verabschiedete sich noch von ihren Freundinnen auf die Schnelle.

Da merkte sie es wieder.

Neben ihr stand eigentlich eine völlig fremde Frau. Ihre Erzieherin.

Während sie warteten, hatten sie sich kein einziges Mal angeschaut.

Sie waren sich zu fremd,

nie hatten sie einander wirklich kennengelernt.

Sie fuhren nur gemeinsam „Heim“.

Aber eigentlich konnte sie das doch allein.

Sie war zwar erst sieben,

aber was konnte ihr im Bus schon passieren?

Sie war heute auch allein zur Schule gegangen,

vielleicht war es den Erziehern gar nicht aufgefallen.

Jetzt telefonierte die Erzieherin.

Sie ging auf und ab.

Es war ein ernstes Gespräch,

das konnte sie an der Mimik sehen.

Sie entfernte sich immer mehr von ihr.

Plötzlich spürte sie ein Zupfen an ihrem Ärmel.

Sie drehte sich um

und erblickte einen Jungen.

Sie schaute ihn an,

in der Erwartung, er würde zum Reden anfang`.

Doch er stand schüchtern da.

Und da entdeckte sie die Rose in seiner Hand.

Sie sah wieder ihn an,

dann fing er endlich zu Sprechen an:

„Ich finde dich hübsch

und die ist für dich, nur ein Geschenk, das dir zeigt,

wie sehr ich dich mag.“

Lyrisches zum Nachdenken: Das Mädchen, das nach Glück suchte

Ich kannte mal ein Mädchen,

es wünschte sich Glück

und war darum ständig verträumt,

kein Wunder also, wenn sie es versäumt.

Sie lebte in ihrer eigenen Welt,

denn dort hatte sie viel Erfolg und eine Menge Geld.

Das große Glück also, wie das Mädchen dachte,

doch was sie nicht wagte, war es aufzuwachen.

Das Glück ist ein riesiges Stück,

das dachte sie.

Und so lag sie da,

Tag für Tag,

bis ihr Traum vom Glück irgendwann zu groß war.

Da kam eine Fee in ihr Zimmer,

sie merkte, dass die Träume des Mädchens vom Glück wurden

immer größer und schlimmer.

„Wach auf, wach auf,

geh hinaus!

Du verschwendest nur Zeit.

Zeit zum Treffen, Zeit für Gemeinsamkeit.“

Das Mädchen hörte nicht drauf

und malte sich weiter seine Träume aus.

Nach Schulschluss am nächsten Tag an der Bushaltestelle

sah es bei ein paar Mädchen einen Hauch Feenstaub.

Die Fee flog herbei.

„Merkst du nicht,

wie allein du bist?

Dass sich keiner mehr für dich interessiert?

Du lebst nicht nur in deiner Welt.

Hast keinen Erfolg und kein Vermögen an Geld!“

Und da war es auf einmal wach.

Und es fühlte sich allein auf diesem Platz.

Sie kannte diese Leute nicht,

sie gehörten nicht zu ihrer Welt,

sie gehörten zu der echten Welt.

Sie rannte in eine einsame Straße,

wo sie keiner sah,

ließ sich schniefend fallen auf eine Bank.

Was hatte sie nur für einen Fehler gemacht?

Den Kopf in den Knien,

weinend und schniefend,

verletzt und zerbrochen.

Was hatte sie in dieser Welt schon verloren?

Doch auf einmal war sie nicht mehr allein,

sie blickte auf und sah in fremde Augen hinein.

Fremd, aber warm.

Mitfühlend und klar.

Die Person legte ihre Hand auf ihre.

Und dann hatte das Mädchen es endlich kapiert.

Sie hatte verstanden, was Glück war.

Sie lächelte scheu, ganz zart

und bemerkte dann, dass auf der Person Feenglanz lag.

Lyrisches zum Nachdenken: Ist es eine Lüge, wenn ich schweige?

Kann man Schweigen als Lüge bezeichnen,

wenn du weder Wahrheit noch Lüge tust zeigen?

Ist es eine Lüge, wenn ich schweige,

mich mit etwas, das meiner Meinung nach keiner wissen soll,

davonschleiche?

Oder ist es feige?

Ist es feige, wenn ich für meinen eigenen Schutz schweige?

Aber wenn ich niemandem die Wahrheit zeige,

muss ich mit dem Druck der Stille leiden.

Ist es eine Lüge, wenn ich schweige?

Ja. Denn wenn du tust schweigen,

dann tust du etwas verheimlichen.

Schweigen kann dein Herz zerreißen.

Ist es dein persönliches Geheimnis,

so muss es keiner wissen,

doch deine Freunde erwarten von dir,

dass du tust nichts verheimlichen.

Wenn du schweigst,

tust du mit einem Fuß auf die Wahrheit steigen.

Damit sie keiner sieht.

Doch Schweigen kann so einiges zerstören,

schweigen kann Vertrauen lösen,

für schweigen kannst du büßen.

Eines Tages wirst du nämlich die Wahrheit verraten müssen.

……………..

Und? Immer noch froh, dass du geschwiegen hast?

Lyrisches zum Nachdenken: Die Rose

Er schenkte mir eine rote Rose.

Rot für das Blut.

Rot für die Liebe.

Sie hatte Dornen und wunderschöne Blütenblätter.

Dornen für die Gefahr.

Blätter für die Schönheit.

Sie bog sich leicht in meiner Hand.

Ich brachte sie durch eine Vase wieder zum Stand.

Sie brauchte Wasser.

Ich musste sie pflegen, sonst hielt sie nicht lang.

Das Wasser für die gemeinsame Zeit.

Das Biegen für die Zerbrechlichkeit.

Ich kümmerte mich jeden Tag um sie,

gab ihr alles, was sie benötigte.

Als Dank dafür, blühte sie auf,

sie hielt es ewig bei mir aus.

Das Kümmern dafür, dass man einander nicht vergisst.

Das Aufblühen dafür, dass alles gut wird, wenn du genug für sie da bist.

Die Liebe ist wie eine rote Rose.