Faszination Regenwald – Aber wie lange noch?

Der Regenwald auf unserem Planeten bedeckt insgesamt eine Fläche von ca. 18 Millionen Quadratkilometern. Zum Vergleich: Deutschland besitzt eine Fläche von ca. 357 Tausend Quadratkilometern.

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Luftaufnahme des Amazonas-Regenwaldes

Der Regenwald weist eine gewaltige Anzahl an Tier- und Pflanzenarten auf. Der größte Regenwald befindet sich in Südamerika, der sogenannte Amazonas-Regenwald. Zudem gibt es noch weitere große Regenwaldgebiete im Kongo-Becken und in Südostasien.

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Boot auf dem Amazo

Doch diese Faszination wird durch den Menschen bedroht. Obwohl mittlerweile nicht mehr ganz so viel Regenwald abgeholzt wird wie noch vor 10 Jahren, ist die Zahl der Fläche, die pro Jahr gerodet wird, immer noch zu hoch. Denn jedes Jahr werden ungefähr 60.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Das macht durchschnittlich 35 Fußballfelder in 2 Minuten. Obwohl der Regenwald auch jetzt noch sehr groß ist, wird bald nichts mehr von ihm übrig sein. Das ist vor allem deshalb so schlimm, weil es noch viele unentdeckte Tier- und Pflanzenarten gibt, die irgendwann unwiderruflich verloren sein werden. Der Regenwald ist für den Menschen übrigens auch von weiterem großen Nutzen: er speichert große Mengen an Co², auch reguliert er den Wasserkreislauf und das Klima. Somit schadet sich der Mensch am Ende selbst, wenn er den Regenwald vernichtet.

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Brasilianische Indios (Ureinwohner) bei einer Zeremonie im Regenwald – ihrer Heimat

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Ein Koboldmaki auf einem Ast: noch ist seine Welt (zumindest hier) in Ordnung – aber wie lange noch?

Warum wird der Regenwald überhaupt abgeholzt?

Für die Industrie ist der Regenwald eine Goldgrube, da er viele Stoffe in großen Mengen besitzt. Aus dem Regenwald werden Tropenholz, Holz für die Papierherstellung, Palmöl, Aluminium und Biodiesel gewonnen. Auch wird viel gefällt, um Platz für Weideflächen und Sojaplantagen zu erhalten.

Ihr könnt dazu beitragen, diesen riesigen, vielseitigen Lebensraum selbst zu schützen. Esst beispielsweise kein Fleisch aus Regenwaldregionen. Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten, wie ihr dazu beitragen könnt, dieses Kleinod der Natur zu erhalten, z. B. durch Spenden an Organisationen, die sich für den Erhalt des Regenwaldes einsetzen. Aufhalten kann man die derzeitige Entwicklung allerdings dadurch wohl nicht, da das Abholzen der tropischen Wälder ein lukratives Geschäft ist. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass dieses großartige Gebiet, in dem so viele verschiedene Lebewesen existieren, nicht in ein paar Jahren schon verschwunden sein wird.

In den folgenden Dokus erhaltet ihr weitere Informationen und faszinierende Einblicke:

Fernsehtipp: „Klein gegen Groß“: das unglaubliche Duell

Klein gegen Groß ist eine Sendung, die meist zu Beginn und Ende des Monats von der ARD um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird. Der Moderator der Sendung heißt Kai Pflaume. Es werden immer bekannte, erwachsene Prominente in die Sendung eingeladen. Die Hauptpersonen sind aber natürlich die Kinder.

Sie fordern in der Sendung die Prominenten in einer von ihnen ausgedachten Disziplin heraus, z. B. in Rätseln, Quizfragen, aber auch in sportlichen Disziplinen. Der Hauptsieger bekommt am Ende seines Auftritts ein Geschenk.  Egal wer gewinnt; die Kinder werden in dieser Sendung nie als Verlierer dargestellt. Das ist eine schöne Idee und würdigt die Kinder als wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft!

Weitere Informationen dazu und die nächsten Sendetermine findet man unter http://www.daserste.de/unterhaltung/show/klein-gegen-gross/index.html

Ein „Best of ‚Klein gegen Groß'“ ist im folgenden Video zu sehen:

Droge Smartphones: wie abhängig sind wir?

Das Smartphone ist allgegenwärtig: am Esstisch, im Bus, im Freundeskreis, im Bett – sogar auf der Toilette?

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Wie lange und wie oft du zu deinem Smartphone greifst, kannst du leicht selbst herausfinden. Notiere dir über einen bestimmten Zeitraum (z. B. eine Woche),

  • wann (Uhrzeit)
  • wie lange (Dauer)
  • wofür (Apps / Inhalte)

du dein Smartphone nutzt.

Die folgende Doku des Bayerischen Rundfunks setzt sich mit dem Thema Handy und Suchtgefahr genauer auseinander und liefert bemerkenswerte (und teilweise erschreckende) Fakten:

„Wiedergutmachung“ für die Verdingkinder in der Schweiz

Verdingung in der Schweiz

„Verdingkinder“ – ein Begriff, welcher uns in Deutschland nicht geläufig ist. Bedeutung hat er allein in der Schweiz, denn dort wurden jahrzentelang Waisenkinder, Scheidungskinder und Kinder armer Familien „verdingt“. Die Kinder wurden ihren Familien entrissen und mussten in einer fremden Familie arbeiten – unter ähnlichen Bedingungen wie Sklaven.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein lief dieser „Handel“ von vielen 100000 Kindern. Die oft noch sehr jungen Kinder wurden vom Staat den Familien zugeteilt, welche am wenigsten Entschädigung für die Aufnahme eines Kindes verlangten.

Dieser Prozess war offziell zum Wohl des Kindes, es waren „fürsorgerische Zwangsmaßnahmen“ zu deren Erziehung und Lebenserhaltung. Doch die Realität spiegelt dieses Bild nicht wider. Die Verdingkinder wurden als kostenlose Arbeitskraft ausgenutzt, misshandelt oder sexuell missbraucht. Liebe und familiäre Nähe erfuhren sie wohl selten bis nie. Viele berichten von davon, wie sie Hunger leiden mussten oder nicht am Familientisch die Mahlzeiten einnehmen durften.

Diese dunkle Epoche in der Geschichte der Schweiz wurde lange totgeschwiegen, nun soll sie historische aufgearbeitet werden. Es gibt bereits mehrere Filme zum Thema „Verdingung“, der wohl bekannteste ist „Der Verdingbub“ oder „Schwabenkinder“. „Schwabenkinder“ kamen vorwiegend als Kinder von Bergbauernhöfen aus Tirol, Voralberg oder Südtirol, die alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben zogen. Dort verrichteten sie teilweise schwerste körperliche Arbeit.

„Wiedergutmachung“ für die Verdingkinder?

Jetzt sollen die ehemaligen Verdingkinder eine Entschädigung von jeweils zwischen 20.000 und 25.000 Franken, das entspricht einer Summe von ca. 18400 und ca. 23000 Euro (Wechselkurs: 1 Euro -> 1,09 Franken), erhalten.  Diese „Wiedergutmachung“ verlangt Zahlungen von bis zu 500 Millionen Franken an die Opfer.

Doch ist dies wirklich eine Wiedergutmachung für das erfahrene Leid? Kann das Geld den Betroffenen ihre Jahre der Kindheit und Jugend wieder geben?

Im folgenden Clip seht ihr ein Interview mit einem Zeitzeugen, der einst ein Verdingbub war:

Dieser Clip geht kurz auf die Wiedergutmachungen gegenüber der Verdingkinder ein:

 

 

Waffenexporte: ein fragwürdiges Geschäft!

Als Waffenexport bezeichnet man jeden Vorgang im Zusammenhang mit außerstaatlichem Transfer von Waffen. Damit ist gemeint, dass Waffen an andere Länder verschenkt, verkauft oder vermittelt werden. Gerade im Hinblick auf die vielen Krisenregionen in der Welt werden immer wieder Stimmen laut, die den Verkauf von Waffen, vor allem in nicht-demokratisch regierte Ländern, stark begrenzen oder sogar ganz verbieten wollen.

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Kriegswaffen wie dieses Maschinengewehr sind eine Ware, mit der Weltweit gehandelt wird.

Waffenexporteure

In der Zeit von 2006 bis 2010 haben folgende Länder Waffen exportiert (die Prozentzahl bezieht sich auf die weltweit legal verkauften Waffen):

USA 30,3%, Russland 22,9%, Deutschland 10,6%, Frankreich 7,1%, Großbritannien 4%, Niederlande 3,3%, China 3,3%, Spanien, Italien, Schweden unter 3%, Israel, Ukraine, Schweiz, Kanada unter 2%,  Südafrika, Südkorea, Polen, Belgien,  Norwegen, Brasilien unter 1%

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1. Saudi-Arabien: 6,4 Milliarden Dollar

2.Indien: 4,2 Milliarden Dollar

3.Türkei

4.China

Illegale Waffenexporte

Auf mindestens 100 Millionen US-Dollar Umsatz jährlich wird der illegale Schusswaffenhandel geschätzt. Zu den bekannten oder vermuteten Hauptexporteuren von Kleinwaffen, die nur teilweise oder überhaupt nicht über ihre Waffenexporte berichten, gehören Iran, Israel, Nordkorea, Südafrika und Weißrussland. Andere Exportländer, darunter China, Pakistan, die Russische Föderation und Singapur stellen einige Daten über ihre Exporte von Sportwaffen und Gewehren zur Verfügung, machen jedoch keine Angaben über ihre Exporte von Kleinwaffen für militärische Zwecke.

Abnehmer der Illegalen Waffenexporte

Abnehmer sind meistens diejenigen Länder, die von den Vereinten Nationen ein Waffenembargo auferlegt bekommen haben. Dies sind

  • Afghanistan
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Belarus
  • China
  • Eritrea
  • Irak
  • Iran
  • Kongo, Demokratische Republik
  • Korea, Demokratische Volksrepublik (Nordkorea)
  • Libanon
  • Libyen
  • Myanmar
  • Russland
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Sudan
  • Südsudan
  • Syrien
  • Zentralafrikanische Republik

Politische Diskussion in Deutschland

Deutschland lieferte von 2001 bis 2014  Feuerleiteinrichtungen, Kriegsschiffe, Munition, Kleinwaffen sowie Fahrzeuge und Panzer an Saudi-Arabien, obwohl Saudi-Arabien radikale Terroristen in Syrien unterstützt. Saudi-Arabien gilt als einer der autoritärsten Staaten der Welt. Zudem ist die Situation in dem Wüstenstaat und in der Region sehr bedenklich und der Endverbleib von Waffen nicht gesichert. Kritiker mahnen an, dass Waffenexporte  nicht zur Beseitigung der Fluchtursachen, geschweige denn zur Lösung von Konflikten beitragen könnten.

In der folgenden Doku des WDR erfahrt ihr mehr über das „Geschäft mit Waffen“:

Neuer Rekord: Größtes Orchester der Welt

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Wir in Seligenthal sind stolz auf unsere begabten Musiker sowie deren Lehrer und Mentoren. Unser Orchester zieht jedes Jahr zu unterschiedlichen Anlässen viele Besucher an und erfreut sich eines ausgezeichneten Rufs. Heute wollen wir der „Orchesterwelt“ im Allgemeinen einen eigenen Beitrag widmen, der uns nach Australien führt.

Der Rekord für das größte Orchester der Welt lag bis jetzt bei 7224 Musikern, die 2013 im australischen Brisbane auftraten.

Diesen Rekord wollte der hamburger Trompeter Jens Illemann brechen und rief die Aktion „Wir füllen das Stadion“ ins Leben. Sein  Ziel? Ein Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde!

Am Samstag den 9. Juli 2016 war es soweit: 7548 Musiker haben sich in Frankfurt in der Commerzbank-Arena versammelt, um gemeinsam zu musizieren. Ermöglicht wurde die Veranstaltung vom Stadionchef Patrik Meyer, der selbst Schlagzeug spielt.

Die Rahmenbedingungen in Frankfurt hätten nicht besser sein können, denn die Stadt liegt zentral in Deutschland und im Stadion sind die Instrumente vor möglichen Unwettern geschützt.

Am Tag des Rekordversuchs wurde eine „Musikmeile“ vor dem Stadion aufgebaut. Kleinere Bands und Orchester  spielten und es gab Workshops und Essensbuden.

Wolf Kerschek, ein Dirigent und Komponist aus Hamburg, dirigierte das „Riesenorchester“ – und damit ihn auch wirklich jeder sehen konnte, gab es eine Übertragung auf eine Leinwand.

Auf dem Programm standen vier Stücke, alle vier Klassiker:

  • Auszüge aus Sinfonien von Dvorák und Beethoven
  • einen Song aus dem Musical „Starlight Express“
  • die Hymne „Music was my first love“

Die Noten wurden entsprechend umgeschrieben und an alle angemeldeten Musiker per Post verschickt.

Die 7548 Musiker stammen aus allen Teilen Deutschlands, sogar Gruppen aus der Schweiz und Österreich waren angereist, um den neuen Rekord aufzustellen.

Denn für einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde musste nicht nur die Anzahl stimmen, nein, jede Instrumentengruppe musste ausreichend oft vertreten sein. Wie in einem richtigen Orchester eben.

Doch auch diese Hürde wurde gemeistert und so bleibt nur noch eines zu sagen: Gratulation dem neuen Rekordhalter!

 

Die Macht der Bilder: wie wir uns manipulieren lassen!

Bilder haben Macht. Ob in Filmen, auf Wahlplakaten oder in den Medien. Bilder unterstützen das Geschriebene und helfen Menschen dabei,  sich eine Vorstellung vom Geschehenen / Geschehen zu machen.

Doch sind Bilder, gerade in Medien wie der Zeitung oder dem Fernsehen, wirklich objektiv? Spiegeln sie das wider, was wirklich geschehen ist? Wie beeinflussen sie Menschen?

Wer kennt das nicht? Unterstützt ein Bild einen Artikel, ist die Wirkung ganz anders, es erhöht die Glaubwürdigkeit, und oft ist das Cover oder Titelbild entscheidend beim Kauf einer Zeitschrift oder Zeitung.

Ein einfaches Beispiel: Zwei  Zeitschriften berichten über die selben Personen und dasselbe Event, die Aussage könnte unterschiedlicher nicht sein. Doch beide Artikel wirken einzeln betrachtet glaubwürdig und man käme nicht zwingend auf den Gedanken, diese zu hinterfragen, abgesehen von der insgesamt eher dürftigen Seriösität gewisser Klatschmagazine. Wie kommt es, dass die Artikel so überzeugend wirken und es selbst bei direktem Vergleich schwer fällt, ein Urteil zu fällen? Die Antwort ist so simpel wie bedenkenswert: beide Texte werden von Fotos gestützt, die die Aussage des Textes veranschaulichen! Warum sollte man dem Artikel nicht Glauben schenken, wenn es doch offensichtlich Bilder gibt, die ihn belegen?

Merke: jedes Bild ist nur ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Ganz abbilden kann man sie nie!

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Die Macht, die Bilder und Fotos in den Medien ausüben, nimmt also Einfluss auf den Prozess der Meinungsbildung und somit auf die öffentliche Meinung. Das oben angeführte Beispiel mit den Klatschmagazinen ist vergleichsweise harmlos, denn egal, welche Version der Wahrheit entspricht, es wird in der Regel keinen erheblichen Einfluss auf Politik und Wirtschaft haben.

Doch was passiert, wenn mithilfe von Bildern gezielt Propaganda betrieben wird?

Denn selbst wenn man um die Gefahr, die von Manipulation durch Bilder ausgeht, weiß, ist es doch schwer, dieser zu begegnen, denn wenn es um Meinungsbildung geht, ist es – trotz aller Mühen – schwer, objektiv zu bleiben; und zu leicht lässt man sich unbewusst von den „primitivsten“ Dingen beeinflussen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Bundesarchiv_Bild_102-04062A,_N%C3%BCrnberg,_Reichsparteitag,_SA-_und_SS-Appell.jpg

Parteitag der NSDAP in Nürnberg 1934.

Heldenehrung in der Luitbold Arena während eines Appells der S.A. und S.S. In der Mitte der Führer, der Chef des Stabes der S.A. Lutze und Reichsführer der S.S. Himmler

 Das Bild zeigt die sog. Totenehrung auf den Reichsparteitagen der Nationalsozialisten in Nürnberg im Jahr 1934. Die Kamera nimmt das Bild aus einer erhöhten Position auf. Dadurch kann ein breiteres Spektrum der aufgestellten Soldaten „eingefangen“ werden. Durch die Vogelperspektive wirkt es noch bedrohlicher und schüchtert den Betrachter regelrecht ein. Wäre das Foto aus dem Stand aufgenommen, könnten man diesen „Effekt“ nicht so leicht erzielen. Hier wird die Propaganda der Nazis besonders deutlich, die sie u.a. durch entsprechende Mittel der Bildkomposition erreichten. Die Überhöhung dieses militärischen Aufmarsches zu einem feierlichen, im Verständnis der Nazis „heiligen“ Akt war dazu gedacht, durch das Herstellen eines Gemeinschaftsgefühls Emotionen zu wecken. Dies wollte man durch Mittel der Bildersprache einfangen, konservieren.

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Propaganda ist und war in allen Diktaturen ein unentbehrliches Mittel zum Zweck und Bilder spielten damals wie heute eine wichtige Rolle. Denn Bilder sprechen Menschen häufiger auf einer anderen, emotionaleren Ebene an als geschriebener Text.

Die Perspektive, aus der das Foto oder das Video aufgenommen wird, kann die Meinung absichtlich oder unabsichtlich beeinflussen. Darum ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, dass Bilder nie dazu in der Lage sind, die Realität objektiv und unverfälscht zu zeigen. Wie leicht man sich womöglich beeinflussen und täuschen lässt, kann man an folgendem Video selbst überprüfen. Das Video stammt von der Evangelischen Medienzentrale Bayern und ist für den Einsatz im Unterricht empfohlen:

Brexit – der Anfang vom Ende Europas?

Die Briten haben gewählt: 51,9% entschieden, die Europäische Union verlassen zu wollen.

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Ablauf der Geschehnisse

Premieminister Cameron hatte 2013 ein Referendum (Volksentscheid) über den Verbleib in der EU angesetzt, nachdem die europaskeptischen Kräfte in Großbritannien, darunter die Ukip-Partei, aber auch nationalistische Kräfte, in den eigenen Reihen stärker geworden waren. Damit wollte Cameron die innenpolitische Führung wieder zurückgewinnen.  Er selbst sprach sich aber später für einen Verbleib in der EU aus. Dafür forderte er von der EU aber Zusagen, um nicht länger unter dem „Diktat“ Brüssels zu stehen. Alle Mitgliedsländer der EU treten gewisse Entscheidungsbefugnisse an die Europäische Union ab. Damit werden die Möglichkeiten nationaler Politik beschnitten, was viele Länder der EU, darunter Großbritannien, nicht für gut befinden. Nun hat die Mehrheit der Briten also für einen Austritt aus der EU gestimmt. Auch wenn das Referendum nicht bindend für die Regierung ist, wird es mit extrem hoher Warscheinlichkeit zu einem Brexit kommen.

Boris Johnson: der einstige Bürgermeister von London gilt als das Gesicht der Brexitkampagne. Seitdem das Abstimmungsergebnis feststeht, ist es ruhiger um ihn geworden und es hat den Anschein, dass er keinen echten Plan hat, wie es nun weitergehen soll.

Folgen des Brexit für England

Der britische Finanzminister George Osborne  spricht von Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen, die notwendig würden, weil die Regierung bis zu 37 Milliarden Euro ausgleichen müsse. Auf die Wirtschaft kämen wohl zusätzliche Problemen zu, weil die Briten dann außerhalb des Binnenmarktes stünden und erst ein Freihandelsabkommen vereinbaren müssten. Die Folgen eines Brexit für den Finanzentrum London sind umstritten. Eine Seite sagt dessen Zusammenbruch, wieder andere sagen ihm eine rosige Zukunft voraus ohne „belastende“ EU-Gesetze.

Folgen des Brexit für die EU und Deutschland

Auch europäische Unternehmen müssten mit Verlusten rechnen. Das Ifo-Institut meint, Deutschland  würde bis zu drei Prozent seines Wirtschaftswachstums einbüßen. Großbritannien ist Deutschlands drittgrößter Exportmarkt. Außerdem könnte der Brexit eine politische Kettenreaktion auslösen. Beispielsweiße fordern Geert Wilders, Politiker aus den Niederlanden, oder Marie Le Pen, Politikerin aus Frankreich, ein Referendum über den „Nexit“ bzw. den „Franxit“ aus der EU. Um dies zu verhindern, muss die EU den Menschen der Länder vermitteln, welche Vorteile die EU für sie bringt. Das wird aber ohne eine Reform, also eine planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse, kaum möglich sein.

Die Jugend rebelliert

In diesen Tagen gehen tausende Jugendliche in Großbritannien auf die Straße, um gegen das Referendum zu protestieren. Sie fordern, dass der Brexit nicht vollzogen wird und beklagen, dass die Älteren über die Zukunft der Jungen entschieden haben, die ihr Leben (in oder außerhalb der EU) erst noch vor sich hätten. Ob die Proteste die Politiker in Großbritannien zu einer Umkehr bewegen können, ist fraglich. Die Regierung ist zerstritten, Premierminister David Cameron hat mittlerweile zum Ende des Jahres seinen Rücktritt angekündigt. Auch die Vorreiter der Brexit-Bewegung geben sich zunehmend kleinlaut. Es kommt der Verdacht auf, dass mit dem Ergebnis zu einem Austritt in der EU seitens der britischen Regierung nicht gerechnet worden war und man vielmehr ein Zeichen gegen Brüssel setzen wollte.

Hier findet ihr eine interessante ARTE-Dokumentation zum Thema „Brexit“:

Obamas Besuch in Hiroshima

Der amerikanische Präsident Barack Obama besuchte am 27. Mai 2016 als erster amerikanischer Präsident die Gedenkstelle in Hiroshima und gedachte den mehr als 200.000 Opfern  der Atombombe.

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Gedenkstätte in Hiroshima

Was geschah in Hiroshima im August 1945?

Dass im 2. Weltkrieg viele Gräueltaten begangen wurden, ist wohl allgemein bekannt. Doch der Völkermord an den Juden war nicht das einzige erschreckende Ereignis während dieser Zeit. Im August 1945, als der Krieg in Europa durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits zu Ende war, kam es in Japan zu einem historischen Ereignis, im negativen Sinne.

Der Konflikt zwischen den USA und Japan während des 2. Weltkriegs kann man an zwei größeren Ereignissen festmachen: Der Angriff auf Pearl Harbour, der verantwortlich war für den Kriegseintritt der USA von japanischer Seite, und der Atomangriff auf Hiroshima und Nagasaki von amerikanischer Seite aus.

Der Angriff auf Hiroshima geschah, wie gesagt, im Rahmen bzw. als Folge des 2. Weltkrieges. Der damalige amerikanische Präsident Harry S. Truman entschied sich dazu, am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe abzuwerfen, wenig später am 9. August folgte eine weitere über Nagasaki. Diese Bombenangriffe richteten eine ungeahnte Zerstörung an und löschten unzählige Menschenleben aus. Allein bei dem Angriff auf Hiroshima starben mehr als 200.000 Menschen, die genaue Zahl ist noch immer nicht bekannt. Die wenigen Überlebenden werden wohl ihr restliches Leben lang mit den Folgen der Katastophe, deren unfreiwillige Zeugen sie wurden, zu kämpfen haben.

Die USA sind damit die erste und letzte Nation, die sich für den Einsatz von Atombomben in einem Krieg entschloss, trotz der veheerenden Folgen. Die USA rechtfertigte sich mit der Erklärung, dass der Atomangriff eine notwendige und richtige Maßnahme war, um Japan im September 1945 zur Kapitulation zu zwingen und den Krieg auch in Asien zu beenden, da dieser in Europa bereits im Mai 1945 beendet worden war.

Historikern zufolge sei Japan bereits wirtschaftlich am Ende gewesen und hätte die nötigen Mittel zur Kriegsführung so oder so nicht mehr lange aufrechterhalten können. Doch durch den Angriff auf Hiroshima und Nagasaki wurde Japan von einen Schlag auf den anderen vom „Täter“ zu einem „Opfer“ des zweiten Weltkriegs.

Heute befindet sich in Hiroshima eine Gedenkstätte zu Ehren der Opfer.

Obamas Besuch der Gedenkstätte

Bis jetzt hat noch kein einziger amerikanischer Präsident Hiroshima besucht und so Verantwortung für die Taten seines Landes übernommen und den Opfern gedacht. Es gibt sogar noch immer Stimmen in Amerika, die den Atomangriff nicht als falsches Handeln einstufen.

Barack Obama dagegen besuchte am 27. Mai 2016 die Gedenkstätte zusammen mit dem japanischen Präsidenten und einem ganzen Gefolge aus Menschen, zum Beispiel Überlebenden der Katastrophe. Obama sprach sich bereits 2009 für eine atomwaffenfreie Politik aus und auch wenn er dieses Versprechen vielleicht nicht ganz einhalten konnte, so zeigt dieser enorme Schritt doch, wie ernst es ihm mit dem Weltfrieden ist. Eine Entschuldigung für den Angriff in Hiroshima sprach er, wie zuvor bereits angekündigt, nicht aus. Vermutungen besagen, dass dafür eine Entschuldigung für den Angriff auf Pearl Harbour von japanischer Seite aus nötig gewesen wäre, um eine Entschuldigung für den Atomangriff zu erhalten.

Doch auch ohne eine offizielle Entschuldigung hat der Besuch Obamas eine wichtige symbolische Bedeutung. Denn die Beziehung zwischen Japan und den USA war seit dem zweiten Weltkrieg von den Ereignissen getrübt und abgekühlt.

Ich denke, dass es wichtig ist, in der heutigen Zeit, in der die politische Lage mehr als nur unsicher ist, alte Konflikte aus dem Weg zu schaffen. Gute Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten sind der Ausgangspunkt, um die aktuellen Verhältnisse zu verbessern. Die Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki und die Folgen waren tragisch und sollten für alle Nationen als Mahnung dienen, um zukünftigen Einsätzen von Atombomben entgegenzuwirken, denn nach wie vor gibt es Staaten wie Nordkorea, die mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen.

Im Folgenden findet ihr eine Reportage von ZDF-History über geschichtliche Hintergründe der Katastrophe in Hiroshima, um sie noch besser verstehen zu können: