Gedichte? Nicht erst seit gestern!

Bereits im Mittelalter haben Menschen Gedichte geschrieben. Nur schade ist, dass wir viele dieser längst geschriebenen lyrischen Werke nicht kennen. Hier findet ihr ein solches altes Gedicht, das sich auf Gott bezieht. Es stammt von Franz von Assisi: 

Herr Gott im Himmel und auf Erden
laß mich dein Friedenswerkzeug werden.
Wo Haß, da laß mich Liebe spenden
Streit laß mich durch verzeihen enden.
Wo Zwietracht, laß mich Eintracht bringen,
laß Irrtum mich durch Wahrheit zwingen.
Wo Zweifel herrscht laß Glaub erstehen,
laß Finsternis im Licht zergehen;
daß, wie man es auch dreh‘ und wende,
die Traurigkeit in Freude ende.

Franz von Assisi, (1182 – 1226), eigentlich Giovanni Bernadone, katholischer Heiliger, Stifter des Franziskanerordens

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Die US-Serie Suits – Kurzvorstellung und Kritik

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Dieses Logo ist nicht das offizielle Logo der Serie

Suits (engl. Anzüge; ugs. in etwa Anzugträger, außerdem engl. (law)suits für Klagen, Prozesse) ist eine US-amerikanische Fehrnsehserie, die in Amerika am 23. Juni 2011 und in Deutschland am 7. Januar 2013 das erste Mal ausgestrahlt  wurde.

In der Fehrnsehserie Suits geht es um den hochbegabten Schüler Mike Ross, der wegen eines Verweises seinen Traum, Anwalt zu werden, aufgeben muss. Den Verweis erhält er, da er die Ergebnisse der Mathematikprüfung an die Tochter des Dekans verkauft. Daraufhin verdient er sein Geld, indem er Prüfungen für andere schreibt. Da er aber noch mehr Geld benötigt, willigt er ein, einen Koffer voller Marihuana für seinen Freund Trevor zu liefern.

Harvey Specter ist einer der Top-Anwälte New Yorks; er wird in seiner Kanzlei zum Seniorchef befördert und ist nun gezwungen, einen jungen Anwalt einzustellen. Als Mike ihm auf der Flucht vor Ermittlern der Drogenfahndung zum Bewerbungsgespräch begegnet, überrascht er ihn durch seinen schnellen Verstand, sein enzyklopädisch-juristisches Wissen und durch den aufrichtigen Wunsch, Anwalt zu werden. Darauf stellt Harvey ihn ein, obwohl er keinen Abschluss in Rechtswissenschaften hat. Nur Harveys  Sekretärin und Vertraute Donna Paulsen weiß davon.

Louis Litt ist der neidische Rivale von Harvey. Er beobachtet und setzt Mike unter Druck.

Zusammenfassung 1.Staffel

Mike Ross versucht verzweifelt, von seinem mit Drogen dealenden Freund Trevor wegzukommen. Als dieser aus der Stadt verschwindet, beginnt er eine Beziehung mit der Exfreundin von Trevor, Jenny. In der Kanzlei freundet er sich mit Rachel Zane an und bis dahin läuft alles gut, doch dann kehrt Trevor zurück in die Stadt. Und als er von der Beziehung zwischen Mike und Jenny erfährt, geht er zu Jessica Pearson, der Leiterin der Kanzlei, in der Harvey arbeitet, und erzählt ihr die Wahrheit über Mike, also dass er kein Harvard-Absolvent ist.

Zusammenfassung 2.Staffel

In dieser Staffel kehrt der zweite Gründungspartner der Kanzlei, Daniel Hardman, nach dem Tod seiner Frau zurück. Er musste die Kanzlei verlassen, da er Mandantengelder veruntreut hat. Harvey und Jessica befürchten, dass er in seine alte Position als geschäftsführender Partner zurückkehren will, und sie versuchen, ihn mit allen Mitteln daran zu hindern. Außerdem will Jessica, dass Harvey Mike feuert, lenkt aber ein, als Harvey damit droht, dass er im Fall der Kündigung von Mike ebenfalls kündigen würde. Daraufhin wird Harvey angeklagt, in einem alten Fall ein Beweismittel zurückgehalten zu haben. Auch wird ihm mit dem Entzug seiner Lizenz gedroht. Dann findet Donna das besagte Dokument, zerstört es und wird daraufhin von Jessica gefeuert und Hardman wird mit Hilfe von Luis zum geschäftsführenden Partner befördert. Doch dann entdecken Harvey und Mike, dass Hardman das Dokument gefälscht und Donna untergeschoben hat. Donna wurde zuvor auf Harveys Wunsch wieder eingestellt und Hardman muss die Kanzlei, nach seinem erneuten Betrug, endgültig verlassen. Als Mikes Großmutter stirbt, beginnt er eine Affäre mit seiner inzwischen verheirateten ersten Liebe, Tess. Rachel sieht die beiden zusammen, was zu einem Bruch der Freundschaft mit Mike führt.

Die Kanzlei geht aus diesem Kampf geschwächt hervor, welches sie zum Ziel anderer Kanzleien macht, allen voran der von Rachels Vater, Robert Zane, für den nun auch Hardman arbeitet. Hardman arbeitet an Fällen von Geschlechtsdiskriminierung, kann am Ende aber „besiegt“ werden. Jessica Pearson stimmt einer Fusion mit der Kanzlei Darby International zu. Für sie arbeitet auch Dana Scott, eine Rivalin und alte Freundin von Harvey.

Zusammenfassung  3. Staffel

Als die Fusion von Pearson und Darby international abgeschlossen ist, ist Harvey erbost, da sich Jessica Pearson weigert, ihn zum Namenspartner zu ernennen. Darauf verbündet er sich mit Darby und bekommt seinen ersten Fall. Nach dem Zusammenschluss trifft er auf seinen alten Mentor und Erzfeind Cameron Dennis. Darby schickt seinen „Problemlöser“ Stephen Huntley, der eine Beziehung mit Donna eingeht, um Harvey dabei zu helfen, den Fall von Ava Hessington zu gewinnen. Sie ist wegen Korruption und der Inauftraggabe mehrerer Morde angeklagt. Jessica erkennt, dass der Zusammenschluss mit Darby international ein Fehler war und ernennt Harvey zu einem Namenspartner. Als Ava kurz davor steht, verklagt zu werden, findet Mike heraus, dass dahinter eigentlich Stephen Huntley steht. Darby willigt ein, gegen Stephen auszusagen, um Ava vor einer langen Gefängnisstrafe zu bewahren. Dies ist gleichzeitig die Chance, die Partnerschaft mit Darby international zu beenden. Darby beauftragt Dana Scott, genannt Scottie,  die Verhandlungen zu führen. Sollte sie gewinnen, verspricht er ihr eine Namenspartnerschaft.

Ava verklagt die Kanzlei, da sie während des Prozesses die Führung ihrer Firma abgeben musste. Dabei wird sie von Travis Tanner vertreten und kann aber schließlich von Harvey, der eine Beziehung mit „Scottie“ beginnt, überzeugt werden, die Klage fallen zu lassen. Rachel wird für ein Jurastudium an der Stanford Universität (Kalifornien) angenommen, beschließt aber an die Columbia (New York City) zu gehen, um mit Mike zusammenziehen zu können. Mikes Geheimnis wird fast durch Louis aufgedeckt; dieser kann aber davon überzeugt werden, dass Mike nur einen Kurs nicht bestanden und sich darauf selbst benotet hat.

Mike erkennt, dass er nie in der Lage sein wird, in der Kanzlei aufsteigen, da sein Betrug jederzeit entdeckt und aufgedeckt werden könnte. Er denkt über berufliche Veränderungen nach. Als Mike wegen einer illegalen Absprache mit Harold Gunderson im Ava-Hessington-Fall ins Gefängnis kommt, versuchen Harvey und Louis gemeinsam ihn und Harold freizubekommen, was ihnen schlussendlich auch gelingt. Mike erkennt, zu welchen Problemen seine derzeitige Situation für die Kanzlei führt. Deshalb nimmt er ein Jobangebot als Investmentbanker an, wodurch er ein Klient der Kanzlei Pearson-Specter wird.

Kritik:

Die unterhaltsame Serie gewährt einen Einblick in den Alltag von Juristen in einer Anwaltskanzlei. Beziehungen, Fehden und Intrigen lassen die eigentlich recht trockene Thematik spannend werden. Die Figuren sind facettenreich in Szene gesetzt, teilweise fehlt es aber auch an der nötigen Ernsthaftigkeit und Tiefe. In erster Linie soll diese doch sehr typische US-amerikanische Serie unterhalten, was ihr auch gelingt. Kritisch zu hinterfragen ist aber, ob die Serienmacher nicht womöglich bewusst mit Klischees zugunsten der Unterhaltung und zu Ungunsten der Authentizität spielen. Der „Wahrheit“ des Juristenalltags entspricht das Gezeigte wohl eher nicht!

 

Brexit – der Anfang vom Ende Europas?

Die Briten haben gewählt: 51,9% entschieden, die Europäische Union verlassen zu wollen.

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Ablauf der Geschehnisse

Premieminister Cameron hatte 2013 ein Referendum (Volksentscheid) über den Verbleib in der EU angesetzt, nachdem die europaskeptischen Kräfte in Großbritannien, darunter die Ukip-Partei, aber auch nationalistische Kräfte, in den eigenen Reihen stärker geworden waren. Damit wollte Cameron die innenpolitische Führung wieder zurückgewinnen.  Er selbst sprach sich aber später für einen Verbleib in der EU aus. Dafür forderte er von der EU aber Zusagen, um nicht länger unter dem „Diktat“ Brüssels zu stehen. Alle Mitgliedsländer der EU treten gewisse Entscheidungsbefugnisse an die Europäische Union ab. Damit werden die Möglichkeiten nationaler Politik beschnitten, was viele Länder der EU, darunter Großbritannien, nicht für gut befinden. Nun hat die Mehrheit der Briten also für einen Austritt aus der EU gestimmt. Auch wenn das Referendum nicht bindend für die Regierung ist, wird es mit extrem hoher Warscheinlichkeit zu einem Brexit kommen.

Boris Johnson: der einstige Bürgermeister von London gilt als das Gesicht der Brexitkampagne. Seitdem das Abstimmungsergebnis feststeht, ist es ruhiger um ihn geworden und es hat den Anschein, dass er keinen echten Plan hat, wie es nun weitergehen soll.

Folgen des Brexit für England

Der britische Finanzminister George Osborne  spricht von Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen, die notwendig würden, weil die Regierung bis zu 37 Milliarden Euro ausgleichen müsse. Auf die Wirtschaft kämen wohl zusätzliche Problemen zu, weil die Briten dann außerhalb des Binnenmarktes stünden und erst ein Freihandelsabkommen vereinbaren müssten. Die Folgen eines Brexit für den Finanzentrum London sind umstritten. Eine Seite sagt dessen Zusammenbruch, wieder andere sagen ihm eine rosige Zukunft voraus ohne „belastende“ EU-Gesetze.

Folgen des Brexit für die EU und Deutschland

Auch europäische Unternehmen müssten mit Verlusten rechnen. Das Ifo-Institut meint, Deutschland  würde bis zu drei Prozent seines Wirtschaftswachstums einbüßen. Großbritannien ist Deutschlands drittgrößter Exportmarkt. Außerdem könnte der Brexit eine politische Kettenreaktion auslösen. Beispielsweiße fordern Geert Wilders, Politiker aus den Niederlanden, oder Marie Le Pen, Politikerin aus Frankreich, ein Referendum über den „Nexit“ bzw. den „Franxit“ aus der EU. Um dies zu verhindern, muss die EU den Menschen der Länder vermitteln, welche Vorteile die EU für sie bringt. Das wird aber ohne eine Reform, also eine planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse, kaum möglich sein.

Die Jugend rebelliert

In diesen Tagen gehen tausende Jugendliche in Großbritannien auf die Straße, um gegen das Referendum zu protestieren. Sie fordern, dass der Brexit nicht vollzogen wird und beklagen, dass die Älteren über die Zukunft der Jungen entschieden haben, die ihr Leben (in oder außerhalb der EU) erst noch vor sich hätten. Ob die Proteste die Politiker in Großbritannien zu einer Umkehr bewegen können, ist fraglich. Die Regierung ist zerstritten, Premierminister David Cameron hat mittlerweile zum Ende des Jahres seinen Rücktritt angekündigt. Auch die Vorreiter der Brexit-Bewegung geben sich zunehmend kleinlaut. Es kommt der Verdacht auf, dass mit dem Ergebnis zu einem Austritt in der EU seitens der britischen Regierung nicht gerechnet worden war und man vielmehr ein Zeichen gegen Brüssel setzen wollte.

Hier findet ihr eine interessante ARTE-Dokumentation zum Thema „Brexit“:

Obamas Besuch in Hiroshima

Der amerikanische Präsident Barack Obama besuchte am 27. Mai 2016 als erster amerikanischer Präsident die Gedenkstelle in Hiroshima und gedachte den mehr als 200.000 Opfern  der Atombombe.

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Gedenkstätte in Hiroshima

Was geschah in Hiroshima im August 1945?

Dass im 2. Weltkrieg viele Gräueltaten begangen wurden, ist wohl allgemein bekannt. Doch der Völkermord an den Juden war nicht das einzige erschreckende Ereignis während dieser Zeit. Im August 1945, als der Krieg in Europa durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits zu Ende war, kam es in Japan zu einem historischen Ereignis, im negativen Sinne.

Der Konflikt zwischen den USA und Japan während des 2. Weltkriegs kann man an zwei größeren Ereignissen festmachen: Der Angriff auf Pearl Harbour, der verantwortlich war für den Kriegseintritt der USA von japanischer Seite, und der Atomangriff auf Hiroshima und Nagasaki von amerikanischer Seite aus.

Der Angriff auf Hiroshima geschah, wie gesagt, im Rahmen bzw. als Folge des 2. Weltkrieges. Der damalige amerikanische Präsident Harry S. Truman entschied sich dazu, am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe abzuwerfen, wenig später am 9. August folgte eine weitere über Nagasaki. Diese Bombenangriffe richteten eine ungeahnte Zerstörung an und löschten unzählige Menschenleben aus. Allein bei dem Angriff auf Hiroshima starben mehr als 200.000 Menschen, die genaue Zahl ist noch immer nicht bekannt. Die wenigen Überlebenden werden wohl ihr restliches Leben lang mit den Folgen der Katastophe, deren unfreiwillige Zeugen sie wurden, zu kämpfen haben.

Die USA sind damit die erste und letzte Nation, die sich für den Einsatz von Atombomben in einem Krieg entschloss, trotz der veheerenden Folgen. Die USA rechtfertigte sich mit der Erklärung, dass der Atomangriff eine notwendige und richtige Maßnahme war, um Japan im September 1945 zur Kapitulation zu zwingen und den Krieg auch in Asien zu beenden, da dieser in Europa bereits im Mai 1945 beendet worden war.

Historikern zufolge sei Japan bereits wirtschaftlich am Ende gewesen und hätte die nötigen Mittel zur Kriegsführung so oder so nicht mehr lange aufrechterhalten können. Doch durch den Angriff auf Hiroshima und Nagasaki wurde Japan von einen Schlag auf den anderen vom „Täter“ zu einem „Opfer“ des zweiten Weltkriegs.

Heute befindet sich in Hiroshima eine Gedenkstätte zu Ehren der Opfer.

Obamas Besuch der Gedenkstätte

Bis jetzt hat noch kein einziger amerikanischer Präsident Hiroshima besucht und so Verantwortung für die Taten seines Landes übernommen und den Opfern gedacht. Es gibt sogar noch immer Stimmen in Amerika, die den Atomangriff nicht als falsches Handeln einstufen.

Barack Obama dagegen besuchte am 27. Mai 2016 die Gedenkstätte zusammen mit dem japanischen Präsidenten und einem ganzen Gefolge aus Menschen, zum Beispiel Überlebenden der Katastrophe. Obama sprach sich bereits 2009 für eine atomwaffenfreie Politik aus und auch wenn er dieses Versprechen vielleicht nicht ganz einhalten konnte, so zeigt dieser enorme Schritt doch, wie ernst es ihm mit dem Weltfrieden ist. Eine Entschuldigung für den Angriff in Hiroshima sprach er, wie zuvor bereits angekündigt, nicht aus. Vermutungen besagen, dass dafür eine Entschuldigung für den Angriff auf Pearl Harbour von japanischer Seite aus nötig gewesen wäre, um eine Entschuldigung für den Atomangriff zu erhalten.

Doch auch ohne eine offizielle Entschuldigung hat der Besuch Obamas eine wichtige symbolische Bedeutung. Denn die Beziehung zwischen Japan und den USA war seit dem zweiten Weltkrieg von den Ereignissen getrübt und abgekühlt.

Ich denke, dass es wichtig ist, in der heutigen Zeit, in der die politische Lage mehr als nur unsicher ist, alte Konflikte aus dem Weg zu schaffen. Gute Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten sind der Ausgangspunkt, um die aktuellen Verhältnisse zu verbessern. Die Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki und die Folgen waren tragisch und sollten für alle Nationen als Mahnung dienen, um zukünftigen Einsätzen von Atombomben entgegenzuwirken, denn nach wie vor gibt es Staaten wie Nordkorea, die mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen.

Im Folgenden findet ihr eine Reportage von ZDF-History über geschichtliche Hintergründe der Katastrophe in Hiroshima, um sie noch besser verstehen zu können:

Die Katastrophe von Tschernobyl jährt sich zum 30. Mal

Vorletzten Dienstag, am 26. April, jährte sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Nun werde ich den Verlauf, die Gründe und die leider zahlreichen schlimmen Folgen des Atomunfalls erklären.

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Vermeintlich weit weg und doch so gefährlich nah: das Atomkraftwerk Tschernobyl

Verlauf und Gründe

26.04.1986, 1:22 Uhr:  Im Block 4 des Reaktors im Atomkraftwerk Tschernobyl, welches in der Ukraine an der Grenze zu Russland liegt, haben die Ingenieure einen riskanten Test vor: sie wollen prüfen, wie der Reaktor bei einem Stromausfall reagiert. Deshalb wollen sie, trotz Einwände einiger Kollegen, den Strom ausschalten.

30 Sekunden später: Schon als die Ingenieure den Versuch vorbereiten, stellen sich Komplikationen heraus: die Leistung des Reaktors sinkt auf etwa unter ein Prozent, obwohl vorhergesehen war, den Reaktor auf etwa 25 Prozent seiner Leistung herunterzufahren. Außerdem ertönt ein Klopfen aus dem Reaktor, was bei einigen Beteiligten noch mehr Unsicherheit auslöst. Doch weder das eine noch das andere stimmt den leitenden Ingenieur um, da „der Test nur ein bis zwei Minuten dauern wird“. Eine sehr leichtsinnige Entscheidung und rückblickend betrachtend der Auslöser einer riesigen Katastrophe.

26.04.1986, 1:23 Uhr: Der Test wird gestartet. Der Strom wird abgeschaltet und das Wasser im Reaktor verringert. Schon nach  wenigen Sekunden eskaliert die Situation: das verbliebene Wasser im Reaktor fängt an zu brodeln und die Leistung des Reaktors steigt erheblich. Der Schichtleiter versucht eine Notabschaltung, doch ohne Erfolg. Die Leistung erhöht sich weiter. Der Druck im Reaktor ist so hoch, dass er die Brennstäbe verbiegt und sie nicht mehr in die Einschublöcher passen, was die rettende Lösung wäre. Es ist zu spät. Einige Augenblicke später erschüttert eine gewaltige Explosion den Reaktor, bei der radioaktives Material in die Atmosphäre geschleudert wird. Das Feuer in Block 4 greift auf das Dach von Block 3 über. Wenige Sekunden nach der ersten Explosion folgt eine zweite. Der Qualm dieser Explosion trägt wieder Unmengen von radioaktiven Material in die Atmosphäre.

Die Folgen

Das Gebäude:  Feuerwehrleute beginnen Wasser in den Reaktorkern zu pumpen. Als das nichts hilft, werden mithilfe von Militärhubschraubern 5000 Tonnen löschendes Material wie Blei, Bor, Sand und Lehm in das Feuer geschüttet. Zusätzlich schicken die Verantwortlichen ca. 600.000 – 800.000 Arbeiter, die herausgeschleuderte radioaktive Brocken mit Schaufeln wieder in den Krater werfen sollen, hinein, da Roboter bei dieser enormen Strahlung bald nicht mehr funktionieren. Diese Arbeiter, sogenannte Liquidatoren („Beseitiger“), werden jedoch über die enorme Strahlung und die daraus folgende Lebensgefahr nicht informiert, was ich in Hinblick auf diese lebensbedrohliche Situation nicht zumutbar finde. Denn dadurch sind sich die jungen Männer dem Ernst der Lage nicht bewusst, bleiben länger als die als Schutzmaßnae hervorgesehene Zeit, nämlich 45 Sekunden, im Einsatz und legen die ohnehin mangelhafte Schutzkleidung nieder, weil es zu heiß ist – mit der Folge, dass sie einer 300.000 Mal größeren Strahlung ausgesetzt werden, als es bei uns in Deutschland als Jahresdosis gesundheitlich unbedenklich eingestuft wird. Später wurde mit ferngesteuerten Kränen ein Sarkophag aus Stahlbeton um den Reaktor gebaut. Dieser ist allerdings mittlerweile marode und es bedarf einer neuen Konstruktion, die schon in Bau ist.

Die betroffenen Menschen: In Hinblick auf die Gesundheit der Menschen ist wohl der größte Fehler, dass die Verantwortlichen die betroffene Bevölkerung erst anderthalb Tage nach dem Unfall über die Katstrophe informieren. Erst dann werden die Gegend um Tschernobyl evakuiert und die Menschen mit Bussen weggebracht. Insgesamt werden so 300.000 Menschen umgesiedelt, darunter auch Bürger der jetzigen Geisterstadt Prypjat.

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Auch außerhalb des 30. Kilometerradius wird im 1990 eine gleich hohe Strahlung wie im direkten Umkreis des Reaktors gemessen. Doch die Menschen, die in diesem Umfeld wohnen, leben sogar ganze fünf Jahre ahnungslos in dem Strahlungsumfeld. Außerdem zieht bei dem Unfall „die Wolke“ (radioaktiv!) bis nach Mitteleuropa, weshalb die Kinder, die damals geboren worden sind oder sich im Freien aufgehalten haben – in der Nähe des Reaktions natürlich ungleich größer – einem verstärkten Krebsrisiko ausgesetzt sind. Über die Zahl der Toten wird noch heute gestritten (Experten gehen davon aus, dass mittlerweile über 30.000 wissenschaftliche Beiträge über die Folgen von Tschernobyl existieren); sie wird zwischen 60.000 und 1.440.000 geschätzt. Überlebende

Abschließend kann man sagen, dass die Folgen dieses Atomunglücks viel größer sind als der kleine, leichtsinnige aber doch fatale Fehler, den die Ingenieure damals, vor 30 Jahren, begangen haben. Deshalb sollte sich die ganze Welt einmal überlegen, ob die Atomkraft vielleicht doch nicht für den Menschen gemacht ist und ob wir lieber ein bisschen mehr für ökologischen Strom bezahlen wollen, anstatt zu riskieren, dass vielleicht nur durch einen einzigen Fehler im Umgang mit der Atomkraft das Leben von Millionen oder sogar das eigene in Gefahr gerät.

Air Force One (AFO): Das Flugzeug des amerikanischen Präsidenten

Die Air Force One, das Flugzeug des Präsidenten der USA, ist aus vielen Filmen bekannt, wie beispielsweise dem Film ,, Air Force One“.

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Die Air Force One (kurz : AFO) ist eine 747-200 des amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing. Die AFO ist im Besitz der US Air Force und existiert nur einmal. Die “aktuelle“ AFO ist ein Nachfolger von vielen anderen Flugzeugen von verschieden Herstellern. In den nächsten Jahren wird die aktuelle 747-200 durch eine Boeing 747-8 ersetzt . Bei jeder Ankunft, wie zuletzt in Hannover oder dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau, kommen viele Luftfahrtbegeisterte zu den Flughäfen, um bei der Ankunft des „hohen Besuchs“ dabei zu sein – und vor allem die Maschine des Präsidenten zu begutachten.

Jede Flüge des Flugzeuges werden drei Tage vorher festgelegt, damit man die Begleitung von Tank- und Frachtflugzeugen planen kann. Neben der Air Force One gibt es auch noch eine kleinere Air Force Two; diese ist eine Boeing 757. In Hannover kam vor kurzem der aktuell amtierende amerikanische Präsident Barack Obama das letzte Mal in seiner Amtszeit an Bord der Air Force One nach Deutschland. Die Nachfolger werden dann mit der brandneuen Boeing 747-8 fliegen.

US-Vorwahlen 2015/2016: Allgemeines, Bewerber und Stand der Dinge

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Allgemeines

In einer Vorwahl  wird ein Kandidat, der in der Regel einer politischen Partei angehört, für eine später anstehende reguläre Wahl bestimmt. Am bekanntesten sind die Vorwahlen in Amerika, bei denen die Präsidentschaftskandidaten der zwei großen Parteien (Demokraten und Repuplikaner) nominiert werden. Über ein ganzes Jahr werden in den verschiedenen Bundestaaten die Bewerber gekürt. Man wählt bei den Vorwahlen Delegierte. Durch ihre Wahl erhalten die Delegierten das Mandat, sich auf diesen Nominierungsparteitagen für einen der parteiinternen Kandidaten auszusprechen. Die Demokraten verteilen ihre Delegierten an die unterschiedlichen Bewerber exakt im Verhältnis der erzielten Wählerstimmen, wohingegen bei den Republikanern das „winner-take-all“-Prinzip gilt. Das heißt: der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen bekommt prompt alle Delegiertenstimmen zugesprochen. Am Ende braucht der Kandidat bei den Demokraten 2383 Delegierte für den Sieg, bei den Republikanern 1237. Wenn diese Zahl nicht erreicht wird, wäre auf dem Parteitag ein zweiter Wahlgang nötig, bei dem die meisten Delegierten nicht mehr an das Vorwahlergebnis gebunden sind.

Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2016

Die 58. Wahl des Präsidenten ist auf den 8. November 2016 terminiert . Formal werden an diesem Tag nur die Wahlmänner des Electrola College bestimmt, die ihre Stimmen für die Ämter des Präsident und des Vizepräsident abgeben werden. Die eigentliche Präsidentenwahl, bei der die Wahlmänner ihre Stimmen abgeben, findet 41 Tage später am 18. Dezember 2016 statt, ist aber nur von formaler Bedeutung.

Bewerber der Demokraten

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Artwork: Kandidatin Hillary Clinton

Bewerber der Demokraten:

  • Hillary Clinton (ehemalige US-Außenministerin , Senatorin aus New York und First Lady (als Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton).
  • Bernie Sanders (Senator aus Vermont, ehemals Mitglied des House of Representatives und Bürgermeister von Burlington).
  • Martin O’Malley (2007–2015 Gouverneur von Maryland)
  • Lincoln Chafee (Ex-Gouverneur und Ex-Senator von Rhode Island)
  • Ex-Senator Jim Webb

Martin O’Mally, Lincoln Chafee und Jim Webb zogen ihre Kandidatur nach einiger Zeit zurück.

Bewerber der Republikaner

Die  Kandidaten mit den meisten Chancen waren und sind der Texaner Ted Cruz, Rend Paul und Marco Rubio. Von ihnen ist seit Mitte März nur noch Ted Cruz im Rennen.

Seit Ende Juli 2015 dominiert in fast allen nationalen und bundesstaatlichen Umfragen der bekannte Immobilienunternehmer und Milliardär Donald Trump das Bewerberfeld.

 

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Artwork: Donald Trump

Trump hatte vor allem durch umstrittene Aussagen über illegale Immigration und seine teils harschen Attacken gegen innerparteiliche Mitbewerber für erhebliches Aufsehen gesorgt. Seine stark polarisierende Art führte zu einer enormen (auch internationalen) Medienpräsenz. Nicht zuletzt hebt sich Trump vom übrigen Bewerberkreis durch die Tatsache ab, dass er seinen Wahlkampf fast vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.

Stand der Dinge

Demokraten: Sanders hat zwar in einigen Staaten gewonnen und Druck auf Clinton gemach, dennoch wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Clinton die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

Republikaner: bei den Republikaner waren noch Donald Trump, Ted Cruz und John Kasich im Rennen. Cruz und Kasich haben aber aufgegeben und ihren Wahlkampf eingestellt. Somit ist Trump der letzte Kandidat der Republikaner und wird somit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Präsidentschaftskandidat seiner Partei.

 

Neuer Newsfeed in der Seitenleiste: Kathnews – das katholische Nachrichtenportal

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In der Seitenleiste findet ihr einen neuen Newsfeed unter den bereits bestehenden „Aktuelles aus der Region“ und „Neues aus ganz Europa“. Kathnews ist ein bekanntes katholisches Online-Nachrichtenportal, das euch ständig mit neuen Informationen aus der Welt des Glaubens versorgt. Die Seite kann auch direkt online aufgerufen werden unter http://www.kathnews.de/.

Viel Spaß beim Stöbern, Lesen und Weiterbilden!

Q-rage: die neueste Ausgabe der Zeitung von „SoR-SmC“ ist online

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Erst kürzlich erschien hier ein Artikel über „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (kurz SoR-SmC) auf unserem Blog. Ihr könnt ihn hier finden:

https://gymseligenthalblog.com/2016/02/01/schule-ohne-rassismus-schule-mit-courage-nur-ein-schild-am-eingang/

Seit 2005 wird die Q-rage einmal im Jahr von 20 bis 25 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren mit Unterstützung von JournalistInnen produziert. Sie kommen aus ganz Deutschland. Gemeinsam arbeiten GymnasiastInnen, Real- und BerufsschülerInnen an den Texten. Die Hälfte der Jugendlichen RedakteurInnen gehört ihrer Herkunft oder ihrer religiösen Orientierung nach einer Minderheit an. (Qelle: http://www.schule-ohne-rassismus.org/was-wir-tun/projekte-der-bundeskoordination/q-rage-die-zeitung/)

Wenn ihr kein gedrucktes Exemplar der aktuellen Ausgabe der Zeitung in der Schule mehr ergattern konntet, so ist das gar kein Problem. Die Zeitung gibt es nämlich auch im Internet als kostenlosen PDF-Download. Klickt einfach auf die folgenden Links:

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